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Ein handgenähtes Knopfloch

  • Hallo,


    ich zeig euch die Fotos vom Knopfloch hier in einem Extra-WIP, einerseits weil es so viele geworden sind, andererseits bitte ich euch mitzumachen und hier eure Knoplöcher zu zeigen, oder auch interessante Links zum Thema Knopfloch zu posten.


    Los gehts: Vorneweg, Knopflöcher sollte man nach möglichkeit im geraden Fadenlauf schneiden. Ist das nicht möglich, dann sollte man das Knopfloch mit Einlage verstärken, und zwar so, dass die Einlage später im geraden Fadenlauf eingeschnitten wird. Das verhindert, dass sich das Knopfloch dehnen kann.
    Das Loch sollte ca. 3mm länger sein als der Knopf, also ich habe 25mm Knöpfe, die Länge des Knopfloches beträt also 28mm.


    Auf beiden Seiten des Loches entweder den Stoff heften, oder so wie ich es in diesem Fall mache mit Stecknadeln sichern, damit er nicht verrutschen kann. Dann mit der Zange ein Loch stanzen. In dieses Loch rutscht später der "Stiel" des Knopfes und hat dort genug Platz, damit sich der Stoff nicht verzieht, sobald die Jacke geschlossen ist.
    _MG_0720.JPG


    Danach wird der Schlitz geschnitten. Ich mache es mit einer Schere, es gibt aber auch spezielle Stanzeisen.
    _MG_0721.JPG


    Im Bereich des Loches werden nun die kleinen Ecken abgeschnitten.
    _MG_0722.JPG


    Als nächstes werden die Kanten mit einem dünnen Faden schmal versäubert. Den Knopf am Fadenende versenke ich dabei zwischen den beiden Stoffschichten.
    _MG_0724.JPG


    Das Ende des Fadens wird auf der Rückseite möglichst unsichtbar vernäht und abgeschnitten. So sieht es jetzt von vorne (links) und von hinten (rechts) aus.
    _MG_0726.jpg

  • Als nächstes mach ich mir aus doppeltem miteinander verdrehtem Knopflochfaden eine Gimpe. Die Gimpe dient dazu das Knopfloch zusätlich zu stabilisieren, ist aber nicht unbedingt notwendig.
    _MG_0727.JPG


    Weiter gehts mit dem eigentlichen Knopflochstich. Ich führe die Nadel wieder zwischen die beiden Stoffschichten und steche auf der linken Seite am Ende des Loches wieder aus. Dabei wird wieder der Knopf am Fadenende zwischen den Schichten versenkt.
    _MG_0728.JPG


    So sieht der nächste Schritt aus, man hat dann einen Riegel aus einem Faden.
    _MG_0729.JPG


    Nun wird die Gimpe eingelegt. Im nächsten Schritt wird die Nadel durch den Schlitz nach unten eingeführt und man sticht von unten nach oben durch beide Stoffschichten - wichtig, auch die untere Stoffschicht mitnehmen, sonst franst es später.
    _MG_0730.JPG


    Die Nadel stecken lassen und den Faden so wie auf dem Bild um die Nadel führen.
    _MG_0731.JPG


    Dann die Nadel ganz durchstechen und die Schlaufe so festziehen, dass sich an der Schlitzkante ein kleiner Knoten bildet.
    _MG_0732.JPG


    _MG_0733_1.JPG

    Diesen Schritt immer wieder wiederholen, bis das ganze so aussieht:
    _MG_0734_1.JPG

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  • Im Bereich des Loches vorne darauf achten, dass die Stiche etwas aufgefächert werden. So wird weitergenäht, bis beide Kanten umstickt sind.
    Die Gimpe wird dann etwas angezogen - nicht so fest, dass der Stoff Wellen schlägt - und abgeschnitten.
    _MG_0735_1.JPG


    Auf dem nächsten Bild endet der Knopflochstich an der unteren Kante. Dann wird nochmals so wie am Bild eingestochen.
    _MG_0737_1.JPG


    Als nächstes kommt der Riegel, dazu werden am Ende des Knopflochs nochmals einige kleine Knopflochstiche gesetzt.
    _MG_0739_1.JPG

    Faden auf die Rückseite führen:
    _MG_0743_1.JPG


    Hinten möglichst unsichtbar vernähen und den Faden abschneiden:
    _MG_0744_1.JPG


    Und fertig:
    IMG_0597.JPG

  • Dieser Beitrag ist einfach nur SUPER!!!!!Danke

    The 3 Laws of The Multispheres...


