Vorratshalrung oder projektbezogen Kaufen? Ist das eine automatisch weniger nachhaltig als das andere?

  • In den letzten Wochen musste ich mich überwiegend aufs Mitlesen beschränken und ich habe in einem Thread mal wieder etwas gelesen, das ich eigentlich so nicht stehen lassen möchte.


    Und zwar, wurde projektbezogenes Kaufen für unser liebstes Hobby als der automatisch nachhaltigere Weg dargestellt, während Vorratshalrung scheinbar automatisch ein Symonym für Verschwendung und Gier sein soll.


    Ich sage NEIN? Weder das eine noch das sollte so einseitig betrachtet werden.


    Ich denke, dabei spielen vermutlich sicher auch in den sozialen Medien gezeigte Bilder von riesigen Regalen mit Tonnenweise Modestoffen, die vermutlich in den nächsten 10Jahren nicht verarbeitet werden können eine große Rolle.


    Vorratshalrung muss aber weder das bedeuten, noch durch aus Langeweile getätigten Soppingexzessen entstehen.


    Im Optimalfall könnte es natürlich so laufen, dass man etwas nähen möchte oder muss und dafür dann exakt nur das benötigte Material besorgt.


    Das scheitert aber oft schon daran, dass vor Ort keine Bezugsquelle ist und die benötigten Sachen online bestellt werden müssen. Das bedeutet dann zum einen, dass ich mitunter in mehreren Shops gleichzeitig bestellen müsste, um genau das zu bekommen, was ich mir vorstelle. Somit können rasend schnell mal Versandkosten von locker 20€ zusammenkommen.

    Weiterhin kann das bestellte Material dann in natura auch noch anders aussehen, als ich erwartet habe. Und zu guter Letzt, kommt im Leben auch oft mal was dazwischen und bis das bestellte Zeug dann endlich eingetroffen ist, hat das Leben längst wieder eigene Pläne gemacht und die Nähzeit ist dahin. Der Plunder liegt also erstmal. Nicht zu vergessen, die Zeit die ich dann brauche um in den verschiedenen Shops zu stöbern.


    Ich bekenne mich genau aus diesen Gründen eindeutig zum Team Vorratshalrung.


    Ja und ich gebe zu, als die Kinder noch kleiner waren und die Stoffnengen entsprechend gering, die Schnittmuster relativ simpel und schnell genäht gab es durchaus immer mal wieder solche Sammelkäufe wenn mal wieder irgendwo ein „Sale“ beworben wurde. Tatsächlich konnte ich die meisten Stoffe allerdings auch zeitnah vernähen und so schnell wie sie genäht waren, waren die Kinder da auch wieder rausgewachsen. Mit der Zeit wurden die Kinder erwartungsgemäß größer, damit auch die benötigten Stoffnengen und der Anspruch an die genähten Kleidungsstücke.


    Heute setzt sich meine Vorratshalrung wie folgt zusammen:

    1.) Ein paar richtig schöne Stoffe, die ich wenn ich irgendwo unterwegs bin ebtdecke und kaufe.

    Keine größeren Mengen, sondern wirklich nur einzelne besondere Stoffe.

    2.) Stoffe, die zwar projektbezogen gekauft wurden, die aber dann aus den unterschiedlichsten Gründen doch nicht das wurden, wofür sie eigentlich bestimmt wurden.

    3.) Größere Stoffreste, die entstanden weil ich absichtlich mehr gekauft hatte, damit ich flexibel bin, falls was schief geht.

    4.) „Zugelaufene“ Stoffe (also vor allem aus älteren Beständen

    5.) Zubehör in Farben, die ich wirklich gut mit meinen Lieblingsfarben kombinieren kann und dessen Einzelkauf mich finanziell ruinieren würde.


    Dieser Vorrat ist im Laufe vieler Jahre sortiert, gelegentlich wurde auch mal aussortiert um den vorhandenen Platz nicht unnötig zu blockieren mit Vorräten die eigentlich nie eine Chance hatten/haben verarbeitet zu werden.


