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Handarbeiten von anderen kaufen

  • Ja, und die mit solcher Einstellung machen die Preise kaputt für die, die auf die Einnahmen angewiesen sind.

    Ja, ich wusste, dass das Argument kommen würde, aber dennoch kann man es ihr doch nicht verwehren, wenn sie ihre Sachen sonst nicht los wird, und auch Menschen mit weniger Geld sich freuen können, was wirklich Schönes zu ergattern. Man kann es leider nicht für alle richtig machen. Sonst müsste man nach den Einkommensverhältnissen fragen! :na: :denker: :confused:

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    technische Daten | Produktseite Hersteller | Händlersuche

  • Ja, und die mit solcher Einstellung machen die Preise kaputt für die, die auf die Einnahmen angewiesen sind.

    ... das ist so, und es tut mir Leid, dass deine Freundin diese Probleme hat.
    ... aber wenn ein Produkt/eine Dienstleistung nicht hinreichend nachgefragt ist, sinken die Preise, bis das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage wieder hergestellt ist.
    Handarbeitende Hausfrauen sind nicht die einzigen Betroffenen ...

    Beste Grüße aus Schleswig-Holstein
    Steffi


    Meine Devise: "...close enough to perfect for me!"
    (nach einem Song der Country-Band ALABAMA)


    Mein Blog: Das Landei

  • Ich habe ja auch schon mehrmals in meinem Leben Handarbeiten verkauft...aber immer auch durch das Material verdient...z.B. habe ich an der Wolle verdient, wenn ich Pullover gestrickt habe, bei meinen VHS Stickkursen habe ich den Teilnehmern Stoffe und Garn verkauft...Wenn ich Namen auf Handtücher gestickt habe, dann habe ich an den Handtüchern verdient...Das alles lohnt sich nur, wenn man sich einen Gewerbeschein holt und im Großhandel kauft...

    Reine Lohnarbeit rechnet sich nicht, außerdem ist individuelle Anfertigung problematisch...aber im Hobbybereich Material zu kaufen, macht Handarbeiten eigentlich unbezahlbar...

    Schlimm, wenn man dann darauf angewiesen ist und seine Sachen unter Wert verkaufen muß...

    Viele Grüße
    Hedi


    Auf Fertigstellung warten...

    2 Langarmshirts neuer Termin Juni 1 Halbpatent-Troyer Termin Oktober


    Verarbeitet seit dem 1.1.2026

    8,70 m Stoff und 1250g Wolle

  • Beim Tuchmarkt in Bramsche wurden z.B. letztes Jahr handgewebte Schals für 90€ angeboten. Klingt erstmal nach viel Geld, aber da ich auch schon den einen oder anderen Schal gewebt habe weiß ich sowohl was vernünftige Wolle kostet als auch, wieviel Zeit so ein Stück in Anspruch nimmt (allein schon die Fransen 😂). Daher muss man immer abwägen ob man bereit ist, für eine gute Handarbeit einen fairen Preis zu bezahlen, ob man es selber machen möchte oder sich letztendlich mit einer Massenware aus Fernost zufrieden geben will.

  • Einerseits ist es nachvollziehbar, dass einige ihre Preise nach lieber nach unten anpassen als komplett darauf sitzen zu bleiben, andererseits nährt das ja dann leider auch eine völlig unrealistische Preisvorstellung bezüglich Handarbeiten. Der gemeine Käufer nimmt den niedrigeren Preis als „richtigen“ Preis an und alle die für mehr verkaufen sind Halsabschneider.


    Ich glaube für die meisten Menschen gilt ein Preis von 2-7€ als normal für ein paar Socken. Spezialsocken vielleicht bis 15€ oder so. Wer vielleicht ein bestimmtes Hobby intensiver betreibt und dafür spezielle Ausrüstung braucht, dessen Wahrnehmung ist dann eine andere. Wer jemals versucht hat Socken selber zu stricken und nie mehr als einen geschafft hat, dem tun um die 20€ für handgestrickte überhaupt nicht weh. 😂

    Maximal kann man sich dann vielleicht nicht ganz so viele davon leisten. 🤷🏼‍♀️

    Bleibt dann eben etwas besonderes.

  • Maximal kann man sich dann vielleicht nicht ganz so viele davon leisten. 🤷🏼‍♀️

    Man braucht auch weniger. Da man Wolle viel seltener waschen muss.