    #1: If it's supposed to move and doesn't: WD-40.
    #2: If it moves and it's not supposed to: Duct Tape
    .#3: Everything else: Baking Soda.


    Matth. 5,1 - 7,29

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  • Vielen Dank fürs Zeigen Lizzy, das motiviert mich richtig nächstes mal auch Fotos zu machen.;)

    Liebe Grüße
    Anja


    Mit dem Nähen ist es ein bisschen wie mit dem Sex, aus Spaß an der Freude ist es eine tolle Sache, aber für Geld möchte ich es nicht machen.:D

  • Vielen Dank fürs zeigen. Vielleicht nimmt das dem ein oder anderem die Hemmschwelle.

    Liebe Grüße


    Sonja

    Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen. Thomas A. Edison

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  • Klasse gemacht. vielen Danke dafür.

    Liebe Grüße Sabine



    Wenn du einen Beruf hast, der dir Spaß macht, brauchst du nie wieder zu arbeiten!


    Mein Blog

  • Ich LIEBE Menschen mit Knopflöchern. :D Vielen Dank!
    Insbesondere die ausführlichen Hinweise zur Gimpe sind super.

    Dirk - des Teufels nackter KofferNÄHER 2.0 ...

    (Alt und müffelig.)

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  • Super, da hat sich die Mühe mit den vielen Fotos wirklich gelohnt!
    Knopflochnähen ist wirklich nicht so schwierig, mit ein wenig Übung werden sie viel schöner als mit der Maschine (zumindest mit meiner).


    Viel Spaß beim Knopfloch nähen!

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  • Lizzy,


    du wolltest, dass man hier partizipiert?


    Ich übe im Moment fleißig Knopflöcher... weiß der Geier warum ^^
    und jede Hose wird nun nur mit Knopfleiste anstatt eines RV gemacht, damit ich eben üben kann.
    Im Endeffekt nähe ich genau in die andere Richtung, die Knoten schließen sich ganz anders.


    Hier ist die Knopfleiste einer Hose mit verschiedenen Knopflöchern.
    Übersicht.jpg


    Ganz oben ein traditionelles, darunter ein "japanisches" und dann noch eins mit doppelter Knotenbildung.


    Hier ein traditionelles:
    Traditionell.jpgTraditionell (2).jpg


    und ein japanisches:
    Japanische.jpg
    die haben den Vorteil unheimlich schnell zu gehen.... sieht man auch an Sakkoärmeln häufiger.


    hier das mit doppelter Knotenbildung:
    Traditionell (3).jpg


    Bei dem braucht man Platz. Der Schlitz müsste weiter aufgeschnitten werden. Ich musste zwei mal neu anknöpfen, da der Faden gerissen ist. Da wo die Raupe aber mal gleichmäßig wurde, schaut das ganze in natura echt gut aus. Hier auf dem Foto kann man allerdings gut erkennen, dass sich die Knoten gegenseitig den Rang ablaufen. Nicht so elegant, aber mit sicherheit haltbar.

  • Danke Basti, dass du uns deine Knopflöcher zeigst. Kannst du viellleicht beim nächsten Mal Fotos machen, wie du die Löcher umstichst?


    Ich hab meine Bücher durchforstet und bin auch nochmal auf ein paar andere Möglichkeiten einen Knopflochstich auszuführen gestoßen. Der Faden ist nicht besonders gut für Knopflöcher geeignet, wollte aber ein auf Fotos gut sichtbares Ergebnis haben.


    Hier auf dem Bild sieht man, dass der Faden etwas anders geführt wird, auch die Richtung in der das Knopfloch genäht wird ist eine andere. Das Ergebnis ist jedoch das gleiche, mir kommt nur vor, auf diese Art geht es etwas schneller.
    _MG_0746.jpg


    Im Vergleich dazu, so wie ich es euch gezeigt habe.
    _MG_0747.jpg


    Dann hab ich noch den doppelten Knopflochstich entdeckt. Zuerst wird das Knopfloch ganz normal umstochen, dann werden die einzelnen Stiche nochmals umschlungen. Das macht das Knopfloch etwas dicker und erhabener.
    _MG_0748.jpg
    _MG_0749.jpg



    Hier noch ein Stich, er wird von oben eingestochen, der Knopf wird so etwas dicker.
    _MG_0751.jpg
    _MG_0752.jpg

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  • Wahnsinn!

