Nähen und räumliche Vorstellung (?)

    • Offizieller Beitrag

    Nähen ist angewandte Geometrie sage ich sehr oft. Nicht selten erlebe ich dann Erstaunen und die resignierende Bemerkung - das konnte ich früher schon nicht... :(.
    Ich glaube aber, dass viele Hobbyschneider/innen zu kompliziert denken.


    Wie seht ihr das?

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  • Ich sehe das auch so...Traut man sich jedoch den ersten Schritt und macht einen nach dem Anderen...Merkt man meistens "hey! Das klappt" also mehr Mut und straft Eure Mathenote Lügen

    The 3 Laws of The Multispheres...


    #1: If it's supposed to move and doesn't: WD-40.
    #2: If it moves and it's not supposed to: Duct Tape
    .#3: Everything else: Baking Soda.


    Matth. 5,1 - 7,29

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  • Ein bisschen rechnen und messen sollte aber schon sein. So manche frage würde sich erübrigen, und genau muss man auch arbeiten, denn sonst passt es irgendwie nicht. Aber ich bin Deiner Meinung, manche denken einfach zu kompliziert..

  • allerdings ein Lineal oder Maßband benutzen können und Grundrechenarten sollte man schon beherrschen

    The 3 Laws of The Multispheres...


    #1: If it's supposed to move and doesn't: WD-40.
    #2: If it moves and it's not supposed to: Duct Tape
    .#3: Everything else: Baking Soda.


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  • ich finde nähen ist eher wie puzzeln... da muss man auch gucken welches Teil an welches passt... gibt ja mittlerweile auch 3D Puzzels ;)
    Rechnen und messen muss man ja eher nur (ich sage mal vorsichtig) als fortgeschrittener Nähkünstler. In den meisten Anleitungen wird einem das Rechnen ja komplett abgenommen und bei Kinderkleidung und Accessoires wie Taschen und Deko habe ich noch nie was gemessen.

  • Ich war in Mathe immer nur mittelmäßig und war im Studium dann gezwungen, mich mit höherer Mathematik zu befassen - da hat es sogar manchmal Spaß gemacht, wenn man den Beweis dann verstanden hatte... ;)


    Beim Nähen brauche ich eher Geometrie als Analysis, die aber ziemlich oft. Ich entwerfe meine Quilts normalerweise selbst, und berechne dann Flächen, Nahtzugaben und dann Stoffverbrauch.
    Allerdings mache ich inzwischen immer auch einen Probeblock - nachdem ich mich einmal total verkalkuliert hatte, weil ich die NZ nur an einer Seite mitgerechnet hatte... :rolleyes:

    Alles Liebe,
    snailstrail


    Skip the math, buy the bolt! :D

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  • Da hier der Begriff "räumliche Vorstellung" in der Überschrift steht, gehe ich mal davon aus, dass es hier nicht darum geht, dass man ordentlich nachmisst oder mal was ausrechnet, sondern eher darum, dass man sich vorstellen kann welche Teile wie zueinander gehören, dass man auch ohne Schnittmuster schon weiß, aus welchen Teilen eine klappentasche aufgebaut ist und man deswegen bei einem Schnittmuster hierfür nicht erst lange grübeln muss, was man man da tun soll - das räumliche Vorstelungsvermögen eben.


    Dieses ist bei mir eher schwach ausgeprägt. das hindert mich zwar nicht daran zu nähen, aber so einiges ginge deutlich schneller und auch weniger fehlerbehaftet, wenn ich diese Vorstellungskraft hätte. Schon das Lesen einiger Anleitungen gibt mir da Rätsel auf.


    Für jemanden, der ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hat, wird das schwer zu verstehen sein ("warum siehst du das nicht? Das ist doch logisch!"). Vermutlich kann man sich das genauso wenig vorstellen wie es ist, wenn man kein Farbsehvermögen hat oder wenn die Stereosicht fehlt. Aber es ist einfach so. Vieleicht kann man da ein wenig trainieren, sicher bin ich mir allerdings nicht.
    Dass man sich da dann schwerer tut als andere hat also nichts mit fehlendem Mut zu tun

  • Nähen ist angewandte Geometrie sage ich sehr oft.


    Danke Anne, jetzt weiß ich endlich warum das Nähen mir so einen Spaß macht, denn kreativ bin ich ja nicht.
    Ich dachte immer Nähen hat primär mit Kreazivität zu tun, aber wahrscheinlich doch mehr mit Mathematik.;)


    Welche Schnitteile wohin kommen lernt man finde ich mit der Zeit.
    Das macht nach meinen Erfahrungen die Übung. Da braucht man irgendwann gar nicht mehr drüber nachzudenken...

