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Quilt as you go Methode - Schwarmintelligenz benötigt

  • Liebe Quilter,

    es ist wirklich übel, wenn man nicht nähen darf, mit seinem Weißquilt loslegen will und dann immer wieder überlegt.


    Eigentlich dachte ich, ich mache QAYG mit diesen kleinen Stegen zwischen den Blöcken. Jetzt habe ich noch eine andere QAYG-Methode gefunden, bei der es die Stege nicht gibt. Welche eignet sich mehr? Also wenn man diese Methode ohne Stege macht, denke ich, dass man doch dann die Nähte relativ dick hat durch die Einlage. Für die gleichschenkligen 30°-Dreiecke werde ich das so machen, denn da gefallen mir die Stege dazwischen nicht so.


    Was würdet ihr nun für die Quadrate machen? Steg oder nicht Steg? Wo sind die Vor- und Nachteile?


    Mein Weißquilt ist vom Aufbau her fertig:

    mein Quilt2.JPG

    Erklärung: Es soll ein Weißquilt für ein 200x200 Meter großes Bett (Liegefläche werden), nur eine Tagesdecke, also nichts, wo man sich hineinkuschelt. Die Decke soll nur an den Seiten herunterhängen, nicht vorne.

    Das, was man sieht, ist nun die Liegefläche, Da ich selbst noch nicht weiß, wie weit er dann seitlich herunterhängen soll, will ich erst den Bereich machen, dann auflegen, überlegen und dann geht es weiter.

    In der Mitte die Raute besteht aus einem alten Kuvertbezug, Das Kuvert ist innen 54,5x54,4 lang. Blauer Punkt = hier werde ich Crazyquilt auch mit Stickerei machen. In der Mitte habe ich mich entschlossen den Spruch von einem alten Geschirrtuch auszsuchneiden, Ich muss schauen, ob ich das eventuell auch als Kreis ausschneiden kann. Das tut mir im Moment noch weh, da habe ich wieder ein echte Schneidehemmung, denn es ist ein wunderschönes Jugendstiltuch mit traumhaften Rand, aber irgendwie finde ich ein Geschirrtuch mit dem Spruch nicht so passend. Vielleicht waren das früher Handtücher im Bad, mich erinnert es aber einfach an die Küchentücher.


    Roter Punkt: Diese Dreiecke werde ich aus Stickereien aus Paradekissen gestalten, denn die sind eben genau rechtwinklig und von der Größe her fast immer passend, bzw. kann man leicht passend machen.


    Ich denke, ich mache auch in den Ecken noch jeweils ein großes Quadrat:

    mein Quilt3.JPG


    Die Sprüche müssen unbedingt rein. Ich habe noch ein Träume süß und ein Guten Morgen, aber die werde ich dann in die herunterhängenden Seiten integrieren.


    Jetzt noch eine Frage zum weiteren Vorgehen:

    Ich bin mir immer nicht sicher, wie das im Forum hier gedacht ist. Also ich habe den Weißquilt in aktuelle Schulterblicke. Los ging das ganze mit einem Beitrag, der anscheinend nicht mit hier ins neue Forum gekommen ist, in dem es darum ging, dass ich nachfragte, was man alles aus so alten Weißwäscheschätzen machen könne und dass ich echte Schneidehemmungen dabei habe. Ihr wart so lieb und habt sie mir weitgehend genommen und so bin ich in aktuelle Schulterblicke gezogen.

    Wenn ich jetzt Fragen habe, die das Quilten betreffen, wie jetzt hier meine QAYG-Frage, kann ich die hier stellen oder soll ich die in aktuelle Schulterblicke stellen? Ich bin denke einfach, in aktuelle Schulterblicke schauen einfach an einem Fortgang Interessierte, aber sicherlich nicht so viele Quilter, wie wenn ich so eine spezielle Frage hier stelle.

    Also falls das hier falsch ist und es in die Schulterblicke sollte, bitte sagt es mir, dann kopiere ich das dorthin und lösche es hier.

    LG rufie


    Der einzige Geschmack, der einem Menschen wirklich Befriedigung geben kann,

    ist sein eigener (Philip Rosenthal)

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  • Ja, das ist kein Schreibfehler meinerseits.


    Ui, jetzt hast du mich erwischt. Ich wühle nun in meinem Wissen aus der Studienzeit im Bereich Sprachlehre. Aber keine Garantie auf absolute Richtigkeit.

    Generell war in der deutschen Sprache der S-Laut immer etwas besonders. Wir haben stimmloses und stimmhaftes S, Kurz gesprochenes und normales S sowie eigentlich auch ein langes S.

