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Gedoppelte Schulterpasse nur einfach nähen?

  • Hallihallo,


    ich nähe gerade für meinen Liebsten ein leichtes Leinenhemd mit kurzen Ärmeln.

    Der Schnitt hat eine gedoppelte Schulterpasse. Ich möchte den Stoff aber eigentlich da nicht doppelt liegen haben, weil sonst das Konzept "leichtes Sommerhemd" ad absurdum geführt wäre, finde ich.


    Ist es ein Sakrileg, eine Schulterpasse nur einfach zu nähen? Natürlich würde ich schon dafür sorgen, dass man nirgends Nahtzugaben störend sieht.


    LG Beni

  • hab grad eine Hemdbluse ohne Dopplung gemacht, weil der Stoff nicht gereicht hat

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.
    Voltaire
    Gruß
    Nanne

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  • Keine Ahnung, ob das ein Sakrileg ist, aber ich habe hier gerade einen Schnitt liegen, bei dem ich persönlich eine gedoppelte Schulterpasse genäht hätte, aber der Schnitt sieht nur eine einfache vor. Es scheint also "erlaubt" zu sein ;)

    Fröhliche Grüße
    Marion


    Truth is stranger than fiction, but it is because Fiction is obliged to stick to possibilities; Truth isn't.


    Mark Twain

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  • Beni1974

    Wenn genug Stoff da ist, würde ich die Passe doppeln.

    Das macht das Hemd nicht wesentlich "wärmer", aber deutlich edler ;) .


    Ich hab schon vor längerer Zeit mal überlegt, welchen Ursprung die Doppelung hat - früher hat man schließlich Aufwand und Nutzen mit Bedacht gewogen.
    Ich denke, ein Aspekt ist das "automatische Versäubern" besonders an der Kragennaht, ein weiterer die Möglichkeit, mit einer oder zwei aufspringenden Falten unterhalb der Passe mehr Weite in den Rücken zu bringen (wenn man das nicht wollte, hätte man den Rücken auch aus einem Stück zuschneiden können).
    Einen dritten Aspekt sehe ich darin - und das hat heute bei manchmal 2 Hemden / Tag kaum noch Bedeutung - dass die doppelte Stofflage das i.d.R. darüber gezogene Jackett vor Schweiß und Hautfett schützte.

    ... nur mal so als Denkhilfe für und wider ...

    Beste Grüße aus Meck-Pomm
    Steffi


    Meine Devise: "...close enough to perfect for me!"
    (nach einem Song der Country-Band ALABAMA)


    Mein Blog: Das Landei

    Edited 2 times, last by Devil's Dance ().

  • Ich hab schon vor längerer Zeit mal überlegt, welchen Ursprung die Doppelung hat - früher hat mal schließlich Aufwand und Nutzen mit Bedacht gewogen.

    abgesehen davon dass die Nähte ohne Doppelung versäubert werden müssten (damit nichts ausfranst)

    Hat es für mich etwas mit Tragekomfort zu tun. Es kann nicht so leicht scheuern.


    Und da bin ich persönlich sehr empfindlich. Ich schneide auch alle Etiketten raus.

    Liebe Grüße


    Sonja

    Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen. Thomas A. Edison

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  • Devil's Dance

    :applaus:habe gerade deine Überlegungen durchgelesen und stimme dir voll zu.

    Habe mir eigentlich noch nie Gedanken gemacht warum eine gedoppelte Rückenpasse genäht wird, weil ich sowohl Schnitte mit und ohne habe.

    Bei meiner Tunikabluse war im Schnitt keine vorgesehen, gefiel

    mir aber nicht und deshalb wurde selbst eine konstruiert.

    Kommt bei mir immer auf den Stoff an und wies mir besser gefällt,

    denke also das es keine Gesetzmäßigkeiten gibt.


    stoffsuchti

    das wäre natürlich auch eine Überlegung wert, wenn man keine gedoppelte Rückenpasse machen möchte.:thumbup:

  • Ich finde für "Selbst genähte Mode" gibt es keine Regeln. ich nähe wie es mir gefällt ! Alle Regeln hat mal ein Modemacher erfunden und darum sage ich meinen Schülerinnen immer: Das ist Dein Design und deine dein Stil.

    Liebe Grüße aus Ostfriesland

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  • Ergänzend zu Devil’s Dance: Die Schulterpasse ist der Bereich mit der höchsten Beanspruchung. Ein Hemd mit gedoppelter Schulterpasse hält deutlich länger und ist damit entsprechend nachhaltiger.

    Wem dieses Argument in der neu-Kaufen-statt-Waschen-Welt keine Rolle spielt, dem oder der sei gesagt, dass schon vorgekommen sein soll, dass ein Kleidungsstück zum Lieblingsteil wurde.


