Gritzner Automatik

  • Hallo,
    ich bin neu hier :rolleyes: und habe eine Frage. Hoffentlich könnt ihr mir weiterhelfen.
    Ich habe eine Gritzner Automatik mit Radioskala mit Einbauschrank von der Freundin meiner Mutter geerbt. Die hat damit wohl regelmäßig genäht und als ihre Wohnung vor 5 Jahren aufgelöst worden ist, habe ich die Maschine bekommen. Seitdem habe ich sie noch nie benutzt, da ich eine Pfaff Tiptronic 2020 besitze, auf der ich alles nähe, hauptsächlich Patchwork. Nun würde ich gerne Jeanstaschen nähen mit Lederhenkel und traue das der Pfaff nicht zu. Ich weiß, dass alte Pfaff Nähmaschinen, wie die 230 oder 260 prima mit Jeans und Leder zurecht kommen. Kann mir jemand sagen, ob die alte Gritzner für Jeans und Leder geeignet ist?
    Da sie nun so lange gestanden hat, muss ich die vorher warten oder säubern?
    LG,
    Heike

  • Mal durchölen und Flusen-Entfernungscheck ist auf jeden Fall ein Muss!

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.
    Voltaire
    Gruß
    Nanne

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  • Die Gritzner Automatik ist eine der wunderbarsten Nähmaschinen von der Seite der Feinmechanik aus gesehen.
    Generell kannst Du bis ca. 10mm Material unter den Nähfuß packen, aber schau Dir mal bitte den Transporteur an.
    Von diesem gibt es 3 Varianten, 2 Versionen mit dem üblichen Sägezahn-Profil, einmal etwas gröber, und eine Version mit Prismenschliff, sieht aus wie kleine Pyramiden.


    Hast Du die Variante mit diesem Prismenschliff, dann lass das Leder und dicke Materialien lieber weg, diese Maschine ist für ganz feine Stoffe wie Seide, Organza, Feinleinen und andere zarte Materialien eingestellt.
    Wenn Du dann mit schweren Materialien kommst, leidet die Maschine und es wird viele Fehlstiche geben.
    Sind die anderen Transporteur-Varianten eingebaut mit dem Sägezahnschliff geht zumindest Jeans und Leinen gut, festes Leder würde ich auch nicht empfehlen.


    Wenn die Maschine jetzt doch schon einige Jahren gestanden hat, sollte sie gereinigt und geölt werden. Das sollte aber jemand tun, der diese Maschine kennt,
    die ist von ihrem Innenleben nämlich sehr anspruchsvoll. Das Reinigen des Greiferraums habe ich in meinem Blog "Wirklich sauber? schon einmal beschrieben, das kannst Du selbst machen.
    Hier der Link dazu: http://www.hobbyschneiderin.net/entry.php?b=239


    An der Gritzner darf nichts mit Gewalt oder großer Kraftanwendung bewegt werden, wenn etwas klemmt ist es entweder verharzt/verklebt oder man kennt die richtige Anwendung nicht.;)
    Wenn Du mehr Hilfe zur Maschine brauchst, frag mich gerne dazu aus.


    Viel Spass mit Deiner Gritzner

    m@rtin
    Erbsus Mechanicus Martinui


    Und täglich frisch: Kluger Leute schlaue Sprüche!


    Das perfekte Alter liegt irgendwo zwischen
    ›junger Ignorant‹ und ›alter Besserwisser‹.

    Edited once, last by Foucault ().

  • Vielen Dank für die Antworten. Ich werde mir die Maschine am Wochenende mal genauer ansehen, säubern und ausprobieren.
    Ich werde berichten, wie es geklappt hat.
    Foucault, meinst Du, dass es kein Problem ist, damit Jeans zu nähen, wenn ich nicht diesen Transporteur mit Prismenschliff habe? Ist die Gritzner denn vergleichbar mit den alten Pfaff-Maschine (Typ 230-260)

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  • Foucault, meinst Du, dass es kein Problem ist, damit Jeans zu nähen, wenn ich nicht diesen Transporteur mit Prismenschliff habe? Ist die Gritzner denn vergleichbar mit den alten Pfaff-Maschine (Typ 230-260)


    Sagen wir es einmal so, man kann sicherlich auch Jeans damit nähen. Aber ein guter Stich entsteht nicht nur durch Nadel und Faden, sondern auch durch den richtigen Transport.
    Der Prismenschliff wird bei festen und dicken Materialien wohl ab und zu einmal das Material nicht richtig weiterschieben und das kann dann sowohl Fehlstiche als auch ein unregelmässiges Stichbild ergeben.
    Vieles kannst Du bei der Gritzner auch mit dem verstellbaren Füsschendruck noch in Griff bekommen, der funktioniert ausgesprochen gut.


    Die Gemeinsamkeiten sind natürlich einfach, alle 3 Maschinen stammen aus den 50er Jahren. Die 230 ist wie schon erwähnt eine 130 mit Facelifting, die 260 ist eher die robuste Universalnähmaschine und diese Gritzner ist dann die Prinzessin.
    Technisch ist keine miteinander verwandt oder im engeren Sinne vergleichbar. Pfaff selbst, hat die Gritzner GU-K Zauberautomatik als Pfaff 280 ab 1958 verkauft, weil zu diesem Zeitpunkt nichts vergleichbares im eigenen Portfolio war.


    Und offensichtlich war die Gritzner auch für Pfaff die interessantere Ausgangsbasis für neue Modelle, denn die Gritzner GU Reihe war sozusagen der Elternpart der späteren Pfaff 1222 mit IDT, die dann ab 1968 verkauft wurden.
    Aber das sind akademische Betrachtungen.

    m@rtin
    Erbsus Mechanicus Martinui


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  • Hallo
    Ich bin neu hier im Forum und auf der Suche nach Informationen zur Gritzner GU auf dieses Thema gestoßen.
    Ich habe am Wochende ein solches Schmuckstück bekommen, jedoch funktioniert es nicht.
    Mittlerweile bin ich an eine Bedienungsanleitung gekommen und habe diese auch schon ausführlich studiert, jedoch hat mir das noch nicht weitergeholfen.
    Der Transporteur schiebt den Stoff zwar vor und zurück, die Nadel bewegt sich aber nie nach rechts, sie bleibt immer mittig bzw in der position, wie man die Zickzack-Breite gewählt hat.
    Foucault: Du scheinst dich damit auszukennen. Hast du eine Idee, was mit der Maschine nicht ok ist?


    Gruß
    Lolla

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  • irgendwas scheint zu klemmen.


    da du die Bedienugsanleitung hast, mache die Maschine doch mal sauber und öle an den richtigen Stellen. Vielleicht hilft das schon mal.

    "lass die Sonne rein ... "

    ... und Grüße

    Doro :laola:

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