Nähgruppe mit Flüchtlingen / Maschinenempfehlung

  • Liebe Mitnäherinnen,
    ich brauche dringend euren Sachverstand und eure Erfahrung.
    In unsere Nähgruppe kommen wöchentlich so ca. 6 Flüchtlingsfrauen verschiedenster Herkunft, nicht immer die gleichen, aber dennoch sind wir gut besucht, und – wie uns immer wieder versichert wird – auch sehr beliebt.
    Material ist nicht unser Problem, das wird immer wieder gespendet. Endlich haben wir einen Sponsor gefunden, der uns Nähmaschinen finanzieren würde. Dann bräuchte ich meine eigene schwere Singer-Nähmaschine nicht mehr mitschleppen!
    Ich kenne mich auf dem Markt überhaupt nicht aus. Wir bräuchten ganz einfache, stabile Maschinen. Möglichst wenig Elektronik, Zierstiche sind überflüssig. Stabil, simpel und unempfindlich sollte sie halt sein.


    Könnt ihr mir da einen Tipp geben?


    Vielen Dank für eure Hilfe!
    Regina
    P.S. Sollte ich im falschen Forum sein, dann schiebt mich einfach weg...

  • Es kommt natürlich sehr darauf an, wie viele Maschinen du für wieviel Geld haben möchtest.


    Ein preiswerter Einstieg sind sicher die Maschinen von W6, die bei 100 Euro beginnen ( je nach Angebot auch mal drunter) und von denen hier im Forum wiederholt gutes berichtet wurde. Ab 250 gesellen sich Brother und einfache Einsteigermodelle anderer Hersteller dazu.



    Wie das mit Gewährleistung und Garantie bei dem Einsatz in einer Nähgruppe ist, wäre dann am besten mit dem Anbieter zu klären.

    Dirk - des Teufels nackter KofferNÄHER 2.0 ...

    (Alt und müffelig.)

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  • Ich habe in unerer Gruppe ja diverse Flohmarkt- und geschenkte Modelle.Darunter eine relativ neue FIF, ich glaube, die wurden von Aldi verkauft. Die Maschine hat zwar alles mögliche an Stichen, klappert aber tierisch und ist sehr laut, und bei der Einfädelei, finde ich, komplziert und empfindlich.
    Eine alte Pfaff und eine steinalte Bernina sind die Lieblingsteile, unkompliziert, robust, und sie schaffen auch schon mal, eine Jeans aus der Kleiderkammer neu zu säumen, ohne gleich in die Grätsche zu gehen.
    Die einfache Handhabung finde ich wichtig, da unsere Damen aus verschiedenen Ländern kommen und mir in der Regel keine Dolmetscher zur Verfügung stehen. Es haben zwar immer ein paar von ihnen Nähmaschinenerfahrung, aber auch eher mit Einfach-Modellen, und sie gehen zum Teil nicht gerade sanft und pfleglich mit den Maschinen um. Deshalb finde ich die Suche nach alten Maschinen schon lohnend. Ist allerdings Glückssache. Bei ebay steigen die Preise für alte Maschinene teilweise in utopische HÖhen, ohne dass man weiß, ob die Teile funktionieren.
    Viel Erfolg wünscht Karin

    Die mit der Nähkampf-Ausbildung

  • Hallo,
    eine Flüchtlings-Nähgruppe hier am Ort hat insgesamt sechs Maschinen bekommen, drei alte Vollmetall-Flachbett Maschinen mit Zickzack, eine Tevion (Aldi), eine Riccar und eine Privileg mit Freiarm.
    Am beliebtesten ist dort die Singer 237, eine robuste 50/60er Jahre Maschine ohne Freiarm, die nur Gerad- und Zickzack-Stich kann.


    Die meisten Maschinen kamen aus der Schrottecke des örtlichen Nähmaschinenhändlers und wurden von mir aufbereitet/repariert. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt ca 20,- Euro für Ersatzteile, 10,- Euro für Spulen etc. und ziemlich viel Zeit.


    Einfache, stabile Maschinen gibt es neu als Gewerbemaschinen für viel Geld oder gebraucht bis ca. 1960er Jahre als Haushaltsmaschinen für oft sehr wenig Geld. Vielleicht könnt Ihr mit einem Repair-Cafe vor Ort kooperieren, die bei der Wartung und Instandsetzung der Maschinen helfen können.