    Meine Vorratshalrung ermöglicht es mir, spontane Nähzeit zu nutzen und Nähprojekte sofort anzugehen. Mir fällt es wesentlich leichter mich zu entscheiden, wenn ich aus vorhandenem wählen kann, als wenn ich erst die Fülle des Internets durchforsten müsste und falls dann doch mal etwas fällt, weiß ich ganz genau was ich noch brauche und werde relativ schnell fündig.

    Außerdem bin ich nicht von Trends abhängig, wenn ich im Schrank immer einen Vorrat an Stoffen habe, die mir tatsächlich gefallen. Ich habe Platz und der Platz wäre auch da, wenn ich ihn ungenutzt ließe. Warum also nicht nutzen?


    By the Way, gerade die Generationen vor uns haben Sachen aufgehoben für später, statt ständig wegzuschmeißen und neu zu kaufen und waren damit ziemlich nachhaltig unterwegs.


    Und ich Frage mich, ob es nachhaltiger ist, wenn jemand zwar augenscheinlich projektbezogen kauft, also Stoff für die nächsten 50 Teile pro Saison, diese auch schafft zu Kleidung zu verarbeiten, dafür aber im nächsten Jahr schon nicht mehr trägt, weil der nächste Trend da ist, ob das dann wirklich nachhaltiger ist als manche Vorratshaltung? (manche Probenäher scheinen das ja tatsächlich so zu betreiben, oder was machen die mit den ganzen vielen Klamotten?).

  • Ich habe festgestellt, dass es die Stoffe in Farben, Qualitäten, Mustern, die ich möchte, nicht immer gibt. Teils ist Jahrelang zu suchen.


    Also kaufe ich für voraussichtlichen Bedarf, auch wenn ich nicht gleich zum Nähen komme.


    Zum anderen sind das sehr viele Deadstock-Stoffe. Die sind gezielt gekauft, keine "ist gerade so günstig-Massenkäufe".


    Wenn solche Stoffe vernichtet würden, ist es auch nicht nachhaltig.


    Und leider auch "geplant und noch nicht geschafft zu nähen".


    Nachhaltig bin ich schon sehr dadurch, das ich nicht gleich unpassende Kleidung wegtue. Weggelegt und kann sie nach Gewichtsabnahme wieder tragen. Ich ändere unpassende Kleidung oder habe schon umgefärbt, weil mir Farben doch nicht gefielen.


    Ich achte nicht auf Modetrends, sondern trage das, was mir steht, gefällt.


    Und ich kaufe auch Kleidung Second Hand und ändere sie.

    Viele Grüße
    Do-it


    Wer nähen kann, ist klar im Vorteil.

  • Ich stimme Do-it voll zu. Da ich mich weigere, mich an die Mode zu halten, passiert es mir immer wieder, dass ich eine Farbe oder einen Stoff möchte, die nicht gerade im Handel angeboten wird. Oder dass die aktuellen Farben oder Schnittformen mir überhaupt nicht stehen! Besonders wenn ich günstige Ware finde -- her damit! :tanzen:

    Und dann trage ich manche Sachen Jahre lang. Einen Wintermantel aus einem wunderschönen Wollstoff, den ich vor 15 Jahre genäht habe.

  • Team Vorrat.


    Weil ich entweder sehr viel Fahrzeit mit ÖPNV verbrate, ohne sicher sein zu können, das ich dann am Zielort auch bekomme, was ich suche (Farbe, Material, Materialqualität) oder eben bestelle (da hab ich meine wenigen Quellen, wo ich z.B. inzwischen sehr gut abschätzen kann, wie Farbe Monitor vs. Realität ausgeht).
    Und wenn schon bestellen... dann gerne so, das ich mich an den Versandkosten weder doof und dämlich bezahle, noch unzählige Pakete und Päckchen kommen.
    Also eher ein paar Stoffe mehr, oder eben bei den Zutaten nicht nur den 1 RV, das 1 Röllchen Nähgarn.


