Letzten Sonntag habe ich 200 Quadrate mit 1,5 Inch aus 6 Jeansstoffen zugeschnitten und verarbeitet. Ich war so happy an dem Abend und am nächsten Tag sehr unglücklich, weil es einfach nicht so geworden ist, wie ich das von Patchworkstoffen kenne. Ich weiß, dass ich an dem Abend irgendwann sehr kaputt war und des trotzdem fertig bekommen wollte und im Ganzen wird das am Ende wahrscheinlich nur Patchworkern auffallen, aber ich habe mir damit meinen Flow zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt kaputt gemacht. Denn eigentlich habe ich ein so so tolles Projekt im Kopf, dafür muss ich aber die nächsten Wochen wirklich viel nähen.
Das hier hatte ich Ende Oktober hier geschrieben. Ich hatte da die Idee, meinen besten Nähfreundinnen einen Adventskalender für die vier Adventssonntage zu machen. Ursprünglich hätten das 28 kleine Nähprojekte werden sollen. Eigentlich sogar 32, weil ich die auch haben wollte. Da ich da ja noch 5 Wochen Zeit dafür hatte, war ich sicher "das schaffe ich!" - ich habe mich so sehr auf dieses besondere Projekt gefreut. Ganz schnell hatte ich coole Ideen und ja an dem Sonntag damit angefangen, denn die 200 Quadrate waren auch schon für dieses Projekt.
Aber dann kam alles anders... Ich hatte nach diesem frustrierenden Näherlebnis keinen Flow mehr, auch weil ich plötzlich dachte, dass sowieso nichts mehr gelingt, was ich beim Nähen in die Hand nehme.
Und nachdem ich dann im November keine Energie fürs Nähen mehr hatte, war ich immer sicherer, dass das nicht mehr zu schaffen ist.
Projekt 1/4 hatte ich irgendwann fertig (aber nicht ganz fertig, weil Amazon die spezielle Zackenschere erst falsch geliefert hatte) und Projekt 2/4 ist gestorben, weil es leider nicht wie geplant geklappt hatte. Da hatte ich eine coole Idee vom Bags and Pieces Geburtstag mitgenommen, aber was auch immer da anders war, zuhause habe ich das nicht hinbekommen. Das Leder war einfach zu dick für den Druckknopf. Da habe ich mir dann eine Alternative überlegt, bei der ich nicht nähen musste. Projekt 3/4 habe ich letzte Woche angefangen, weil ich zwei der Kalender mit zu dem Nähwochende nach Bad Waldsee nehmen wollte. Dann hat meine Maschine plötzlich ohne Ende gezickt, so dass ich wieder nicht richtig loslegen konnte. Wie meistens saß das Problem aber 30 cm vor der Maschine - ich hatte den Greifer falsch eingebaut... Zwei Exemplare von Projekt 3/4 hatte ich dann trotzdem schon am Mittwochabend fertig und eigentlich wären die beiden Exemplare von Projekt 4/4 noch möglich gewesen bis Freitag vormittag (ich hatte da Urlaub).
Aber dann kam der große psychische Einbruch - keine Ahnung, was das genau verursacht hatte, die Therapiesitzung am Donnerstag (4 Wochen nach der letzten - meine Therapeutin war im Urlaub) war gut, aber danach war mir nochmal klarer, was das Problem ist und das kommt mir gerade so unbewältigbar vor. Sie sagte da nämlich, dass sie immer sicherer ist, dass der über allem stehende Glaubenssatz "Ich kann gar nichts" bzw. "Ich bin ein Versager" ist. Und der ist so viel globaler als "Ich werde nur akzeptiert wenn ich schlank bin" Egal... jedenfalls war mir dann am Donnerstag Abend alles zu viel und egal und ich hatte eigentlich gar keinen Elan mehr auf das Nähwochenende. Noch am Freitag morgen hatte ich den Plan, gar nichts mitzunehmen, vielleicht einfach ein bisschen zum quatschen hinzufahren und dann mal zu schauen. Weil ich da noch dachte, dass ich ja nichts von meinem großen Projekt in Bad Waldsee nähen kann, wenn doch CharmingQuilts und Jessica da sind. Die beiden wollte ich nämlich u.a. mit dem Adventskalender überraschen.
Und dann habe ich doch noch entschieden, dass ich das Projekt komplett vergessen kann, wenn ich das Wochenende nicht nutze und habe alles dafür eingepackt und bin dann erst viel später als geplant losgefahren. Da ich aber nur 45 Minuten Anfahrt habe, war das kein Problem.
Vor Ort habe ich mich dann so gefreut, die bekannten Gesichter zu sehen. In den ersten Stunden war ich noch ziemlich in mich gekehrt, aber ab da war es dann das perfekte Wochenende. Ich hatte Spaß, ganz tolle Gespräche mit ganz wunderbaren Frauen, konnte tolles Essen genießen und ich habe wieder richtig Freude am Nähen gehabt und sogar einiges geschafft. Der Plan war vor allem, dass Jennifer und Jessica ihren Kalender am Sonntag mitnehmen können - aber hey, ich habe alles fertig bekommen. Das ist umso erstaunlicher, als ich nicht nur die noch fehlenden 14 Teile für den Inhalt nähen musste, sondern auch noch 28 Säckchen als Verpackung.
Ich würde euch soooo gerne schon mehr zeigen können, aber erst Mal müsst Ihr mit dem Foto der fertig verpackten Säckchen leben:
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Die habe ich jeweils sieben Mal mit der Overlock genäht. Nach einer ganz schnellen Methode, die handmadebyannie passend letzte Woche in ihrem wöchentlichen Nähvideo gezeigt hatte. Ich habe die vier Stoffe aus meinem Vorrat jeweils komplett verbraucht - dabei wollte ich im Farbspektrum schwarz-weiß-grau bleiben. Die Zahlen habe ich auch in Bad Waldsee geplottet. Das ist die Schrift Heilig, die ich für solche Sachen wirklich liebe. Die Schleifen sind überwiegend Reste aus meiner Zeit bei Stampin' Up! - da sind nun auch einige aufgebraucht.
Dann habe ich noch zwei Kleinigkeiten für meine Tochter und ihren Wichtelpartner genäht. Da dies aber die Abwandlung eines meiner Projekte aus dem Adventskalender ist, müsst Ihr auch dafür noch geduldig sein.
Dafür habe ich aber noch zwei Kleinigkeiten für meinen Mann genäht:
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Er hat sich Loops für die Arbeit gewünscht und da hatte ich ihm letzte Woche schon mal einen Prototyp genäht (aus dem linken Stoff). Da er den super fand, gab es nun noch zwei weitere. So kann auch mal einer nass oder verschwitzt werden und er hat dann noch Ersatz bei der Zustellung.
Und ein kleines Nähwerk gab es dann auch noch für mich: Ein Stirnband, das ich kürzlich auf einer Messe in Ulm angefangen hatte. Da war das Stirnband dann aber am Ende verdreht. Das habe ich nun nochmal auseinander genommen und neu vernäht und nun kann ich es tragen. Das ist richtig cool, denn den Stoff habe ich mir zu dem Zeitpunkt schon gekauft - so habe ich nun ein passendes Stirnband zu einem noch zu nähenden Oberteil 
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