Weißquilt - was ist oder kann anders sein als beim "normalen" Quilt

  • Der Satz in dem Posting von Anska1 hat mich dazu gebracht, hier mal das Thema zu eröffnen.


    Ich hätte das gerne als Ideensammlung, wenn ich mit meinem Weißquilt einmal loslege.


    Also Grundüberlegungen für mich:

    Weiß ist nicht gleich Weiß, man muss schon ein wenig auf die "Farb"verteilung achten.


    In der Regel hat man als Material ältere Weißwäsche = verschiedene Streifen, Blumenranken im Stoff, verschiedene ganz einfache glatte Gewebe: von Bettlaken über Baumwollsatin und alle Arten von Damast. Baumwolle, Leinen.


    Dazu kommt Spitze. Ich mag nur Spitze aus Baumwolle, weil es eine Decke werden soll, aber für die Wand kann das natürlich auch entsprechender Tüll aus Kunstfasern sein, genauso wie nicht jede Plauener Spitze aus Baumwolle ist.

    • Weißstickerei,
    • geklöppelt,
    • Occhi,
    • gehäkelt,
    • gestrickt,
    • Reticella,
    • Guipure

    Entweder am Meter oder als Einsatz oder Kragen aber auch Deckchen.


    Ich denke die normalen Blöcke, die man auch von farbigen Quilts kennt, funktionieren und wirken durch eben die verschiedenen Oberflächen der Stoffe und Spitzen, Crazy Patchwork sowieso, aber es bieten sich auch Stoffmanipulationstechniken an, es gibt sogar Quilttechniken, die dafür in meinen Augen prädestiniert sind:

    • Trapunto
    • Boutis
    • Italian Quilting, ähnlich auch French style cording

    Bei Stoffmanipulation habe ich besonders diese beiden Bücher im Kopf - ich verlinke einmal auf Amazon, weil die jeweils eine Vorschau dabei haben:

    Shadowfolds [Anzeige] und The Art of Manipulating Fabric [Anzeige]


    Natürlich kann man auch noch handgearbeitete andere Teile der Bettwäsche mit einbinden, beispielsweise die hangestickten Knopflöcher oder die Zwirnknöpfe.


    Jetzt bin ich gespannt, was euch noch zu Weißquilts so einfällt. 8) Vielleicht auch Ideen zu einem Block.


    Wo ich mir noch nicht ganz so sicher bin, ist der Umgang mit der Spitze, klar, da sie "Löcher" hat, muss man sie hinterlegen. Aber in derselben Farbe oder lieber ein ein etwas weiß-dunklerer Stoff? Immer denselben Stoff hinterlegen oder da auch variieren?

    LG rufie


    Der einzige Geschmack, der einem Menschen wirklich Befriedigung geben kann,

    ist sein eigener (Philip Rosenthal)

  • Ich schlur mal meine Couch hierhin und schaue gespannt zu.

    Meine Mama hat mir nämlich einen großen Stapel älterer und alter Damasttischdecken vermacht. Ich habe eine Zartgelbe dabei und daher überlegt, die könnte in einem Weißquilt eine Sonne in der Mitte werden.

    Liebe Grüße

    Walter


    Bist Du wütend zähl bis vier, hilft das nicht dann explodier! Wilhelm Busch


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  • Hallo,

    es gibt eine japanische Quilterin die wundervolle moderne Quilts macht.

    Dabei viele weiße mit nur ein paar Farbtupfern oder Bordüren.

    Alles seeeehr modern. aber toll.

    Google mal nach Yoshiko Jinzenji, vielleicht gefällt dir ja die Richtung.

    Besonders das Buch "Quilting line and Colour" hat schöne Quilts (mit Anleitung).


    Grüße, Sabine


    Grüße, Sabine

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  • Erst mal vielen Dank für die weiteren Links und Hinweise. Ein paar kannte ich schon, aber da war auch für mich Neues dabei.

    Die von rufie genannten Kriterien entsprechen dem Crazy Quilt, eben in Weiß/Creme-Tönen.

    Oh, das wundert mich jetzt. Ich habe gedacht, wenn ich verschiedene Blöcke mache, dann wäre das ein Samplerquilt.

