unelastischer Rippenjersey aus Baumwolle

  • ich dachte mir mal ich nehme den erprobten Schnitt für elastischen Viskosejersey und guck was sich machen lässt.


    Für diesen Jersey gibt es ja keine Schnitte.


    naturfarben, ganz weich und kbA; vermutlich für Nachtwäsche o.ä. geeignet. Es sind zwar Rippen, aber Herrendoppeltrippunterwäsche ist doch anders gerippt und vor allem fester. (Meine ich jedenfalls, denn diese Wäsche hat hier Hausverbot.)


    Für Vorder- und Rückenteil und die Ärmel alles moderat gedehnt und zugeschnitten. An den Schultern Framillon mit gefasst. Irgendwie muss man das ja bändigen. Den Stoff für das Halsbündchen bis fast zum Anschlag gedehnt und zugeschnitten. Nach dem Annähen ist es immer noch weiter, als bei elastischem Viskosejersey. Als Schlafshirt wird es gehen (oder kommt doch nächste Woche in den Müll).


    rippenjersey1.jpg


    Aber wie prinzipiell verarbeiten?


    Gibt es eine Methode den Stoff so zu dehnen, damit er nicht unkontrolliert zurückspringt? Ich musste es ja so Pi mal Daumen machen.


    Abschlüsse: ich vermute elastische Wäschespitze ist für den Hals besser geeignet. Unterer Saum und Ärmelkanten eher weit zuschneiden und weiche unelastische Spitze ansetzen?


    Welche Ideen habt ihr?

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

  • das Schlafshirt ist fertig und am besten mache ich das Licht aus.


    Ärmelbündchenverarbeitung wie bei Viskosejersey sieht hier seltsam aus:


    rippenjersey2.jpg


    Beim Saum habe ich dann einfach die Stichlänge von 4 auf 2 gestellt und etwas gedehnt:


    rippenjersey3.jpg


    naja, der vierfädige Stich scheint nicht so dafür geeignet zu sein. Und eigentlich mag ich Wellensäume nicht für mich.

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  • ging mir genauso, obwohl ich bei der ovi das differenzial bis zum anschlag auf einkräuseln gestellt hatte.
    dabei habe ich von diesem und auch einem breiter "gestreiften" jede menge stoff gekauft, weil er sich sooo gut angefühlt hat.
    keine ahnung, was ich daraus machen soll!

  • falls ich mich mit dem Wellensaum anfreunden kann, baue ich bei der Overlock die Rollsaumplatte ein. Aber ich weiß immer noch nicht.


    Tragen tut sich der Jersey gut und die Konfektion wird ihre Schnittschablonen dafür haben und auch die Maschinen.

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  • Darf ich mal zwischenfragen?


    Im Titel heißt es ja "unelastischer Rippenjersey". Für mich sieht der Stoff allerdings doch recht elastisch aus. Oder stehe ich da gerade auf dem Schlauch, ähem auf dem Stoff? ;)

  • elastisch im Sinne von Rücksprung wie bei Stoffen mit Elastan ist er nicht.


    Die Rippen ziehen ihn lediglich zusammen, was beim Zuschneiden stört. Aber sobald man damit ein Halsbündchen näht, bleibt das so weit gedehnt. Da springt nichts mehr zurück. Nach dem Tragen hat er sich dem Körper angepasst. Nach dem Waschen wird es wieder anders aussehen.


    (Ein Krinklestoff zählt auch kaum zu elastischen Stoffen, oder?)


    Kannst du eine korrekte Bezeichnung, bei der man weiß, was gemeint ist, nennen? ulkiger Rippenstoff?

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  • Kannst du eine korrekte Bezeichnung, bei der man weiß, was gemeint ist, nennen?


    Ich nenne den "gemeinen Feinripp" ;) Also der Stoff der auch bei Herrentrikotagen verwendet wird ...


    Ich habe auch mal so einen verarbeitet: Beim Schnitt habe ich die Schnittteile in der Breite um 20% "geschrumpft" und die Kanten vor dem Nähen mit reichlich Sprühstärke behandelt. Das ging ganz gut, allerdings hatte ich "nur" mit der normalen Nähmaschine gearbeitet und die Zwillingsnadel verwendet. Meine Erfahrung ist, dass er sich zwar beim Tragen dehnt aber beim Waschen wieder den ursprünglichen Zustand annimmt.

  • Hallo,


    ich fand die Verarbeitung von solchem wenig elastischen Rippenjersey nicht so problematisch. Andere Ansprüche?


    Es ist eines meiner Lieblingsshirts.
    Auf diesem Galeriebild seht ihr es getragen.


    Dass die Schultern etwas überschnitten sind und es überhaupt recht weit ist, liegt am Zuschneiden, nicht am Nähen. Ich habe nicht daran gedacht, dass die Rippen den Stoff ja doch ziemlich zusammenziehen, aber eben nur mit geringer Elastizität, d.h. beim Tragen ist es dann weiter. Den Rest von diesem Stoff habe ich noch nicht verarbeitet, aber bei einem anderen – etwas dickeren – Rippenjersey habe ich den Stoff dann zum Zuschneiden auf so eine Styrodur-Platte gespannt.
    Wieviel man spannen muss, ist für mich irgendwie Einschätzens- / Gefühls- / Erfahrungssache. Hängt ja auch davon ab, wie knackig das Kleidungsstück sitzen soll.


