Ein Kleiderschrank voller Klamotten...

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich brauche bitte Eure Hilfe.


    Meine Mutter ist vor einigen Wochen gestorben und heute habe ich nun einen Blick in ihren Kleiderschrank geworfen, um zu sehen, welche ihrer Sachen ich übernehmen möchte.


    Sie hat Unmengen an Pullovern/Oberteilen, die mir gut gefallen, sowohl was Farbe/Muster betrifft als auch das Material (teils Seiden-Mix, Cashmere, Merino etc.)

    Aber zum Einen sind die meisten Sachen Größe 48, wohingegen ich 40/42 habe, und zweitens trug meine Mutter gerne locker sitzende Kleidung, wohingegen ich es gerne körperbetont mag.


    Nun habe ich mir einige Teile mit nach Hause genommen, um ein wenig rumzuprobieren... gibt es Vorschläge, wie ich da am besten rangehe? Einfach enger nähen fällt wohl für das meiste raus. Ich dachte schon mal, ein Teil vorsichtig aufzutrennen und dann solange SM aufzulegen, bis sich was passendes findet - denkt Ihr, das lohnt sich bei drei Größen Unterschied oder ist das nicht genug Material? Lieber aus zwei mach eins?


    Ich bin gerade ein bisschen erschlagen ob der Mengen... sagte ich schon, dass es drei Schränke voll sind?

    LG MissPiggy

  • Mit „einfach enger nähen“ von Pullovern habe ich durchaus schon gute Erfahrungen gemacht. Schwierigkeit ist / kann sein, dass Kaufpullis gerne am Armausschnitt die Abnahmen verzopft und damit als Gestaltungsmittel haben. Wenn frau sich das erhalten will, wird es etwas komplizierter, weil frau ja dann irgendwie mittendrin Weite reduzieren muss und nicht einfach nur abschneiden kann.

    Unter den Achseln und Seitennaht ist meistens eher unkompliziert.


    Ich würde mir zunächst ein „mittelmäßiges“ Stück als Probeprojekt schnappen: nicht zuu edel und träum-seufz-schön, aber schön und gut genug, dass sich die Mühe, die du reinsteckst, auch lohnt.


    Und dann: wenn es tolle Materialien sind und dir auch die Farben und Muster gefallen – wenn du die Lagerkapazität hast, ist das einfach ein tolles Materiallager! Für welche Projekte auch immer …


    Schließlich und endlich: so wie du hier fragst, klingt das nach der richtigen Maßnahme, um angemessen Abschied zu nehmen.


    Herzliche Grüße

    Schnägge

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  • Manchmal ist es schwierig bei solchen Aktionen, weil der Ausschnitt zu groß ist und sich nicht einfach verkleinern lässt. Oder auch die Ärmelnaht zu weit außen von der Schulter rutscht. Aber das kann man nur einzeln bei jedem Kleidungsstück entscheiden. Ich wünsche dir neben einer guten Zeit dabei viel Erfolg und gute Ergebnisse.:herzen:

  • trenn dich von mindestens 70 Prozent, sonst erschlägt dich die Aufgabe. Man muss auch loslassen können. Ich würde es zumindest so machen.

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  • Ich habe vor 5 Jahren versucht die Garderobe meiner Mutter von Größe 48 auf 40/42 zu ändern, da sie so abgenommen hatte. An der Aufgabe bin ich kläglich gescheitert. Die Halsausschnitte sind viel zu weit, die Schultern hängen und bei Wiener Nähten schafft man auch höchstens 2 Größen. Ich würde höchstens Stoffe, die Dir gut gefallen und von denen Du große Stücke aus der Kleidung herausgetrennt bekommst, aufheben und dann mit einem anderen Stoff kombinieren.

  • Nee, von 48 auf 42 ändern ist verlorene Liebesmühe. Behalte die Teile, die Dir etwas bedeuten, oder deren Stoff Dir besonders gefällt, aber sonst, warum nicht spenden für Leute, die sie wirklich brauchen und daran Freude haben?

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  • Geht das nicht mit neu zuschneiden? Du schreibst ja von eher weiten und vielleicht langen Teilen. Vielleicht hast Du einen Standardschnitt und kannst den mal darauflegen. Wenn man Kindersachen aus Erwachsenen- Kleidung nähen will, mache ich es jedenfalls so. Eventuell kann man auch kombinieren. Und aus 2 Teilen 1 neues zaubern. Dann lohnt sich auch der Aufwand, jedenfalls meiner Meinung nach. Und mal einen auf ein Teil legen, ist jetzt nicht der mega Aufwand.

  • Sagen wir es einmal so, es ist nicht einfach, aber machbar. Dein Ansatz ist schon vollkommen in Ordnung. Allerdings würde ich bei der gößeren Menge Stoff nicht lange mit auftrennen herummachen, sondern einfach knapp neben den Seitennähten aufschneiden.


    Es ist von Vorteil, dass deine Mutter nicht Körperbetont getragen hat, dann sind in den Pullovern wohl keine oder nur ganz wenige weitere Nähte.


    Meine weiteren Überlegungen: Einen Pulli vielleicht als etwas legerere Jacke tragen? Vorne und hinten in der Mitte aufschneiden, Breite herausnehmen, aber nicht abschneiden , sondern umklappen. Vorne das Umgeklappte als Blende für Knöpfe und Knopflöcher verwenden oder es gibt inzwischen auch traumhaft schöne Druckknöpfe. Ich habe z. B. in dem genialen Knopfgeschäft in Salzburg welche mit Perlmutt und Holz als Oberteil bekommen. Die hintere umgeklappte Breite dann besonders auffällig schließen. Also nicht eine Mittelnaht, sondern z. B. nur so alle 5 - 7 cm zusammennähen.

