Äähmm, ok so weit wollte ich das nicht ausarten lassen.
Alles anzeigenMich wundert nur, warum sich hier niemand darüber aufzuregen scheint, dass ein Frauenhaarschnitt viel, viel teurer ist als ein Männerhaarschnitt und da ist der Anteil der Diskriminierten ja ziemlich genau 50%.
Von dem, was mann (!) im Jahr spart, kann er einige Linkshänderscheren kaufen.
Dafür regt sich meine Frau darüber auf, dass sie denselben Flugpreis zahlen muss wie die doppelt so schwere Person am Check-In Schalter nebenan, während beide für das Extra-Kilo beim Gepäck denselben Aufpreis zahlen müssen.
Gluten-, zucker- oder lactosefreie Lebensmittel sind auch teurer als "normale". Doof für Leute, die so etwas brauchen.
Das Leben ist hart und ungerecht - irgendwo und irgendwie wird immer irgendjemand benachteiligt.
Uns geht es so gut (!), dass wir über unterschiedliche Scherenpreise diskutieren können.
contra
Alles anzeigenWer sagt, dass ich mich darüber nicht aufrege? Besonders bei meinem Haarschnitt sehe ich da nur wenig bis gar keinen Unterschied zu einem Herrenhaarschnitt.
Aber hier im Thread geht es nun mal um Linkshänder und deren Benachteiligungen.
Und die, die es dann gerade trifft, sollen einfach mal ruhig sein, weil es den Leuten anderswo schlechter geht?
Nein. einfach nur nein. Dass es noch schlimmer sein könnte, darf niemals ein Grund dafür sein, Benachteiligungen einfach hinzunehmen.
Manchmal würde es schon reichen, wenn man nicht immer diese Minderheitentour fahren würde. Ja, es gibt weniger Linkshänder, schwarze Personen, Behinderte, Menschen aus dem LGBTIQ+ Spektrum also solche, die sich für "normal" halten. Aber nur weil man weniger Leute ist, hat man trotzdem auch Rechte und Bedürfnisse. Und die Idee, dass man als Angehöriger einer Minderheit nichts zu fordern hat, ist einfach nur absurd.
Stand up for your lefts! (wie es Freund aus den USA immer gesagt hat)
Ich bevorzuge den Weg der Mitte.
Es sollte doch auf jeden Falle erlaubt sein, Ungerechtigkeiten auch zur Sprache zu bringen und ins Bewusstsein zu rücken, denn mitunter braucht es das auch, damit sie auch wahrgenommen werden und eine Chance besteht, diesen entgegenzuwirken.
Logischerweise wird es nicht möglich sein, für alle jegliche Ungerechtigkeit aus dem Weg zu schaffen.
Oft ist es so, dass dort wo für die einen Ungerechtigkeit aufhört, fängt diese für jemand anderes an.
Ist einfach so!
Da gibt es so viele Themen, wo aus verschiedenen Blickwinkeln sich andere Sichtweisen ergeben.
Thema Fleiß: Fleiß soll belohnt werden, ohne Frage! Fleiß wird aber automatisch immer mit Schnelligkeit gleichgestellt. Jemand der also motorisch gehandicapt ist, wird daher immer zu den Faulen gezählt, weil er das normale Tempo mit Mühe und Not erreicht, obwohl er sonst strebsam und unermüdlich arbeitet.
Ungerecht ist meist immer das, worin wir einen eigenen Nachteil sehen oder der Nachteil für jemand anderen aus unserer Sicht offensichtlich ist.
Übrigens: Wenn ich eine Applikationsschere finde für Linkshänder, dann bin ich auch gern bereit dazu, demjenigen der an mich gedacht hat, angemessen zu bezahlen.
Wieso? Eine Applikationsschere zählt für mich zum Luxus und ich kann selber entscheiden, ob ich ganz drauf verzichte, mich mit dem rechtshänder-modell abmühe oder die „Sonderausführung“ kaufe.
Was mich eher nervt ist einfach dieses „bestaunt“ werden von Rechtshändern, als wäre ich ein seltsames Wesen. 😬
LG Katja

