alte Schneidertechniken neu entdecken

  • ... Und wenn wir dann mal nach Koblenz sind um Kleidung einzukaufen ...


    ich grinse:"Koblenz" war Stoff kaufen, wenn Töchter oder Enkelinnen was neues zum anziehen brauchten. Großmutter war Schneiderin, Stoffe waren teuer (erst recht bei 90 cm Breite - Normalmaß damals), aber "nach Koblenz fahren und Stoff kaufen" war ein Erlebnis. Bötchen fahren im Sommer, Bahn oder Bus von Herbst bis Frühling, in der Stadt oder am Rhein unten Eis essen und dann ging's wieder heim. Umgearbeitet wurde genauso häufig wie neu genäht. Umgearbeitet und aufgepeppt, um ausgelassene Nähte und Säume zu verstecken, war genauso chic wie neu genäht - wir hatten, obwohl wenig Geld, immer schöne Kleider, die wir gerne und lange anzogen. Das meiner Erinnerung nach erste fertig gekaufte Stück für mich war eine Jeans - ich war aus dem Lederhosenalter rausgewachsen :)


    Kerstin

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  • ... (erst recht bei 90 cm Breite - Normalmaß damals)...


    Stimmt! Jetzt wo du's sagst, das war ja noch in den 70ern so, da hab ich mir selbst Kleidung genäht!


    Das mit dem extra angesetzten Saum (im ersten Posting) hab ich immer gemacht, wenn eine Jeans drohte, zu kurz zu werden. Später, als die weiten Hosenbeine kamen, haben wir Stoffkeile unten in die Längsnähte eingesetzt und wenn's etwas mehr Länge sein durfte, aus dem gleichen Stoff noch eine Verlängerung angenäht.

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  • .... ob die Menschen damals mehr Zeit fürs Handarbeiten hatten, oder ob es uns heute nur mit einem verklärten Blick auf die "gute, alte Zeit" so erscheint.


    sie hatten zum teil einfach keine andere wahl. manche arbeitserleichternde, aber problematische hilfsmittel wie klebeeinlagen und klebebänder für säume gab es noch nicht, andere, wie endelmaschinen, trikotagennähmaschinen oder auch schlichte zickzack-nähmaschinen gab es nur in der industrie, aber nicht im haushalt und auch kaum in schneiderwerkstätten. daher wurden einlagen eben aufpikiert oder aufgenäht, was mehr mühe macht, aber länger hält und fürs säumen und versäubern gab es andere techniken als heute, eben mit der hand oder mit einer geradstichmaschine realisierbar.


    die schneider_innenausbildung war lange zeit sehr konservativ, industrielle techniken wurden da gar nicht erst unterrichtet. das hat sich erst in den letzten 20-30 jahren geändert, nachdem die klassischen massschneiderinnen und massschneider in mittel- und westeuropa fast ausgestorben waren und diverse früher getrennte ausbildungszweige zusammengelegt wurden.


    hobbyschneider_innen hatten bis in die 1950er und frühen 60er-jahre oft noch gelernte schneider_innen und deren arbeiten als vorbilder, da kleidung für ältere damen mit nicht-modell-figur, für damen die es sich leisten konnten und anzüge für herren noch häufig nach mass gemacht oder zumindest im geschäft passend abgesteckt und geändert wurde. man konnte daher den gelernten schneider_innen bei der arbeit zusehen und dabei mitlernen, wie sie die passform prüfen, stecken, heften und man konnte beim auftrennen und umarbeiten alter kleidungsstücke sehen und lernen, wie die innen aufgebaut waren. seit alles fixfertig aus fernost kommt, ist das nicht mehr möglich. (obwohl man auch da manchmal was lernen kann. ich habe eine vor jahren billig erstandene weite sommerhose aus viskose, bei der alle nähte innen als "falsche" französische nähte ausgeführt sind, auch die schrittnaht und die taschenbeutel. das sieht viel ordentlicher aus als mit der overlock geendelt.)


