Beiträge von Zauberband

    Ich befürchte, Du hast mit allen möglichen Änderungen und Bemaßungen an diesem Teil weit mehr Arbeit, als wenn Du Dir ein einfaches Raglan-Schnittmuster kaufst und dieses anpasst. Raglan ist auch so eine Sache. Ich nutze die selbst sehr gerne, weil die sich herrlich einfach und schnell zusammennähen lassen, ich mag auch die Linienführung der Armnähte. Aber Raglan sitzen ganz gerne mal nicht so richtig gut (siehe z.B. die Falten am Arm), und dann hat man relativ wenig Möglichkeiten, gut anzupassen. Schnitte mit Armkugel finde ich in dieser Hinsicht leichter zu händeln.


    Wenn es ein lockerer kastenähnlicher Schnitt sein soll, dann versuche doch mal das Sara von Pattydoo. Da kann man auch ganz einfach (lange) Ärmel dran schneidern, wenn man will.


    Mit Pattydoo-Schnitten habe ich selbst allerdings auch Passprobleme - die schnitttechnisch bedingt sind - allerdings an anderer Stelle.


    Evtl. ginge auch das Burda 6328, mit Armkugel und U-Boot-Ausschnitt. Das fällt recht locker. Diesen Schnitt kann man auch downloaden.

    Da wir das Thema Jogginghosen hier schon hatten und es gerade so gut rein passt, möchte ich aus gegebenem Anlass Karl Lagerfeld zitieren, der jetzt verstorben ist:


    "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."

    Ein Body verdeckt nicht die Arme und Beine, und auch sonst nur 1 Lage. Ich habe auch schon Baby gesehen mit Jeans und Socken, wobei Baby dann Socken verloren hatte (was nicht verwunderlich ist), und das dann zur kalten Jahreszeit. Also barfuß. Aber was reg ich mich auf. Man sieht auch, wie Babies im Winter ohne Mütze draußen herum getragen werden. Oder wie Erstklässler im Winter morgens ohne Jacke zur Schule kommen, obwohl sie sogar von einem Elternteil gebracht werden (der Vater hatte eine Jacke an...).


    Dieses Thema sollten wir hier besser nicht weiter vertiefen.

    Zitat

    die Mode früherer Jahrzehnte ist ja oft eher speziell


    Die ist genauso speziell oder auch nicht speziell wie die Mode von heute. Es ist nur eine Frage der Sehgewohnheiten, was man gerade als speziell oder "anders" empfindet - oder mit anderen Worten: was IN ist oder OUT.

    Ich kann einen Erfolg vermelden.


    Zuerst einmal die Ärmel wieder rausgeschnitten (war mit der Overlock genäht, das nun eigentlich fehlende Material habe ich in Kauf genommen).

    Ich habe ein sehr gut sitzendes Burda-Schnittmuster aufgelegt und siehe da, in dem betr. Bereich verläuft der Armausschnitt deutlich weiter zur Mitte hin. Diese Rundung habe ich als Vorlage verwendet und dann beim Shirt am Vorderteil den Armausschnitt entsprechend raus geschnitten, an der breitesten Stelle sind 17 mm weg gekommen. Beim Rückenteil war das Problem deutlich weniger ausgeprägt, der Schnitt von Burda war auch fast gleich, so habe ich das mal so belassen.


    Dann den Ärmel mit diesen kleinen Klammern geklammert (3 Kreuze für diese Erfindung). Die nun eigentlich fehlende Mehrweite habe ich an passenden Stellen etwas zurechtgezogen :pfeifen: (3 Kreuze für die Erfindung des dehnbaren Jersey), dann links herum anprobiert. Geht.

    Also damit erneut durch die Overlock gezogen. Anprobiert und - gut tragbar. Na also. Immerhin dieses Shirt gerettet. Das Schnittmuster wird allerdings im Karton verschwinden, weitere Damen-Oberteil-Schnitte von Pattydoo werden wohl nicht folgen...

    (Was ich bedaure, da ich ihr Konzept mag und ihre Nähvideos mich total überzeugen. Das Video zur Softshelljacke habe ich abendfüllend als Unterhaltungsfernsehen geschaut, einfach toll.)


    Jetzt muss ich noch den Bubikragen zuschneiden und nähen (nach eigenem Entwurf). Den Ausschnitt hatte ich dafür schon am Schnittmuster extra verkleinert.


    Und die Ärmel kürzen, die finde ich viel zu lang. Ich habe hier gegen den Gratis-Faltenärmel von Pattydoo getauscht. Der fällt auch sehr schön. Allerdings habe ich überlesen, dass er 3/4 lang ist, irgendwie habe ich ihn für einen 1/2-Arm gehalten, was ich haben wollte. Diese Änderung ist erfreulicherweise sogar am fertigen Ärmel problemlos. Durch den Stoffmehrbedarf für die Falten ist der Ärmel selbst ganz gerade geschnitten, womit ich ihn schlicht kürzen und einfach neue Falten am Saum einnähen kann.

