Liebe Eichelberg,
vergiss, was ich heute früh geschrieben habe. Jetzt habe ich mir eins von den hier verlinkten Bildern nochmal genauer angesehen. Und dann bei Allerlieblichst selber.
Die auftretenden Falten sind annähernd waagrecht und zeigen in den Armausschnitt in Richtung Achselhöhle.
Falten zeigen auf das Problem. Das liegt also in der Achselhöhle.
Genauer gesagt liegt das Problem in der Zusammenstellung von Armausschnitt und „Ärmelkugel“ – in Anführungszeichen, weil man dieses Modell eigentlich nicht so nennen kann – das klappt nicht zusammen.
Der Armausschnitt ist eigentlich (plusminus) ganz normal für einen Schnitt mit eingesetzten Ärmeln. Vielleicht ein bisschen klein, also dass der Stoff vom Leib weit untern Arm ranreicht.
Und die Ärmel sind fast gerade, wie angeschnittene Ärmel, nur minimal mit einer Rundung nach oben.
Das passt nie und nimmer zusammen! Deswegen ist wahrscheinlich auch das Armloch so relativ klein, sonst würde es noch viel schrecklicher aussehen.
Stell dir vor, du hast eine Bluse genäht und versuchst dann, an die Armausschnitte statt ausgearbeiteter Ärmel (mit Ärmelkugel und dem Gegenschwung unter der Achsel) einfach nur zwei zylindrische Röhren dranzusetzen.
In Jersey fällt das nicht ganz so deutlich auf. Aber das ist letztlich – grob vereinfacht und ein bisschen übertrieben, um die Schwäche herauszuarbeiten – das Prinzip dieses Schnitts.
Hast du einen Shirtschnitt, der dir passt?
Dann wäre es einfacher, du guckst dir genau an, was die Details sind, die dir am konkreten Modell gut gefallen, und baust die in den dir passenden Schnitt ein.
Hast du ein Schnittkonstruktionsbuch?
Dann ist es einfacher einen schlichten Shirtschnitt neu zu konstruieren, als diesen Schnitt passend hinzubekommen.
Für beide Wege: Nur Mut! Wir helfen dir.
Liebe Grüße
Schnägge