    Liebe Grüße
    Anja


    Mit dem Nähen ist es ein bisschen wie mit dem Sex, aus Spaß an der Freude ist es eine tolle Sache, aber für Geld möchte ich es nicht machen.:D

  • Es gibt auch noch ein Glanzknopfloch: Klick
    Altmodisch... gefällt mir auch persönlich nicht.


    Die Richtung, in der ich das Knopfloch arbeite, ist die, die du hier im letzten Post auf dem ersten Bild gezeigt hast. Das geht um einiges schneller UND! der blöde Faden verzwirbelt nicht. Kein Wachs notwendig. Wachs ist eh nicht sonderlich schön, der Faden wird stumpf.


    Ich nehme das nur für die selbstgedrehte Gimpe (Glaube, "der" heißt Quispel). Dann bügel ich nach dem verzwirbeln einmal drüber und durch das Wachs, wird er richtig fest.

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  • Vor ein paar Tagen habe ich ( und ein paar andere Frauen ) eine Gimpe mit der Nähmaschine gemacht. Die Anleitung dazu kam von einer ganz liebenswerten Vorführfrau. Wir haben vom Nähgarn mit dem das Knopfloch genäht wird ein längeres Stück abgeschnitten und es mehrfach zusammengelegt, so dass ca 6-8 Fäden zusammen waren. Die Länge war ca 30 cm und wir konnten diese Fäden vorn und hinten zusammen fassen. Unter den Fuß der Nähmaschine gelegt wurden sie dann mit dem Zickzackstich, kurze Stichlänge, übersteppt und zusammen gefasst. Das Ganze zwei mal - ergab einen schönen, farblich 100% passenden Gimpefaden.

    Viele Grüße
    Anne


    5. Mose 26 V.17

  • Vor ein paar Tagen habe ich ( und ein paar andere Frauen ) eine Gimpe mit der Nähmaschine gemacht. Die Anleitung dazu kam von einer ganz liebenswerten Vorführfrau. Wir haben vom Nähgarn mit dem das Knopfloch genäht wird ein längeres Stück abgeschnitten und es mehrfach zusammengelegt, so dass ca 6-8 Fäden zusammen waren. Die Länge war ca 30 cm und wir konnten diese Fäden vorn und hinten zusammen fassen. Unter den Fuß der Nähmaschine gelegt wurden sie dann mit dem Zickzackstich, kurze Stichlänge, übersteppt und zusammen gefasst. Das Ganze zwei mal - ergab einen schönen, farblich 100% passenden Gimpefaden.


    das klingt gut! Muss ich unbedingt ausprobieren....
    bei Seide würde ich das lassen... wenn ich überlege, dass hier 10 Meter Faden gleich mal knapp 4 Euro kosten. Da würde ich das Drehen der Gimpe bevorzugen. Was für ein Fuß nimmt man denn da? Den normalen Steppfuß?

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  • Hallo!


    Der Thread ist wirklich toll, und deshalb schubse ich ihn einfach mal, auch wenn er schon ein paar Monate alt ist!



    Hier auf dem Bild sieht man, dass der Faden etwas anders geführt wird, auch die Richtung in der das Knopfloch genäht wird ist eine andere. Das Ergebnis ist jedoch das gleiche


    Dieser Aussage möchte ich allerdings widersprechen! Auf den ersten Blick sieht das Ergebnis identisch aus; bei genauerem Hinsehen kann man jedoch entdecken, dass die Perlchen nie komplett waagerecht sind, sondern dass es sich bei Ihnen um leichte Diagonalen handelt, bei welchen die von der Schnittkante wegzeigende Seite immer in Arbeitsrichtung des Knopfloches liegt. Je nachdem, wie man das Knopfloch nun arbeitet, legen sich die Perlchen also optisch entweder in dieselbe Richtung wie die ersten Stiche innerhalb des Auges (an den Längskanten des Schlitzes liegen sie im Idealfall ja ohne Neigung), oder aber sie legen sich quer dazu, was ich persönlich nicht so schön finde.


