Viskose-Twill - wie bügeln, ohne Glanzstellen zu erzeugen.....?

  • Liebe Nähkolleginnen,


    ich hoffe, mit meiner Frage hier richtig platziert zu sein .... .

    Für ein Sommerkleid kaufte ich mir einen schönen Viskose-Twill. Beim Bügeln - das ja immer wieder erforderlich ist... taucht das folgende Problem auf (in der Hoffnung, dass ich nicht die Einzige bin, die damit konfrontiert wird):


    Auch wenn ich den Stoff vorsichtig (Einstellung 2 ) bügele, entstehen Glanzstellen auf dem Stoff (die zu entfernen ich ebenfalls überlegen muss....) .
    KI gab mir nun folgendes an: Denn Stoff mit Dampf bügeln und zuvor ein Tuch unterlegen. Wenn ich den Stoff tatsächlich nur mit Dampf u n d Tuch bügeln kann weiss ich nicht, wie ich mein Nähprojekt (ein Hemdblusenkleid) gut fertigstellen soll..... .
    Meine Näh-Begeisterung ist gerade auf den Nullpunkt gesunken...... )).

    Kennt jemand diese Problem ? Gibt es eine unkompliziertere Möglichkeit, Viskose-Twill zu bügeln ?


    Und wie bekomme ich die Glanzstellen wieder aus dem Stoff .....?


    Für Hilfe bin ich äusserst dankbar !


    Viele Grüße, Regina

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  • Ich bügle empfindliche Stoffe von links.


    Mit den Glanzstellen bin ich überfragt, vielleicht ist es nach dem Waschen wieder weg, oder "krause Minze" Wasser würde ich probieren.


    Andernfalls ist der Stoff / die Faser an dieser Stelle etwas geschmolzen und das bleibt, leider.


    Stufe 2 am Bügeleisen kann schon zu stark sein.

  • Wenn es bei Stufe 2 Glanzstellen gibt, ist die Temperatur zu hoch. Also die Temperatur niedriger stellen und nach Möglichkeit auf links bügeln.


    Ich bekomme Glanzstellen weg, indem ich die Stelle ordentlich bedampfe ohne das Bügeleisen aufzudrücken, eher schwebend bedampfen.

  • ... Danke schon für Eure Antwort. ... . Auch für den Rat, die Glanzstellen per Dampf wegzubekommen. Und das fertige Teil von links zu bügeln ist ganz bestimmt sinnvoll. Ich werde es einmal versuchen mit Stufe 1 und das am Verschnitt ausprobieren. --------- Die Herausforderung ist aber noch das bügeln während des Nähprozesses: wie soll ich zB. die Nahtzugaben auseinanderbügeln? Das geht ja nur von rechts (wobei diese natürlich von aussen nicht sichtbar sind.. . Aber wenn ich einen Kragen nach dem Zusammennähen überbügeln muss (denn darauf habe ich nun die Glanzstellen)...? Oder eben andere Stofflagen, die ich nur von rechts bügeln kann ?


    Danke für Eure Hilfe !


    Viele Grüße, Regina

  • du könntest es mit einem feinen Bügeltuch versuchen - wenn du keinen Seidenorganza hast, geht bestimmt auch BW-Batist, ein altes Herrentaschentuch z.B. ...

    Beste Grüße aus Schleswig-Holstein
    Steffi


    Meine Devise: "...close enough to perfect for me!"
    (nach einem Song der Country-Band ALABAMA)


    Mein Blog: Das Landei

  • Ich nehme für so feine Sachen auch immer einleichtfeuchtes Tuch. Und die Nahtzugabe kannst du vorher auseinander drücken und dann auch mit dem Tuch drüber

  • Steffi hat ja schon auf feinen Batist hingewiesen, es gibt feinste Ware in Futterqualität.

    Nähte auseinanderbügeln: grundsätzlich von links. Wenn Teile wie Kragen, Knopfleisten etc. von rechts gebügelt werden müssen: es gibt netzartige und somit transparente Bügeltücher - perfekt zum bügeln auf der rechten Stoffseite. Funktioniert sowohl bei Leinen wie bei empfindlichen Stoffen. Ich hatte meines vor Jahren bei Tchibo für sehr wenig Geld gekauft.

