Für mich ist W6 ein Thema, dem ich sehr zwiegespalten entgegen stehe.
Einerseits verbinde ich mit zwei Maschinen dieser Marke Erinnerungen an sehr schöne Nähstunden. Auch eine Bekannte von mir näht und stickt sehr zufrieden mit W6.
Andererseits durfte ich in jüngerer Vergangenheit (ab 2020) auch eigene sehr eigenwillige Erfahrungen mit dem Kundenservice des Unternehmens machen. Neuere Maschinen der Firma, die meine Maschinenflotte erweitern sollten, haben mich dann auch nicht so recht überzeugt.
Nun leider kann Mensch nie so genau sagen, liegt’s an den Maschinen selber oder an den eigenen Ansprüchen oder war es einfach nur Pech.
Was die 10Jahres-Garantie angeht, die kommt für mein Empfinden gleich nach dem Enkeltrick.
Geb zu, das klingt erstmal gut, hat mich auch erstmal beeindruckt... wenn man dann aber über Empfehlungen stolpert wie nur W6-Nähgarn, nur W6-Nadeln, W6-Vlies und was weiß ich… (im Gegenzug dazu aber weiß bzw. feststellt, dass W6 weder eigenes Garn, noch Nadeln, noch Vlies hat… 🙈)
Damit bietet sich genug Potential im Fall eines Falles die Hände hochzureißen und zu sagen, also neeee, mit dem Gütermann-Garn dürfen sie ja auch nicht auf der Maschine nähen, da ist dann die Garantie hinüber. Pech für die Kuh Elsa.
Im Vergleich dazu steht bei meiner Babylock Gebrauchsanweisung lediglich der Hinweis, dass gute Garnqualität der Maschine „gut bekommt“.
Zur Strategie des Unternehmens hab ich den Eindruck, dass - wenn ich mir ältere Maachinenmodelle ansehe - wohl ursprünglich „abgelegte“ Modelle namhafter Hersteller (wie z.B. Janome) zu einem attraktiven Preis verkauft wurde.
Und wer eben den Geldbeutel nicht so weit aufmachen wollte oder konnte und nicht neueste Technik brauchte, war damit gut ausgestattet.
Als dann das Nähen wieder mehr in Mode kam und Leute bereit waren, mehr Geld für Maschinen auszugeben, dafür aber auch mehr Komfort und mehr technische Möglichkeiten wollten, hat vermutlich W6 versucht auch was vom Kuchen abzubekommen und hat sich damit möglicherweise etwas übernommen, was sich dann im Service (und evtl. auch in der Qualität niederschlägt).
Das ist aber nur meine VERMUTUNG anhand dessen, was ich selber erlebt und mitbekommen habe.
AnaHera Ich kann nachvollziehen, dass dich Deine Erfahrung mit W6 wurmt, und dass Du daraufhin das Kapitel W6 für Dich geschlossen hast. Was die Übetragbarkeit der 10Jahres-Garantie angeht, da solltest du aber weniger dem Unternehmen zürnen, sondern eher dem Wiederverkäufer der Maschine oder Deiner eigenen Gutgläubigkeit.
Denn erstens bin ich, wenn ich als Wiederverkäuferätig werde, mit den Garantiebedingungen des Unternehmens vertraut, weil ich ja die Garantie-Unterlagen habe, andererseits habe ich mich zu informieren und nicht irgendwelche falschen trügerischen Angaben zu machen.
Zweitens meine ich, sind die Garantiebedingungen des Unternehmens soweit ich weiß auch im Netz nachlesbar.
Hätte Dir ja aber letztendlich eh nichts genützt, weil ja in Deinem Fall nicht die Garantie auf die Maschine das Problem war, sondern das eigentliche Problem erst mit der Reparatur begann.
Wer zufrieden ist mit den Maschinen und Service soll und darf es gern bleiben.
Was mich nervt sind nur solch verallgemeinernden Aussagen wie „mehr braucht MAN nicht“ oder „wer mehr bezahlt, ist selber schuld“.
Hab ich tatsächlich schon von eingefleischten W6-Fans (- oder soll ich W6-Jüngern sagen?) so gelesen. Finde ich anmaßend.
Genauso, wie die Gegenteilige Aussage, dass man nur mit einer Maschine aus mindestens Preisklasse sonstwiehoch gescheit nähen kann.
Jeder hat andere Ansprüche, Erfahrungen, Vorraussetzungen und muss für sich selber entscheiden. Finds schade, dass sich Leute rechtfertigen müssen, weil ihre Maschine(n) zu teuer oder zu billig sind.