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Individueller Grundschnitt?

  • Hallo liebe Nähbegeisterten,


    ich habe gerade im Internet einen englischsprachigen Beitrag zum Thema "Sloper" gelesen. Soweit ich das verstanden habe, handelt es sich dabei um den auf deutsch bezeichneten Grundschnitt. Hat jemand Erfahrungen mit diesem Thema gesammelt? Wie stelle ich meinen ganz persönlichen, individuellen Grundschnitt her, mit dem ich dann (so stelle ich mir das vor) im Prinzip jedes Schnittmuster an den entsprechenden Stellen abändern kann, damit es passt? Oder sollte ich dafür einfach einen Basis-Schnitt, z.B. für einen ganz einfachen, geraden Rock oder Etuikleid etc. nehmen und diesen dann einmal anpassen, so das alles perfekt sitzt? Das müsste ich dann für jedes Basic-Kleidungsstück machen. Wobei sich bestimmte Elemente (Ärmel, Hosenbein, Jackevorder- und Rückseite etc. ja sowieso wiederholen). Gibt es da Profis, die das anbieten?


    Bin auf Antworten gespannt. Vielen Dank schon mal im voraus.


    Schöne Grüße, rakete

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  • Hallo Rakete,


    herzlich Willkommen im Forum!


    Es gibt dazu zwei (mindestens) Herangehensweisen:


    * Ein Grundschnitt, um daraus selbst Modellschnitte entwickeln zu können.
    * Oder einmal den Grundschnitt eines bestimmten Schnittmusterherstellers auf die eigene Figur anzupassen, um danach immer zu wissen, wie und wo man die Schnitte dieses Herstellers ändern muss, weil der immer auf dem gleichen Körpermodell basierend Schnitte entwickelt.
    Vogue bietet z.B. so einen Basisschnitt als „fitting shell“ an.


    Als Basis für eigene Modellschnitte brauchst du im Prinzip mehrere Grundschnitte: Einen für Oberteile, einen für Röcke (gerade, ohne Schnickschnack; alles andere kann man abwandeln, bzw. ein Tellerrock braucht keinen Schnitt …); für Hosen brauchst du tendenziell mehrere Grundschnitte, ob eng sitzend oder eher weiter …, das lässt sich nicht so einfach auseinander abwandeln.


    Es kommt darauf an, worauf jetzt genau dein Augenmerk liegt – das ist mir in deinem Beitrag nicht ganz klar geworden.
    Und dann, was für dich der richtige Weg ist, sich dem Thema „der Schnitt, der meinem Körper passt“ anzunähern. Wenn es dir drum geht, Grundschnitte zu haben, die du selber anwandelst, kann auch Schnittkonstruktion interessant sein.


    Liebe Grüße
    Schnägge

  • Grundschnitt ist so eine Sache.... Ich abonniere eine Zeitschrift für Schnittkonsktruktion, es geht dort um Schnittentwicklung verschiedener Modelle aus einem Grundschnitt. Es gibt verschiedene Schnittkonstruktionssysteme, nach denen man Schnitte kostruieren kann. Müller und Sohn oder Hofenbitzer z.B.


    Aaber.... Ein Keidungsstück wurd immer durch drei Faktoren bestimmt - Schnitt, Stoff und Model. Nimm z. b einen Mantel. Aus einem dicken Stoff ist der Mantel fest und eher steif, aus inem dünneren weich fallend. Dann wie soll der Manrel um die Taillie sitzen, eng oder weit? Wie breit sollen die yschulter sein usw....


    Also, ich konstruiere jedes einelne Kleidungsstück extra.


    Man kann aber auch mehrere Grundschnitte erstellen/erstellen lassen. Für ein Kleid, eine Bluse, ein Mantel...


    Es gibt auch Kurse, wo man kernen kann, die Schnitte selber zu erstellen. Bei Peggy Morgenstern z.B. Oder auch Kobstruktionsbücher. Teresa Gilewska, oder Hofenbitzer...

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  • Ich habe Schnittkonstruktion nach Müller und Sohn gelernt und komme damit auch ganz gut klar.


    Allerdings kann ich mir gar nicht vorstellen, ob das mit einem Grundschnitt "aus dem Internet" so richtig funktioniert, denn da wird ja nur rein nach den angegeben Maßen konstruiert oder? Oder schickt man da vielleicht auch ein Foto ein, damit die körperlichen "Eigenheiten" berücksichtigt werden können? Und wie oben schon geschrieben wurde, richten sich verschiedene Zugaben ja auch nach Modell und Material oder Funktion...


    Werde das hier mal verfolgen und bin gespannt...


