Kleidung muß für mich in erster Linie bequem sein und zu mir passen.
Was ich in meiner Jugendzeit als für mich passend betrachtet habe, hat meine Eltern manchmal an den Rand der Verzweiflung getrieben und fand in der Schule auch nicht unbedingt Anklang. Ich hab' mich nicht darum geschert, was andere über meine Kleider dachten und sagten.
Von kariertem Faltenrock mit Twinset bis zum undefinierten, weiten Schlabber wechselte meine modische Erprobungen nahezu täglich. Mitte der Achtziger war neben dem Popper- und Punk-Look, einige Zeit lang das "Jogginghosen-Outfit" sehr angesagt. Für mich sehr praktisch, da ich damals meine gesamte Freizeit in Sport- und Schwimmhallen verbrachte. Logisch, daß ich diesen fragwürdigen Trend mit voller Überzeugung mitmachte, sehr zum Bedauern meiner Eltern.
Bei meinen Kindern habe ich deren modische Auswüchse ebenfalls recht relaxt gesehen. Bis zum Grundschulalter wurden wenige Kleidungsstücke von den Älteren an die Jüngeren weitergegeben. Die meisten Sachen, vor allem Hosen, waren durch die abenteuerlichen Erkundungen in Wald und Flur so unansehnlich geworden, daß sie ausgemustert wurden bevor der nächste, potentielle Träger die passende Körpergröße erreicht hatte.
Wir hatten während ihrer Teenagerzeit eine klare Regel. Pro Kind und Halbjahr DM 200, später € 250, für Kleidung und Schuhe. Die Teile wurden gemeinsam ausgesucht und vorher manche hartnäckige Diskussion am Küchentisch geführt, warum es unbedingt dies oder das sein soll. Insgesamt hatten wir das Glück, daß alle fünf wenig Wert auf Marken legten und auch im Umfeld keine Hänseleien erfahren haben. Nie verstanden habe ich die Vorliebe für orangefarbene Klamotten eines der Kinder.
Vom ersparten Taschengeld durften sie sich die Klamotten und Schuhe kaufen, die sie unbedingt haben wollten, auch wenn wir als Eltern diese als unsinnig oder zu teuer eingestuft hatten. Da gab's dann teilweise sehr abartige Outfits zu sehen.

