ich habe auch für die vielen Gründe abgestimmt.
Meine Oma hatte eine Singer Tretnähmaschine um die ich als Kind immer schon ehrfurchtsvoll herumgeschlichen bin. Ich habe sie nach all den vielen Jahren immer noch in ihrem Sessel sitzend in Erinnerung. Ein Socken zum Stopfen, ein Loch flickend oder Stundenlang Serviettenringe oder Taschentuchspitzen aus Occhi herstellen.
Ihr Nähkasten war meine persönliche Schatztruhe. *in Erinnerungen schwelg*
Heute könnte ich mir vor Wut in den Hintern beißen, dass ich es mir von ihr nicht zeigen lassen habe.
Meine Mutter soll angeblich für uns als Kinder mal ein paar Sachen genäht haben. An der Nähmaschine sitzen habe ich sie aber nur sehr wenige Male. Sie hatte eine Elna Nähmaschine, die nach Ihren Aussagen ein Vermögen gekostet hat. Näher als 50cm durfte ich ihr nicht kommen.
Die hat früher mehr gestrickt. Aber gezeigt hat sie es mir nicht. Im Laufe ihres Lebenswandels (Ökotrip) hat sie sich 2 Spinnräder gekauft und sämtliches Zubehör um die Wolle per Hand vorzubereiten bzw. zu verarbeiten. Das spinnen durfte ich lernen. Ich erinnere mich an Flohmärkte, Ausstellungen etc. wo wir gesessen haben. Ob ich das wirklich freiwillig gemacht habe, kann ich nicht mehr einschätzen. Im Nachhinein betrachtet, fühle ich mich nicht mehr ganz wohl damit, zu Mal es mich in eine ziemliche Aussenseiter-Rolle gebracht hat.
Handarbeiten hatten wir nur ein Jahr lang in der Schule. Dort habe ich eine weiße Küchenschürze genäht, die ich mit einem Motiv und Stoffmalstiften bemalt habe. Die Eins dafür hat mich schon ein wenig stolz gemacht.
1996 verstarb meine Oma und ich bekam die alte Singer Nähmaschine. Ich habe das Gestell liebevoll abgeschliffen und neu lackiert. Die Platte die anfing zu reißen von einem Tischler reparieren lassen. Sie nimmt heute einen Platz bei uns im Wohnzimmer ein und ich erinnere mich liebend gerne an meine Oma.
2002 bekam ich von meiner Schwiegermutter eine mind. 25 Jahre alte Privileg Nähmaschine geschenkt. Zu diesem Zeitpunkt habe ich hauptsächlich Gardinen genäht oder mal eine Hose repariert.
Meine Schwiegermutter selbst konnte alles nähen. "Ach komm das mach ich schnell" setzte sich an die Nähmaschine und war ein paar Minuten später zurück.
Sie war eine sehr warmherzige, liebenswerte Frau. Jedoch hatte sie nicht die Geduld es einem in Ruhe zu zeigen. Beim stricken nahm sie es einem dann aus der Hand, konnte zwar sehen wie es gemacht wird - war aber genauso schlau wie vorher. An ihre heißgeliebte Pfaff 1221 durfte ich aber auch nicht.
2007 stellte sich heraus das meine Tochter hormonell bedingten Kleinwuchs hat und Kaufkleidung über viele Jahre nicht passen wird. Also probierte ich die ersten einfachen Kindersachen aus. (Aus heutiger Sicht würde ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen)
Als meine Privileg dann 2008 kaputt ging und ich eine neue Nähmaschine suchte, kam ich Anfang Oktober ins alte Forum. Ich kaufte mir dann eine neue Privileg (baugleich mit einer Brother BC 2500). Das ich die Pfaff meiner Schwiegermutter bekommenn würde, war ausgeschlossen. Im Dezember verstarb meine Schwiegermutter sehr schnell und unerwartet. Bei der Haushaltsauflösung ein halbes Jahr später, war ich für den "Nähkram" zuständig und habe viele Dinge mit zu mir genommen. U.a. die Pfaff 1221.
Meine Nähkenntnisse wuchsen dank des Forums und meines Perfektionismusses stetig an. Bei jedem Kleidungsstück für meine Kinder lernte ich dazu.
Ich habe in all den Jahren viel gelernt. Der "Fuhrpark" verbesserte sich nach und nach. 2011 kam die Stickmaschine, 2012 die Overlock, 2013 die neue Juki.
Wenn ich lese, dass in den letzten 3 Jahren jedes Jahr eine Maschine dazu kam, muss ich etwas schmunzeln.
Heute bin ich froh und dankbar darüber, dass ich in der Lage bin meine Kinder mit passender Kleidung nach ihren Wünschen nähen, oder so instandsetzen kann dass es fast unsichtbar ist.
Die Gründe waren als wirklich sehr verschieden.
*hui doch etwas länger geworden
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