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Handarbeiten von anderen kaufen

  • Ich war neulich innerhalb kurzer Zeit auf zwei Märkten, wo an Ständen selbstgenähtes verkauft wurde.

    Auf der ersten Veranstaltung waren es sehr schön verarbeitete Taschen aber davon passte keine exakt in mein Beuteschema. Auf der zweiten Veranstaltung waren auch viele Taschen und ein Shopper fiel tatsächlich genau in mein Beuteschema. Farbe, Größe sowie auch die Innenfächer gefielen mir. Deshalb habe ich den Shopper gekauft obwohl ich ihn rein technisch gesehen, auch genauso gut hätte selber nähen können.

    Aber die Zeit…


    Allerdings fühle ich mich immer ein wenig beklommen, wenn ich Stände mit handgenähten Sachen sehe.

    Da ist immer so eine komische Mischung aus Bewunderung für die Leistung (also einmal das Ergebnis an sich aber auch den Fleiß) andererseits aber auch immer das schlechte Gewissen, falls ich da vielleicht nur die ein oder andere Inspiration mitnehme statt etwas zu kaufen oder schlicht und einfach nichts passendes finde.

    Wie geht es euch damit?

  • Ich habe schon mehrmals Häkelnetze für Basare verschenkt die dann für unter 4 € verkauft wurden. Lohnen tut sich das nicht.

    Einmal kaufte ich für mich bei Etsy Armstulpen aus Alpaka für, ich glaub, 23 €. Das war mit eingestricktem Muster, vermutlich auf Maschine gestrickt. Ich fand/finde sie sehr schön und sind das Geld wert. Aber wie ich sie in der Handarbeitsgruppe zeigte waren sie entsetzt über den Preis. Da frag ich mich wie sie ihre eigene Arbeit einschätzen. Selber hätte ich die Armstulpen nicht machen können.

    Liebe Grüsse, Doris



    Man kann`s anziehen

  • Ich kaufe gern auch mal Kunsthandwerk von anderen.


    Ich finde es nur schade, wie Sachen da verramscht werden. Mehrere Stunden Arbeit für wenige Euro mehr als Materialkosten. Aber mehr sind die Kunden dort meistens nicht bereit zu zahlen. Standgeld muss üblicherweise auch gezahlt werden .


    Ich habe im Stricktreff eine Freundin, die geht mit Kleingewerbe öfters auf Märkte. Sie macht gestrickte und gehäkelte Accessoires.


    Über das Thema Märkte und Preise haben wir häufiger gesprochen.

    Viele Grüße
    Do-it


    Wer nähen kann, ist klar im Vorteil.

  • Leider ist das so, dass keiner die Arbeit bezahlen will bzw. überhaupt zu würdigen weiß. Dafür hat schon die Billigware aus China gesorgt, denke ich.

    Und je älter man wird, desto weniger braucht man bzw. gerät auch nicht mehr so in Entzückung, weil fast alles schon mal da war.


    Ich habe mal für einen gemeinnützigen Verein gearbeitet und da haben wir auch mehrmals im Jahr bei Veranstaltungen selbst genähte Sachen verkauft. Der Verkauf war immer schlecht, egal was wir angeboten haben und wir haben die Sachen wirklich billig verkauft.


    Das ist eben so und da muss man kein schlechtes Gewissen haben, wenn man nichts kauft oder sich nur Inspiration holt.


    Es wird ja keiner gezwungen, seine Handarbeiten zu verkaufen und die wenigsten werden damit ihren Unterhalt bestreiten. Da muss man schon mehrgleisig fahren, so wie z. B. Charming Quilts das macht.

  • In einer anderen Handarbeitsgruppe wurde zugunsten Arbeitslosen Handarbeiten hergestellt. Auch auf Basar verkauft und aber auch bei Facebook. Da ging das offensichlich ganz gut. Bei mir ist es so, Socken kann ich nicht stricken, Häkelnetze wollten sie nicht.

    Da habe ich Patchworkdecken für Kinder aus Resten genäht. Die wurden bei Facebook gut verkauft. Aber für mich eigentlich nicht Sinn der Sache, ich wollte unter Gleichgesinnten was machen. Nähen konnte ich nur Zuhause. Ein bis 2 Wochen für eine Decke, wurden für um die 120 € verkauft. Ich mein das geht noch.

    Aber mit Corona hörte das sowieso auf und dann bin ich auch weit weggezogen.

    Liebe Grüsse, Doris



    Man kann`s anziehen

  • Ich geh gern auf Märkte, hab kein schlechtes Gewissen, wenn ich nur schaue, Kauf aber auch, wenn mir was wirklich gut gefällt. Meine Kollegin verkauft selbstgestrickte Socken gegen Spende für Hunde in Not, da geb ich gerne etwas mehr aus und hab schöne warme Füße

  • Hallo


    ich gehe nicht mehr so gerne auf Märkte. Aber nicht, weil es mir nicht gefällt - sondern eher weil ich ja als Aussteller zuviel weiß, was hinter den Kulissen so läuft. Da bin ich gesättigt und habe generell nicht so viel Lust, in meiner Freizeit auch noch auf Märkten rumzulaufen. Das hat aber nichts mit dem Angebot zu tun, sondern damit dass es für mich ja eher Arbeit ist. Und das ist im Kopf so verknüpft.


