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Vom Reinpassen zum Passen: Die eigene Garderobe als Nähobjekt

  • Hallo rundum,


    ausgehend von dem Papierparka-Thread, will ich hier ein paar Gedanken zu Schnitterstellung und Schnittanpassung in die Diskussion bringen.


    Irgendwie begegnet das uns im Forum häufig: dass jemand Konfektion nicht (mehr) mag und beschließt, sich die Klamotten selber zu nähen. Und weil fertige Schnittmuster ja irgendwie auch so etwas ähnliches wie Konfektion sind, geht’s dann schnell in Richtung eigene Schnitte erstellen, sei es jetzt über Schnittkonstruktion, Drapieren oder Basteln an vorhandenen Schnitten.


    Warum Konfektion nicht gemocht wird, braucht uns dabei zunächst wenig zu interessieren. Es kann allerdings ein interessanter Hinweis sein, der den Erfahreneren in Sachen Schnittanpassung helfen kann, für die konkrete Frage guten und vernünftigen Rat zu geben.


    Ich denke einfach, für die meisten ist das ein Prozess, blumig ausgedrückt, ein Weg, auf den sie sich begeben. Ich nehme mich da selber kein bisschen aus. Wirklich sehr lange war für mich „passen“ gleichbedeutend mit „reinpassen“. Als schlankes junges Mädchen / junge Frau kann eine sich das im Allgemeinen auch leisten. Wenn dann im Lauf der Jahre die Taille allmählich ein bisschen abhanden kommt (zum Beispiel), wird es anders.
    Ansprüche an Aussehen, Auftreten und Passform wandeln sich. Und der eigene Körper verändert sich, was mensch sich einmal als für sich selbst stimmig eingeprägt hat, braucht nicht immer so zu bleiben.


    Und dann ist mensch auf einmal mitten drin. Und es ist keinesfalls einfacher, sich die Schnitte und Klamotten selbst auf den Leib zu schneide(r)n, als fertige Konfektion zu kaufen oder fertige Schnittmuster nach Anleitung nachzunähen. Je tiefer mensch einsteigt, desto mehr fällt auf, was noch nicht stimmt, was vielleicht besser zu machen geht – nur wie? – ich empfinde es manchmal als ein regelrechtes in-der-Luft-hängen.


    Ich meine, für uns im Forum sollte das heißen, genau, aber sachlich, nachzufragen, wohin jemand denn mit einem selbst erstellten Schnitt hin will (oder auch mit einer Passform-Anpassung). Es gibt sehr viele Ansätze und Möglichkeiten, zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen (jweils für sich selber akzeptabel). Ich denke, wenn wir dabei immer auch im Hinterkopf behalten, dass die Antworten nicht nur für die fragende Person sind, sondern für viele weitere, die mitlesen, können wir alle voneinander lernen. Und quasi „zwischen den Zeilen“ kann sich so tatsächlich aus konkreten Antworten auf konkrete Fragestellungen im Lauf der Zeit so etwas wie ein allgemeingültiges Regelwerk herauskristallisieren.


    ---


    Noch ein paar freche Einwürfe, die ich mir nicht verkneifen mochte – nicht völlig, bzw. nur teilweise ernst gemeint …


    […] Nur wenn Du mal die Differenz Brustkorb - Taille mit 16cm betrachtest, DANN bräuchte ich deutlich taillierte Schnitte und auf keinen Fall BAUCHSchnitte […]


    FBA?


    […] Liegt der TU unterhalb des Brustumfangs, ist er gar nicht von Bedeutung. Den braucht kein Mensch. […]


    Du meintest: kein Mann?


    […] Ich bin beeindruckt davon mit wieviel Geduld und Energie du sich da in dieses Thematik reinwurschtelst und wie gut die Ergebnisse dann sind.
    Ich gucke dir und Basti immer furchtbar gerne zu ..... auch wenn ich zugeben muss, dass ich meistens nur Bahnhof und Abfahrt verstehe, weil ich mich bislang noch nicht drangetraut habe mich mit "Malen nach Zahlen" auseinander zu setzen.


    Ähm ja, und ich möchte dann bitte, wenn ich mal wieder einen Schritt weiter komme, auch noch wagen dürfen, bei euch um Rat und Denkhilfe zu fragen.


    Liebe Grüße
    Schnägge

  • Na, dann mal los!

