Frage zum hypothetischen Eröffnen eines Dawandashops und das Drumherum

  • Ihr Lieben


    Sehe ich das richtig ?:


    Erstens:Wenn ich einen Dawandashop eröffne, also die Absicht habe etwas zu verkaufen, dass ich selbst zum Zwecke des Verkaufs hergestellt habe, benötige ich einen Gewerbeschein


    und zwar egal wie viel ich dort verkaufe.


    ich zitiere mal aus der Dawanda Seite:
    "Sie sind Unternehmer, wenn Sie Ihre Waren – so die Rechtsprechung – „planmäßig gegen Geld anbieten“. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie etwas verkaufen, das Sie zuvor gezielt zum Zweck des Verkaufs hergestellt oder selbst eingekauft haben. Es entscheidet also der Zweck, zu dem Sie den Verkaufsgegenstand oder seine Bestandteile erworben, hergestellt oder bearbeitet haben. Das gilt auch dann, wenn Sie nur geringe Mengen verkaufen oder einen geringen Umsatz machen. Für die Einstufung als unternehmerische Tätigkeit gibt es keine gesetzliche „Bagatellgrenze”. Es spielt auch keine Rolle, ob Sie mit dem Verkauf einen Gewinn erzielen, lediglich Ihre Anschaffungskosten wieder hereinholen oder sogar Verlust machen. Der Begriff des Unternehmers umfasst alle Gewerbetreibenden und Freiberufler."


    Zweitens: Als Verkäufer muß ich auch ein Impressum angeben und AGBs?....


    Alles andere ist rechtswidrig ?



    Ich will keinen shop Eröffnen trotzdem ist es etwas was mich gerade beschäftigt :D


    Viele scheinen das nicht zu wissen ,weil sie sich nicht informieren oder die AGBs nicht lesen, zum Beispiel .Dabei ist es doch gerade bei den ständigen Abmahnwellen besser auf der richtigen Seite zu sein oder?


    Danke für Erhellung


    anouk

    The 3 Laws of The Multispheres...


    #1: If it's supposed to move and doesn't: WD-40.
    #2: If it moves and it's not supposed to: Duct Tape
    .#3: Everything else: Baking Soda.


    Matth. 5,1 - 7,29

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    • Offizieller Beitrag

    Gewerbeschein, weil du ja Gewinn erzielen könntest.
    Impressum und AGBs weil es sonst gegen Handelsrecht verstößt.
    CE - Kennzeichnung der Produkte.
    to be continued

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.
    Voltaire
    Gruß
    Nanne

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  • Also bin ich mit einem Shop und einem Gewerbeschein ein Händler und Ich muß den Papierkram erledigen auch wenn anschließend keiner mein G'lump kauft?

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    #1: If it's supposed to move and doesn't: WD-40.
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  • Vergiss die Kammern nicht - je nachdem, was Du anbietest kommen die HWK oder die IHK ins Spiel. Welche Kammer es wird hängt davon ab, wie Du Dein Gewerbe beschreibst. Ich würde zusehen, dass ich bei der IHK lande, weil Du da die Chance hast von den Beiträgen befreit zu werden. Die HWK spielt da nicht mit - egal, wie wenig Du umsetzt.


    Das Finanzamt sieht im Normalfall nicht wirklich was (Kleinunternehmerregelung mit Umsatzgrenze 17.500,- habe ich nicht mehr genau im Kopf), will aber sehr wohl informiert sein!

    • Offizieller Beitrag

    Ja, Anouk - völlig richtig.


    Den Gewerbeschein mit allen Rechten und Pflichten benötigst du ab dem Moment, wo du "ein Produkt herstellst, mit der Absicht es zu verkaufen" (oder einkaufst, um es weiterzuverkaufen). So ist die Rechtslage. Punkt.


    Ob du dabei Gewinn machst oder ob überhaupt einer dein G'lump ;) kauft, steht dabei erstmal nicht zur Debatte.


