zaubern, gezaubert, Zaubernaht

  • Also ich zaubere auch nur höchst selten. Dennoch sehe ich die Verwendung dieses Begriffes nicht so fürchterlich dramatisch. Ich glaube einfach nur, das sich viele Menschen bei alltäglichen Gesprächen (auch die in Schriftform in einem Forum) nicht ständig über ihre Wortwahl ausführliche Gedanken machen. Man liest "Das habe ich mal eben schnell gezaubert", findet diesen Ausdruck ganz nett und übernimmt ihn - möglicherweise auch in einem ganz anderen Zusammenhang und ehe man es sich versieht, wird es zu einer Standardvokabel für einen selbst und viele Menschen um einen herum. Gelegentlich verselbständigt sich sowas auch einfach mal.


    Sprache ist, das wurde hier ja schon gesagt, etwas Dynamisches. Diese Dynamik treibt manchmal seltsame Blüten und bei mancher sprachlichen Entwicklung kann man auch schon mal die Stirn runzeln. Aber mit ein wenig Glück ist es nur eine vorübergehende Modererscheinung (wie die ganzen Eulen, die wir inzwischen sogar auf Toilettenpapier finden
    Beispiel
    Bei dem Wort "zaubern" glaube ich eigentlich nicht, dass die Menschen sich damit selbst loben wollen. Dafür erscheint mir das irgendwie zu oberflächlich. Wie gesagt: man denkt nicht ständig darüber nach, was man so sagt. Ich weiß, das sollte man tun. Aber man sollte auch regelmäßig Sport treiben und nicht zu spät zu Abend essen ;)


    Und zu den Zwergen und Mäusen: manch einer findet es vielleicht zu sachlich oder lieblos, wenn er nur den Begriff "mein Kind" verwendet. Den Namen des Kindes mag man aber hier auch nicht unbedingt verwenden. Man möchte einen Begriff verwenden, der zumindest in der eigenen Wahrnehmung liebevoll klingt. Und davon abgesehen: offensichtlich gibt es ein Schnittmuster, dass sich "Zwergenverpackung" nennt - so ganz unüblich scheint das mit dem Ausdruck Zwerg für ein kleines Kind wohl nicht zu sein.


    Natürlich sollte man schon darauf acht geben, was man so sagt. Andererseits: nicht jedes Wort, das wir hier lesen, sollten wir auf die Goldwaage legen.

    Einmal editiert, zuletzt von Andrea N. () aus folgendem Grund: Biite keine Shoplinknamen in den Bildlinks, danke

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  • Ne, das ist so weil ich von Anfang an den Anspruch hatte das etwas mindestens so aussah wie im Laden, d. h. ich habe mit fertigen Teilen verglichen, und da sieht man das RV Band NIE.


    ...


    Ich habe eben schon sehr an mir gezweifelt. Ich habe nämlich erst letzte Woche eine Kinderjacke genäht (Übergangsjacke mit Futter und vorn RV) und ich kam wegen der ganz dicken Zähne des RV einfach nicht weit genug an die Zähne heran, trotz Reißverschlußfuß. Das Band sieht man nun auch ca. 3 mm, aber ist gleichmäßig und nicht schief und es stört mich auch nicht. Nun war ich echt richtig verunsichert, was ich da für einen Schrott gemacht habe und habe mich auf die Suche nach Bildern begeben. Und ich muss sagen, Du hattest gottseidank unrecht, auch bei Kaufkleidung, welche mit RV's mit fetten Zähnen verarbeitet wurden, sieht man das Band sehr deutlich. Puh, Glück gehabt!

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  • Mrs. Sprout, Bianca meinte sicher den nahtverdeckten RV (z.B. in Rock oder Kleid) - das schafft die Konfektion perfekt, den "verschwinden" zu lassen ;) ..

    Beste Grüße aus Schleswig-Holstein
    Steffi


    Meine Devise: "...close enough to perfect for me!"
    (nach einem Song der Country-Band ALABAMA)


    Mein Blog: Das Landei

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    • Offizieller Beitrag

    Guten Abend,


    wir werden die Sprache der Anderen nicht ändern, wenn wir über diese reden oder sinnieren. Wir können nur unsere Eigene und deren (Aus)Wirkung beeinflussen. Die Sprache der Mitmenschen hören wir nur (oder lesen sie) und es ist möglich, dass man sie nicht versteht. Inhaltlich genauso wie in der Auswahl.