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.
    Voltaire
    Gruß
    Nanne

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  • Hm,


    ich wollte mich ja drücken und erst noch ein bisschen einfach so rumdiskutieren …


    … aber was das Konkrete angeht: habe letzten Sommer ein Hemd im Frackhemden-Stil angefangen. Nach eigener Konstruktion. So weit, so gut. Soweit ich mich erinnere, ist das Teil auch fast fertig. Bis auf Kragen und Knöpfe und Knopflöcher.


    Dann bin ich vor meinem Umzug nicht mehr damit fertig geworden und habe es eben so halbfertig in einen Umzugskarton gepackt. Vor ein paar Tagen (oder sind es doch schon wieder Wochen?) habe ich das Ding aus seinem Kartongrab befreit. Und noch ein paar andere Sachen. So, dass der Stapel nicht zuu entmutigend hoch wird.


    Durch den Umzug habe ich abgenommen. Aber ziemlich sicher nicht an den Oberarmen. Das sind nämlich echte Muckis! Könnte mich ja freuen (tut es mich auch; das eine wie das andere). Aber soweit ich mich erinnere, waren die Ärmel schon vor dem Umzug so, dass ich mir überlegt habe, die nochmal neu zu machen und weiter.


    Kann jemand verstehen, dass ich es bis jetzt noch nicht wieder anprobiert habe???
    Das ist eigentlich nur die Vorrunde zu weiteren Projekten. Na, ich lass es dann mal langsam angehen, oder … ? rennschnaegge.gif


    Liebe Grüße
    Schnägge

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  • habe letzten Sommer ein Hemd im Frackhemden-Stil angefangen. Nach eigener Konstruktion. So weit, so gut. Soweit ich mich erinnere, ist das Teil auch fast fertig. Bis auf Kragen und Knöpfe und Knopflöcher.


    Das klingt spannend und ist mal etwas anderes, ich bin auf jeden Fall gespannt.
    Manche Nähprojekte ziehen sich, ich weiß :), das Tempo ist eben eigen bei manchen Dingen. Das macht aber nix, denn Eure grünen Schnecken entschleunigen und erzeugen keinen Druck. Den kann man beim Nähen sowieso nicht gebrauchen.
    Frackhemd - ich freue mich darauf.

    Grüße
    Susanne

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  • Ach Basti,


    schön ruhig durchatmen, Ball flach halten …


    Bitte nicht haka mit dob verwechseln.


    Amüsanterweise ist diese Irritation im Ursprungsthread genau Thema. Mal sehen, ob sich das noch auflöst. Und, wenn ja, in welche Richtung?


    Fba bei haeger ist quatsch. Warum hast du mich nicht komplett zitiert. .. ich hatte es noch erklärt. ..


    Mein Zitat bezieht sich auf die haka.


    ’türlich Quatsch … – Deswegen:

    Noch ein paar freche Einwürfe, die ich mir nicht verkneifen mochte – nicht völlig, bzw. nur teilweise ernst gemeint …


    Liebe Grüße
    Schnägge

  • Ich hab von all dem natürlich mal wieder gar keine Ahnung.


    Meine Frage fängt schon viel früher an: Woran erkenne ich denn überhaupt, ob etwas gut sitzt?


    Ok, wenn die Knöpfe über dem Bauch spannen, dann sitzt es definitiv nicht gut. So viel weiß selbst ich. Aber ansonsten? Wie verhalten sich guter Sitz und Bequemlichkeit zueinander? Ist guter Sitz nicht auch abhängig von der Mode? Ich gebe es zu .... ich bin überfordert.

    Fröhliche Grüße
    Marion


    Truth is stranger than fiction, but it is because Fiction is obliged to stick to possibilities; Truth isn't.


    Mark Twain

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  • Ich gebe es zu .... ich bin überfordert.


    Ich reich dir mal die Hand …


    Meine Frage fängt schon viel früher an: Woran erkenne ich denn überhaupt, ob etwas gut sitzt?


    Ja, das ist die Sache mit dem Checker-Blick … Irgendwie gibt es Falten, die sind „erlaubt“, weil irgendwie und irgendwo müssen ja Falten entstehen, wenn eine sich bewegt. Und dann gibt es eine Unzahl von Falten, die auf Passformprobleme hinweisen.