    maedchen und junge frauen hatten in der schule noch pflicht-handarbeitsunterricht. der war zwar oft nur dazu geeignet, ihnen stricken und häkeln auf viele jahre zu vermiesen, aber manche hatten mehr glück mit den lehrerinnen und konnten sich dabei grundtechniken und basiswissen aneignen, die heutige hobbyschneiderinnen erst durch versuch und irrtum erlangen müssen. so wäre ich bis gestern nicht auf die idee gekommen, bei einem vollkreisrock den saum einfach 3-4 cm breit einzuschlagen und mit der coverlock festzusteppen. foto von so einem versuch hier http://s7.directupload.net/images/130727/33mghop5.jpg es stammt aus einem thread in einem anderen nähforum. die näherin hatte dabei das problem, dass ihre coverlock stiche auslässt. vor 50 jahren wussten hobbyschneider_innen, dass "man" glockenröcke schmal und mit der hand säumt. (und sie hatten keine probleme mit overlock- und coverlockmaschinen, weil die für einen haushalt unerschwinglich waren.)

    Einmal editiert, zuletzt von ju_wien () aus folgendem Grund: tippfehler korrigiert

  • Nach dem Krieg war schlicht und einfach kein Geld für Kleidung da. Das Standesamt-Hochzeitskleid meiner Mutter wurde auch mein Kleid für die Konfirmation. Ich erinnere mich noch schwach, dass meine Mutter ihre Unterhemden gestrickt hat - gefärbt wurden sie dann mit der Schale der Walnuss. Und ich erinnere mich noch an einen total kratzigen roten Pullover, der auch nur am Sonntag für die Kirche angezogen werden durfte.
    Also wirklich keine goldenen Erinnerungen - und das mit dem Vermiesen im Handarbeitsunterricht, das kann ich nur voll unterschreiben.
    A liebs Grüßle
    Heide

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  • ... - und das mit dem Vermiesen im Handarbeitsunterricht, das kann ich nur voll unterschreiben.


    Ich leider auch. In der Grundschule war der Handarbeitsunterricht voll in Ordnung, nur dass die Lehrerin mich im 4. Schuljahr zu den Jungen in den Werkunterricht weitergereicht hatte, weil ich zu weit war die anderen Mädels.


    Aber an der weiterführenden Schule war der Graus. Da hatten wir keinen Handarbeitsunterricht, da hieß es Textiles Gestalten und unsere Lehrerin hatte wirklich einen Schuß. Nur wer wirklich teures Ausgangsmaterial benutzte bekam gute Noten. Meine Mutter hatte den direkten Vergleich, sie half mir und meiner Freundin. Wir hatten es nicht sonderlich üppig, meine Freundin bekam an Geld, was sie meinte dafür ausgeben zu müssen und bei beiden Teilen achtete meine Mutter auf saubere Ausführung und Verarbeitung. Die meisten Aufgaben waren Projekte, die danach in die Tonne wanderten, so wie ein Wandbild aus Rechtecken Gardinenstoff, die unterschiedlich häufig übereinander genäht werden mussten, um die Transparenz selbiger zur Wirkung zu bringen, das ganze dann auf Tonzeichenpapier aufgenäht. Das einzig Sinnvolle, was wir jemals genäht haben, war eine Kissenhülle, für die ich eine 5 bekommen habe, weil ich Stoffreste verwertet hatte, meine Cousine eine 6, weil es aus einem ausgedientes Betttuch war. Da bin ich später auch zu den Jungen zum Werken gewechselt, aber aus Frust.


    Dabei war meine Mutter aber auch bereit für Stoffe Geld auszugeben, wenn daraus was genäht wurde, was danach auch wirklich getragen oder benutzt wurde, und nicht einer Lehrerin gefallen musste.