    Wenn ihr gebrauche Maschinen hinstellt, versucht darauf zu achten, dass alle Maschinen nach Möglichkeit mit den selben Spulen arbeiten.


    Habt Ihr einen festen Raum oder müssen die Maschinen jedesmal raus- und wieder weggeräumt werden?


    Wie hoch ist Euer Budget ungefähr?


    Und schreibe bitte auch, aus welcher Gegend zu kommst, vielleicht ist ja eine/r aus dem Forum in deiner Nähe und kann helfen.


    Gruß
    Detlef

    Gruß
    Detlef


    Die Pfaff meiner Mutter hat damals zwei Monatsgehälter gekostet und näht nach über 60 Jahren immer noch. Dann müsste eine Nähmaschine, die nur einen Tageslohn kostet, umgerechnet ein Jahr halten - tatsächlich, die meisten Maschinen dieser Preisklasse schaffen das sogar.

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  • Danke für eure Antworten, (und danke fürs Verschieben)
    Das hilft mir schon sehr weiter.
    Mit gebrauchten Maschinen bin ich skeptisch. Ich habe selbst eine Maschine "abgestaubt" bei der Haushaltsauflösung einer Schwieger-Schwäger-Tante. Das ist eine alte Privileg (ca. Ende 70er-Jahre). Die war dann sehr schwergängig. Ich habe geschrubbt, abgestaubt, gepinselt und geölt. Sie läuft jetzt leise und flott, zieht aber noch immer noch Schlaufen an der Unterseite. Ich habe sie noch nicht aufgegeben und werde sie wohl demnächst in eine Profi-Werkstatt bringen. Eine gebrauchte Maschine ist ein Risiko.
    Ich bin hier in Stuttgart, wir suchen schon seit Wochen eine Maschine über die Homepage unseres Freundeskreises und die einschlägigen Facebook-Seiten. Der "Markt" scheint völlig leergefegt.


    Nun scheint es eine Stiftung zu geben, die uns großzügig unterstützen würde. Aber wir sollen genau angeben, welche Maschine es sein soll. Deshalb jetzt die konkrete Suche. Das Budget ist übrigens üppig, und wir wären mit 2 oder 3 Maschinen sehr gut ausgerüstet.
    Wir würden die Maschinen in unserer Kleiderkammer aufbewahren (gleicher Flur), wir müssen sie also wegräumen aber nicht sehr weit schleppen. Im Moment bringen wir aber unsere eigenen mit und das ist ziemlich mühsam.
    Das Repaircafe ist ein toller Hinweis. Sollte sich doch noch eine gebrauchte finden, werde ich mich bei Problemen auf jeden Fall dorthin wenden.


    Vielen Dank nochmals,
    Regina

  • Ich unterschreibe grundsätzlich alles, was Detlev in Bezug auf die alten Maschinen gesagt hat, aber wenn ihr in der glücklichen Situation seid, nicht so gnau aufs Geld gucken zu müssen (wir finanzieren uns privat und sind daher über jede Spende glücklich) dann würde ich dazu raten, gleiche Maschinen zu nehmen, oder zumindest den Hinweis auf die gleichen Spulen zu beachten.
    Die werden bei uns nämlich gerne mal durcheinander gebracht, und das verursacht jedesmal größere Probleme, wenn man nicht gleich daran denkt, dass dies die Fehlerquelle sein könnte.
    Gruß von Karin

    Die mit der Nähkampf-Ausbildung

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  • wenn ihr drei gleiche Maschinen nehmt müsst ihr jedem Teilnehmer nur einmal die Maschine erklären und es kann keine Verwechslungen geben, das ist ein großer Zeitvorteil und Problemminimierer. Außerdem verhindert es Neid à la "ich will aber an die Maschine xy, weil die viel besser ist!" Und dann hast du eine lange Schlange hinter einer Maschine und die anderen sind verwaist...


    Wo würdet ihr die Maschinen kaufen? Habt ihr einen Händler vor Ort, der sich zu Mengenrabatt und Wartung verpflichten ließe? Müsste man ihm im Zweifel schmackhaft machen... Sein Beitrag zur Flüchtlingshilfe,...