    So, wie sich das mir allmählich erschließt, gibt es ein paar Menschen, die das von Anfang an analytisch erkennen und dann auch beheben können. Die meisten brauchen zusätzlich viel Erfahrung. Diese Erfahrung zu sammeln, ist zuweilen schon ermüdend … Aber wenn ich es – im Wortsinn(!) – anders nicht begreifen kann, als wenn ich das Problem greifen kann und spüren, wie es sich anfühlt …?


    Und solange eine den Checker-Blick und die Erfahrung noch nicht so richtig drauf hat, geht vieles auf dem umgekehrten Weg: ich versuche nach und nach, das auszuschließen, wo ein Kleidungsstück nicht gut sitzt. Das sind z.B. die ganzen Fälle, wo Kleidungsstücke oder Teile davon „wandern“ – an Körperstellen, wo sie aber nicht sitzen sollen …


    Wie verhalten sich guter Sitz und Bequemlichkeit zueinander? Ist guter Sitz nicht auch abhängig von der Mode?


    Bestimmt. Ich glaube, über den Eindruck, den Mode erwecken will. Soll etwas lässig wirken – oder streng?


    Das heißt natürlich auch, dass ich das umgekehrt nutzen kann, um die für mich im konkreten Fall passende Schnittführung zu finden. Wenn ich einen lässigen Eindruck machen will, sollte ich mich mal in der Zeit orientieren, als die Mode lässig war (und mir dann noch zusätzlich überlegen, ob das die Art von Lässigkeit bringt, die jetzt und für mich angebracht ist).


    Nein, ich mache das nicht so. Bis jetzt noch nicht. Auf die Idee hast du mich gerade gebracht.
    Ich habe herzlich wenig Ahnung von Mode. Was ist denn eigentlich gerade Mode??? (Außer dass ich bemerkt habe, dass die Schnitte wieder körperferner werden.)


    Mir hat es sehr viel gebracht, mich hier im Forum mit den Passformproblemen anderer auseinanderzusetzen. Mit dem Blick von außen ist vieles sehr viel einfacher. Am eigenen Körper ist es komplexer, in verschiedener Hinsicht …
    Und irgendwann kommt dann auch wieder der Zeitpunkt, sich selber mit Fragen und Problemen der Beurteilung anderer zu stellen.


    Liebe Grüße
    Schnägge

  • Gute Frage :-)
    An mir selbst kann ich einiges erkennen, an anderen teils auch - Shirts nach Konfektion muß ich mindestens eine Nummer größer kaufen, als für meinen Rücken und Arme nötig wäre, um die Brust reinzubekommen. Daraus entstehen meist zu breite Schultern, das heißt, die Ärmelnaht hängt von der Schulter runter, im Rücken ist das Ganze zu weit (schlackert und wirft Falten auf der Armausschnitthöhe)und immer zu lang (kurzer Rücken mit Hohlkreuz), was zu einer Querfalte im Taillenbereich führt (da staut sich der zu viele Stoff oberhalb vom Po).
    Vorne gibt´s gerne Zugfalten von der Brust zur Seitennaht und zum Ärmel hin.
    Bei Hosen steht bei mir gerne mal der Bund hinten ewig weit ab, eine Nummer kleiner geht aber nicht, zu eng (Hallo Hohlkreuz). Katzenbart ist ein sehr gängiges Problem, seh ich häufig (ein Hoch auf längere Shirts ;-)).
    Ärmellose Kleider gehen bei mir z.B. gar nicht - da der Armausschnitt sehr tiefe Einblicke zuläßt (auch wieder, Brust zu groß für den Rest des Körpers nach Konfektion). Beobachte ich bei anderen teils auch. Oder auch Shirts, die sich hinten oberhalb vom Po stauen, weil entweder wie bei mir (s.o.) oder zu eng geschnitten für den Hüftbereich und daher hochkrabbelnd.
    Empirenähte, die quer über die Brust verlaufen, weil die Brustposition nicht der Höhe der Brustposition laut Shirthersteller entspricht. Zu lange oder zu kurze Ärmel bei LA-Oberteilen. Völlig verdrehte Seitennähte bei Röcken oder Hosen (ziehen an der Taille nach hinten oder nach vorne).
    Manches kann ich auch zuordnen und weiß so halbwegs, wo mehr oder weniger Stoff oder Abnäher, Teilungsnähte, was auch immer hin muß. Manches seh ich, weiß aber den Grund dafür nicht (z.B. Zugfalten an Hosen unterhalb vom Po, generell Hosenpassformmängel). Manches überseh ich schlicht auch, was einem Profi sicher auffallen würde.
    Und klar kommt die Mode noch dazu. Wenn Modell Sack grad in Mode ist, ganz ohne Abnäher, sieht das an den wenigsten Frauen so aus, wie es aussehen sollte. Bei allen anderen gibt´s zig Falten. Das kann schlicht nicht wirklich sitzen, der Körper ist kurvig. Uswusf....