    Zur Verdeutlichung habe ich das mal anhand eines Herrenknopflochs (Knopfleiste rechts, Knopflochseite links; aus unserer Betrachtersicht befindet sich das Knopflochauge also auf der linken Seite) aufgezeichnet:


    Knopflochrichtungen.jpg


    Die Überlegungen, die ich nun dazu angestellt habe:


    Da der optisch härtere Riegel von uns als Anfangs- und Endpunkt wahrgenommen wird, verfolgt unser Blick dieses Herrenknopfloch gegen den Uhrzeigersinn. Die meisten Leute dürften sich aufgrund von "Lesegewohnheiten" auch von oben nach unten orientieren und somit die Stiche oberhalb des Schlitzes an erster Stelle wahrnehmen.
    Aus diesem Grund müssten die meisten Leute die Perlchen eines Herrenknopflochs bei Stickvariante b eigentlich als harmonischer empfinden als bei Stickvariante a, weil sich die für uns ersten Augenstiche und Perlchen der Oberkante in dieselbe Richtung neigen. Die untere Kante werden die meisten von uns nicht mehr so aufmerksam anschauen, und das Hirn dürfte diesen Teil nach Schema F (also dem zuerst wahrgenommenen Schema) vervollständigen.
    Dieser Aspekt ist nicht ganz unwichtig, denn ab der Hälfte des Auges verhält es sich mit der Perlchenrichtung in Relation zu den Stichen genau anders herum.
    Das kann man sich allerdings bei der Entscheidung für eine Stickrichtung zunutze machen, wie man anhand eines Damenknopflochs (Knopfleiste links, Knopflochseite rechts; aus unserer Betrachtersicht befindet sich das Knopflochauge also auf der rechten Seite) sehen kann. Hier liegt nämlich die Seite oben, welche beim Herrenknopfloch für den Betrachter unten liegt, weshalb die meisten Leute im Gegensatz zum Herrenknopflich die Perlchenrichtung aus Stickvariante a gefälliger finden dürften:


    [selbes Bild, nur um 180°C gedreht; man arbeitet das Knopfloch ja genauso wie beim oben dargestellten Herrenknopfloch, nur liegt es hinterher eben anders herum]
    Blaue Pfeile samt Ergänzung bitte ignorieren, denn hier liegt der Fokus auf der Oberseite!
    Knopflochrichtungen um 180°C gedreht.jpg


    Ok, realistisch gesehen dürfte niemand unseren Knopflöchern so nahe kommen, dass er diese Richtung wirklich wahrnimmt! Für die Korinthenk...er unter uns (;)) könnte sich aus dieser Beobachtung aber die Entscheidung ergeben, in der Herrenschneiderei auf Variante b, und in der Damenschneiderei auf Variante a zu setzen.


    Ob man nun übrigens den Faden vom Öhr aus wickelt und ihn nach dem Durchstechen durch die Lasche zieht, macht - in die richtige Richtung - keinen sichtbaren Unterschied. Bei Variante a finde ich allerdings das "durch die Lasche ziehen" komfortabler und schneller, während mir bei Variante b das Wickeln praktischer erscheint, da der Faden nach dem Durchstechen schon ein Stück weit in die richtige Richtung hängt.


    Ich finde diese verschiedenen Arten von Handknopflöchern total spannend, und ich freue mich, dass ihr eure Versionen hier zeigt! Auch der Link zu tuttofattoamano... bei Jefferys Knopflöchern bleibt einem einfach nur vor Ehrfurcht der Atem stehen! :eek:
    Ich habe mich diese Woche zum ersten Mal an handgenähten Knopflöchern versucht, wobei das Perlgarn aus Baumwoll-Polyester-Mischung nicht so der Bringer ist; für ein einziges Knopfloch hatte ich noch einen winzigen Rest Knopflochseide aus Omas Fundus über, und das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich werde mir also bei nächster Gelegenheit mal zum Üben ein volles Röllchen Knopflochseide kaufen. Mal sehen, vielleicht traue ich mich dann auch, ein Bild einzustellen.
    Eine Frage stellt sich mir hierzu allerdings doch: Welches Garn nimmt man denn bspw. für feinere Blusen? Die R753 von Oma erscheint mir dafür zu wuchtig (ich gehe mal nicht davon aus, dass sich an der Stärke viel geändert hat, auch wenn das Röllchen schon alt ist). Faden teilen? Habe ich am letzten Fitzel versucht, aber tat dem Material jetzt nicht sooooo gut! Die Nähseide, die Gütermann auch noch anbietet (S303, glaube ich), ist vermutlich zu dünn?

    Liebe Grüße,
    Fee


    - Wäre mein Nahttrenner nicht so spitz, nähme ich ihn zum Kuscheln mit ins Bett! -

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