Wenn ich denn mal auf einem Markt bin, habe ich auch keine Pein, mir Inspirationen zu holen oder etwas zu kaufen, wenn es passt. Meist sehe ich allerdings wenig.
Da gibts ja mitunter schon große Differenzen in der Preisgestaltung zwischen denen, die es hauptgewerblich oder nebengewerblich machen.
Darin sehe ich ein ganz großes Problem, denn die nicht sauber kalkulierten Angebote (gibt es auch in anderen Gewerken, auch beim Singen ist das ganz schlimm) machen die Preise kaputt. Und die, die das hauptberuflich machen, gucken dann in die Röhre.
Von einigen " Künstlern" hörte ich das sie Teddys kauften und dann auseinander trennten um das Schnittmuster zu bekommen.
Und bei den Chinesen wird ob der Plagiate fleißig geschimpft...
Finde ich unterste Schiene. Nichts dagegen, sich Inspiration zu holen, aber kopieren und dann als "kreativ" zu verkaufen finde ich höchst unsportlich.
Und davon ab, auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Auf so einem Markt kaufe ich mir gern ne Bratwurst, ein Stück Kuchen und einen Kaffee… das könnte ich ja theoretisch auch „selber machen“!…
Wieso hinkt der Vergleich? Mal abgesehen davon, dass Kaffee kochen nu wirklich kein Hexenwerk ist, schöne Socken stricken aber nicht so ganz einfach. Und aufwendig. Aber letztlich geht es doch um die Zeit, die man sich nimmt, etwas zu machen, was man selber machen kann. Oder eben auch nicht, dann kauft man, wenn man etwas haben will.
Auf dem Markt war ein Stand mit Blaudruck Sachen… wunderschön!!!
Auch Schürzen… da hätte ich fast zugeschlagen… hätte ich auch selber nähen können, aber Stoff… Schnitt… nö. Lieber eine „Erinnerung“ kaufen… nur waren mir 135,00€ dann doch etwas zuviel für eine, vom Schnitt her schlichte, Schürze.
Da ist es glaube ich eher der Stoff... Handwerklicher Blaudruck ist etwas aufwendiger, soweit ich mich erinnere. Ich habe dazu mal eine Dokumentation gesehen.
Wenn ich aber im Vergleich manchmal erlebe, welche Preise für die (ich nenne sie jetzt mal so) typischen männlichen Handwerke mittlerweile als selbstverständlich gelten und welche Geringschätzung im Gegenzug dazu der Zeitaufwand für Nähen, Stricken, Häkeln etc. erfährt, dann ärgere ich mich doch manchmal sehr.
Zu Recht, finde ich.
Letzte Woche am Campus Galli (Baustelle, auf der ein Kloster mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts gebaut wird) kamen auch wieder Besucher, "Ach, und das hier ist die Handarbeitsecke". Da zucke ich immer leicht zusammen, weil Handarbeit - zu Unrecht - eine doch ziemlich negative Konotation hat heutzutage, im Sinne von "Da muss man ja nichts wissen/können". Ich möchte doch mal sehen, wie eben diese Besucher, die so etwas sagen, erst einmal einen feinen, stabilen, gleichmäßigen Faden spinnen, damit geht es schon los. Und dann bitte ein schönes, gleichmäßiges, nicht gewelltes Gewebe abliefern (ja, auf dem Gewichtswebstuhl - sorry, die anderen gab es damals halt noch nicht). Ok, weben ist zu aufwendig? Dann halt Nadelbinden, Mützen und Socken braucht man auch immer wieder ![]()
Unter Mindestlohn geht ja nicht.
Da scheinen sich viele auf Märkten nicht dran zu halten. Leider.