    Sorry, wenn das jetzt nicht soooo hilfreich für dein Anliegen war...:confused:

  • Ich auch nicht. Aber ich war mit meiner Skepsis etwas vorsichtig ;) Ich schrieb ja, dass ich jedes einzelne Kleidungsstück extra konstruiere. Ich dachte früher auch, ich erstelle einen Grundschnitt und dann bin ich auf immer und ewig versorgt...


    Und dennoch ist ein Grundschnitt wichtig, um entsprechend der Körperbesonderheiten den Schnitt anzupassen. Vielleicht reicht es aus, wenn erst die Grundmaße berücksichtigt werden, anpassen kann man selber. Bei der Schnittvision funktioniert es ja auch. Die Sachen sitzen gut.

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  • Hallo Rakete,


    ich habe bei Zwischenmass einen Grundschnitt Hose und Oberteil erstellen lassen. Obwohl ich schon sehr lange nähe, war das eine Offenbarung. Ich hatte mich selbst vermessen und die Daten gemailt. Daraufhin kam der Schnitt, den habe ich progbegenäht, angezogen, notwendige Änderungen besprochen (per e-mail), dann kam der neue Schnitt, wieder probegenäht, dann passte es. Der Blick von außen war so hilfreich! Der Grundschnitt ist ein völlig an den Körper angepasstes Teil, ohne modische Besonderheiten oder auch Bequemlichkeitszugabe. Theoretisch kann man daraus Schnitte ableiten. Zwischenmass z.B. entwickelt daraus die Massschnitte. Für mich war der Entwicklungsprozess für den Grundschnitt die Möglichkeit, die körperlichen Besonderheiten zu erkennen und deren schnitttechnische Umsetzung zu erlernen. Das hilft mir seitdem bei der Schnittanpassung von Fertigschnitten, auch bei der Schnittabwandlung. Selbst konstruieren ist noch nicht so recht zum Standard geworden, ich weiß hierzu noch nicht genug.
    Einen Schnittkonstruktionskurs Rock habe ich auch gemacht. Das ist relativ einfach, aber die Anleitung habe ich doch benötigt. Und ich muss sagen, dass meine Röcke seitdem bedeutend besser sitzen, da ich um die Besonderheiten bei mir weiß und diese im Schnitt auch umsetzen kann. Mein Fazit: die Grundschnitte haben sich absolut gelohnt, mit der "normalen" Schnittanpassung von Fertigschnitten bin ich nie so weit gekommen, auch nicht im Kurs.
    Viel Erfolg
    linde

  • @alle:
    Vielen Dank für die hilfreichen Infos. Es ist in der Tat so, dass ich mich jetzt entscheiden muss, was ich eigentlich will :confused:.


    Ich finde die Möglichkeit einen Kurs zur Schnittkonstruktion zu absolvieren sehr interessant. Ich werde mich mal erkundigen, ob das hier in Hannover angeboten wird. Wahrscheinlich ist Peggy Morgenstern (Nähe HH) entfernungstechnisch die beste Möglichkeit. Und es werden Wochenendkurse angeboten (Wollte jetzt keine Werbung machen...).


    Aber Deinen Beitrag zu Zwischenmass finde ich auch sehr interessant, linde. Vielleicht fange ich auch erst mal damit an....


    Sofern ich was in egal welcher Hinsicht unternehme, kann ich ja mal über Erfahrungen berichten.


    Der Anlass für meinen Beitrag ist mein ewiger Ärger über die Fertigschnitte. Grundsätzlich passen mir die nämlich nicht am Oberkörper (meiner ist offenbar viiiiiiel länger als "normal") und an den Ärmeln (Ich habe wohl Monsterarme: ungelogen 6 Zentimeter mehr Umfang habe ich letztens beim Ottobreschnitt erweitern müssen)! Und ich wundere mich, warum ich trotzdem in den Laden gehen kann und mir die Blazer, Shirts, Kleider etc. doch passen. Meine Erklärung: es kann nur so sein, dass sich Grundschnitte der Schnittmusterhersteller und Grundschnitte der Industrie unterscheiden. Daher mein gesteigertes Interesse nachdem ich den Beitrag in Netz gelesen habe.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Vielen Dank an alle! --'-,--@


    Und viele Grüße, Rakete

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  • Meine Erklärung: es kann nur so sein, dass sich Grundschnitte der Schnittmusterhersteller und Grundschnitte der Industrie unterscheiden.


    nein, auch die der Schnittmusterhersteller unterscheiden sich untereinander. Es kann die passieren, dass du bei einem Hersteller immer die Ärmel ändern musst, beim anderen die Höhe des Brustabnähers. Wenn du nur mal ein Ottobreschnitt probiert hast und dann zufällig ein Körpernahes Modell, das unbedingt mit einem Stoff, der viel Elastananteil hat, genäht werden muss, ist das dumm gelaufen. Wie viele Hersteller hast du getestet?


    kennst du die ausführlichen Masstabellen der einzelnen Schnittmusterhersteller?


    kann sein, dass du bei Schnitten immer eine Oberkörperverlängerung brauchst, aber bei der Konfektion automatisch zu den längeren Stücken greifst.