    Wenn man sich das "scharfe S" anschaut und ein paar Jahrhunderte zurück geht, wurde es auch mal zz oder als Ligatur geschrieben (=enges Zusammenschreiben zweier Buchstaben). Es ist ein stimmloses, kurz gesprochener S-Laut, der aber gleichzeitig den vohergehenden Vokal lang macht.


    Jetzt haben wir aber ein Problem bei süß: das Ü wird lange gesprochen, wir haben hinten aber auch ein scharfes ß, was eigentlich sehr kurz gesprochen wird und oft auch im Volk so gesehen wurde. Sprich, dass es den Vokal verlängert, war nicht allen klar. Das hat auch mit der Schreibweise zu tun.

    Ich nehme ein anderes Beispiel, da wird es deutlicher, weil es einen Bedeutungsunterschied gibt:

    Maße und Masse. Für die Schweizer ist nach deren Rechtschreibreform mit Wegfall des ß nur noch an der Aussprache und Bedeutung im Zusammenhang erkenntlich, was gemeint ist. Da damals die S-Schreibung nicht standardisiert war, gab es auch kein Richtig oder Falsch. Natürlich gab es Moden, aus zz wurde mehr ſs, aber das ſs als Ligatur verwirrte auch die Leute, weil da auf einmal zwei unterschiedliche S-Laute waren, die sich von ihrer Bedeutung her fast aufhoben. Also was war das nun für ein S-Laut? Wie sollte man ihn aussprechen? Im Adel und später gehobenen Bürgertum war das relativ klar, beim einfachen Volk über Großbauern bis hin zum Bürgertum war es nicht klar.


    Das sühs deutet auf eine Entstehungszeit vor 1880, maximal 1900 hin. 1880 schrieb Konrad Duden seinen Duden, wann der dann soweit als Standard für die deutsche Sprache gesehen wird, wird sehr unterschiedlich angegeben.

    Bis dahin war jeder relativ frei in der Schreibweise. Jeder versuchte das Wort so zu schreiben, dass es seiner Aussprache entsprechend war. Zu der Zeit wurde das Eszett als Ligatur aus dem ſ und z oder ſ und s geschrieben. Das ſ ist das lange s damals.


    Wenn jetzt jemand das Gefühl hatte, er müsse das Ü in süß als wirklich lang herausstellen. dann kam er vielleicht auf die Idee es mit üh zu schreiben. Das H in der unterschiedlichsten Art war damals sehr beliebt. Es gab fast einen Aufstand, als man das H aus vielen Wörtern entfernen wollte, besonders TH. Mit dem Argument, man könne beim König nicht am Thron sägen, blieb dies das einzige deutsche Wort mit TH.

    Wenn wir jetzt noch weiter zurück gehen, ins Mittelhochdeutsche, wurde süß süeʒe geschrieben. Also auch da der Schwerpunkt auf dem langen Ü.


    Also einer meinte, man müsse üh schreiben, um das Ü als lang zu betonen und derjenige nicht wusste, dass das Ligatur geschriebene Eszett schon den Vokal davor verlängert. Dann kam er aber in die nächste Bredoullie: zwei hohe, klein geschriebene Buchstaben schrieb man damals bis auf wenige feste Worte nicht nebeneinander. Also eigentlich wäre es sühſs. Für die damaligen Schriftarten und Buchdrucker ein Unding.

    Also musste sich der Mensch damals entscheiden zwischen sühs und süſs. Die letzere Schreibweise entspricht der heutigen, denn aus der Ligatur ſs wurde unser ß. Er entschied sich aber anders und so steht da nun sühs. Kein Rechtschreibfehler, sondern es zeigt, worauf es der Person damals im Wort ankam und dass der Kisseneinsatz, der im Weißquilt eine neue Verwendung finden soll, wirklich alt ist.

    Es zeigt auch, von welcher Familienseite her das Kissen kommt. Denn wäre die Famliliennamensgebung schon früher wie heute gewesen, wäre ich vielleicht ein "von", allerdings einmal vor langer Zeit ein in Ungnade gefallenes "Von", denn es waren dann viele Jahre lang bekannte, teilweise berüchtigte Raubritter, aber sie konnten ihre Burg bis heute halten, also die andere Raubritterlinie, die erbte. Die andere Seite waren sehr angesehene Handwerker, teilweise später auch mit Funktionen in der Bürgerschaft. Also wird es von dieser Seite sein.


    Uff, ich hoffe, das ist nun so auf die Schnelle verständlich. Da musste ich wirklich in Uraltwissen kramen.


    Aber genau solche Geschichte, die dann durch den Weißquilt in meinen Augen wieder für mich lebendig wird und mit meinen Ahnen zu tun hat, hilft mir auch ein wenig meine Schneidehemmung zu überwinden. Sonst würden solche Sachen zwar gut verwahrt aber eben in der Schublade vor sich hindümpeln.

