Fadenlauf

  • Eine wahrscheinlich eher banale Frage zum Fadenlauf.

    Befindet sich dieser immer nur bei Webware wie Baumwollstoffen parallel zur Webkannte, oder kann dieser nicht nur längs/parallel zur Webkante, sondern auch vertikal zur Webkante befinden? Nachdem ein Baumwollstoff aus Längs- und Querfäden besteht, denke ich das doch beides möglich sein kann, nur nicht schräg, oder?

  • Der Fadenlauf ist definiert über den Kettfaden, und der ist immer parallel zur Webkante.


    Viele Stoffe kann man senkrecht zum Fedenlauf zuschneiden, nicht alle.


    Und ja, den Fadenlauf gibt es nur bei Webstoffen.


    Bei Wirkstoffen heißt es Maschenlauf und befindet sich senkrecht zu den Maschenreihen, was nicht zwangsläufig parallel zur Kante ist (es wird rund gewirkt und irgendwo aufgeschnitten, daher „sucht“ man sich den Maschenlauf, was den Zuschnitt von Wirkstoffen um ein Vielfaches langwieriger macht als den von Webstoffen).

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    Lichtmess vorbei, dadurch sieht man vieles im richtigen Licht!

    Edited once, last by GlückSachen ().

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  • Tangas es gibt Zuschnitte, die macht man mit Absicht nicht im Fadenlauf. Zum Beispiel bei den Halsausschnitten von Tshirts.

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  • Danke. Wie mache ich das denn bei Jersey, den ich nach dem Fadenlauf ausrichten soll, und der sich an allen 4 Stoffseiten gleichzeitig kringelt.. :/

    ... Lupe, genau gucken ...

    Du müsstest natürlich das Bild einer gestrickten/gewirkten Fläche vor Augen haben.
    Es hilft, wenn man scho mal glatt rechts gestrickt hat ;) ...
    Ansonsten findest du z.B. hier noch Tipps

    Beste Grüße aus Meck-Pomm
    Steffi


    Meine Devise: "...close enough to perfect for me!"
    (nach einem Song der Country-Band ALABAMA)


    Mein Blog: Das Landei

  • Danke. Wie mache ich das denn bei Jersey, den ich nach dem Fadenlauf ausrichten soll, und der sich an allen 4 Stoffseiten gleichzeitig kringelt.. :/


    Siehe oben, da habe ich Dir alles zum Thema Maschenlauf bei Jersey geschrieben.


    Der Rand bei Jersey ist irrelevant, der Maschenlauf wird bei jedem Schnittteil anhand des Maschenlaufs eingezeichnet.


    Fadenlauf gibt es bei Jersey nicht (ebenfalls: siehe oben).

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  • Danke für eure Tipps. Da hätte auf dem Schnittmuster also besser Maschenlauf gestanden. ;)

    Der link von Devil‘s Dance ist auch sehr hilfreich. Der hier hat auch weitergeholfen. Der Stoff dehnt sich im Maschenlauf nicht so stark.

  • Genau, man schaut bei Wirkware in welche Richtung sich der Stoff am meisten dehnt.

    Näht man eine Leggings, will man ja nicht, dass sich das Teil in der Länge dehnt, sondern in der Breite damit die Kurven reinpassen 😉

    was wär´ das Leben ohne Naht??? es wäre öd´und blöd´und fad!!!

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  • Dehnrichtung hin oder her, der Lauf muss beachtet werden.


    Wenn sich also ein Stoff mehr in die Länge dehnt, als in die Breite, ist er für Leggings nicht geeignet.

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  • ... Sehe ich etwas anders...


    Ich hatte zBsp noch ein Stück Charmeuse und wollte mir eine Radler für unter Kleider und Röcke nähen. Ich schaue dann in welche Richtung sich der Stoff dehnt und nehme das in der Breite...


    So mache ich das auch bei Schlüppis und Hemdchen. Gerade wenn man noch Reststücke hat und längs und quer nicht mehr bestimmen kann.