    Liebe Grüße
    Anja


    Mit dem Nähen ist es ein bisschen wie mit dem Sex, aus Spaß an der Freude ist es eine tolle Sache, aber für Geld möchte ich es nicht machen.:D

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  • Welche Schnitteile wohin kommen lernt man finde ich mit der Zeit.
    Das macht nach meinen Erfahrungen die Übung. Da braucht man irgendwann gar nicht mehr drüber nachzudenken...


    Das stimmt. Manche dinge mache ich auch im Blindflug. Aber viele eben nicht. Wenn man nur noch selten zum Nähen kommt, verschwindet diese Sicherheit auch wieder. Ich weiß, dass ich tatsächlich schon mal erfolgreich Paspeltaschen genäht habe. Aber wenn ich jetzt eine nähen sollte, müsste ich wieder sämtliche nähbücher und youtube Videos zur Hand nehmen - und trotzdem würde ich sehr lange brauchen bis ich es dann geschafft habe. Aber deswegen muss ich mich jetzt nicht grämen. Das darf auch alles im Schneckentempo gehen

    • Offizieller Beitrag

    Ich gestehe dass ich auch ein sehr schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen habe.


    Dadurch stehe ich mir oft selbst im Weg.


    Aber durch liebe User hier, die einem dann geduldig einen anderen Blickwinkel ermöglichen finde ich in meinem Tempo den Weg.


    Genaues arbeiten erleichtert es natürlich ;)


    Danke dafür das man hier jederzeit "blöde" Fragen stellen darf.

    Liebe Grüße


    Sonja

    Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen. Thomas A. Edison

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  • schönes thema :) mathe hat mich immer gehasst, das einzige themengebiet, was ich gut beherrscht habe war die geometrie :):D


    dass nähen mehr mit mathe als mit kunst zu tun hat, habe ich im laufe der zeit auch festgestellt. bei einigen projekten musste ich dann noch mal nach flächenberechnungsformeln kramen. so ergibt das in der schule erlernte nun endlich mal einen sinn (im berufsleben wird es ja so gut wie gar nicht gebraucht).


    das räumliche denken ist jedoch wieder schwieriger. mit der erfahrung wird es dann jedoch einfacher.


    nun immerhin sind schnittmustervorlagen keine landkarten für mich :)

    Anschneidern's Blog

  • Ich denke, dass man bei manchen Menschen nicht die Assoziation von Nähen zu Mathematik herstellen sollte, da tritt dann eben gelegentlich die Blockade ein: "Das konnte ich schon früher nicht". Dass ein Schnittplan bei Ungeübten mittelschwere Verwirrung hervorruft, kann ich verstehen, besonders, wenn sie aus Nähheften kommen. Genau so verhält es sich mit der Fach-"Sprache", deren Begrifflichkeiten man auch erstmal kennen lernen muss.


    Am Anfang liegen die ersten Hürden eher darin, die richtigen Teile/Kanten einander zuzuordnen - aber auch das ist eine Frage der Übung, bis man weiß: das ist ein Vorderteil, das ein Unterärmel, das eine Hosentasche. Das Nähen selbst ist m.E. erstmal nichts anderes als Handwerk. Dazu gehört eben auch, wie was zusammengenäht, umgeklappt, gegengesetzt werden muss. Die Kreativität besteht dabei vielleicht in dem "kreativen" Überarbeiten/Kaschieren von Fehlern. :D


    Die Mathematik, Geometrie, aber vor allem räumliches Vorstellungsvermögen ist erst mit Änderungen an Schnitten gefragt, wobei die Mathematik sich eher darauf beschränkt angewendet zu werden. Bei Schnittkonstruktion und Entwurf ist das räumliche Vorstellungsvermögen allerdings unerlässlich. Ich glaube aber, dass man das räumliche Vorstellungsvermögen trainieren kann. Und da gibt's eben Menschen, denen das leicht fällt und andere, die mehr oder weniger üben müssen.


    Und über all dem steht immer noch: Geduld, Geduld, Geduld. ... eine der schwierigsten Übungen im Leben. ;)

    Grüße,
    Claudia


    Mein Blog

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  • Tja. Ich würde sagen, mich verlässt es nur immer, wenn es um rechts/links geht... und das in allen Varianten. Ob ich bei einer Hose den Reissverschluss rechts- oder linksschließend eingenäht habe, weiß ich *immer* erst nach dem Wenden. Genauso geht es mir bei Ärmeln. Daher "probe" ich gerne erst, was ich mache, indem ich alles stecke und dann einmal gerade so weit wende, dass ich es im Original vor mir habe.
    Wobei ich sonst mit dem Zusammenfügen usw eher keine Probleme habe.