    ("Pflegeleicht" ist eine fiese Umschreibung für "hat man immer wieder / ständig in der Wäsche".)


    Einerseits ist es nachvollziehbar, dass einige ihre Preise nach lieber nach unten anpassen als komplett darauf sitzen zu bleiben, andererseits nährt das ja dann leider auch eine völlig unrealistische Preisvorstellung bezüglich Handarbeiten. Der gemeine Käufer nimmt den niedrigeren Preis als „richtigen“ Preis an und alle die für mehr verkaufen sind Halsabschneider.

    Sehe ich auch so.

    Viele Grüße
    Do-it


    Wer nähen kann, ist klar im Vorteil.

  • Ich stricke mittlerweile Socken (früher mochte ich das nicht so), aber ich trage sie nicht gerne. Ich mag im Alltag die dünnen industriellen Baumwollsocken viel lieber. Ja, es gibt Gelegenheiten zu denen ich andere Socken trage, aber im Normalfall eben nicht. Die zu waschen ist jetzt auch nicht wirklich eine Zumutung. Und bei Socken kaufe ich meist ein günstiges Mehrfachpack und die halten über Jahre.


    Bei Kunsthandwerk ist es halt so, daß der Markt begrenzt ist. Bei Kunsthandwerk handelt es sich normalerweise nicht um Gegenstände des täglichen Bedarfs. Auf der einen Seite bedeutet das, daß die Leute natürlich überlegen, ob sie es sich leisten wollen (und können) auf der anderen Seite ist das vermutlich genau der Grund, weshalb manche es sich überhaupt leisten. Wenn es industrielle Konkurrenzprodukte gibt, sprechen wir ja häufig von unterschiedlichen Qualitäten wie bei meinen Socken. Natürlich ist es doof wenn Hobbyisten den Preis drücken, weil sie teils sogar unter Materialwert verkaufen, aber die Profis werden wenn die wegfallen, vermute ich, keinen nennenswert größeren Pool an Käufern haben, die bereit sind die Preise zu zahlen, die aufzurufen sind wenn man realistisch mit Material, Arbeitszeit, Zusatzkosten und dann noch Gewinn rechnet. Selbst ein industriell in Deutschland in einem tarifgebundenem Betrieb hergestellter Pullover aus ökologisch verantwortlich gewonnenen Rohstoffen wird immer noch um Längen günstiger sein, als das handgemachte, individuelle Pendant einer Kunsthandwerkerin.

  • Darum verkaufe ich nichts von dem, was ich nähe oder nähen könnte.


    Selbst bei schnellem Arbeiten, Lohn auf Mindestlohnniveau und geringem Materialeinsatz würde kaum jemand es bezahlen wollen.


    Und diejenigen, die es bezahlen würden, da müsste ich zu sehr nach deren Wünschen arbeiten. Zumindest oft, das habe ich schon ausprobiert, dazu habe ich keine Lust.


    So spende ich lieber das, was ich mit Spaß und Freude nähe - und erfreue damit Menschen, die es im Leben nicht so gut getroffen haben.


    [Auch wenn ich ab und zu höre: warum verkaufst du nicht?]

  • Ich gehe gerne auf einen Kunsthandwerkermarkt. Da ich nun mal gerne näh, würde ich mir nichts genähtes kaufen. Aber ich schau mir die Sachen gerne genau an, kann ich nix dafür, muss sein. Manche Sachen sind sauber genäht, man fühlt den guten Stoff und manche Sachen sind einfach (meine Gedanken) lieblos und unsauber genäht und werden teuer verkauft. Aber so selbstgemachte Seife oder Schmuck, sowas hab ich mir schon mal gekauft. Gestrickte Socken kaufe ich nicht, weil ich auch Socken Stricken kann.

    Ich verkaufe ja auch selbstgenähtes, aber ich verkaufe mich und das von mir hergestellte nicht unter Wert! Deshalb gehe ich auch nicht so gerne auf Märkte. Die meisten sehen den Wert und die Arbeit, die dahinter steckt, gar nicht oder wollen es nicht sehen.

  • Uns hat damals im Modellierkurs die Dozentin gesagt, man muß teuer verkaufen dann schätzen die Leute es mehr. Ist bestimmt was dran.