  • ich grinse:"Koblenz" war Stoff kaufen, wenn Töchter oder Enkelinnen was neues zum anziehen brauchten. Großmutter war Schneiderin, Stoffe waren teuer (erst recht bei 90 cm Breite - Normalmaß damals), aber "nach Koblenz fahren und Stoff kaufen" war ein Erlebnis.
    Kerstin


    Ich erinnere mich heute noch daran, ich muss ca. 9 Jahre alt gewesen sein, und durfte mit meinen Großeltern nach Koblenz in den Stoffladen. Der war nur für Gewerbliche. Mein Großvater war Maßschneider und hatte ein eigenes Geschäft.
    Aussuchen durfte ich mir einen Stoff für einen Mantel. Diesen hat er dann genäht.

    Liebe Grüße
    Marion


    Leben ist das, was passiert, während du andere Dinge im Kopf hast.‘
    John Lennon

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  • hmmm.
    was hat dieser Thread - bis auf den ersten Beitrag - mit "alte Schneidertechniken neu entdecken" zu tun? Ein Kleidungsstück weitergeben oder auftrennen und umarbeiten hat doch nichts mit Technik zu tun.
    Ich würde sogar behaupten, dass man auch heute noch vorzügliche Stoffe "wie früher" bekommt - für einen entsprechenden Preis bei den entsprechenden Händlern. Aber sicher nicht für 1,50 beim holländischen Stoffmarkt ;)
    Abgesehen davon bin ich echt dankbar für die Erfindung von Elastan. Jeans mit Elastan sind soviel bequemer... und wirklich langlebiger sind Jeans ohne Elastan bei mir auch nicht - früher oder später sind sie alle zwischen den Beinen durchgescheuert.
    Und ich freue mich darüber, dass ich mir - gelegentlich - neue Kleidung gönnen KANN.


    Zurück zu den Schneidertechniken:
    Was ganz früher (zb im 19. JHD) zb üblich war - war eine andere Verarbeitung von Futter und Oberstoff. Da wurde zb nicht verstürzt, wie heute üblich, sondern Oberstoff, (mögliche Einlagen, Zwischenfutter und sonstige Versteifungen) und Futter wurden zusammen wie eine Lage verarbeitet. Das hatte den Vorteil, dass man auch am eigentlich fertigen Kleidungsstück noch Passformänderungen vornehmen konnte, oder ein Stück leichter umarbeiten konnte.


    Damals wurde aber auch nicht unbedingt versäubert. Gewaschen wurde Kleidung eher selten, da bestand nicht die Notwendigkeit. Bei vielen erhaltenen historischen Kleidungsstücken wundert man sich, wie die von Innen aussehen...

    Liebe Grüße,

    nagano


    Neues im Blog (Update 04.05.): Zwischenstand.

  • ich habe blöder weise noch keine Fotos von links gemacht. Alle Nähte waren jedenfalls auseinander gebügelt (außer Abnäher) und an Stellen wie Taille gab es die Möglichkeit etwas heraus zulassen. Jede Stoffkante einzeln wenigstens mit feinem Zickzack versäubert. Einer heutige zusammengefasste Overlockversäuberung sieht da nicht so gut aus. Jedenfalls nicht bei den Stoffen und auseinander gebügelt fällt es auch anders.


    Und so weit ich erkenne kann, Kleider und Röcke entweder gefüttert oder zwecks Waschen das Unterkleid separat dazu, dann aber direkt auch ans Kleid angepasst. Die Träger des Unterkleids werden mit Bändchen und kleinem Druckknopf am Platz gehalten.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

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  • > Ein Kleidungsstück weitergeben oder auftrennen und umarbeiten hat doch nichts mit Technik zu tun.


    imo sehr wohl. erstens kann man beim auftrennen und umarbeiten lernen, wie das kleidungsstück seinerzeit angefertigt wurde, sich also techniken abschauen. zweitens ist das umarbeiten (oder modischer: upcyclen) ungleich schwieriger, wenn einlagen und säume geklebt statt genäht wurden. und drittens sind manche techniken, wie das besetzen eines saumes mit einem extra zugeschnittenen belag, vor allem dann noetig, wenn der stoff knapp ist.


    ich denke jetzt grad auch an rockbünde. die werden heute meistens in doppelter breite aus dem oberstoff zugeschnitten. früher wurden sie innen und aussen aus unterschiedlichem material angefertigt. mehr arbeit beim zuschneiden und nähen, aber man braucht ein paar cm weniger vom oberstoff und der bund wird oft auch noch dünner, wenn eine schicht wollstoff durch (ausreichend festen) futterstoff ersetzt wird.