    Salat

  • Hier noch eine nähende Mathematikerin.
    Mir ging es meist so, dass ich was sehe und sofort im Geiste die Schnittteile sortiere - also wie man von 2dimensional zu 3dimensional kommt. Wenn ich das dann schon mal mit anderen diskutiere, ernte ich oft nur verständnislose Blicke - und oft auch diesen Spruch


    fifty

    50 - ja, so jung war ich mal

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  • Wenn man weiß und sich vorstellen kann das die Innenkuve an die Außenkurve genäht eine Wölbung in der Fläche ergibt wo am Ende der Busen rein passt , oder das bei 2 Rechtecken du unteren Ecken weg geschnitten und zusammen genäht einen Taschenboden ergeben , der denkt doch schon sehr räumlich ;) .


    Ich puzzle im Geiste auch schon die Schnittteile zusammen aber Mathe war auch immer mein Glanzfach und hat Spaß gemacht mit allem was dazu gehörte. Zu Anfang meiner Näherei und im Forum konnte ich gar nicht verstehen warum man wegen z.B. der Ecken zum Taschenboden nähen fragen muss . Naja heute frage ich Sachen wo andere ganz bestimmt denken ...man was ist die dusselig ;) , das sieht man doch ...... um so schöner das wir uns hier alle so toll ergänzen . Für jede Frage gibts früher oder später eine/r die/der die Antwort kennt. Und falls doch mal nicht wird eben zusammen getüftelt !

    :tanzen:Schön ist , wer Lebensfreude ausstrahlt !:applaus:

    Einmal editiert, zuletzt von Zamba ()

  • Viell so: Nähen mach Geometrie so schön anschaulich!


    Denn wenn man sich die Schnittteile (eckige Objekte sind da sicher auch nochmal einfacher) als fertiges Objekt vorstellen kann, ist das doch einfacher als ein paar weiße Striche auf einer grünen Tafel.

    Dirk - des Teufels nackter KofferNÄHER 2.0 ...

    (Alt und müffelig.)

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  • Ja, wenn ich mal kurz grübele haben meine beiden großen Hobbies aus unerfindlichen Gründen mit Mathe zu tun.
    Anwendung von Geometrie und Grundrechenarten beim Nähen klingt für mich logisch, könnte ich nicht rechnen würde vieles am Bestimmen des benötigten Materials, Schnitt Anpassung und Auswirkung von Änderungen von vorn herein bei mir scheitern.


    Mein anderes Hobby Musik besteht uebrigens neben Mathe (Taktmaß, Rhythmik, Notation) aus Italienisch, der Sprache der Musik :D

    Liebe Grüße von Sabse:)8


    *Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten*


    Aktuelles Näh-Projekt:
    Kostüm ändern
    Sommergarderobe


    Aktuelle UFOs bis zum Herbst:
    "Dramatische" Strickjacke
    Bettüberdecke(n)


    Zuletzt fertiggenäht:
    gaaanz viele Schnabelina Bags...
    Kinderkleidung


    To Do 2014:
    Quilt-Überdecke fürs Kind und für uns...
    Klamotten recyceln - Ideensammlung machen und an Umsetzung arbeiten :)

  • Mathe mochte ich schon immer und ich glaube auch, dass ich ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen habe. Aber als ich die Babyhose zum Wenden genäht habe, da war ich der Bewunderung voll. Darauf wäre ich nie gekommen! Und auch als ich die Anleitung hier im Forum gesehen habe, konnte ich kaum glauben, dass man den komischen Ring aus zwei Hosen durch die Mittelnaht des oberen Bündchens tatsächlich wenden und ineinanderstülpen kann.


    Mir macht es total Spaß an sowas herum zu denken. Das ist auch eine sehr praktische Beschäftigung beim Stillen. Ein tolles Hobby :)

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  • Also am mathematischen Verständnis als solches scheitert es bei mir auch nicht. Ich liebe Mathe.
    Aber bei Nähanleitungen komme ich trotzdem ganz erheblich ins Schleudern, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie das dann "in echt" aussehen soll.

  • Meint Ihr wirklich, räumliches Vorstellungsvermögen ist von mathematischem Denken abhängig? Ich denke nicht unbedingt ...


    Aber räumliches Denken ist beim Nähen auf jeden Fall hilfreich. Gerade der Schritt von zweidimensionalen Schnittteilen zu dreidimensionalen Stoffobjekten ist für mich auch das Spannende an der Schnittkonstruktion und beim Nähen.


    Ich empfehle Menschen, die Schwierigkeiten mit der räumlichen Vorstellungskraft haben, immer, doch mal einen Papierbastelbogen zur Hand zu nehmen. Ihr wisst schon, diese Bastelbögen, aus denen man das Brandenburger Tor, die Titanic oder andere berühmte "Bauwerke" aus Papier nachbasteln kann. Das schult die Vorstellungskraft ...

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