    So... kann ich in aller Regel loslegen, wenn ich 'ne Idee hab. Weil "meine" Stoffe und die dazu passenden Zutaten (das includiert auch, das meine typischerweise verwendeten Einlagen, Vlieselinen, vorrätig sind) hab ich da. Da kann höchstens mal sein, das ich erstmal nicht ganz optimale Knöpfe verwenden "muss" - ob ich die später mal austausch, steht dann immer noch auf 'nem anderen Blatt.

  • ich stimme Euch beiden - erfahrene Näherinnen - zu. Schöne Stoffe - Material, Farbe, Design - haben mich immer zu Projekten inspiriert; wenn ich nicht gleich die Zeit zum nähen hatte, wurde das Material inkl. passender Kurzwaren gelagert, bis ich die Zeit dazu fand. Ich habe immer noch einen guten Vorrat an hochwertigem Material und bin sehr froh darum. Es gibt in München fast kein Stoffgeschäft mehr und was in den wenigen übriggebliebenen angeboten wird, ist für mich absolut unpassend - ich kenne meinen Stil.

    Vernähter Bestand wird geändert, modernisiert, zu anderen Stücken verarbeitet, als Rentner brauche ich keine Cashmere-Kostüme, Seidenblusen u.ä. mehr. Aber wegwerfen? Niemals. Und die wenigen wirklich guten second hand Läden sind übervoll und nehmen so gut wie nichts mehr an.

    Stoffe kaufen und horten, einfach nur so ohne Idee, was ich brauche, wann ich vernähen kann, nur weil der Stoff gefällt, das hat für mich nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Nachhaltigkeit bedeutet für mich hochwertige, lange tragbare Kleidungsstücke zu nähen und ggfs. diese zu ändern, modernisieren, neu mit anderen Stücken zu wieder chicen tragbaren zu kombinieren.


    Aber jedem das Seine ... :)

  • Ich hab Vorratshaltung, hab genug Platz und vor Ort gibt es keine Geschäfte mehr. Kleinanzeigen sind meine Einkaufsquelle, da schlag ich auch Mal bei Kurzwaren zu. Ich kann es nicht ausstehen, wenn ich was anfange und mir fehlen dann die passenden Zutaten.

  • zuckerpuppe Ich weiß jetzt nicht, ob ich’s richtig interpretiere. Also ich kann nur von mir ausgehend sagen. Wenn ich unterwegs bin und einen schönen Stoff sehe und mitnehme, dann habe ich schon so eine bis verschiedene Ideen.

    Natürlich begegnen mir auch oft schöne Stoffe, die ich zwar schön finde aber keine Idee dazu habe, was daraus wird. Dann bleibt der Stoff, wo er ist: Im Geschäft!

    Manchmal kann es aber auch sein, dass der Stoff nicht gleich verarbeitet wird und mir dann mit der Zeit noch eine andere Idee zur Verarbeitung kommt. Auf jeden Fall war ich genau wie Do-it und Caleteu auch schon oft froh, dass ich statt dem am Trend orientierten Angebot im Handel einfach auf Stoffe aus meinen Vorräten zurückgreifen konnte, die im Design einfach besser zu mir passten. So ist dann aus so manchem gut abgelagerten Stoff schon ein echtes Lieblingsteil geworden.

  • tantejutta80 danke, du sprichst mir aus der Seele.

    Ich lagere Stoffe und zwar genau aus deinen Gründen. Ich habe kein Geschäft hier vor Ort und keine Zeit hier ne Stunde unterwegs zu sein um dann in dem einen Laden hier in der Gegend genau das nicht zu bekommen, war ich suche.


    Da nutze ich die wenige Zeit die ich habe liebe dafür an der Maschine zu sitzen. Die Stoffe habe ich gelagert, die werden ja auch nicht schlecht. Das heißt ein Stoff kann ein paar Jahre liegen. Der kann sogar von mir vergessen werden. Und dann hole ich ihn hervor und liebe ihn wieder wie am ersten Tag. Dann habe ich plötzlich einen Geistesblitz und dann geht es los. Das kann ich nicht, wenn ich dann es einkaufen gehen muss, oder noch schlimmer Tage auf die Lieferung warten muss.


