Jetzt kann ich Dir gerade nicht folgen, glaube ich.
Diese Kleider auf dem Foto sind sicher keine 100% traditionelle Tracht. Ich würde sie aber als moderne Interpretation 100%ig durchgehen lassen.
Die Schnitte sind klassisch (bei dem orangefarbenen bin ich mir nicht ganz sicher), nur die Stoffe sind modern. Aber eben nur modern und nicht ausgeflippt. So stell ich mir eine aktuelle Version eines Dirndl vor. Basst also - finde ich.
Dirndl heißt für mich ganz klar: regionales Kleidungsstück in Bayern (+eingemeindete Gebiete
), Österreich, Schweiz (wobei ich als Kind in Thüringen auch sowas in der Art hatte und gerne und zumindest zu Familienfeiern getragen habe). Vorgegeben ist eigentlich nur ein gewisser Rahmen in Sachen Schnittmuster und Anzahl der (schicklichen) Kleidungsstücke zu so einem Outfit.
Da spricht also absolut Nichts gegen ein wenig Zeitgeist und Modernisierungen, bzw. Anpassungen an die aktuelle Zeit und Mode. Es darf halt nur nicht übertrieben werden.
Ein Dirndl, teilweise aus Saristoffen, hätte ich in den 70ern wahrscheinlich sogar völlig in Ordnung gefunden 
Die von Dir gezeigten Kleider sind im Gastgewerbe aber nur dann sinnvoll nutzbar, wenn sie preisgünstig herzustellen sind. Sonst gehts leider nicht, fürchte ich. Toll finde ich es immer, wenn die Bedienung Regionaltracht trägt (Nachtrag: das meint hier im Süden Dirndl, im Rest Deutschlands scheint es diese Art Kleidungsstück ja irgendwie nicht mehr zu geben). Allerdings nur in Häusern mit entsprechendem Anspruch! Die McDonalds-Bedienung im Dirndl fänd ich irritierend. In Gegenden, in denen diese Kleider aber nicht nur zu besonderes, traditionellen Anlässen getragen werden (Bay, Ö, Schweiz... :D) finde ich es aber irgendwie nichts dabei, wenn hinterm McDonalds-Tresen doch mal eine mit Dirndl steht - zumindest zur Wiesn-Zeit nicht
)
Wobei das Dirndl und so *richtige* alte Trachten (Sorbische Trachten, die fränkischen da oben), die sind wieder was Anderes. Die packt man wirklich nur noch zu entsprechenden Anlässen aus und das ist in jedem Fall etwas ganz Besonderes, was nicht jeder in dieser Gegend im Schrank hat.
Sorry, jetzt ist es doch etwas länger geworden, aber ich finde dieses Thema tatsächlich nicht einfach.
Da gibt es Dirndl, Tracht und Diverses (Landhausmode, Mode-Dirndl... Pseudo-irgendwas).
Und es scheint eine Art Hierarchie zu geben. Während die Verfechter der Landhausmode, Mode-Dirndl usw. ihre Modelle gerne auch mal einfach als 'Tracht' bezeichnen, rümpfen die Dirndl-Verfechter die Nasen und weisen freundlich drauf hin, daß das bisserl weit hergeholt sei und die echten Trachtenverfechter gehen auf die Barrikaden.
Ich muß gestehen, ich erkenne eine echte Tracht nicht unbedingt zuverlässig von einem aufwändigeren Dirndl. Die Grenzen sind da für mich fließend. Genauso nach 'unten' in Richtung Landhausmode und was es sonst noch so gibt.
LG
neko