Und manchmal ist selbernähen Können auch extrem blöd. Die Zeit fehlt zum Nähen und die Sachen im Laden lässt man hängen, weil man mäkelig bei Passform und Farbe ist.
Genau das ist auch mein Problem!
...und Verarbeitung.
Hm, nun jaa.
Bei Doro weiß ich, dass sie es mit der verflixten Angewohnheit ihres Berufs, ihr ihre Planung zu vermasseln, schwer hat, zum Nähen zu kommen. Von mir selber weiß ich, dass es ziemlich „hausgemacht“ ist, wenn ich nicht nähe.
Wenn es eine allgemeingültige Wahrheit dazu gibt, liegt sie vermutlich irgendwo in der Mitte.
Aber: Um wieviel ärmer wäre das Leben (in dieser Hinsicht), wenn wir mit dem, was als Konfektionsware schnell zu kriegen ist, zufrieden wären?
Um ein bisschen zum Thema zurückzukommen:
Selbernähen lohnt sich nicht, wenn es lediglich darum geht, die Blöße zu bedecken.
Selbernähen lohnt sich immens, wenn es darum geht, mit der eigenen Kleidung etwas auszudrücken, überhaupt: einen eigenen Stil zu entwickeln.
Dazu muss eine nicht perfekt nähen können. Und es muss auch nicht hinterher alle Bekleidung selbstgenäht sein. Aber es selbst zu machen, bringt eine Auseinandersetzung mit dem Thema, die eine sonst nicht oder nur sehr schwer kriegen kann.
Vorsicht: Das geschieht nicht von alleine, sondern mensch muss diese Auseinandersetzung mit sich, dem eigenen Körper und der Wirkung auf andere auch wollen. Und auch dann ist es ein Prozess, der Zeit braucht. Möglicherweise lebenslänglich. (Oder kann jemand von sich behaupten, „fertig“ zu sein?)
Liebe Grüße
Schnägge
