Privileg Voll-Zick-Zack Rekord (888)

  • Liebe Nähergemeinde, besonders Lieber Stefan und Lieber Martin,


    heute brauche ich dringend eine Antwort von Euch: Meine Mutter ist seit dem frühen Pleistozän in Besitz der oben genannten Maschine. Sie ist sehr glücklich mit ihr und hatte vor ein, zwei Jahren mal ein Problem, das in ihrem Umfeld nicht so einfach gelöst werden konnte. Daher nun die große Frage: Wer war der verantwortliche Hersteller dieser Maschine? Wie heißen/hießen die baugleichen Modelle und würdet Ihr auch unterschreiben, daß diese Maschine quasi unkaputtbar ist?


    Da meine Mutter nächste Woche bei meinem Bruder in Süddeutschland nadelt, wäre es gut, wenn ich ihr bei der Gelegenheit Euer geballtes Wissen um die Ohren hauen könnte. (Dann ist sie bestimmt total beeindruckt, was ich alles weiß... :p)


    Merci d´avance!

    Ich habe keine Wespentaille. - Ich habe eine Hummelhüfte.

  • Hallo mama.nadelt,
    da ich leider (!) von Martin und Stefan schon länger neuen keine Beiträge gesehen habe, versuche ich mich mal.
    Die Suche nach der Maschine führt mich u.a. zu dieser Seite.
    Sieht die Privileg deiner Mutter genauso aus?


    Wenn ja, dann müsste der Hersteller Brother sein. Die Nähmaschine verfügt dann über einen mitgehenden CB-Greifer.
    Das Greifergehäuse bewegt sich beim Zick-Zack-Stich synchron mit der Nadel von links nach rechts und wieder zurück.
    Bei schnellem Nähen kann man diese hin- und herschwingenden Massen oft auch hören und spüren. Insgesamt nähen diese Maschinen aber meist recht leise und kraftvoll, alleine das hohe Gewicht dämpft ja schon ganz gut.


    Die Nadel wird von links nach rechts eingefädelt, die flache Seite des Nadelkolbens muss nach rechts zeigen.


    Ein Vorteil dieses Systems ist, dass das Greifertiming auch beim Zick-Zack immer gleich bleibt. Dafür ist es nicht möglich, mit Zwillingsnadeln zu arbeiten.


    HTH
    Detlef

    Gruß
    Detlef


    Die Pfaff meiner Mutter hat damals zwei Monatsgehälter gekostet und näht nach über 60 Jahren immer noch. Dann müsste eine Nähmaschine, die nur einen Tageslohn kostet, umgerechnet ein Jahr halten - tatsächlich, die meisten Maschinen dieser Preisklasse schaffen das sogar.

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  • Das dürfte für die alten, einfachst gebauten Geradstichmaschinen gelten, bei denen die Unterfadenspule von links her eingesetzt wird. Auch die 888 ist ja offensichtlich von der Rasse her noch so eine, aber mit Wackel-Transport für den Zickzack-Effekt (hab's noch nicht selber irgendwo gesehen).
    Alle neueren Maschinen haben ja eine Umlenkung, sodass der Benutzer die Unterfadenspule von vorne reintun kann.

  • Ok, dann ist meine Voll-Zick-Zack moderner und ich fädel sie nicht falsch ein... (schließlich habe ich dafür ja auch extra einen Ausflug in die Bedienungsanleitung gemacht)...


    Ich hätt gern mal ein Foto von der 888... oder muß ich die Tante fragen?


    LG neko

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  • Ein Blog mit Bildern hat doch kledet weiter oben schon verlinkt?


    Ausserdem - Google existiert. "Privileg 888" eingegeben, dann in der Kopfleiste auf "Bilder" geklickt und schon hast Du reichlich welche :) .
    Da die Bilder oft in Zusammenhang mit irgend einem Artikel stehen, kann man übrigens auf diese Weise sehr viel schneller etwas über irgend einen Sachverhalt erfahren, als wenn man bei der Startseite von Google nacheinander auf alle Artikel zu den Stichworten klickt. Fährt man mit der Maus, ohne klicken, über die Bilder, werden schon mal die Linknamen angezeigt. Dann kann man sich z.B. sparen, auf einen Link zu Ebay zu klicken, würde auf diese Weise aber z.B. auch auf naehmaschinenverzeichnis.de aufmerksam geworden sein.

  • Alle Quelle-Nähmaschine, mit Ausnahme der 833, die eine 800er-Typen-Bezeichnung haben, wurden von Brother gebaut. Wenn Du Dir das Quelle-Typenschild auf der 888 ansiehst und steht dort bei der Typ-Nummer ein BR für Brother. Die Privileg 880 ist ein Klon der Brother Star 20E, die 860 ist ein Nachbau der Brother VX 90.


    Die Privileg 888 ist eine Nachfolgerin der Ideal Voll-Zick-Zack De Luxe (ebenfalls Brother ca. 1950/60). Es gibt auch noch die Ideal Zick-Zack-Automatik, die mit Musterscheiben arbeitet. Das sind, meines Wissens nach, die ersten Modelle aus der Pacesetter-Serie von Brother. Die Ideal Zick-Zack-Spezial wurde von Janome gebaut.

    Kreativität ist ... eine Allround-Fähigkeit für alle :na: Lebenslagen.

    Die Eile ist der größte Feind der Qualität. (Irena Paukshte)
    Keine Frau ist perfekt, aber die aus dem Süden :biggrin: sind verdammt nah dran.