    Ich habe allerdings System in meinem Lager. Neben den Stars, also Stoffen die im Mittelpunkt stehen wollen, habe ich immer Hibtergrundstoffe da, die diese glänzen lassen können.

    Diese Stoffe kaufe ich, sofern möglich im Angebot, weil ich sie immer benötige.

  • Ich habe auch Vorräte, aber nicht diese Berge, wie man sie von besagten Bildern im Netz kennt.

    Ich bestelle zu 95%. Es gibt zwar 1,2 passable Stoffläden bei uns, aber die sind mir bei vielen Stoffen, die ich kaufe, schlicht weg zu teuer. Das war besonders in der Zeit so, als ich nur Gewandungen für historische Events gefertigt habe. Ob ein Leinenstoff nun 9 Euro der Meter kostet oder 35, ist ein Argument. So reich bin ich nicht und wenn man für das Projekt 6 bis 8 Meter braucht, rechnet sich das schon.

    Das Versandkostenargument gehe ich auch mit. Wenn ich was bestelle und nicht den Mindestbestellewert für portofreien Versand erreicht, dann soll es sich dennoch lohnen.

    Ich nutze gern die Kleinanzeigen. Das ist insoweit nachhaltig, dass einem Lagerstoff neues Leben eingehaucht wird.

    Oder Konvolutware, also Händler, die Restbestände aus der Vorsaison oder Konkursmasse aufkaufen.

    Was micht immer stört, sind die vielen Reste, die verbleiben. Ich weiß imme rnicht, was ich damit anfangen soll. PW ist nicht meins, was ich nach ein paar Versuchen festgestellt habe. Diese ganzen kleinen Täschchen und Schlüsselanhängerchen und diese ganze Gedöns brauche ich nicht und meine Umwelt auch nicht. Babysachen nähe ich nicht (mehr) - die Kinder unserer Verwandten wachsen und wachsen und dieses Gefriemel mit den winzigen Bündchen hat mich manchentags bis kurz vor den Klippensprung getrieben.

    Vielleicht muss ich mal wieder ein Paket für Kleinanzeigen schnüren und hoffen, jemand kann das gebrauchen.

    Also - was ich hier mit "wenig" Worten sagen wollte ;) Team Vorrat!

  • Ich bin Team Vorrat. Meine Regel ist,

    A) Stoff muss gefallen.

    B) ich sollte mehrere Ideen für dessen Verwendung vor dem Kauf im Kopf haben, dann steigt die Chance der Verwendbsrkeit auch über langen Zeitraum auf 99% oder mehr.


    Tipp für Restenverwertung:

    Saumbelege, Schrägband, Belege für Armlöcher und halsausschnitt, Zeierelemente mit Blenden, Besätzen etc an und auf Kleudung. damit lassen sich viele Rest aufbrauchen

  • Die Frage ist, was man unter Vorrat versteht. Mehrere Hundert Meter Stoff als Hobbyschneidery zu Hause liegen zu haben, die man niemals vernähen wird und die man dann irgendwann weiterverkauft, weil der Platz nicht mehr reicht, ist kein Vorrat, sondern kompletter Wahnsinn.

    Stoff zu Hause zu haben, bei dem man schon eine Vorstellung hat, was man daraus nähen kann/ möchte ist dann eher sinnvolle Vorratshaltung.


    Mein "Vorrat" passt in eine größere Schublade und ich weiß bei jedem Stoff, was daraus werden soll. (Was nicht heißt, dass ich mich nicht auch noch umentscheiden könnte.) Wenn die Schublade voll ist, wird nichts mehr bestellt. (Ausnahmen mache ich nur bei Projekten, die sofort umgesetzt werden wie Geschenken, Sachen für meine Nichten oder meine letzten Hosen, die dringend waren, weil mir keine mehr wirklich passten.)