    LG rufie


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    Einmal editiert, zuletzt von rufie ()

  • Hallo Rufi - wegen "in Schulterblicke oder hier": ich hab letztes Jahr eine ähnliche Frage gestellt. Eigentlich ist es egal, denn - wenn ich das richtig verstanden habe - werden Threads am Ende von den Moderatoren aus den Schulterblicken in die thematisch passenden Unterforen verschoben - also genau dort hin, wo du jetzt schon bist. Mit der neuen Forum-Plattform habe ich persönlich es besser in den Griff gekriegt mit den "neuen Beiträgen", markieren, was man gelesen hat usw. Ich finde das sehr übersichtlich. Und sobald es einen neuen Beitrag gibt, taucht der Thread wieder auf. Die Überschrift zieht schon die interessierten LeserInnen an. Keine Sorge. An deine Frage zum Sammeln von Weißwäsche und der Schneidehemmung kann ich mich noch gut erinnern.

    Beim QAYG kann ich leider nicht weiterhelfen. Habe das bisher nur im Mini-formt benutzt und musste keine Stücke aneinander setzen. Bin aber gespannt, was noch dazu geschrieben wird.

    Viele Grüße, Margit

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  • Das ist ja spannend Rufie. Mich interessiert das ungemein, denn wir haben in SH zwei Orte, die unterschiedlich ausgesprochen werden. Laboe (Labö- gesprochen) und Itzehoe (Itzeho) gesprochen. Wir haben dann mal jemand gefragt, der uns das erklären konnte. Es hat mit der Besiedlung zu tun. Das eine ist slawisch, das andere hab ich vergessen. Insofern danke für deine ausführlich Erklärung, dachte ich mir doch, das es etwas zu bedeuten hat. Es wird bestimmt traumhaft aussehen. Ich bin mal gespannt...

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  • Danke Silvia,

    wenn ich das jetzt so anschaue, dann ist das eigentlich ein Argument, dass ich die Quadrate nicht in der Technik nach deinem Link mache. Das hat zwei Gründe: Ich bin keine Quilterin im eigentlichen Sinne und will solche Sachen nicht mit der Hand machen. [Blockierte Grafik: https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQCYteDI7xC_D-T3gRTRFWNjZyZJyut_7KB-GSCwVROGPXKHC2h]


    Das soll jetzt nicht die Technik schlecht machen. Im Gegenteil, große Anerkennung, wenn jemand so viel mit der Hand macht. Die Technik passt nur einfach nicht zu mir.


    Für mich war bei dem zweiten Link von mir so interessant, dass eben der Stoff auf der Rückseite dann ein durchgehender Stoff war. Nur war ich mir eben nicht sicher, ob das dann wirklich durchgehend so gut wird. Bei dem Link sieht es hinten auch nicht so ganz ordentlich aus. Ab und zu beult es etwas.


    Hat diese Art der von mir verlinkten QAYG-Methode hier schon gemacht? Dann würde ich mich freuen, wenn diejenige von ihren Erfahrungen erzählt.

    LG rufie


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  • Beide Methoden habe ich ausprobiert.

    Dein Favorit, so wie ich es verstanden habe, setzte ich ein bei einem Bargello. Es ging gut. Das Teil war aber nicht so groß wie Deine Bettdecke. Deine Quadrate ließen sich gut so erstellen, z. B. in 4 Eck-Teilflächen.


    Die andere Methode (mit den Stegen) war auch nicht so mein Ding. Ich wollte es nur mal ausprobieren.

    Grüße
    Anska1

  • Ich habe mir deinen Link oben angeschaut. Wenn ich das richtig gesehen habe, hast du dann nur das Vlies und das Top genäht und die Rückseite wird am Schluß angebracht. Das wäe mir für die Größe zu wuchtig. Das hätte ich am Schluß nicht quilten wollen. Das schöne an der Quilt as you go Methode, die ich verwendete, war, dass die einzelnen Sandwiche schon fertig waren und nur noch mit den Streifen miteinander verbunden wurden.


    Ich bin schon neugierig wie es bei dir weitergeht.

    Liebe Grüße
    Ulli

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  • Noch etwas.

    Ich hatte doch geschrieben, dass ich irgendwie bei dem Jugendstil-Geschirrtuch Schneidehemmung habe.


    Ich habe noch ein altes Kopfkissen gefunden, das ich gar nicht näher angeschaut hatte, weil es an einem Eck schon rechteckig ausgebessert war und sich bei der Öffnung so richtig dünn anfühlte. Es hat vorne in der Mitte auch den Spruch! Und der Bereich des Kopfkissens ist noch gut. Also ich konnte das das Stück mit dem Spruch herausschneiden, das Jugendstil-Geschirrtuch kann weiter als Ganzes in den Schrank. :)

    LG rufie


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