    Herzliche Grüße

    Schnägge

  • Ich finde für "Selbst genähte Mode" gibt es keine Regeln. ich nähe wie es mir gefällt ! Alle Regeln hat mal ein Modemacher erfunden und darum sage ich meinen Schülerinnen immer: Das ist Dein Design und deine dein Stil.

    ... das stimmt im Grunde - nur ging es mehr um Verarbeitung als um Design.


    .... und bei mir ist es so: wenn ich einen wirklich schönen und hochwertigen Stoff unter der Nadel habe, dann versuche ich ihn so hochwertig wie möglich zu verarbeiten.
    ... und bei einem feinen Leinenstoff würde ich das ganz bestimmt so halten ...
    ... aber jeder, wie er mag ...

    Beste Grüße aus Meck-Pomm
    Steffi


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  • Mir ist jetzt gerade mal eingefallen, wo sich bei mir vor Jahren die gedoppelte Rückenpasse als etwas schwierig dargestellt hat. Das war so ein ganz dünner und leicht durchscheinender Stoff. Leider habe ich da bei Zuschneiden nicht so richtdarauf geachtet, wie ich das inzwischen tun würde. Da hat man dann das Karomuster als nicht ganz passgenau durchscheinen gesehen. Das war ein bisschen doof.

    Aber ansonsten würde ich auch immer der gedoppelten Variante den Vorzug geben. Auch dann, wenn der Schnitt das eigentlich nicht vorsieht.

    Fröhliche Grüße
    Marion


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    Mark Twain

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  • .Ich habe jetzt schon einige Leinentuniken für mich mit Passe genäht und habe die einfach genommen. Übrigens Devil's Dance - auch mit einer einfachen Passe kann man aufspringende Falten nähen ;)

    ...ja, das ist mir schon klar :herz:.

    Mein Gedanke war, wenn einlagig, dann könnte ich auch den Rücken im Ganzen zuschneiden ...

    Beste Grüße aus Meck-Pomm
    Steffi


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  • Wenn eine Passe, dann dopple ich sie, weil die Naht schöner wird...und ich nähe fast immer Passen bei Sachen für meinen Mann, um den Rundrücken besser anpassen zu können..

    Aber ich denke auch, jeder wie er möchte...

    Viele Grüße
    Hedi

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  • ergänzend zu Schnägges post 9: schwere Lasten trägt man auf/ über der Schulter (Handwerker z.B.), die Schulterpasse an Hemden schützt also vor Stoffabrieb. Bei Businesshemden trägt die Schulter die Last des Jackets/ Sakkos, je nach Stoff und Verarbeitung ist dessen Gewicht und der Druck auf die Hemdschulter auch nicht ohne.

    Wer trägt heutzutage noch gewichtiges auf der Schulter? Säcke, schwere Jacken? Eine einfache Lage der Passe kann also durchaus gearbeitet werden.

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  • Bei einem Herrenhemd ist die Passe eigentlich immer einlagig. Sie dient zur Abdeckung der Nahtzugaben, zur Dekoration, zur Verstärkung und zur Betonung der Schulterpartie.


    Aber vielleicht herrscht hier eine Begriffsverwirrung? Eine Passe, oder auch Sattel genannt, ist immer ein aufgesetztes Teil, das eigentliche Kleidungsstück läuft darunter weiter. Ein Herrenhemd hat normalerweise eine Passe, aber zum Beispiel auch ein Trenchcoat oder ein Norfolk-Sakko. Die Passe kann geschlossen sein, aber auch eine (teilweise) offene Kante haben. In diesem Fall wird sie meistens gefüttert, und ist dann natürlich mehrlagig.


    Plant man bei einem Hemd Schulterblattfalten oder Armlochabnäher, ist es einfach der Rücken aus zwei Teilen bestehen zu lassen. Die Passe wird den Quernaht dann bedecken. Sind diese nicht vorgesehen, dann kann man auch ohne weiteres das Rückenteil einteilig lassen. Die Passe wird dann die Schulternahtzugaben abdecken. Nimmt man das obere Rückenteil gleich groß wie die Passe, dann bietet sich zur Konstruktion die sogenannte Burrito-Methode an.


    Dies bezüglich einer echten Passe. Bei einer unechten oder imitierten Passe möchte man den Eindruck einer Passe erwecken, ohne ein zusätzliches Teil zu verwenden, wie z.B. bei Jeans.


    Übrigens: bei einem Herrenhemd in Schneider- oder Hemdenmacherqualität sind alle Stoffkanten auf irgendeine Weise eingefasst. Overlock-Nähte gibt es da nicht. Das Hemd muss lange Zeit mitgehen und ohne Schaden zu nehmen viele Wasch- und Bügelvorgänge überstehen können.

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