    Dazu habe ich sechs nicht allzu große Boxen mit Stoffresten, die ich zum Beispiel für Hosentaschen oder gemischte Reste-Shirts verwende.


    Wenn ich Stoff bestelle, dann auch für mehrere Projekte. Ich sammel solange in meinem Kopf, bis sich die Bestellung lohnt und hoffe einen Shop zu finden, wo ich alles auf einmal bekomme. (Die nächste Bestellung wird zum Beispiel für verschiedene Geburtstagsgeschenke sein. Für mich selber habe ich noch genug.)


    Einen Stoff zu bestellen, nur weil ich ihn schön finde, ohne eine Ahnung zu haben, was daraus werden sollte, würde ich niemals tun.

    Ich habe auch nur einen einzigen Stoff seit mehreren Jahren liegen. Aus dem soll ein Kleid werden, ich habe bisher nur noch kein passendes Schnittmuster gefunden und ich bin mir auch unschlüssig, ob mir der an meiner Freundin nicht besser gefallen würde als an mir.

  • Guten Morgen,


    ich les hier sehr interessiert mit.


    Aber ich halte mich raus - ich bin schließlich "ne Gewerbliche" und da sieht die Ausgangslage ja ganz anders aus als bei einer Hobbynäherin.


    Aber auch ich bin fleißig am abbauen. Weil anbauen ans Haus geht nicht mehr :rofl:

    Ganz liebe Grüße, Jennifer



    Ich bin Herrscherin über das kreative Chaos, Mama von 4en und ich benähe die Murmel (12). Ihr findet mich auch bei Insta Facebook und im Blog


    "If you can dream it, you can do it!"


    Walt Disney

  • Ich bin auch Team Vorratshaltung. Schon alleine aus dem Grund, dass ich selten genau die Stoffe bekomme, die mir für ein Projekt vorschweben. Früher hatte ich hier mehrere Stoffläden, aber auch die hatten meistens nicht das, was ich gerade wollte und ich musste Kompromisse eingehen.


    Ich habe vielleicht ein kleines bisschen zu viel an Stoffen und versuche da auch ein bisschen abzubauen. Ich glaube aber, ich nähe ein bisschen mehr als die normale Hobbyschneiderin. Ich kleide meine Mutter und mich seit Jahren komplett ein, wir kaufen nur Schuhe. Dazu kommt dann noch Deko, Taschen, Portemonnaies und Geschenke. Ich fände es schrecklich, wenn ich da für jedes Projekt erst stundenlang im Internet suchen und dann auf die Bestellung warten müsste. Die Zeit nutze ich lieber zum Nähen.


    Mittlerweile habe ich genau die Stoffe in meinen Lieblingsfarben vorrätig, die ich garantiert immer brauche. Ok, im Laufe der Zeit hat sich einiges an Stoffen angesammelt, für die ich mal Pläne hatte, aber dann doch nie genäht habe. Das bleibt aber wohl nicht aus, wenn man seit über 30 Jahren alles näht und davor auch schon immer sporadisch.


    Es ist auch nichts unnütz, neulich wollte meine Mutter neue Kissenbezüge für ihr Sofa in anderen Farben, als sonst üblich und bat mich, mit ihr in die Stadt zu fahren. Ich habe aber erst mein Stofflager durchgesehen, fand zwei Stoffe, die infrage kommen könnten, habe ihr die gezeigt und einer davon passte perfekt. Der Stoff war mindestens 10 Jahre alt und fand so seine neue Bestimmung.


    Bei mir fliegt auch nichts in die Tonne, Jerseyreste verarbeite ich zu Slips, Socken oder neuen Shirts, was nicht gut sitzt, wird entweder im Haus oder im Bett getragen. Für BW-Reste finde ich auch immer noch eine Verwendung, auf unifarbenen Resten sticke ich z.B. meine eigenen Label. Und schwierige Stoffe werden trotzdem verarbeitet, auch wenn es keinen Spaß macht, hinterher bin ich dann froh, wenn ich den Stoff bezwungen habe.