    ??

    Die Schulter ist nicht überschnitten. Es ist das "LIV" von Pattydoo, ein 0815-Shirt mit rundem Ausschnitt und angesetzten Ärmeln (normale Armkugel).


    Also ich meine, die Schulter ist nicht überschnitten so, wie ich überschnittene Schultern kenne. Allerdings, ich habe mir eben die Produktfotos noch einmal angesehen. Insbesondere bei dem blauen mit dem U-Boot-Ausschnitt sieht man, dass es selbst auf diesem Foto an der besagten Stelle Falten wirft. Das war mir bis jetzt gar nicht aufgefallen.


    Beim bestehenden Shirt würde ich vermutlich tatsächlich schlicht vorn den Armausschnitt weiter schneiden. Der Ärmel hat ein wenig Mehrweite, vielleicht komme ich so gerade damit hin. Wenigstens, um das genähte Shirt zu retten.

    Zitat

    Wenn du das selbstverständlich im Sinne von selbstbewusst trägst und es mit dem Rest stimmig ist und du dich darin wohl findest und du es schön findest und, wer sollte es dir verbieten!


    Ja. Natürlich.


    Aber ich muss trotzdem mal sagen: Wenn etwas gerade oder auch schon länger TOTAL OUT ist, überlege ich mir durchaus, ob ich es trage. Bzw. bräuchte ich vielleicht gar nicht überlegen, sondern die Antwort wäre klar - auch wenn ich sie vielleicht ein bischen bedaure.

    Als Beispiel: fette Schulterpolster aus den 90er Jahren (oder früher?). Da könnte ich mich noch so "wohl" drin fühlen, TRAGEN würde ich die Teile aktuell nicht. Man muss sich ja nicht zum Volldeppen machen. Ich habe durchaus ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, trotzdem muss ich mir ständig verdrehte Augen und Getuschel überall in der Öffentlichkeit nicht antun.

    Es würde heute auf der Straße sicher auch kaum jemand ein Petticoat tragen, und die sind sicher hübscher als z.B. Schulterpolster.


    Ehrlich gesagt kann mir niemand erzählen, dass er völlig frei von modischen Erscheinungen oder zumindest Zeitgeist ist.

    Zitat

    "Out aber todschick" - gilt das nicht am ehesten für sog. "Klassiker"?

    ...wie z.B. ein Chanel-Kostüm, eine Marlene-Hose, eine Hemdbluse ...

    Ja, in diese Richtung ging eigentlich mein Gedanke.


    Ich habe gerade ein anderes Beispiel im Kopf: eng geschnittene Blusen mit kurzen Puffärmelchen und hübschem Ausschnitt. Früher war das mal ganz normale zeitlose Mode. Aber "darf" man das heute tragen? Oder erntet man schräge Blicke? Hübsch finde ich es auf jeden Fall.

    Jogginghosen werden mittlerweile sogar in der Schule getragen :graete: , und ich meine hier nicht den Schulsport. Die Schüler sitzen damit im Unterricht. Selbstverständlich tragen die da nicht irgendwelche aufgehübschten schicken Teile, z.B. aus besonderen Stoffen oder so, sondern das billigste Zeug, was man im Handel bekommen kann. Das zieht sich durch alle Klassenstufen.

    Da Jogginghosen für mich etwas sind, was man zu Hause zum rumschlumpern trägt oder wenn man den Müll raus bringt, empfinde ich das als Unart. Hab ich meinen eigenen Kindern in der Schule verboten.


    Eine Jeans-Latzhose hat meine Tochter auch, und darf diese auch in der Schule tragen :)

    So, nun habe ich das Shirt noch einmal mit rundem Ausschnitt genäht, dieses Mal mit Jersey (vorher war es ein dünner Strick, der evtl. ein wenig weicher fällt). Zuvor habe ich am Schnittmuster die Schulternähte gekürzt, um 1 cm, was sich (minimal) auch auf die Breite des Vorderteils auswirkt.


    Ergebnis: Null.


    Das Teil sitzt genauso blöde zu breit wie das vorherige. Ich habe mir das noch einmal genau angeschaut. Die Breite unter den Armen passt. Die Brustweite passt auch! (Ich habe auch noch nie bei irgend einem Schnitt eine Änderung an der Oberweite machen müssen.) Die Schultern passen. Zu breit ist das Shirt - ganz besonders das Vorderteil - oberhalb der Brust bis ca. Beginn der Armkugelrundung oben.

    Es schreit in dem Bereich eigentlich nach einer kleineren Größe insgesamt, eher sogar zwei Größen kleiner, ABER dies verträgt sich nicht mit der ansonsten passenden Gesamtweite.