  • Ich nehme für so feine Sachen auch immer einleichtfeuchtes Tuch. Und die Nahtzugabe kannst du vorher auseinander drücken und dann auch mit dem Tuch drüber

    .... Es ist nicht so, dass mir die Praxis, mit einem Tuch zu bügeln, für den allgemeinen Gebrauch nicht geläufig ist - (ich habe dafür einen feinen Batist)... . Aber sämtliche Nahtzugaben so auseinanderbügeln zu müssen (Seitennähte, Ärmelnähte, Schulternähte, Ärmelansatznähte und so weiter...) ist schon eine Aufgabe. Zumal ich die nähte darunter ja nicht wirklich sehen kann. Ich kann mich dann immer nur cm für cm vorarbeiten. Darum ging es mir.... :huh:-----------------------------------------------------------------------------------Gerade lese ich, dass es transparente Tücher für diesen Zweck gibt - tatsächlich war mir das bisher nicht bekannt. -------Was das Auseinanderbügeln der Nahtzugaben betrifft - diese kann ich doch aber nur "von oben - also von rechts" bügeln.... vielleicht gibt es hier ein Wortmissverständniss :?:

    Einmal editiert, zuletzt von Stoffliesel ()

  • .... Was das Auseinanderbügeln der Nahtzugaben betrifft - diese kann ich doch aber nur "von oben - also von rechts" bügeln.... vielleicht gibt es hier ein Wortmissverständniss :?:

    vielleicht :) Du bügelst auf der linken/ inneren Projektseite und da die NZ innen liegen, diese auf ihrer rechten Stoffseite.

    Zum ausbügeln diffiziler Stellen wie Schulternähte, Ärmelansatznähte, auch Ärmellängsnähte etc. ist ein Ärmelbrett mehr als hilfreich, als Extrateil oder auch mit dem Bügelbrett fest verbunden und auf die große Bügelfläche hochklappbar. Für die Ärmelansatznähte ist ein Bügelbock/ Schinken hilfreich. Man kann es kaufen, sich schenken lassen oder mit einem fest aufgerollten Frotteehandtuch behelfen, das man auf Bügel- oder besser Ärmelbrett fixiert oder auch nur einfach auflegt. So lassen sich die gerundeten Nähte besser ausbügeln.

    Für enge, schmale Stücke wie Ärmellängsnähte, Beinlinge u.ä. ist eine Bügelrolle sehr hilfreich. Diese Stücke sind auf Ärmel- bzw. Bügelbrett schlecht zu bügeln, hier drücken sich die Nahtzugaben oft nach rechts durch. Mit Bügelrolle, die einfach nur auf die normale Bügelfläche aufgelegt wird, bügelst Du ausschließlich die Naht auseinander, rechts und links hängen die zusammengenähten Teile runter. So drückt sich keine NZ nach rechts durch.

    Die Bügelrolle ist ein Rundholz (oder auch mal eine stabile Rolle aus Karton (leere Küchenfolien z.B.), mit saugfähigem Stoff mehrfach umwickelt (altes Handtuch, alte Kopfkissenbezüge, Molton o.ä.), die Ansatznaht mit ein paar Handstichen fixiert.

    Ich selbst habe mir eine Bügelrolle aus ca. 2 cm dickem Rundholz gemacht, etwa 1 m lang, mit Molton als unterste Schicht 3x umwickelt und fixiert. Als oberste Schicht einige Lagen Mullbinden aus abgelaufenen Auto-Erste-Hilfe-Kästen (warum braucht man die alle paare Jahre neu? Steril Verpacktes verdirbt doch nicht?)


    Hilft Dir das weiter?


    Mein (gekauftes) transparentes, hitzefestes, glasfaserverstärktes Bügeltuch ist ein Stück gesäumtes Netztuch, sieht aus wie Fliegengitter, die man selbst passend zuschneidet und im Fensterrahmen fixiert. Falls Du davon ein Reststück haben solltest, probier doch mal aus, wie hitzebeständig das Material ist. Diese Fliegengitter lassen sich übrigens perfekt zu Abdeckhauben für Obst, Gemüse und andere gegen Insekten zu schützenden Lebensmittel verarbeiten.