    Crazyquilt hätte ich mehr so als Blöcke aus verschieden großen, ungleichmäßigen Stoffstücken beschrieben,die Teilweise noch bestickt werden und in Materialmix sind.


    Also meine Idee ist, einen Kuvertbezug zu nehmen und in der Mitte die Raute des Kuvertbezug in Crazyquilt, wie ich dachte, das das heißt, zu füllen. Außerherum dann Blöcke, eben verschiedene traditionelle, historische Blöcke nur eben in Weißtönen , einzig unterbrochen von den Bändern aus den Kopfkissen, also meist gehäkelt mit Gute Nacht, Schlaf gut, träum süß und Guten Morgen. Da sind dann auch ein paar Blöcke mit den oben aufgezählten Techniken und Stoffmanipulation dabei. Aber eben alles ganz normale Blöcke von der Größe her. Das dachte ich wäre dann ein Sampler.


    Hallo Walter, W.R.Mehring , schön, dass du da bist. Bin ganz gespannt, ob und wie du dann deine alten Schätze verarbeitest.

    LG rufie


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  • Ja...

    allerdings sind Crazy-Blöcke eben auch jene, die gefaltet oder sonstwie manipulierter Stoff sind - im Gegensatz zu klassischen PW-Blöcken, die auf einfachen geometrischen Figuren - hauptsächlich Rechteck, Dreieck, n-Eck - basieren

  • Hallo rufie, rufie bei mir dauert es noch. Ab 4.3. bin ich für mindestens drei Wochen in Bad Kissingen. Dann ist fast Ostern und danach kann ich dran denken mal anzufangen.

    Liebe Grüße

    Walter


    Bist Du wütend zähl bis vier, hilft das nicht dann explodier! Wilhelm Busch


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  • Walter, ich habe schon mitbekommen, dass ihr auf Reha seid. Bad Kissingen, da bin ich mit meine Eltern immer hingefahren, als wir frisch in Unterfranken waren. Als Oberfranken war man so viele Bäder gewohnt und da unten im Main-Viereck fehlten sie einen. Ich war als Kind beeindruckt von den Salinen mit dem Gradierwerk. Ich wünsche euch eine gute, erfolgreiche und schöne Reha.


    Übrigens, ich finde manchmal die Planung spannender als das eigentliche nähen und mit Patchwork kann man so schön herumpuzzlen.

    LG rufie


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  • Ja...

    allerdings sind Crazy-Blöcke eben auch jene, die gefaltet oder sonstwie manipulierter Stoff sind -

    Danke für die Erklärung. Das wusste ich noch nicht.

    LG rufie


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  • Danke für die Wünsche rufie

    Ich denke, die Mitte wird eine zartgelbe Sonne aus einem Dresdener Teller. Da ich aber unterschiedlich lange und breite Strahlen haben will, muss ich da noch viel rechnen damit die schön in die Runde kommen. Bei dem runden Mittelteil bin ich mir auch noch nicht im Klaren, ob ich das am Stück lasse und ein Gesicht hineinquilte (Punkt, Punkt, Komma Strich kann ich), oder ob ich da schnipsel und neu zusammensetze.

    Liebe Grüße

    Walter


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  • Walter, vielleicht kannst für deine Sonne diese Webseite hilfreich sein.

    LG rufie


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  • Bedingt hilft die Danke für den Link.

    Liebe Grüße

    Walter


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  • Wir machten einmal als Patchworkgruppe eine Gemeinschaftsarbeit zum versteigern. 1 Weißquilt bestehend aus alter weißer bis hellbeiger Bettwäsche mit den dazugehörigen Stickereien und Baumwollspitzen. Blockgröße war vorgegeben, Block wählbar, also ein Sampler. Wurde ganz wunderbar, leider kein Foto mehr vorhanden. Was bei Weißquilts empfehlenswert ist, viele unterschiedliche Stoffe (unterschiedlicher Ton, Struktur, Stoffart (Damast, Webe......)) was bei diesem Sampler gelungen ist da jede eigene Stoffe beisteuerte.