  • naja, aber wenn hier jemand schreibt, dass er es noch kennt, dass die kleider umgearbeitet wurden - was bringt uns das hier?
    das derjenige, der umarbeitet noch etwas lernt - ok. aber es entdeckt hier dadurch niemand eine schneidertechnik *am kopf kratz*


    ich hatte mich bei der überschrift auf details gefreut und war vom inhalt des threads etwas überrascht...

    Liebe Grüße,

    nagano


    Neues im Blog (Update 04.05.): Zwischenstand.

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  • ich hatte mich bei der überschrift auf details gefreut und war vom inhalt des threads etwas überrascht...


    du weißt, wie sich Threads entwickeln?


    Vermutlich hätte ich es lassen sollen und erst mal genau alles recherchieren sollen. Und dann die Tudorials mit einstellen sollen.


    Ich dachte eher, wir gucken alle, ob wir irgendwo Kleidung zum sezieren aus den Zeiten unsrer Mütter und Großmütter haben und tauschen uns aus. Alternative wäre ein Lehrbuch am Flohmarkt zu erstehen. Das schreibe ich aber nicht ab.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

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  • Ich verstehe die Kritik am Thread ehrlich gesagt nicht. Die Überschrift gibt das THEMA des Threads an. Das heißt nicht, dass sich dahinter eine fertige Sammlung verbirgt, sondern dass alle aufgerufen sind, sich daran zu beteiligen. :)

    Irre Grüße,
    Verena, ehemals 'Schnittlos-glücklich'
    Man spricht mich übrigens 'Fai-winn' aus. :D

  • Ja, es stimmt, die Verarbeitungstechniken früher waren einfach besser, da war auch noch mehr Handarbeit dabei. Genauso ist es mit den Stoffen. Ich hatte neulich erst wieder - als ich für meine 81jährige Mutter etwas in ihrem Kleiderschrank gesucht habe - Bettwäsche in der Hand, die sie als Aussteuer damals zu ihrer Hochzeit 1952) bekommen hatte. Solche Stoffe gibt es heute gar nicht mehr, glaube ich. Heutzutage fallen viele Stoffe nach ein paar Jahren schon auseinander. Schade eigentlich. Ich bin gespannt, was du noch alles für Schätze zutage förderst.


    klar war das früher besser, da gab es ja noch keine Industrielle fertigung von Klamotten, das kam erst später auf, da einige Schneider es schneller, billiger und effektiver haben wollten was das nähen von Klamotten angeht. In der Industrie ist mal leider keine Zeit für diese Aufwendigen Schneiderarbeiten, das findet man heute wahrscheinlich nur in Maßschneidereien handwerklich. Heutezutage ist doch alles so konstruiert das es nach einer gewissen Zeit auseinanderfällt, denn die Industrie will ja auch leben (grins) Komme ja selber aus der Industrieschneiderei. Finde Deinen Beitrag sehr interesant und lehrreich


    LG akela

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  • Ich dachte eher, wir gucken alle, ob wir irgendwo Kleidung zum sezieren aus den Zeiten unsrer Mütter und Großmütter haben und tauschen uns aus. Alternative wäre ein Lehrbuch am Flohmarkt zu erstehen. Das schreibe ich aber nicht ab.


    Also nach kleidung kann ich nicht gucken. Aber schon nach alten Büchern. mir fällt auch spontan eines ein.
    Aber da bitte ich um Geduld ......... nicht nur bei mir .... so ein Thread kann sich ja durchaus langsam entwickeln, weil alle was zusammen tragen. Und die Geschichten von damals finde ich eigentlich auch schön

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Konfektion Konfektion gab es schon.


