Badeanzug Jersey ist sehr rutschig

  • Hi,


    ich nähe gerade ein Oberteil aus einer Art Badeanzugstoff

    (85% Polyamid, 15% Elasthan, 115g/qm, 4 Wege Stretch) mit der Overlock.


    Dabei rutschen mir die Stofflagen immer wieder auseinander was zur Folge hat, dass die Nähte schief werden und teilweise zu viel oder zu wenig Stoff von der Overlock abgeschnitten wird. Es ist zum Verrückt werden ||


    Ich hatte mir überlegt wasserlösliches Klebeband zu kaufen. Da der Stoff allerdings einen hohen Anteil an Elastan hat und ich den Stoff am Halsloch dehnen muss bin ich mir nicht sicher ob das die beste Idee ist. Wie macht ihr das?


    Außerdem hat meine normale Nähmaschine den Stoff gerne runtergezogen und hat einen Fadenknäul hinterlassen. Den Druck habe ich auf die niedrigste Stufe gestellt. Die Nadel passt auch. Was kann ich noch tun?


    LG Billy

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  • Vorher von Hand heften?

    Genau das.


    Und unter den Stoff Soluvlies laufen lassen und mitnähen. Das ist in lauwarmen Wasser auswaschbar.


    Alternativ auch Zeitungspapier oder Küchenkrepp und das dann rauszupfen.

    Viele Grüße
    Do-it


    Wer nähen kann, ist klar im Vorteil.

  • Nähmaschine nehmen - und nur für Säume zur Cover wechseln.


    (Auswaschbares Vlies am Nahtanfang so unterlegen, das Du auf dem Vlies mit nähen anfängst.)

    Nähfußdruck so tief, das noch gut transportiert, der Stoff aber nicht durch den Füßchendruck gedehnt wird.

    Fadenenden so lang lassen, das Du grad am Nahtanfang die Fäden nicht nur festhalten, sondern als Transportunterstützung dran "ziehen" kannst. Da muss nur grade genug Zug sein, das der Stoff nebst Faden eben nicht nach unten gezogen werden können. (Und nicht die Maschine am Nahtende die Fäden abschneiden lassen.)

    Feine, spitze Stecknadeln dicht stecken - längs der Naht, in Nährichtung.

    Organ-Super-Stretch-Nadel (75er tun's.)


    Notfalls... nimm Dir 'nen Prittstift (auswaschbarer Bastelkleber in Stiftform, No-name geht auch. Und kleb die Nähte vor. Bitte gut durchtrocknen lassen, bevor Du dann nähst.


    Schönen Gruß vom BH-Nähen...

    (Für Nähte ohne Dehnungsbelastung reicht Geradstich in Länge 3 , für durch Dehnung belastete Nähte, die rund um den Körper laufen wird Zickzack in 3/3 genommen, Seitennähte am Badeanzug sind ein Fall für den Sägezahn der Nähma bzw. bei manueller Einstellung Zickzack 3 lang, 1 bis 1,5 höchstens breit...)


    Wenn das "nur" ein Top wird... hefte mit der Nähma wie oben beschrieben vor, und dann erst die Ovi dranlassen.


    Gggf. auf elastische Nähgarn zurückgreifen. Dann werden die Nähte noch ein bißchen dehnungsbelastbarer. Grad auch bei Ovinähten könnte das wichtig werden. (Jedenfalls wenn Du da mit keiner oder sogar negativer Ease arbeitest.)

  • Außerdem hat meine normale Nähmaschine den Stoff gerne runtergezogen und hat einen Fadenknäul hinterlassen. Den Druck habe ich auf die niedrigste Stufe gestellt. Die Nadel passt auch. Was kann ich noch tun?


    LG Billy

    - Naht auf einem Hund anfangen (auf einem Reststück Webstoff ein paar Stiche bis zum Rand nähen, dann wieder auf "vernähen" stellen (oder wie auch immer Deine Maschine das macht) und dann die richtige Naht auf dem dem richtigen Stoff beginnen.


    - Stickvlies zum Ausreißen oder Auswaschen bei den ersten Stichen mitnähen. Früher, als ich noch nicht von Stickvlies wusste, nahm ich generell Seidenpapier, Butterbrotpapier o.ä. zum Nähen dehnbarer Nähte mit der Nähmaschine, unter der ganzen Naht. Das abschließende Rausfrickeln ist aber kein Vergnügen)


    - Falls Deine Nähmaschine eine Geradstichplatte hat, bringt das auch was gegen das Runterziehen des Stoffs , geht aber natürlich nur bei Geradstich.


    Ansonsten arbeite ich eigentlich ganz gern mit auswaschbarem Klebestift (noname Bastelkleber), wenn ich Sachen fixieren muss, die nicht freiwillig bleiben, wo sie sollen.

    Beim (stärker) gedehnten Halsbündchen hilft aber leider vor allem viel Stecken oder Klammern und Übung, weil sich das auch schlecht kleben lässt.


    Viel Erfolg

  • Feine, spitze Stecknadeln dicht stecken - längs der Naht, in Nährichtung.

    Wenn man viele Nadeln dicht stecken will, ist heften schneller. Und präziser, da direkt auf der Nahtlinie . Gerne mit wasserlöslichen Heftgarn.


    Stecknadeln stecke ich bevorzugt schräg zur Nahtline, neben der Nähfußbahn. Längs gesteckt verhindert nicht voll das Verschieben der Lagen. Aber Badejersey würde ich heften.


    Differential hast du auf hoch, ja?

    Viele Grüße
    Do-it


    Wer nähen kann, ist klar im Vorteil.

  • Hey,


    danke für die tollen Tipps und Tricks :thumbup:


    Was mir gerade noch einfällt. Ich hatte flexibles T15 Nahtband gekauft. Kann ich damit irgendetwas anfangen?


    LG Billy

  • Für ein Bade(ober)teil oder grundsätzlich?


    Im Schwimmzeug hat's nix verloren, bei elastischen Web(!)stoffen kommt das genau da zum Einsatz, wo auch das klassische Kantenband verwendet werden würde.

    Bei einem Jersey-Oberteil für so wüßte ich grad nicht, wofür das kantenband gut sein sollte. Da wissen vielleicht unsere Akademiker*innen (die bei Meister Wimmer nähen) mehr...)


    Gummibänder werden mit ZZ 3/3 oder 4/4 aufgesteppt - das Gummi dehnen, und nicht den Stoff.
    (Gummi auf die rechte Stoffseite, die Stiche liegen dicht am linken Rand. Umklappen, und von rechts noch mal drüber... Dabei ist das Gummi nachher sichtbar.

    Wenn Du das Gummi einklappen willst: Gummi auf die linke Seite aufnähen, dann umklappen - Gummi liegt zwischen 2 Lagen Stoff. Nochmal übernähen.)

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