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  • Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Könnte man solche Probleme mit einem Schnittprogramm für den Computer vermeiden?
    Hab wegen der Erfahrungen damit vorhin schon mal im anderen Forum gefragt.
    LG Nela

  • Könnte man solche Probleme mit einem Schnittprogramm für den Computer vermeiden?


    Ja und nein.


    Soweit ich weiß können zumindest nicht alle (eher die wenigeren) Computer-Schnitterstellungsprogramme überhaupt auf figürliche Besonderheiten wie z.B. Hohlkreuz eingehen. Die Schnitterstellungsprogramme, die mehr eigene Eingriffe zulassen, können sicherlich sehr interessant sein für Leute, die schon ganz gute Erfahrung in der Anpassung haben oder die händisch konstruieren gelernt haben und die Zusammenhänge verstehen.


    Das heißt, wenn du überlegst, ob so ein Programm was für dich sein könnte, musst du gucken, ob du die Faktoren beeinflussen kannst, die für gute Passform deiner Schnitte wichtig sind – also im Zweifelsfall: an den Punkten, an denen dein Körper von „der Norm“ (der Norm der Konfektion) abweicht.
    Und die weitere wichtige Frage: wirst du damit zurechtkommen und Spaß damit und daran haben? Das am Computer zu machen, ist nicht für alle der beste Weg.


    Liebe Grüße
    Schnägge

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  • Mir hat es sehr viel gebracht, mich hier im Forum mit den Passformproblemen anderer auseinanderzusetzen. Mit dem Blick von außen ist vieles sehr viel einfacher. Am eigenen Körper ist es komplexer, in verschiedener Hinsicht …
    Und irgendwann kommt dann auch wieder der Zeitpunkt, sich selber mit Fragen und Problemen der Beurteilung anderer zu stellen.


    Ich oute mich jetzt mal hier als Volldepp. Ich lese hier mit wachsender Begeisterung irgendwelche Threads, bei denen Schnitte konstruiert werden oder Passform geändert. ABER ICH VERSTEHE NICHT EIN EINZIGES WORT! Und das, obwohl ich seit fast 40 Jahren an der Nähmaschine sitze und auch recht ordentliche Dinge daran produziere. Aber da komme ich schon mit den meisten Begrifflichkeiten nicht klar.


    Beispielsweise "Der Brustabnäher sitzt zu tief" Zu tief in Bezug worauf? Ist hier die Tiefe "in Richtung Fußboden" gemeint oder bezeiht sich das auf die räumliche Tiefe? Keinen Plan. Dabei ist das noch etwas, dass ich mir zur Not erarbeiten könnte.
    Aber wenn da so was steht wie "Außerdem muss der Bauchabnäher zugelegt werden, damit sich die Seite öffnet" oder wenn dann irgendwelche Ärmelnähte nach außen gedreht werden sollen oder was auch immer ...... Nö, tut mir leid. Das verstehe ich einfach nicht.


    Ich lese die entsprechenden Threads immer brav weiter. Aber ich könnte jetzt nicht von mir behaupten, dass ich da auch nur den Hauch eines Aha-Erlebnisses gehabt hätte. Ich beschränke mich wohl darauf auch weiterhin Sachen zu nähen, die hoffentlich nicht so besonders passformsensibel sind.

    Fröhliche Grüße
    Marion


    Truth is stranger than fiction, but it is because Fiction is obliged to stick to possibilities; Truth isn't.


    Mark Twain

  • Ach Friedafröhlich! :knuddel:


    Ich oute mich jetzt mal hier als Volldepp.


    Wollte ich dir eigentlich oben schon geschrieben haben haben: du sollst dich hier nicht so klein machen oder sogar beschimpfen!


    Wenn ich lese, was du schreibst, denke ich: einfach nur ein klassischer Fall von Fachchinesisch (bwz. Scheitern am Fachchinesisch). Ich glaube, du stehst dir da aber ein bisschen selbst im Weg. Und möglicherweise kann dir ganz einfach geholfen werden, wenn du einfach nur einen kleinen Schritt zur Seite gehst.