    Ich finde es ist wichtig das Hintergrundwissen für den Faden/Maschenlauf zu haben. Und was die Dehnrichtung im fertigen Kleidungsstück macht.


    Auch Webware ist quer zur Stoffbahn, also über die kurze Seite dehnbarer als in Laufrichtung, auch wenn man denkt diese Stoffe seien doch ganz starr. Das liegt daran dass die Fäden hier ja kürzer sind als die laaangen in der Längsrichtung.


    Der Effekt ist so gesehen klein, aber im fertigen Kleidungsstück macht es einen riesen Unterschied... ich hatte mal ein Kleid (Kaufkleid) das war „falsch rum“ genäht... boah sowas von unbequem!!!


    Auch bei großen Jerseystücken schaue in nach den größten Dehnrichtung und schneide entsprechend zu.

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  • ...Auch Webware ist quer zur Stoffbahn, also über die kurze Seite dehnbarer als in Laufrichtung, auch wenn man denkt diese Stoffe seien doch ganz starr. Das liegt daran dass die Fäden hier ja kürzer sind als die laaangen in der Längsrichtung.


    Der Effekt ist so gesehen klein, aber im fertigen Kleidungsstück macht es einen riesen Unterschied... ich hatte mal ein Kleid (Kaufkleid) das war „falsch rum“ genäht... boah sowas von unbequem!!! ...

    Danke! Das beantwortet meine erste Frage, auf jedenfall bei Webware den Fadenlauf von der Webkante zu nutzen, auch wenn es vielleicht anders ginge, und nicht den Stoff so sparsam wie möglich zu schneiden.

  • ist grundsätzlich richtig, aber keine Regel ohne Ausnahme. Bei kleinen Teilen fällt der Unterschied der Dehnung zwischen Längs- und Querzuschnitt nicht arg oder auch gar nicht auf. Bei größeren Zuschnittteilen aber durchaus. Das Warum wurde ja oben schon ausfürlich erklärt.

    GlückSachen hatte sich ja auch schon zum Maschenlauf bei Wirkware geäußert. Sehr hochwertige Ware wird oft tatsächlich in Reihen gewirkt wie beim normalen stricken. Hier sind die Kanten gerade (es ist keine Schnittkante wie bei rund gewirktem). Der Zeitaufwand beim wirken ist für Mensch und Maschine höher, also teurer, weshalb solche Stoffe meist nur aus hochwertigem Material (z.B. Wolljersey) angeboten werden. Hier rollt sich keine Kante ein.

    Bei günstigeren Jerseys (Baumwolle, Viskose z.B.), auch bei dünnerem Gewirk wird meist in der Runde gearbeitet, die Quermaschen laufen minimal schräg, bei größeren Zuschnitten addiert sich das zu "ziemlich" schräg. Beim aufschneiden des gewirkten "Schlauchs" würden Maschen laufen, also wird die Schnittkante mit Klebstoff gesichert. Beim Zuschnitt rollen sich die Kanten ein, je nach Ausgangsmaterial mehr oder weniger stark.

    Guck Dir den Stoff bzw. die Wirkware auf dem Ballen mal genau an: eine weiche Kante und winzige Löchlein (vom aufspannen auf der Maschine) weisen fast immer auf in Reihen Gewirktes hin, eine fühlbar festere Kante (w/ Kleber) ist fast immer in Runden gewirkt und dann aufgeschnitten. Das Ausgangsmaterial muß nicht zwangsläufig von schlechterer Qualität sein, oft sind es auch sehr feine, dünne Garne, die eine gewisse Verstärkung am Rand brauchen, bevor sie dann auf Ballen gewickelt werden.

    Achte mal bei gekaufter Kleidung wie z.B. T-Shirts auf die Seitennähte, wenn sie sich nach dem waschen verzogen haben, ist rund Gewirktes ohne Beachtung des Maschenlaufs verarbeitet worden, den gleichen Effekt haben wir dann auch bei selbst genähtem.

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