    Ich denke, dieser Pattydoo-Schnitt haut (bei mir) einfach nicht hin. Ich hatte zwischenzeitlich noch ein Burda-Shirt genäht, mit derselben Änderung (Schultern kürzer), das sitzt super, also richtig ausgehreif.

    Hallo,


    geht es Euch auch so, dass Ihr manchmal Schnittmuster seht, bei denen Ihr denkt: "Das gefällt mir sooo gut und sieht todschick aus, nur leider heute untragbar :( " ? Oder auch: "Ach ja, SO ETWAS hatte ich auch mal, und habe es geliebt. Gibt es heute leider nicht mehr"

    Ich habe das öfters mal, wenn ich mir ältere Schnittmuster anschaue oder Schnittmuster vor allem vom amerikanischen Markt.


    Ich würde in diesem Beitrag gerne mit Euch zusammen "alte" Schnittmuster vorstellen und sammeln. Schnitte und Kleidungsstücke, die man heute nicht mehr trägt, die Ihr aber toll findet, oder mal toll gefunden habt, damals... :)8


    Ich hoffe, es kommen viele tolle Dinge zusammen. Vielleicht findet der eine oder andere auch etwas, dass er/sie gern nähen möchte!



    Gestern Abend fand ich zufällig ein Schnittmuster von etwas, dass vor ca. 25 Jahren mal (kurz) IN war, nämlich kurze Hosenröcke (hier Schnittmuster von Kwik-Sew, Nr. KS 3854):


    Hosenrock kurz.jpg


    So etwas hatte ich auch, damals, und habe das Teil unheimlich gern getragen. Kurz, angenehm luftig, sieht aus wie ein Rock, aber fahrrad- und überhaupt alltagstauglich. Und man brauchte nie Bedenken haben, dass einem jemand drunter schaut es hochfliegt o.ä.. Würde ich heute zumindest im Garten im Sommer sofort wieder tragen und mir nähen. Leider kann ich es so gar nicht mehr tragen :(


    Und da ich grad beim Thema Hosenröcke war, fand ich noch dieses Schnittmuster hier, aus den 30er Jahren. Ich finde es todschick:


    Hosenrock lang.jpg


    So, nun seid Ihr dran!

    Nun, der U-Ausschnitt auf dem Foto ist tatsächlich etwas arg weit nach unten ausgeschnitten. Dazu wurde der Inhalt dann noch kräftig ins Bild gedrückt ;) Abgesehen davon ist das auf dem Bild ein V-Ausschnitt. Sofern der reizen sollte, würde ich persönlich den grad so weit ausschneiden, dass der BEGINN der Rundungen sichtbar ist. Nicht weiter.

    Unter einem U-Ausschnitt würde ich einen lang nach unten gezogenen Rundhalsausschnitt verstehen.


    Abgesehen davon finde ich die Kommentare dazu durchaus passend. Es geht ja darum, bestimmte körperliche Nachteile zu kaschieren bzw. im besten Fall ins Positive umzukehren. Ob man sich darin wohlfühlt, steht auf einem anderen Blatt. Und das Wetter sowieso.

    Mir z.B. würden die ganzen eckigen Ausschnitte stehen. Und tatsächlich tun die das auch, u.U. sogar ganz besonders gut. Im Sommer sind die auch toll, da angenehm luftig. Im Winter wäre mir das aber auch zu kühl. Da brauche ich wenigstens einen (engen) Rundhalsausschnitt. Allerdings ist das mein optischer Tod. Leider sind das auch die in den Geschäften und auf Schnittmustern am häufigsten angebotenen Ausschnittformen. Ich finde, dass die vielen (Frauen) nicht besonders gut stehen, und darüber hinaus oft etwas einfach/billig produziert wirken. So als hätte man sich nicht die Mühe für einen richtigen Kragen, Knopfleiste, o.ä. machen wollen.


    Ich finde solche Infos jedenfalls durchaus hilfreich. Widersprüche wird man darin aber sicher immer finden; ganz besonders dann, wenn es Typüberschneidungen gibt.

    Ich denke, ich werde das Shirt noch mal Probe nähen. Zuerst einmal mit rundem Ausschnitt, da lassen sich die Änderungen an der Schulter etwas einfacher handhaben (der U-Boot-Ausschnitt ist an der Stelle doch sehr breit und "stört"). Die Änderungen werde ich am Schnittmuster machen. Ich denke, dass ist dann im Wesentlichen auch das, was Ihr vorschlagt. Denn der Ärmel kommt damit weiter rein und gleichzeitig wird das Vorderteil schmaler.


    Ich befürchte allerdings, dass das dann noch nicht reicht. Aber wie gesagt, die Änderungen an der Oberweite (am Schnittmuster, lt. Lehrbuch) wirken sich bis unter die Arme aus, und das dürfte es in meinem Fall nicht.

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