    Alles andere ist schlicht und einfach Schwarzarbeit.


    Von CE-Kennzeichnung der Produkte oder dem Medizinproduktegesetz (z.Bsp. für Wärmekissen aller Art) sprechen wir mal garnicht erst.

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    • Offizieller Beitrag

    Foxilinie - mit dem Finanzamt stimmt so nicht ganz:


    Du bist Kleinunternehmer nach §19 wenn du unter 17.500 Euro Umsatz machst pro Jahr. D.h. du brauchst keine MWSt ausweisen, darfst aber auch keine absetzen. Über dieser Grenze bist du dann normaler Unternehmer und musst MWSt ausweisen.


    Wenn du Gewinn machst, muss das immer versteuert werden - egal ob §19 oder nicht ;)

    • Offizieller Beitrag

    Die Kammern sind nicht das Einzige, was da noch dazu kommt.


    Private Krankenversicherung, IHK, HWK, dann kommt Gewerbemüll, der Steuerberater, eventl. Rechtsberatung (ist wichtig für Impressum, AGB, etc. - lieber alles rechtskonform, als Abmahung) z.Bsp. durch die IT-Rechtskanzlei.


    So man denn Produkte mit CE verkaufen will, dort noch die Prüfung durch den TÜV oder Selbst-Prüfung.


    Und noch so einige andere "Kleinigkeiten" - aber die betreffenden Stellen melden sich alle von ganz allein, nachdem man den Gewerbeschein abgegeben hat.


    Ich lache mich ehrlich nur immer schlapp, wenn jemand - z.Bsp. auf dieser großen Gesichtsplattform - schreibt, "der Schein hat nur 15 Euro gekostet - mach mal ruhig". Und 3 Wochen später heult dann die Betreffende.........


    Ich sage klipp und klar: wer mit dem Gedanken spielt, sollte dringend ein Existenzgründerseminar der IHK besuchen - und danach einen guten Businessplan erarbeiten. Dann sieht man sehr schnell, ob sich das wirklich "lohnt" oder ob man nur die 100.000te Bastelmutti auf Dawanda ist ;)

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  • und überprüft Dawanda ,ob man den nötigen Schein hat ?

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  • ich bin ja immer wieder uberascht wie viele Leute da so blauäugig rangehen.

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  • Und die, die keine Gewerbe haben, können dann ihre Werke zu Spottpreisen verkaufen,weil sie ja keine weiteren Kosten haben.
    Und das finde ich sehr unfair den Verkäufern mit Gewerbe gegenüber.

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  • Kurz und gut: wer Auf Dawanda ohne Gewerbeschein und sonstige Formalitäten, zu Verkaufszwecken hergestellte Produkte verkauft, begeht Betrug.


    Die beiden Worte Fairness und Dawanda in einem Satz zu gebrauchen, fällt mir schwer

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  • Hmmm... also wenn ich im Überschwnag die 50.Schnabelina und den 30. Trotzkopf nähe und feststelle, das Shirt ist meinem Kind doch 2 Nummern zu klein (ansonsten aber süß) und die 50.Tasche benötige ich dann irgendwie doch nicht...


    Dann pack ich das Zeug nach Dawanda und unterscheide mich genau *wie* von den Anderen? (Mal abgesehen vom fehlenden Vorsatz und sonstigen kommerziellen Kram).


    Ich gebe zu, manchmal würde es mich schon reizen, den Überschuß an Nähenergie hier in Geld umzuwandeln. Aber spätestens beim Thema CE-Zeichen sehe ich noch nicht so recht, wie man das bei Einzelstücken hinbekommen will. (Man kann ja nicht jedes Einzelteil zertifizieren lassen - also kann man schon, aber dann kann man es nicht mehr verkaufen. Zumindest nicht mehr kostendeckend... oder wie macht Ihr das?)


    LG
    neko

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    • Offizieller Beitrag

    Neko, wenn dir so etwas "passiert", dann kannst du diese Überproduktion als privater Verkäufer als gebraucht bei Ebay verkaufen.