    Kann ich ja verstehen, dass du nicht unbedingt in einen Thread reinplatzen willst mit deiner Nachfrage. Aber andererseits: Wenn es schon du nicht weißt (und du bist nicht blöd!!!! das weiß ich!) – dann sind es bestimmt noch mehr, die es nicht verstehen. Also keine Scheu mit Nachfragen!


    Beispielsweise "Der Brustabnäher sitzt zu tief" Zu tief in Bezug worauf? Ist hier die Tiefe "in Richtung Fußboden" gemeint oder bezeiht sich das auf die räumliche Tiefe? Keinen Plan. Dabei ist das noch etwas, dass ich mir zur Not erarbeiten könnte.


    Das meint dann tatsächlich: zu nah am Fußboden.


    Aber wenn da so was steht wie "Außerdem muss der Bauchabnäher zugelegt werden, damit sich die Seite öffnet" oder wenn dann irgendwelche Ärmelnähte nach außen gedreht werden sollen oder was auch immer ...... Nö, tut mir leid. Das verstehe ich einfach nicht.


    Zulegen und drehen sind Techniken, um Abnäher an andere Stellen zu bekommen.


    Nehmen wir doch einfach mal den Brustabnäher. Bei der Grundschnittkonstruktion, so wie ich sie jetzt gemacht habe (nach Hofenbitzer) wird der Brustabnäher auf zwei Abnäher aufgeteilt konstruiert: Ein Abnäher von der Schulternaht zum Brustpunkt und ein Abnäher von der Taillennaht zum Brustpunkt. Wenn ich den von der Taille aus nicht haben will, anstatt dessen aber einen, der von der Seitennaht ausgeht oder vom Armloch: Abnäher von der Taille aus entlang einem der Abnäherschenkel aufschneiden. Von Seitennaht oder Armloch aus einschneiden, dort wo der neue Abnäher sitzen soll (d.h. ein Schenkel). So weit einschneiden, dass die Ecke gerade noch nicht rausfällt. Diese fast lose Ecke so lange drehen, bis die beiden Abnäherschenkel des Taillen-Brust-Abnähers übereinander liegen. Der Abnäher ist zugelegt. Dafür klafft jetzt an der Seite der neue Abnäher auf.


    Ich lese die entsprechenden Threads immer brav weiter. Aber ich könnte jetzt nicht von mir behaupten, dass ich da auch nur den Hauch eines Aha-Erlebnisses gehabt hätte. Ich beschränke mich wohl darauf auch weiterhin Sachen zu nähen, die hoffentlich nicht so besonders passformsensibel sind.


    Ach nein.


    Plane lieber deine Nähprojekte nach den Kriterien, was du anziehen magst und was zu dir passt (was macht dein Rock?), nicht, wo vielleicht Probleme mit der Anpassung kommen könnten.
    Wenn du Glück hast, kriegst du mit dem vorhandenen Schnitt schon eine ganz gute Passform hin (Fertigschnitte sind ja nicht automatisch Mist). Und wenn’s noch wo fehlt, dann machst du halt hier einen Passform- und Anpassungsthread auf und lässt dir helfen.


    Ich denke, Menschen sind einfach auch ganz unterschiedlich, wer sich was nur einfach so von Beschreibung oder Zeichnung her vorstellen kann – und wer es mal selber gemacht und ausprobiert haben muss, um es zu begreifen. Keines davon ist besser oder schlechter. Es ist nur einfach so, dass die meisten um das Erfahrungslernen nicht drumrum kommen.


    Ich habe diesen Thread auch angefangen, damit möglichst viele wissen, dass sie nicht allein sind, wenn sie mit ihrem aktuellen Nähprojekt vor dem Spiegel stehen und die merkwürdigen Falten einfach nur Ratlosigkeit und Überforderung auslösen …


    Liebe Grüße
    Schnägge

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  • Ich oute mich jetzt mal hier als Volldepp. Ich lese hier mit wachsender Begeisterung irgendwelche Threads, bei denen Schnitte konstruiert werden oder Passform geändert. ABER ICH VERSTEHE NICHT EIN EINZIGES WORT! Und das, obwohl ich seit fast 40 Jahren an der Nähmaschine sitze und auch recht ordentliche Dinge daran produziere. Aber da komme ich schon mit den meisten Begrifflichkeiten nicht klar.