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  • Dieses Prinzip mit dem hin- und hergehenden Greifer gab es früher häufig, neben diversen Ideal und Privileg Voll-Zick-Zack-Maschinen unter anderem auch bei der Ankerette, Anker Phoenix Celerta ZZ, Adler 87, Singer 237 und Singer Merrit.


    Gruß
    Detlef

    Gruß
    Detlef


    Die Pfaff meiner Mutter hat damals zwei Monatsgehälter gekostet und näht nach über 60 Jahren immer noch. Dann müsste eine Nähmaschine, die nur einen Tageslohn kostet, umgerechnet ein Jahr halten - tatsächlich, die meisten Maschinen dieser Preisklasse schaffen das sogar.

  • Ich :herz: Euch einfach! Ihr seid echt besser als die Tante!!! Ja, das ist die Maschine, Detlef. Die sitzt sogar in genau der gleichen Plastikwanne, hat eine graue Kunststoffabdeckung mit Koffergriff.
    Da mein Mütterlein es mit der Abschrift des Typenschilds nicht so genau genommen hat, weiß ich nicht, ob ein BR drauf ist. Da muß ich sie nochmal drauf ansetzen. Supi. Denn wenn man beim nächsten Schaden die Sache unter Brother verbuchen kann, tut sich der jungsche Nähmaschinenreparateur, der zu diesen Zeiten noch nicht einmal in Planung war, vielleicht etwas leichter mit der Teilesuche?
    Nochmal: Ihr seid die Besten! Danke.

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  • Was soll es da für Teile geben? An ihrer Vorläuferin (Ideal Geradstich) hatte ich mal die Stichplatte ruiniert, aber da gehörte schon der Versuch dazu, einen Dreiviertel Zentimeter hartes Leder zusammenzunähen (hat auch geklappt, bis dahin). Sogar die Stichplatte habe ich aufgrund Foto auf einem Millimeterpapier von einem Internethändler, bezahlbar natürlich, neu beschaffen können.


    Ansonsten hat Fred Feuerstein damals im Pleistozän ein Mühlrad gebaut, die Achse von dem Ding verlängert, am anderen Ende einen Greifer drangepappt (deswegen ist nämlich bei diesen Maschinen die Einfädelrichtung von rechts her längs der Maschine, nicht von vorne her, also wo Wilma saß, quer zur Maschine - Kegelzahnräder kannte er noch nicht), einen Kiefer vom Pleistokrokodil samt Gelenk drübergebunden, der rauf und runter gehen konnte und bei jeder Umdrehung vom Baum durch einen drangelassenen Aststummel hochgeschubst wurde, und hat dann nur noch gewartet, bis ein Säbelzahntiger-Welpe seinen Milchzahn verlor, um eine Nadel zu kriegen. Mehr ist auch heute nicht dran. Also: was soll man da für Ersatzteile benötigen? ;) .

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  • Ja, ab einem gewissen Alter zicken die alten Damen schon mal rum. Und da rede ich NICHT von meiner Mutter, sondern von der alten Eisendame, die einfach nicht mehr wollte. Ich weiß nicht, ob es vielleicht ein Ermüdungskabelbruch war oder ob irgendein anderer Teil mangels Wartung nicht mehr wollte. Meine Mutter ist nämlicher nicht so Großmutter.nadelt. Ich weiß nicht, ob und wann sie das Maschinchen zuletzt geölt/gereinigt hat, bzw. ob sie es je in der Inspektion hatte. Bei vier Kindern ist sie eh nicht so oft an der Nähmaschine gelandet. Das war eher so appoint. Heutzutage näht sie einfache Handschuhpuppen für die Enkel. Oder mal ein Täschchen der einfachen Art. Aber manchmal braucht man eben seine Maschine. ;)

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  • mama.nadelt: Die alten Voll-Zick-Zacks brauchen regelmäßig ihr Öl, auch untenrum, damit sie ruhig und leise laufen, gerade die Führung des Greifers und die Greiferbahn sollten nicht trockenlaufen.
    Schau auch mal unter den Deckel, bei einigen Maschinen gibt es dort ein interessantes 'Ölleitsystem' aus Plastik, dass das Öl, das von oben durch die Öllöcher im Deckel kommt, an den richtigen Stellen in der Mechanik verteilt.


    Wenn die Elektrik rumzickt, kann man notfalls einen neuen Rucksackmotor anbauen, die Montage ist völlig unproblematisch.


    Gruß
    Detlef

    Gruß
    Detlef


    Die Pfaff meiner Mutter hat damals zwei Monatsgehälter gekostet und näht nach über 60 Jahren immer noch. Dann müsste eine Nähmaschine, die nur einen Tageslohn kostet, umgerechnet ein Jahr halten - tatsächlich, die meisten Maschinen dieser Preisklasse schaffen das sogar.

  • Coole Tips, Detlef, danke. Ich werde das mal weitergeben. Die Maschine befindet sich räumlich 400 km entfernt von mir und gefühlte 1.000.000.000 km. Ich durfte NIE dran. (Hätte aber unter mütterlicher Anleitung vermutlich auch schnell aufgegeben. ;) ) Ich gebe das einfach mal weiter. Vielleicht fahre ich mal wieder hin, dann schaue ich mal drüber.
    Und wenn ich als technischer Nincompoop das korrekt verbucht habe, braucht jede Mechanik Schmierstoffe, wenn sie sich nicht schreddern soll, oder? Ich öle mindestens einmal im Halbjahr, wenn nötig und reinige bei Stoffwechsel. Also SEHR regelmäßig. Man muß seine Maschine lieben. Ganz egal, ob von Quelle, Feinkost-Lidl oder Fachhändler.

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