    Einen Teddy habe ich, vorn mit einem Steiffteddy bestickt, grob geschätzt etwa 500 Arbeitsstunden. Möchte den sehen der mir was darauf bietet :D Unter Mindestlohn geht ja nicht.

    Liebe Grüsse, Doris



    Man kann`s anziehen

  • Wenn ich denn mal auf einem Markt bin, habe ich auch keine Pein, mir Inspirationen zu holen oder etwas zu kaufen, wenn es passt. Meist sehe ich allerdings wenig.

    Da gibts ja mitunter schon große Differenzen in der Preisgestaltung zwischen denen, die es hauptgewerblich oder nebengewerblich machen.

    Darin sehe ich ein ganz großes Problem, denn die nicht sauber kalkulierten Angebote (gibt es auch in anderen Gewerken, auch beim Singen ist das ganz schlimm) machen die Preise kaputt. Und die, die das hauptberuflich machen, gucken dann in die Röhre.

    Von einigen " Künstlern" hörte ich das sie Teddys kauften und dann auseinander trennten um das Schnittmuster zu bekommen.

    Und bei den Chinesen wird ob der Plagiate fleißig geschimpft... :rolleyes: Finde ich unterste Schiene. Nichts dagegen, sich Inspiration zu holen, aber kopieren und dann als "kreativ" zu verkaufen finde ich höchst unsportlich.

    Und davon ab, auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Auf so einem Markt kaufe ich mir gern ne Bratwurst, ein Stück Kuchen und einen Kaffee… das könnte ich ja theoretisch auch „selber machen“!…

    Wieso hinkt der Vergleich? Mal abgesehen davon, dass Kaffee kochen nu wirklich kein Hexenwerk ist, schöne Socken stricken aber nicht so ganz einfach. Und aufwendig. Aber letztlich geht es doch um die Zeit, die man sich nimmt, etwas zu machen, was man selber machen kann. Oder eben auch nicht, dann kauft man, wenn man etwas haben will.

    Auf dem Markt war ein Stand mit Blaudruck Sachen… wunderschön!!!

    Auch Schürzen… da hätte ich fast zugeschlagen… hätte ich auch selber nähen können, aber Stoff… Schnitt… nö. Lieber eine „Erinnerung“ kaufen… nur waren mir 135,00€ dann doch etwas zuviel für eine, vom Schnitt her schlichte, Schürze.

    Da ist es glaube ich eher der Stoff... Handwerklicher Blaudruck ist etwas aufwendiger, soweit ich mich erinnere. Ich habe dazu mal eine Dokumentation gesehen.

    Wenn ich aber im Vergleich manchmal erlebe, welche Preise für die (ich nenne sie jetzt mal so) typischen männlichen Handwerke mittlerweile als selbstverständlich gelten und welche Geringschätzung im Gegenzug dazu der Zeitaufwand für Nähen, Stricken, Häkeln etc. erfährt, dann ärgere ich mich doch manchmal sehr.

    Zu Recht, finde ich.


    Letzte Woche am Campus Galli (Baustelle, auf der ein Kloster mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts gebaut wird) kamen auch wieder Besucher, "Ach, und das hier ist die Handarbeitsecke". Da zucke ich immer leicht zusammen, weil Handarbeit - zu Unrecht - eine doch ziemlich negative Konotation hat heutzutage, im Sinne von "Da muss man ja nichts wissen/können". Ich möchte doch mal sehen, wie eben diese Besucher, die so etwas sagen, erst einmal einen feinen, stabilen, gleichmäßigen Faden spinnen, damit geht es schon los. Und dann bitte ein schönes, gleichmäßiges, nicht gewelltes Gewebe abliefern (ja, auf dem Gewichtswebstuhl - sorry, die anderen gab es damals halt noch nicht). Ok, weben ist zu aufwendig? Dann halt Nadelbinden, Mützen und Socken braucht man auch immer wieder ^^


    Unter Mindestlohn geht ja nicht.

    Da scheinen sich viele auf Märkten nicht dran zu halten. Leider.

    Herzliche Grüße

    Monika

    [...] they were indeed severely restricted, but their undergarments weren’t to blame. Rachel Kaufmann in "What ‘Bridgerton’ Gets Wrong About Corsets", Smithsonian Magazine 2021

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