    In die Schulternähte ist ein Streifen vom gleichen Stoff in Längsrichtung mit eingenäht.


    ausschnitt.jpg


    Die Poloblende würde ich inzwischen professioneller arbeiten. Siehe hier.
    Als Verstärkung ist in der Blende dünner Baumwollbatist. Die Knopflöcher sind von Hand genäht mit Nähfaden (Gütermann Allesnäher 100).


    einfassung.jpg


    Der Halsausschnitt ist mit einem Querstreifen vom Rippenjersey eingefasst – wie Schrägbandeinfassung, nur eben nicht schräg, sondern waagrecht. Dehnung nach Gefühl. In Blendennähe war es etwas zu viel, deswegen zieht es da die Knopfblende etwas weg.
    Wird mit Erfahrung besser.


    saum.jpg


    Die Säume an den Ärmelabschlüssen und unten habe ich mit Hand-Zickzackstich gearbeitet – siehe hier.


    Dass da
    a) schon Fädchen rausspicken
    b) die Stiche „durchhängen“
    liegt beides daran, dass ich mit Polyester-Nähfaden gerarbeitet habe (wieder den Gütermann Allesnäher 100). Polyester-Nähfaden ist für diese Anwendung zu hart. Mit aufgespaltenem Sticktwist geht es besser – und ist auch haltbar genug.


    Außer den Handnähten ist alles mit einer schlichten Nähmaschine und mit Geradstich genäht. Ich habe keinerlei Probleme mit mangelnder Elastizität der Nähte
    Es handelt sich um die Schulternähte, Seitennähte, Ärmelnähte und Ärmeleinsatznähte sowie das erste Annähen des Einfassstreifens am Ausschnitt von links, auf der rechten Seite ist er mit Hand-Saumstichen angenäht. Das sind auch alles Nähte, die keine besondere Elastizität brauchen, am ehesten vielleicht die Ärmeleinsatznaht noch ein bisschen – aber eigentlich auch nur bei sehr körpernahen Shirts.


    Die Säume mit Hand-Zickzackstich sind natürlich nicht für jeden die richtige Methode (Stichwort „Genussnähen“ – ich liebe es eben einfach, aber das ist nicht der Maßstab). Im Prinzip lässt sich ein gleichwertiges Ergebnis mit der 4mm-Zwillingsnadel erreichen. Das ist nur mir immer zuviel Rumgemache, bis ich da alles so eingestellt und den Stoff so geführt kriege, dass es für mich stimmt.


    Liebe Grüße
    Schnägge

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  • Jonny, "gemeinen Feinripp" hat aber gleichmäßige Streifen. Und er ist auch fester (siehe weiter oben).

    "däm-licher Feinripp"
    (wegen weiblicher Streifenmusteranordnung)


    das mit der Sprühstärke werde ich mal probieren. Danke.

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    Doro :laola:

  • das mit der Styroporplatte wäre wohl wichtig gewesen.


    Den Stoff hatte ich zwar vorgewaschen, aber nun, nachdem das Hemd getragen ist und in der Waschmaschine war, ist es nun fast doppelt so breit, als gestern noch. Nun halt ein Schlafhemd für Neumondnächte. :eek:

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  • Schnägge, dass st ein sehr schön gewordenes Poloshirt!
    Doro mir fällt auch kein Name ein außer Rippgestrickt ohne Elastan. Und Wohlfühl- Großraumteile kann man immer mal brauchen.

    Viele Grüße
    Anne


    5. Mose 26 V.17

  • Gibt es eine Methode den Stoff so zu dehnen, damit er nicht unkontrolliert zurückspringt? Ich musste es ja so Pi mal Daumen machen.


    ich vermute, dass in der konfektion ziemlich viele meter probevernäht werden, bis die maschineneinstellung haargenau passt. wenn man nicht tausende stück, sondern nur eins oder zwei nähen will, kommt das natürlich nicht in frage. (und der kauf von nähmaschinen + spezialfüssen für genau eine spezielle art von trikot auch nicht)


    bei stoffen, die sich während des nähens gerne dehnen und danach wellen, klebe ich einen klebestreifen [1] auf die nahtzugabe, in besonders hartnäckigen fällen auch auf nahtzugabe und schnittteil, und nähe daneben / dazwischen. und mit der hand säumen geht meistens schneller und gefühlvoller, als die maschinnaht zweimal auftrennen.


    [1] das kann ein spezielles textilklebeband sein, aber auch ein einfaches tesaband. auf einem stoffrest probieren, ob es wieder rückstandfrei runtergeht. wer über das klebeband näht, darf es nachher strafweise mit einem skalpell rausfitzeln.

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  • Großraumteile finde ich nicht ganz so spaßig. Schon gar nicht bei meiner Größe. Körperumspielt wäre gut.


    Aber ich kann ja jetzt mal zählen, wie viele Doppelrippen (Vorteil des Strickmusters) es maximal von einer Seite zur anderen sein sollen. Vielleicht ginge auch das Auflegen einer kleineren Größe meines Schnittmusters? Dann muss ich nicht bis zum Anschlag dehnen.


    Ob man dann Verlängern sollte? Die gedachte negative Bequemlichkeitszusage richtet sich ja nach der Dehnrichtung.


    Hilfsmittel wie Klebestreifen braucht dieser Stoff zum Glück nicht.


    Wann ich genau mit dem Stoff weiter mache, weiß ich noch nicht, halte euch dann aber später auf dem Laufenden.

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    ... und Grüße

    Doro :laola:

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