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  • Disaster

    Added the Label FRAGE
  • Aus langjähriger Erfahrung mit alten Textilien noch drei Tipps zum dem Verarbeiten, falls der Quilt/die Patchworkkleidung/das Täschchen kein reines Wandobjekt sein ist, sondern irgendwann auch mal gewaschen werden soll.


    1. Einige alte Materialien haben eine Appretur, d.h. sie können einen wunderbaren zarten Cremeton haben, der nach einer Wäsche dann weg ist. Besonders Servietten, Handtücher und Tischdecken, die als ungebraucht verkauft werden (und es auch sind) verändern nach der Wäsche die Farbe.


    2. Material kritisch überprüfen - bei alter Bettwäsche auf die Knöpfe achten, wenn die meist stoffbezogenen Wäschknöpfe schon sehr "abgenagt" sind, ist der Stoff stark gebraucht und neigt zum Reißen.

    Bettücher genau anschauen - sie sind oft in der Mitte schon durchgelegen und dünner.
    Einen Reißtest ausführen hilft oft - dazu nimmt man einen vergleichbaren neuen Stoff und reißt mit immer stärker werdender Kraft am Rand bis man merkt, dass er nachgibt. Wenn der alte Stoff das auch aushält, ist er noch gut in Schuss.


    3. Bei zarten Schmuckelementen - Leinen vor Baumwolle und Seide - Leinen ist als Material viel widerstandsfähiger als Baumwolle oder Seide. Eine handgeköppelte Spitze aus Leinen (es gibt nur wenig maschinengeklöppeltes Leinen) würde ich ohne weiteres bei einer Weste oder Jacke einsetzen, auch wenn sie sehr zart ausgeführt ist. Bei Baumwolle würde ich mir es überlegen. Alte Seide - wirklich alte Seide vor etwa 1870 - ist oft erstaunlich fest, dann wurde Seide, die immer nach Gewicht verkauft wurde, mit Metallsalzen beschwert, was zum Bruch der Fasern führt. Meist kann man die Schlitze aber sofort erkennen, aber eine vorsichtiger Reißtest am Rand kann Ausschluss geben. Ich verwende alte Seide gerne, um an alten Taschenbügeln neue Täschchen zu kreieren. Aber auch hier wäre es ärgerlich, wenn der Stoff plötzlich das Auflösen anfängt.


    Weitere Materialien, die mir zum Verarbeiten als Weißquilt einfallen sind alte Damentaschentücher, die oft auf weißem Grund zarte Blumenmotive haben, die gut als farblicher Akzent passen - wenn man in Spitzen schwelgt, kann man gleich auch in Rosen träumen ;-) sowie alte Monogramme. Und - auch recht witzig - Flecken nicht wegschneiden und wegwerfen sondern sammeln und verarbeiten. Nach dem Motto ein Fleck ist eine Katastrophe, viele Flecken sind ein Muster ;-).


    Wer alte Stoffe nur tönen will, Kaffee vor Tee. Meine Färbeversuche mit schwarzem Tee waren oft grünlich oder gräulich - Kaffee dagegen bringt einen schönen warmen Cremeton hervor. Tee ist allerdings waschfester als Kaffee. Es gibt aber auch Farbstoffehersteller, die einen zarten Beigeton verkaufen, z. B. Procion.

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    Wer alte Stoffe nur tönen will, Kaffee vor Tee. Meine Färbeversuche mit schwarzem Tee waren oft grünlich oder gräulich - Kaffee dagegen bringt einen schönen warmen Cremeton hervor. Tee ist allerdings waschfester als Kaffee. Es gibt aber auch Farbstoffehersteller, die einen zarten Beigeton verkaufen, z. B. Procion.

    Mit Erlenzapfen lassen sich auch prima zarte Beige- und Brauntöne färben.
    Hände nehmen die Farbe übrigens auch sehr gut an. ;)

    Liebe Grüße aus der Mitte vom Pott
    Thomas

       

    „Die Nähmaschine ist eines der nützlichsten Dinge, die der Mensch erfunden hat“, sagte schon Mahatma Ghandi
    ... meint Toyota ;)

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  • Erlenzapfen, danke für den Tipp - ich kannte bis jetzt nur Walnussschalen! Auch bei den schaun die Hände sehr dunkel danach aus!

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