    Anouk, leider kontrolliert Dawanda das NICHT - sonst gäbe es die ganze Problematik mit den "Bastelmuttis" ja nicht. Dabei wäre es einfach, ein Feld anzufügen, wo man bei Anmeldung eines Verkäufershops den Gewerbeschein hochladen muss. Ist der überprüft, wird der Shop freigeschaltet.


    Das kann so schwer eigentlich nicht sein - andere Plattformen handhaben es schließlich auch so :2cent: Aber wozu? Dawanda wirbt ja damit, dass man seine Überproduktion vertick: "du nähst im Keller vor dich hin - dann verkaufe deine Sachen doch bei Dawanda"..... [freies Zitat]. Und kassiert für jeden eingestellten Artikel Einstellgebühren und für jeden verkauften eine Verkaufsprovision. Die schneiden sich ja ins eigene Fleisch, wenn sie das unterbinden würden.


    CE, ja - das ist ein sehr heikles Thema. Und diejenigen, die es ernsthaft betreiben haben nur 2 Möglichkeiten: sich durch den Gesetzesdschungel wühlen und alle Vorgaben einhalten, um ein CE-Kennzeichen zu erhalten. Oder die betreffenden Artikel aus dem Sortiment nehmen.


    Ich z.Bsp. habe 80% meines Sortimentes nach Ablauf der Übergangsfrist aus dem Sortiment nehmen müssen. Mir ist der Aufwand und der finanzielle Einsatz einfach zu groß. Und was glaubt ihr, was die ehrlichen Verkäufer alle kotzen, weil es genug schwarze Schafe gibt, die sich einen feuchten Kehrricht um das CE Kennzeichen kümmern. Oder um alle anderen Auflagen, die man als Gewerblicher eben so hat.....

  • Neko, wenn dir so etwas "passiert", dann kannst du diese Überproduktion als privater Verkäufer als gebraucht bei Ebay verkaufen.


    .


    so lange die Menge in einem glaubwürdigen Rahmen bleibt...Keiner nimmt Dir ab das du tatsächlich 20 X die gleiche Pumphose nähst und nicht gemerkt hast das sie Deinem Kind nciht passt.

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    • Offizieller Beitrag

    @neko: Nur wenig, weil dann immer noch die "Gewinnerzielungsabsicht" und ggf. "regelmäßig" greift.
    Dem Finanzamt reicht eines davon.
    Deshalb werden ja auch ebay-Konten etc. überprüft.


    Es sei denn du kanst nachweisen daß es gebrauchte Sachen sind (Stichwort: sichtbare Gebrauchsspuren)


    Also vorher überlegen und abwägen.

  • Ich lache mich ehrlich nur immer schlapp, wenn jemand - z.Bsp. auf dieser großen Gesichtsplattform - schreibt, "der Schein hat nur 15 Euro gekostet - mach mal ruhig". Und 3 Wochen später heult dann die Betreffende.........


    Ich sage klipp und klar: wer mit dem Gedanken spielt, sollte dringend ein Existenzgründerseminar der IHK besuchen - und danach einen guten Businessplan erarbeiten. Dann sieht man sehr schnell, ob sich das wirklich "lohnt" oder ob man nur die 100.000te Bastelmutti auf Dawanda ist ;)


    Ging mir damals auch so. Klar hab ich mir vorher Gedanken gemacht und wusste einiges, aber ich bin dann trotzdem auf den A... gefallen. Alle, die mir das erzählt hatten, kamen in die IHK und ich sollte (und bin) in die HWK - da war ich GAAAANZ kurz davor alles wieder abzumelden. Hab ich aber nicht gemacht und bin heute froh drum. Aber so easypeasy wie man sich das anfangs vorstellt, war es nicht.

    Schöne Grüße
    Heike

    3 Mal editiert, zuletzt von Anouk ()

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