    Beispielsweise "Der Brustabnäher sitzt zu tief" Zu tief in Bezug worauf? Ist hier die Tiefe "in Richtung Fußboden" gemeint oder bezeiht sich das auf die räumliche Tiefe? Keinen Plan. Dabei ist das noch etwas, dass ich mir zur Not erarbeiten könnte.
    Aber wenn da so was steht wie "Außerdem muss der Bauchabnäher zugelegt werden, damit sich die Seite öffnet" oder wenn dann irgendwelche Ärmelnähte nach außen gedreht werden sollen oder was auch immer ...... Nö, tut mir leid. Das verstehe ich einfach nicht.


    Ich lese die entsprechenden Threads immer brav weiter. Aber ich könnte jetzt nicht von mir behaupten, dass ich da auch nur den Hauch eines Aha-Erlebnisses gehabt hätte. Ich beschränke mich wohl darauf auch weiterhin Sachen zu nähen, die hoffentlich nicht so besonders passformsensibel sind.


    Liebe Marion! Toll, dass Du es aussprichst! Menno, weißt Du, wie oft es mir so ergangen ist???? Ich saß manchmal Stunden, Tage vor einem Satz. Ich besitze mehrere Schnittkonstruktionsbücher und manchmal lese ich etwas in einem, dann gehe ich zum anderen um zu gucken, wie es dort beschrieben wird...


    Trau Dich zu fragen. Nur so lernst Du und die anderen. Durch Deine und auch eigene Fragen! :knuddel:

  • Ich habe ja früher sehr oft an Nähkursen teilgenommen. Also wo eine gelernte Schneiderin den Kurs leitete und auch einen Blick für Passformen und Problemen hatte.
    Einiges konnte ich für mich da mitnehmen. So das leidige Problem bei der Hosenform, die nach Schnitt immer überall Falten warf.
    Früher mit der schmalen Taille zu den breiten Hüften paßte auch kein Rockschnitt.
    Naja, mit den Jahren hat sich einiges am Körper umgestaltet.:shocked: aber die gekauften Kleidungstücke passen trotzdem oft nicht.
    Ich habe im letzten Nähkurs neue Schnitte angefertigt (mit Hilfe der Schneiderin - Gewandmeisterin). So habe ich jetzt einen Hosenschnitt, einen Shirt und Blusenschnitt genau für meinen Körper.
    Nachteilig finde ich auch dass man sich selbst so schlecht betrachten kann ob alles richtig sitzt. Eine auch näherfahrende Freundin wäre da nicht schlecht.

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  • Nachteilig finde ich auch dass man sich selbst so schlecht betrachten kann ob alles richtig sitzt. Eine auch näherfahrende Freundin wäre da nicht schlecht.


    Da sagst du was. Eine zweite Person bräuchte man ja auch zum Messen.

    Fröhliche Grüße
    Marion


    Truth is stranger than fiction, but it is because Fiction is obliged to stick to possibilities; Truth isn't.


    Mark Twain

  • "Der Brustabnäher sitzt zu tief" Zu tief in Bezug worauf? Ist hier die Tiefe "in Richtung Fußboden" gemeint oder bezeiht sich das auf die räumliche Tiefe?


    Ach Frieda, du bist so süss, manchmal könnte ich dich vom vom Scheitel in Richtung Fußboden nur knuddeln :knuddel:.






    Zum Messen....hast du eine Schneiderpuppe, einen Friedaklon?

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.
    Voltaire
    Gruß
    Nanne

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  • Ach Frieda, du bist so süss, manchmal könnte ich dich vom vom Scheitel in Richtung Fußboden nur knuddeln :knuddel:.


    :o:o:o


    Quote

    Zum Messen....hast du eine Schneiderpuppe, einen Friedaklon?


    hm .... ja ..... hatte ich mal. Aber das Ding hat mein Lieblingsdepp bei meinem Rauswurf behalten. Vermutlich übt er damit jetzt Messerwerfen .... mit seinen heiligen selbstgemachten Messerchen (ne, ne .... das meine ich schon ernst)

    Fröhliche Grüße
    Marion


    Truth is stranger than fiction, but it is because Fiction is obliged to stick to possibilities; Truth isn't.


    Mark Twain

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