    Ok, manchmal muss man was bestellen. Dieser Sommer z.B. war ja außergewöhnlich warm und lang. Bei solchen Temperaturen trage ich am liebsten luftige Oberteile aus Viskosewebstoff. Davon habe ich kaum was auf Lager, also musste ich online bestellen. Mir würde aber nie einfallen, dann nur ein Teil zu bestellen, schon alleine wegen der Versandkosten. Ich habe mir dann fünf Stoffe bestellt und diese auch sofort vernäht, so kam ich gut über den Sommer.


    Ich verstehe nicht, was daran nachhaltig sein soll, wenn ich für jedes Projekt eine Bestellung aufgebe und, wie Tante Jutta schon schrieb, wahrscheinlich auch noch in verschiedenen Shops, weil man ja oft nicht alles beim selben Händler bekommt.

    Schon alleine der Verpackungsmüll hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun.


    NACHTRAG: Ich möchte hier auf niemanden einprügeln, jeder soll es so handhaben wie er/sie mag und für richtig hält.

    Einmal editiert, zuletzt von Bella ()

  • Es kommt wahrscheinlich darauf an, ob man den Vorrat nutzt oder nicht. Wenn man auf Vorrat kauft um vermeintlich weniger Transportwege (und -kosten) zu haben, aber am Ende genauso häufig bestellt wie wenn man nur das, was man aktuell braucht genommen hätte, weil der Vorrat nicht tatsächlich hinreichend genutzt wird, dann ist dieser Ansatz ressourcenintensiver. Anders herum, wenn das, was man auf Vorrat hat, auch hinreichend genutzt wird, dann ist dieser Ansatz Ressourcen sparender. Wo die eigene Wirklichkeit liegt, kann man wohl am ehesten für dich selbst beurteilen.

  • Ja sisue bei deiner Denkweise muss ich dir vollumfänglich zustimmen.


    Ich selbst habe bereits ein schön großes Stofflager und dieses kannte ich auch, denn es war archiviert (nicht auf rine App) und ja ich habe diese auch bei Projekten genutzt. Dann habe ich ein anderes Hobby (Gesang) mehr Zeit geschenkt und weniger genäht. Das parallele Hobby nämlich Stoffkauf habe ich noch immer gefrönt und mich durch Stoffangebote und Stoffshows animieren lassen. Da ging die Rechnung natürlich nicht mehr auf ......der Stoffberg wuchs.....uiiii


    Jetzt nähe ich wieder mehr und nutze meinen Bestand natürlich und genieße es aus dem vollen zu schöpfen und freue mich über jedes passende Garn Gummi etc und ja ich freue mich selbst wenn ich Garn aufgebraucht habe. Verrückt!!!

    Bestellt habe ich schon über 2 Jahre nicht mehr und noch länger nicht mehr auf dem Stoffmarkt. Einmal wurde ich bei Tedox schwach muss ich doch erwähnen hihihi


    Jetzt durch meinen Umzug nehme ich all meine Stoffe wieder in die Hand und die nicht mehr bei mir bleiben wollen, für die steht schon ein Karton bereit, die wandern dann als Spende weiter.


    Ich habe mir, gerade weil ich so eine große Auswahl habe , auf die Fahne geschrieben vor jeder Kaufverführung zu überlegen ob ich nichts im Vorrat habe und diese Stoffe zu nutzen. Bisher klappt es super und ich liebe meinen Vorrat.


    Danke dass du diese Sichtweise ins Spiel gebracht hast, denn ich finde ihn wichtig.

    Nur immer dazu kaufen und Bestand nicht nutzen bringt einem selbst und der Nachhaltigkeit nichts.

    Stoffabbau 2026= 4,00 Meter

    "Geliebt wirst Du einzig, wo du dich schwach zeigen kannst, ohne Stärke zu provozieren"
    -Theodor W. Adorno-

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