    Es gibt kaum jemanden, der nicht eine ganz bestimmte Sache bei einem Schnittmusterhersteller ändern muss. Hat man das einmal herausbekommen, dann ist es nur noch Routine. Natürlich nimmt man dann den Hersteller der die wenigsten Änderungen braucht.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

  • Hallo Rakete,


    klingt doch gut, was du schreibst. Und klar sind wir interessiert an deinen Erfahrungen!
    Monsterarme hast du ziemlich sicher nicht. Vielleicht einfach nur ein paar mehr Muskeln?


    Ich finde, der Weg zu passenden Schnitten geht immer Schritt für Schritt. Du hast dich auf den Weg gemacht …
    Weißt du, als ich ins Forum gekommen bin, war für mich „passen“ gleichbedeutend mit „reinpassen“. Das sehe ich inzwischen etwas differenzierter – und bin beim Konstruieren gelandet. Das verdanke ich dem Forum. Aber das heißt nicht, dass ich jetzt „fertig bin“ oder alles weiß. Es geht immer weiter.


    Liebe Grüße
    Schnägge

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  • Ja, ja, man steigert sich mit der Zeit (rein) :-)


    Mein frommer Wunsch am Anfang der Nähkarriere war in eine Hose rein zu passe, sprich dass die Taillie und Hüfte sitzen. Inzwischen versuche ich alles zu konstruieren, aber es hat Jahren gedauert, bis ich einen guten Sitz erreichte.


    Wie Doro schon sagte, es gibt von verschiedenen Schnittmusteranbietern auch untershiedliche Passform. Auch von demselben Schnittmusteranbieter ist es nicht garantiert, dass der Schnitt passt, weil deine Vorstellung von Bequemlichkeitszugben anders sein kann, als von Konstrukteuren.


    Schnittkonstruktion ist spannend, ich kann Dir das Buch von Hofenbitzer empfehelen.


    Was ich noch guten Gewissens empfehlen kann, sind die CDs von Schnittvision. Google mal, schau dich auf der Seute um, das ist echt eine Alternative zu selbst konstruieren oder Zeitschriften. Vorausgesetzt natürlich, dir gefallen die Modelle.

  • Hallo,


    mein Rock-Konstruktionskurs war bei Peggy (in Leipzig). Sehr empfehlenswert!
    Wenn HH nicht so weit weg wäre, ich hätte schon mehr bei ihr gemacht ...
    LG linde

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  • Gruesse die Runde.


    So als Privatperson ohne Schneiderausbildung hab ich die Erfahrung gemacht, dass es sich sehr lohnen kann, an ein paar Stellen mehr zu messen, als es ein eingefleischter Schneider tun wuerde. Das gilt vor Allem, wenn man Sachen zum allerersten mal selbst entwerfen moechte. Es kann ja nicht schaden den jeweiligen Koerper etwas besser kennen zu lernen.


    Mir hat es bei meinem Cocktailkleid unheimlich geholfen, auch mal zu schaun, wie ueberhaupt die Abstaende zwischen den Koerperlinien sind. Die Schnittteile haben sich deutlich besser einteilen und Masse verteilen lassen. Ihr koennt euch vorstellen, wie froh ich bin, dass es bisher sitzt wie ein Sahnestueckchen. Und scheinbar schein ich alles richtig gemacht zu haben, so dass ich den Schnitt sogar spaeter noch in andere Kleider problemlos einfliessen lassen koennte.


    Ich denk mir, wenn man gut und richtig misst, dann hat man schon die halbe Miete. Erst nachdem ich mir verschiedene Messverfahren angeschaut hatte, hab ich mich wirklich erst an selber Schnitte erstellen rangetraut und dass auch erst, als ich mit dem Gelernten Schwachpunkte meiner Figur besser einschaetzen konnte.


    Mein Fazit:
    Selbst als Laie kann man aus dem Stehgreif (wenn man seine Hausaufgaben gemacht hat) Mehrzweckschnitte zu Stande bringen. Und meinereins hat sich lediglich Google und ein bisschen Geometrie bedient.


    Ich wuerd sagen nur Mut, trau dich einfach mal an was ran, mehr als schiefgehn kanns ja nicht.
    LG Anni


    die um ein paar Erfahrungen reicher ist

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