    Einmal editiert, zuletzt von zuckerpuppe () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Was das Auseinanderbügeln der Nahtzugaben betrifft - diese kann ich doch aber nur "von oben - also von rechts" bügeln.... vielleicht gibt es hier ein Wortmissverständniss :?:

    Die Nahtzugaben bügelst du doch auf der Innenseite des Kleidungsstücks auseinander - also der "linken" Seite.
    Dabei erscheint dir die NZ an sich tatsächlich "rechts".
    Ob es dort allerdings "glänzt", wäre mir persönlich wurscht 😉...

    ... hat sich mit zuckerpuppe überschnitten ...
    Bügelrolle ist auch ein guter Tipp - meine ist aus fest zusammengerollten Zeitschriften, mit einem passend genähten BW-Bezug überzogen ...

    Beste Grüße aus Schleswig-Holstein
    Steffi


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  • Ich habe auch so eine Bügelstange zum Nahtausbügeln: Stück Rundholz Typ Besenstiel mit einer Lage dickes Molton und drüber bunter Baumwollwebstoff. Das ganze auf einem Standfuß aus Holz ähnlich wie bei Ärmelbügelbrettern. Gemeinschaftsproduktion mit meinem Mann.


    So ein Tschibo-Bügeltuch habe ich auch ewig, brauche es aber sooo selten, dass ich es suchen müsste.

    Viele Grüße
    Do-it


    Wer nähen kann, ist klar im Vorteil.

  • Mal eine andere Anmerkung zum Thema. Der Stoff ist ziemlich anspruchsvoll. Wie oft ziehst du das fertige Kleidungsstück an, wenn du weißt, dass du nach dem Waschen extrem vorsichtig viel bügeln mußt?

  • ...

    So ein Tschibo-Bügeltuch habe ich auch ewig, brauche es aber sooo selten, dass ich es suchen müsste.

    ich grinse - ich hab glücklicherweise ein Nähzimmer (eigentlich Arbeitszimmer für's werkeln und Büroarbeit), und in einem Regalfach ist der ganze kleine Bügelkram: normal großes Dampfbügeleisen, kleines Reisebügeleisen (ist manchmal sehr praktisch), das alte normale Bügeleisen ohne Dampf (wenn beschichtetes Material neu beschichtet bzw. ausgebessert werden muss), eine Wasserschale und in der sind die Bügeltücher: alte Herrentaschentücher, Tuch aus feinerem Batistrest, das transparente von Tchibo, die kleine Bügelrolle und das abgezogene Papier von Vliesofix, dies bzw. alternativ Backpapier sind ideale Unterlagen, wenn man Klebevlies (Vlieseline) aufbügeln und sich nicht die normale Bügelunterlage versauen will (Stoffstück als Sandwich zwischen das Papier legen und bei entsprechender Temperatur bügeln - kein verdrecktes Bügeleisen, keine verdreckte Unterlage

  • ... so ähnlich ist es bei mir auch:

    Mein Bügelgedöns

    Ein wollenes Bügeltuch zum Wollstoff-Bügeln dabei und eins aus Seidenorganza (hitzebeständiger als man denkt), und der Holzklotz zum Flachdrücken der ausgebügelten Naht ...

    Beste Grüße aus Schleswig-Holstein
    Steffi


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  • Das Hauptbügeleisen steht quasi immer auf dem Tisch, die anderen im Schrank. Die Bügelpolster, die Nahtbügelstange sind in einer Kiste griffbereit unterm Tisch. Das Tuch ist vermutlich in der geräumigen Rollkommode, die früher meinen Zuschneide- und Bügeltisch gebildet hat. Die steht jetzt im Nebenzimmer. Wie gesagt, lange nicht vermisst.

    Viele Grüße
    Do-it


    Wer nähen kann, ist klar im Vorteil.

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