Die Frage ist, was man unter Vorrat versteht. Mehrere Hundert Meter Stoff als Hobbyschneidery zu Hause liegen zu haben, die man niemals vernähen wird und die man dann irgendwann weiterverkauft, weil der Platz nicht mehr reicht, ist kein Vorrat, sondern kompletter Wahnsinn.
Stoff zu Hause zu haben, bei dem man schon eine Vorstellung hat, was man daraus nähen kann/ möchte ist dann eher sinnvolle Vorratshaltung.
Mein "Vorrat" passt in eine größere Schublade und ich weiß bei jedem Stoff, was daraus werden soll. (Was nicht heißt, dass ich mich nicht auch noch umentscheiden könnte.) Wenn die Schublade voll ist, wird nichts mehr bestellt. (Ausnahmen mache ich nur bei Projekten, die sofort umgesetzt werden wie Geschenken, Sachen für meine Nichten oder meine letzten Hosen, die dringend waren, weil mir keine mehr wirklich passten.)
Dazu habe ich sechs nicht allzu große Boxen mit Stoffresten, die ich zum Beispiel für Hosentaschen oder gemischte Reste-Shirts verwende.
Wenn ich Stoff bestelle, dann auch für mehrere Projekte. Ich sammel solange in meinem Kopf, bis sich die Bestellung lohnt und hoffe einen Shop zu finden, wo ich alles auf einmal bekomme. (Die nächste Bestellung wird zum Beispiel für verschiedene Geburtstagsgeschenke sein. Für mich selber habe ich noch genug.)
Einen Stoff zu bestellen, nur weil ich ihn schön finde, ohne eine Ahnung zu haben, was daraus werden sollte, würde ich niemals tun.
Ich habe auch nur einen einzigen Stoff seit mehreren Jahren liegen. Aus dem soll ein Kleid werden, ich habe bisher nur noch kein passendes Schnittmuster gefunden und ich bin mir auch unschlüssig, ob mir der an meiner Freundin nicht besser gefallen würde als an mir.