    Arbeitskleidung, Waschkleider, Kittelschürzen, Unterwäsche, Babykleidung (Strampler, Jäckchen), Strümpfe, Hüfthalter, Hemden, Anzüge kenne ich als Konfektion aus dieser Zeit. Die selbst genähten (orientiert an der Mode; oft als Basis Burda) waren die Kleider für besondere Anlässe. Die Drucke der Baumwollkleider vermutlich vergleichbar, wie wenn jemand heute bei Libertys einkäuft, oder? Seide, feiner Wollstoff und langer Samtrock bestimmt nicht für den Alltag. Betucht war damals auch nicht jeder.


    Die Mädchen lernten das Handwerk in den Schulen. Oder in der Winterschule. Es zählte zur Allgemeinbildung. Jedenfalls die Grundkenntnisse. Nicht jede Frau brauchte ein Kleid für das Tanzen, Essengehen oder andere Anlässe.


    Kinderkleidung nähen, umändern zählt eigentlich nicht dazu. War notwendiges Übel.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

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  • hmmm.
    was hat dieser Thread - bis auf den ersten Beitrag - mit "alte Schneidertechniken neu entdecken" zu tun? Ein Kleidungsstück weitergeben oder auftrennen und umarbeiten hat doch nichts mit Technik zu tun.


    du weißt, wie sich Threads entwickeln?


    Vielleicht kann man einfach die entsprechenden Beiträge unter dem neuen Titel "Wie ging man früher mit Kleidung um?" abtrennen und hier könnte man die Fundstücke sammeln ... ;)

  • Ich (Jahrgang 1951) hatte noch viel Handarbeitsunterricht in der Schule und habe dort viele Handarbeitstechniken gelernt. Mit 15 Jahren (1966) habe ich den ersten Nähkurs belegt. Bei einer gut ausgebildeten Schneiderin. Also lernten wir auch wie Anzüge, Kostüme professionell genäht werden. Also Hosen mit Stoßbändern unten, Einlagen für Kragen staffieren und noch mehr Sachen wie sie heute nicht mehr genäht werden. Ich erinnere mich noch genau an das Sticken einer Fliege an die Falte eines engen Rockes.
    Aber vieles war auch recht mühsam und wird uns heute von modernen Maschinen und Nähzutaten abgenommen.
    Gute Stoffe gibt es auch heute noch aber wir wollen ja oft nicht soviel Geld dafür ausgeben.
    Die Kleidung damals war langlebiger aber wollen wir das jetzt auch so?

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  • ... Alternative wäre ein Lehrbuch am Flohmarkt zu erstehen. Das schreibe ich aber nicht ab.


    ich werfe hier einen link herein, den thimble in einem anderen thread gepostet hat (Plastikteile im gekauften Herrenhemdkragen?)


    http://archive.org/details/dietchtigehaus01stei
    Die tüchtige Hausfrau, Ein praktisches Nachschlagewerk der gesamten Hauswirtschaft von Antonie Steimann, Stuttgart, 1913.


    das ist also noch einmal ein halbes jahrhundert älter als Doros schätze.


    und noch *viel* mehr funde zum thema handarbeiten/näharbeiten in früheren zeiten: http://archive.org/search.php?…ubject%3A%22Needlework%22


    aus urheberrechtlichen gründen sind die meisten der digitalisierten bücher 100 und mehr jahre alt.

    Einmal editiert, zuletzt von ju_wien () aus folgendem Grund: tippfehler ...

  • ich denke eher an die Kunder (habe ich verlegt) oder R.Krötz, Das große Nähbuch von 1956.


    bei letzterem wird auf S. 200 schon auf Vlieseline hingewiesen. Gewaschener Nessel oder leichtes Leinen scheint aber noch eher die Norm gewesen zu sein. Und roßhaarverstärkter Steifleinen.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

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