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Leider habe ich das bei Dochtgarn noch nie anders erlebt ...
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außer, man kauft Dochtgarn gar nicht mehr ...
Ich kann Dir versichern, dass dieses Verhalten für Dochtgarn typisch ist, weil Dochtgarn nur einmal versponnen und nicht anschließend verzwirnt ist, so dass die Drehung für immer unausgeglichen im Garn bleibt.
(In einem meiner englischen Bücher über Wollespinnen werden solche Garne nicht ohne Grund als "energized Yarn" bezeichnet. Ich finde, die Bezeichnung hat was.)
Wenn man ein Dochtgarn erwischt, das weder ein asymmetrisches Stichbild in glatt rechts erzeugt, noch zum Schrägeln eines Strickstücks in glatt rechts führt und auch nicht fusselt oder filzt wie die Seuche, weil es nur wenig gedreht wurde (ist besonders bei dicken Garnen oft der Fall,) dann ist das die absolute Ausnahme.
Merino hat ein vergleichsweise eher schlechtes Gedächtnis und ist dafür in dieser Hinsicht vielleicht etwas besser geeignet als andere Schafrassen, außerdem schön weich. Dafür ist es nicht sehr stabil und neigt je nach Vor-Behandlung (Ausrüstung) und späterem Waschen entweder zum Filzen oder zum Ausleiern.
(Ich rede von australischer Merino, die meist in industrieller Fertigung genutzt wird, deutsche Merino ist wieder etwas anders.)
Wenn Du unbedingt Dochtgarn verstricken willst, dann nutze Muster, die in gleichem Maße rechte und linke Maschen haben.