    Daran werden wir nichts ändern.
    Und ich bin ganz sicher, wir werden genauso oft nicht verstanden wie wir nicht verstehen warum man die Dinge so nennt, macht, lässt oder ähnliches.


    Ist das ein neues Reizthema oder bleibt es ein Austausch über Sprache und Deutung für den es aus meiner Sicht keine allgemeingültige Antwort gibt.

  • Ich finde es eigentlich ganz spannend, wie unterschiedlich Menschen Worte bewerten. Das hängt von der Region ab, in derm an lebt, oder in der man aufgewachsen ist, aber auch von anderen Faktoren der Sozialisation, ebenso wie dem Umfeld, in dem man sich gerade bewegt. Ich verwende durchaus in meinem Sportumfeld ein etwas anderes Vokabular als im Job.
    So benutze ich zum Beispiel teilweise recht veraltete Wörter, oder ich nutze norddeutsche Worte. Meine Kursteilnehmer (rund 15 bis 20 Jahre jünger als ich) grinsen ziemlich häufig über meine Wortwahl, aber immerhin verstehen sie sie noch. Solange es ihnen Freude macht, dürfen sie sich gern darüber amüsieren. :)


    Das Wort Zaubern empfinde ich zum Beispiel selbst eher als abwertend: Wenn etwas gezaubert ist, dann kann man nicht so recht erkennen, wie es entstanden ist, oder woher es kommt. Das hinterlässt bei mir das Gefühl, dass man auch von der soliden Handwerksarbeit, die darin steckt, nichts sehen kann. Und ich selbst finde es sehr schön, wenn man sehen kann, dass etwas handwerklich gut und hochwertig erstellt wurde. Wenn ich -was nur sehr selten passiert- sage, ich hätte etwas gezaubert, dann heisst das, dass ich es mal eben schnell hingepfuscht habe, schneller als erwartet ein Ergebnis habe, das nach außen hin in Ordnung ist, aber einer näheren Inspektion wahrscheinlich nicht standhalten würde.


    Also lassen wir das Wort Zaubern mal bei mir lieber bleiben, ich fühlte mich eher beleidigt. Aber das soll diejenigen, für die es etwas anderes bedeutet, oder die sogar Spaß daran haben, etwas schnell fertig zu stellen, was man dann lieber nicht von unten oder hinten anschaut, was aber von vorne schön aussieht, nicht daran hindern, das Wort zu nutzen. Ich kann das ganz gut rausfilter.

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  • Anne, so ganz ist das auch wieder nicht. Wenn man mit anderen reden will, muss man zwangsläufig deren Sprache verstehen und auch manchmal dann so reden. Auch wenn man sich dann komisch vorkommt.


    Wenn man einer bestimmten Zielgruppe etwas schmackhaft machen will, biedert man sich sprachlich auch oft an. Schau mal all die neuen Buchtitel zu DIY an. Nix neues als vor 30/40 Jahren drin. Einfach nur abgespeckt, mit großen Nadeln gestrickt und sprachlich für Leute, wie mich unterirdisch, aber wohl gerade so angesagt.


    Ein anderer Weg: man benutzt beim Nähen allgemeine Nähbegriffe. Das wird dann halt sehr nüchtern.


    Ich kann zwar andere nicht ändern, aber es ist wichtig sich zu verstehen, sonst kommt man sich manchmal verschaukelt vor, wenn es allzusehr auseinander triftet. Nur sich umdrehen und abwenden ist auch keine Lösung. Im Berufsalltag rede ich auch mit Menschen, welche Sprache (noch) gar nicht benutzen. Wir versuchen uns trotzdem zu verstehen.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

  • Und ich kann nicht zaubern! Muß ich auch nicht, ich habe Schneidern nämlich gelernt!


    Ja, Annette, da liegt ja auch der Unterschied, du mußt nicht zaubern du hast das Nähen ja gelernt.


