Das Teil schreit nach Vorbau und Dekolté. Aber auch nach flachem Bauch und Taille... und noch zu viel Hüfte. Könnte bei Dir ganz gut ausgehen.
Es sollte eine Unterbrustnaht sein. Sie schwebt bei mir jedoch eher unter der Brust, ohne Verbindung mit meinem Bauch aufzunehmen.
*Grins* Gummizug. Der kriegt alles hin. Löst aber Dein eigentliches Problem nicht.
Aber ich verstehe es jetzt. Das Schnittmuster ist bis zu dieser Unterbrustnaht zum Großteil nicht viel mehr als ein grober Anhaltspunkt für Dich, weil es eben nicht auf Damen mit Busen ausgelegt ist. (Zu Deutsch: ziemlich unbrauchbar). Du brauchst bisserl mehr Stoff mit mindestens einem ordentlichen, formenden (! also das wird irgendetwas gebogenes) Abnäher am Busen und unten drunter weniger Umfang bei diesem angesetzten Unterteil, welches ja auf Figur geht und sanft am Körper entlanggleiten sollte (ich klinge wie eine Erotikzeitschrift, aber das Kleid hat schon auch was).
Wie man das aber jetzt konkret bei diesem Schnittmuster so 'hinzaubert', daß genau das passiert, was ich da oben beschrieben habe, da müsste ich auch rumprobieren. Und das war ja erst mal nur die Vorderseite. Hefte das Rockteil hinten einfach mal ein paar cm höher an. (mach mehr Nahtzugabe, die kann man später entsorgen, aber noch nicht jetzt, eventuell ist das der falsche Ansatz.
Was die Oberweite angeht würde ich mir mal ein Stück alten Stoff greifen, das Teil gaaaanz großzügig(!! viel Nahtzugaben überall) bis zur Unterbrustnaht zuschneiden, und es um Deinen Körper drumherum drappieren, Schulternaht finden und heften, Abnäher finden, abstecken, heften, probieren obs passt. Wenn nicht... nochmal fragen mit Bildern und Ansage wo es klemmt.
Danach mit einem Kuli (o.ä.) die Abnäher und Nähte einzeichnen, auftrennen und auf Papier übertragen.
Dann schauen, inwieweit der Unterbau vom Kleid dann noch dran passt oder ob man ihn in einer Nummer kleiner braucht.
Die unterschiedlich langen Beine sind dann da eigentlich noch nicht mit drin, könnten aber durchs abstecken am Körper direkt automagisch mit ausgeglichen werden.
So, das war dann jetzt Schnittanpassung à la neko. Hemdsärmelig, gegen alle Regeln der Kunst, aber hoffentlich erfolgreich.
Jetzt ist die Frage: Wie packe ich das richtig an und welcher Schnitt eignet sich gut zum Ausprobieren. Am liebsten würde ich eine Nadelstreifenjacke aus der Burda 1/2008 nähen die ich hier rumliegen habe, denn das wäre etwas was ich wirklich tragen möchte. Aber kriege ich die vernünftig angepasst? Greife ich da nicht gleich zu hoch?
http://www.burdastyle.ru/model/2008-burda-1-104
Deine Problemlösung dürfte im Endeffekt immer dem selben Schema folgen. Von daher ist es egal, woran Du übst. Allerdings würde ich es als Bluse machen, da ein Blazer meist zu viel Innenleben hat, was ja auch halbwegs fachgerecht verarbeitet werden will. Da ändert sich dann sicher sehr unangenehm dran rum. Irgendetwas mit ohne Futter oder Doppelungen oder so ist ideal.
Ich denke, ich würde jetzt nach einem alten Bettuch oder sowas Ausschau halten. Ein Teil, welches nur das Schnittmuster gibt und danach in die Tonne wandern darf.
Danach kannst Du schauen ob Dein Kleid noch zu retten ist. Aber vorher mußt Du wissen in welche Richtung Du ändern mußt um Deinen Busen hübsch verpackt zu bekommen.
LG
neko