    Oder wenn der Pulli eher aus Material ist, das für den Sommer passt, die Naht schließen, aber oben ein Dreieck falten, sodass du dann im Rücken einen schicken Hingucker hast.


    Andere Alternative, ich nehme an, deine Mutter hatte dann auch gewisse Farbvorlieben.

    Teile für Patchwork herausschneiden und so zu einem neuen Stoff verbinden, aus dem du dann wieder Teile nähen kannst. Ich würde das in Richtung Crazy Patchwork machen, aber nicht von den Teilen her, sondern vom Besticken, Verzieren.


    Wenn du eine gute Schneiderpuppe hast oder jemanden, der für dich einigermaßen passend in die Teile schlüpfen kann, stecke doch die Teile am Körper/der Puppe ab. Nähte oder Raffungen, die sich nicht vermeiden lassen, aber notwendig sind, wieder besonders als modischen Hingucker betonen. Also auch Verzieren, Besticken, Stoff aufbringen. Auch einmal schauen, ob du aus den herausgeschnittenen Teilen nicht Fäden bekommst, die man da mit verwenden könnte, sodass du zwar beispielsweise bestickst, aber eben Ton in Ton.


    Gerade bei hochwertigen Gestrickten geht natürlich auch immer verfilzen, z. B. daraus dann eine Tasche oder ein Kissen daraus nähen. Man kann das auch in Streifen schneiden und wie flechten, das zusammennähen und dann filzen.


    Falls du einen üppigen Pulli hast, kann man den auch filzen, in Form ziehen, geht auch gut, indem du dich hineinquetschst (ist dann wirklich so) Dann vorne aufschneiden, mit Band ähnlich wie bei Trachtenwalkjankern einfassen und schon hat man eine warme, figurbetonte Jacke. Wenn du das vorne mit Knopfleiste haben willst, ist es etwas aufwendiger zu machen. Vor dem Filzen die Mitte aufschneiden,ein Baumwollband in der gewünschten Überlappungsbreite zuschneiden. Jetzt die eine Seite flach legen, dann Baumwollband darauf, denn die andere Seite darüber. Mit einem glatten dünnen Baumwollhäkelgarn mit großen Stichen zusammenheften. Dann filzen. Danach das Baumwollgarn entfernen und es haben sich zwei schöne Kanten gebildet, wenn du den Baumwollstoff vorsichtig herausziehst.


    Also ich würde in so einem Material voller Freude baden. Natürlich durch sicherlich die emotionale Anbindung muss man auch überlegen, ob es für einen OK ist, wenn man etwas experimentiert und dann vielleicht etwas schief geht oder einfach nicht so aussieht, wie man es sich erhofft hat.

    Zieht einen das dann extrem herunter, weil man das Gefühl hat, man hat Sachen der Mutter vermurkst? Wenn das der Fall sein sollte, dann ist es vielleicht doch besser, sich ein paar Sachen zu behalten und den Rest wegzugeben.

    LG rufie


    Der einzige Geschmack, der einem Menschen wirklich Befriedigung geben kann,

    ist sein eigener (Philip Rosenthal)

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  • Guten Morgen und vielen Dank vorweg für Eure vielen Ratschläge :herz:


    Was die Passform an Schultern/Ausschnitt betrifft: ich habe den "Vorteil", dass ich recht breite Schultern habe - was bei normalen Kleidungskäufen oft ein Problem ist, könnte sich hier als Vorteil zeigen, weil ich eben obenrum nicht ändern müsste, sondern nur unterhalb der Achseln.


    Klar haben die Sachen einen gewissen emotionalen Wert für mich, aber es steht eben auch der Gedanke im Raum, dass ich mir diese Materialien als Meterware niemals kaufen (können) würde und ich daher nun die Möglichkeit habe, günstig an diese Stoffe zu kommen. Ich will/werde mir sicher nicht alles auf Halde legen, aber bei vielen Teile wäre ich im Laden dran stehen geblieben, weil mir Farbe/Muster gefallen hätten, aber eben die Passform nicht.


    Zum Thema Crazy Patchwork: Du meinst so in Richtung "Spirit of Nepal"?


    VG MissPiggy

  • Jetzt musste ich erst einmal nachschauen, was das ist. :D Ja, es geht so in die Richtung, sieht aber dann weniger hippiemäßig aus und wie man das dann gestaltet, kann man es sogar ins Büro anziehen.


    Also ich habe das erste Mal so mit 12 Jahren gestrickt. Einfach ein Stück stricken, dann komplett andere Wolle, so viele Maschen aufnehmen, dass die Wollstärke passt, mal ein Dreieck, mal ein Rechteck, mal ein Quadrat, auch mal ein Kreis oder Oval und zum Schluss mit anderer Wolle überstickt, teilweise Perlen mit eingenäht oder auch mal Pailetten.


    Später habe ich mich daran erinnert und das sozusagen als Recycling gemacht, aus ganz unterschiedlichen Stoffen, aber auch Pullis/Strickjacken.

    LG rufie


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  • Disaster

    Added the Label FRAGE
  • Schön, dass du die Sachen deiner Mama aufbewahren und für dich verwerten möchtest. Das ist immer eine tolle Erinnerung. Auch wenn die Stücke abgeändert wurden. Ich denke, wie die meisten anderen, dass es sicher zu aufwändig wäre, alles umzunähen. Finde die Idee aber toll, neue Stücke aus der Kleidung zu zaubern, die dich an deine Mama erinnert, die aber auch auf dich zugeschnitten sind :) viel Erfolg und Freude damit.

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