    Aber - ich kaufe gerne bei Kollegen. Eben nicht unbedingt auf Märkten, weil ich da zu wenig hinkomme (wenn ich nicht eh selbst da bin als Kollegin) - sondern überall, wo mir was unterkommt. Spricht es mich an, passt der Preis und die Qualität - dann wird gekauft.


    Vor allem Sachen, die ich nicht selbst machen kann - Keramik oder Schmuck, Papier und alles Gebastelte - das ist nicht meine Welt. Mach ich nicht selbst, mag ich nicht selbst machen und wenns mir gefällt, dann kauf ich gerne.


    Aber auch Sachen, die ich selbst machen könnte. Wenn ich aber genau weiß: ich brauche Schnitt, ich muss die Stoffe und Zubehör besorgen, ich muss es austüfteln und brauche dafür ewig ..... das geht mir vor Allem mit Taschen so. Da ich selbst eher im Baby und Kleidungssortiment unterwegs bin - sind Taschen für mich kein Alltag. Und wenn es da eine gibt, die unbedingt "Mama" zu mir sagen muss, dann geb ich dafür auch gerne Geld aus.


    Ist auch eine Form der Wertschätzung von Kollegen. Gerade WEIL ich weiß, was da alles drin steckt - und nicht nur am Produkt sondern auch am Drumherum - dann lass ich auch gern mal die Euros wandern und nehm dafür ein Schätzchen mit nach Hause. Oder lass es den Briefträger bringen, wenn es mir im großen weiten Web über den Weg gelaufen ist.

    Ganz liebe Grüße, Jennifer



    Ich bin Herrscherin über das kreative Chaos, Mama von 4en und ich benähe die Murmel (12). Ihr findet mich auch bei Insta Facebook und im Blog


    "If you can dream it, you can do it!"


    Walt Disney

  • Naja, die Preisgestaltung ist ja auch so ein spezielles Thema. Da gibts ja mitunter schon große Differenzen in der Preisgestaltung zwischen denen, die es hauptgewerblich oder nebengewerblich machen.


    Ich frage mich aber wie das so ist, für diejenigen die dort mit ihren Ständen stehen, wenn dann so jemand kommt wie ich. Also vom Prinzip her finde ich erstmal vieles schön, weil ich ja auch die Arbeit sehe, die dahinter steckt. Und trotzdem kauf ich ja letztendlich nur, wenn ich etwas finde, dass perfekt ins Beuteschema passt.

    Und wenn es um etwas genähtes geht, dann ist da natürlich einerseits der Gedanke, dass ich das ja theoretisch selber könnte. Andererseits braucht das dann in der Praxis aber auch Zeit, die dann im Moment vielleicht grad nicht ausreichend vorhanden ist. Manchmal hilft mir aber auch Input von aussen, um vielleicht Anregungen für das ein oder andere Projekt zu bekommen. Das heißt, manche Idee übernimmt man dann vielleicht unbewusst. Zum Beispiel eine Henkellösung für eine Tasche oder was weiß ich.

    Bei gestricktem oder gehäkeltem bin ich vermutlich eine bessere Kundin.

    Da ist ja die Hürde das selber hinzubekommen wesentlich größer, weil ich ja dafür selber überhaupt nicht die notwendige Geduld habe.

  • Ich fand es schon frustrierend, wenn die Leute sich nur alles angeguckt und angegrabscht, aber nichts gekauft haben. Man steckt ja eine Menge Mühe da rein und macht sich ja vorher auch viel Gedanken.


    Für mich selber würde ich das nicht machen wollen, also meine Sachen selber verkaufen.

  • Ich kaufe sehr gerne Handgemachtes. Gefilztes, gestricktes, gedrechseltes, geschmiedetes, Glas-geblasenes, getöpfertes und Siebdruck. Aber ehrlich gesagt nichts Genähtes, weil DAS würde ich dann lieber selbst machen. Sollte mir ein toller Quilt in meinen bevorzugten Wohnfarben über den Weg laufen, dann könnte ich eine Ausnahme machen, weil ich das eben noch nicht gut kann. Aber es könnte mich auch motivieren und inspirieren, es doch selbst zu versuchen. Auf diese Weise habe ich auch mal einen Wollwalk-Mantel gekauft, den ich mir heute sicher selbst nähen würde.

    mit ♥️ lichen Grüßen, Aza


    Ich suche die Originalverpackung, bzw. das innere Styropor-Formteil des Bernina Midi-Stickrahmens mit Schnell-Drehverschluß. Kann jemand seines entbehren? Ich wäre dankbar, es erwerben zu können.

  • Also „angetatscht“ wird von mir nur, wenn ich tatsächlich interessiert bin.

    Eigentlich scanne ich erstmal mit den Augen (wobei ich mir manchmal dabei auch schon blöd vorkomme) und wenn mir dabei etwas richtig gut gefällt, dann seh ich’s mir näher an. Bei Taschen zum Beispiel interessiert mich immer das Innenleben. Ich bin da sehr speziell. Aber da frag ich dann meistens auch ob es ok ist von innen zu prüfen,


    Wobei ich aber nicht gezielt auf Handarbeitsmärkte fahre/gehe und schon garnicht nur zum gucken. Wenn dann sind das eher so regionale allgemeine Veranstaltungen wo eben auch Gewerbestände sind. Und manchmal nehme ich auch eher zufällig ne Inspiration mit.

    Das geht mir aber nicht nur Bro Handmade so, sondern auch in Geschäften. Gezielte Inspiration suche ich mir aber eher im Internet oder Bücher/Zeitdchriften.

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