    Für einen Autodidakten, der zum ersten Mal was halbwegs brauchbares unter der Nähma hervorgeholt hat ist das wahrscheinlich wie ein Wunder.
    Wunderbar und Zauberhaft.:D


    Zaubern :confused:...?


    ...ja, auch bei mir eher in der Küche: wenn man "eigentlich gar nix" da hat und unverhofft für 5 statt für 2 kochen muss :D!


    Dann ist es manchmal Zauberei - also: das Unmögliche möglich machen ;) ...


    Fünf sind geladen, 10 sind gekommen, schütt Wasser in die Suppe, heiß alle Willkommen.:D





    Nee, ehrlich jetzt, solche Threads verunsichern mich immer ein bißchen und ich frage mich da manchmal ob mein Sprachgebrauch den Ansprüchen der Anderen im Forum genügt.:confused:


    Die Mäuse und die Zwerge sind doch lieb gemeint.
    Ich sehe das einfach als Kosenamen an.
    Auch Erwachsene Menschen betiteln sich oft ähnlich. Manch ein Mann nennt seine Liebste Mäuschen od. Spatzl o.ä.


    Wie oft hört man Schwangere heutzutage oft liebevoll von ihrem Bauchzwerg sprechen.


    Viele Grüße
    Benzinchen


    Ich sehe das nicht so eng.

    Alle Menschen werden als Unikat geboren, doch die meisten sterben als Kopie.

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  • Mrs. Sprout, Bianca meinte sicher den nahtverdeckten RV (z.B. in Rock oder Kleid) - das schafft die Konfektion perfekt, den "verschwinden" zu lassen ;) ..


    Nein, Bianca meint Plastikreißverschlüsse in Jacken, insbesondere Strickjacken, und da sah man früher das Band nicht.


    Und ja, ich komme mit meinem Reißverschluss bis an die Zähnchen, egal wie dick die Zähnchen sind, was daran liegt dass ich den halben Metallfuß verwende, und nicht den zur Maschine gehörenden Plastikfuß.

    _______________________________________________
    Lichtmess vorbei, dadurch sieht man vieles im richtigen Licht!

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  • weil ich das nicht will. Für mich ist da immer noch ein Unterschied, wie man jemanden öffentlich benennt und wie privat. Nein, meinen Kosenamen will ich hier nicht lesen müssen.


    Und nix ist peinlicher, wenn in großer Runde der familieninterne Kosename der Kinder preisgegeben wird. Die armen Kinder.


    Für mich gibt es da eindeutig Grenzen. Und ich bin damit nicht alleine.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

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  • aber dann nicht über Lautsprecher. Oder der Gatte sagt zur Verkäuferin: "packense mal schnell ein, ich will mit meiner Mausi noch ..... bei mir gibt es da eindeutig Grenzen.


    oder


    Ich nähe meinem Mann zu Weihnachten eine Boxershort, geht ja noch. .... aber meinem Hausiputzi nähe ich ein schnuckliges Unterbüxchen, da hört's echt auf. Finde ich.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

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  • Kommt darauf an, wie individuell die Kosenamen sind. Sind sie universell einsetzbar, mag ich sie nicht, da der Verwender diese für jede beliebige Person einsetzen könnte.

    LG,
    thimble

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  • Ich hatte eine Arbeitskollegin, die von ihrem Freund immer als Schnucki oder Schnuck geredet hat. Ganz öffentlich im Großraumbüro. Den richtigen Namen von ihm kannte ich gar nicht. Als ich ihm dann mal leibhaftig gegenübet stand habe ich immer nur Schnucki gedacht. Sorry, aber ernst nehmen konnte ich den nicht.


    Aber das hat mit dem Ausgangspost gar nichts mehr zu tun.


    Ich denke, jeder sollte Sprache so nutzen wie er möchte, solange dadurch andere nicht verunglimft oder herab gesetzt werden. Wie das dann bei mir ankommt und welches Bild in meinem Kopf entsteht ist eine ganz andere Sache. Aber in den meisten der Fälle nicht mein Problem.

    Kristina

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