    Und dann gibt es ja neben W6 z.B. noch Gritzner, die günstige Schwester von Pfaff.
    Es ist schwierig, eine stabile Maschine ohne viel Schnickeldi zu finden... Genau danach habe ich letztes Jahr intensiv gesucht und mir letztlich über ebay eine alte Veritas geschossen (für lächerliche 30€ :D ). Vielleicht könntet ihr mal im Ort bei alten Omis anfragen, ob die noch ein Maschinchen rumstehen haben, das sie spenden würden. Wird aber vermutlich schwierig mit der Stiftung :confused:

  • So wie ich hier lesen kann, spielt der Geldbetrag keine allzu große Rolle. Ich würde mich persönlich vor Ort bei einem Nähmaschnenhändler beraten lassen und die Maschinen probe nähen. . Auf jeden Fall wie oben beschrieben, für alle die gleiche Maschinen nehmen. Die meisten Händler haben auch im Niedrigbereich einfache Maschinen, ohne viel Schnick-Schnack, selbst von Markenherstellern. . Sollten die Maschinen defekt sein, was beim Bedienen von verschiedenen Näherinnen, eigentlich schon vorprogrammiert ist, hast du beim Händler auch bessere Reparaturmöglichkeiten.
    Eine Diskountermaschine würde ich nicht empfehlen, die bringt nur Frust.

    Liebe Grüße
    Ulli

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  • Hallo nochmal,

    Mit gebrauchten Maschinen bin ich skeptisch. Ich habe selbst eine Maschine "abgestaubt" bei der Haushaltsauflösung einer Schwieger-Schwäger-Tante. Das ist eine alte Privileg (ca. Ende 70er-Jahre). Die war dann sehr schwergängig. Ich habe geschrubbt, abgestaubt, gepinselt und geölt. Sie läuft jetzt leise und flott, zieht aber noch immer noch Schlaufen an der Unterseite. Ich habe sie noch nicht aufgegeben und werde sie wohl demnächst in eine Profi-Werkstatt bringen.

    vorher würde ich noch die Oberfadenspannung unter die Lupe nehmen, die ist meist für Schlaufen auf der Unterseite verantwortlich.

    Eine gebrauchte Maschine ist ein Risiko.


    Jepp, entweder man hat Geld oder man hat Zeit.
    Wenn Geld da ist, könnte man mal die Gritzner 1035, 1037, 1019 usw. ins Auge fassen. Der Importeur dieser Maschinen sitzt nur 80 km Luftlinie von Stuttgart entfernt. Vielleicht hat er günstige Garantierückläufer mit optischen Mängeln oder so. Fragen kostet ja nix: Marco Seitz aus Lauf (www.meine-naehmaschine.de).


    Gruß
    Detlef mit Eff

    Gruß
    Detlef


    Die Pfaff meiner Mutter hat damals zwei Monatsgehälter gekostet und näht nach über 60 Jahren immer noch. Dann müsste eine Nähmaschine, die nur einen Tageslohn kostet, umgerechnet ein Jahr halten - tatsächlich, die meisten Maschinen dieser Preisklasse schaffen das sogar.

  • Wenn du gebrauchte Nähmaschinen nicht ausschliessen würdest, hätte ich dir jetzt mal die Nähwelt Schweizer in Göppingen empfohlen. Die haben bis Mitte Juli einen Sonderverkauf von überholten, gebrauchten Maschinen mit 1 Jahr Garantie. Was das für Maschinen sind weiss ich nicht, aber du könntest dich ja erkundigen und Göppingen liegt von Stuttgart ja nicht soweit entfernt.


    Ansonsten würde ich auch mal die Gritzner ins Auge fassen.


    Grüsse rohli

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  • Oh, das in Göppingen klingt ja recht gut. Vielleicht kann ich da nächste Woche mal hin. Ich muss vorher nur klären, wie wir das dann mit unserem Budget machen (sollte eigentlich vorher beantragt werden).
    Insgesamt sehe ich das im Moment so, dass wir mit gebrauchten Maschinen besser fahren. Wenn die gründlich überholt sind, dann laufen die nochmal 15 Jahre gut. Wenn wir uns dann an einen Hersteller und eine Typreihe halten, dann sind die auch ähnlich in der Bedienung.

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