Hmm, bei Maschinen mit Zwangsführung der Nadelstange ist das vollkommen egal, bei anderen Maschinen wird die Nadelstange durch Federkraft nach links oder nach rechts gedrückt, da spielt das tatsächlich eine Rolle.
Beim Horizontalgreifer ist es aber so, dass in Nadelposition links der Weg vom Nadeltiefpunkt bis zum Punkt, an dem die Greiferspitze genau hinter der Nadel steht, am größten ist. Dementsprechend ist die Schlinge, die der Oberfaden bildet und in die der Greifer hingreift (darum heißt er ja Greifer), tendenziell am größen auf der linken Seite ist.
Beim CB-Greifer ist es genau umgekehrt. Da der Greifer sich dort von links nach rechts bewegt, ist in Nadelposition rechts die Schlinge tendenziell am größten.
In diesem Stummfilm kann man die Schlingenbildung beim CB-Greifer sehen und z.B. bei 0:54 sieht man hinter der Nadel auch die kleine Schlinge, die von der Greiferspitze aufgenommen wird.
Diese Schlinge entsteht, weil bei aufwärts gehender Nadel der Oberfaden vom Nähgut gebremst wird.
Weicher Jersey bremst viel weniger als normaler Stoff, warum viele Maschinen speziell beim Jerseynähen Probleme machen.
K(l)eine Schlinge -> keine Stichbildung -> Stichaussetzer.
Bei Leder und einer zu dicken Ledernadel (oder zu dünnem Garn) kann das auch passieren, da das Stichloch zu groß ist und den Faden zu wenig bremst in der Aufwärtsbewegung.
Hier noch eine Grafik zur Schlinge hinter der Nadel (Wilhelm Renters, Der Nähmaschinen-Fachmann, Band 1, 8. Auflage, S. 38):
Schlinge-Renters.png
Der schwarze Pfeil symbolisiert die Greiferspitze.