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Beiträge von Kreuzschnabel

    In einem anderen Thread wies Anne auf die Möglichkeit hin, Reste von wasserlöslichem Vlies in wenig Wasser aufzulösen und zum Stärken von Stoff zu benutzen.
    Meine Fragen dazu:
    Kann ich den Stoff dann ohne Gefahr glatt bügeln?
    Geht nach dem Bügeln durch waschen alles Vlies wieder ohne Reste aus dem Stoff raus?
    Geht das mit jedem wasserlöslichen Vlies oder gibt es da Unterschiede?


    Hintergrund meiner Frage ist: Ich habe eine Maschinenstickerei auf Organza mit wasserlöslichem Vlies verstärkt, dann ausgewaschen und gebügelt. Dabei haben sich die Satinränder der Stickerei (in denen sich vermutlich noch Reste vom Soluvlies gehalten hatten) stark gekräuselt und verhärtet. Ich erinnerte mich dann daran, das die Kombination von Soluvlies und Bügeln ja auch für die Herstellung von Krumpelstoff verwendet wird, der dann auch hart und für kuschelige Werke unbrauchbar wird.


    Im Moment suche ich eine Methode, wie ich Stoffreste stärken kann, um sie aufeinander zu applizieren, ohne dass sie sich total verziehen. Dazu würde ich sie gerne stärken, müsste sie aber auch wieder glatt bügeln können vor dem Applizieren. Und hinterher soll ein Quilt daraus entstehen.


    Habt Ihr Erfahrungen zu dem Thema?

    - 3-Faden Flachnaht bzw 2-Faden Flachnaht meiner Maschine ist das das Gleiche wie Flatlock? Ich denke: ja!
    - Kettenstich gibt es dafür auch eine andere Bezeichnung oder gibt es diesen Stich erst neu? Ich kenne keine andere Bezeichnung


    Kettenstich lässt sich gut auftrennen (am richtigen Ende gleichzeitig oben und unten an den Fäden ziehen). Er ist deshalb gut zum probenähen geeignet, wird aber auch oft als Zusatznaht direkt neben der Overlocknaht (in einem Arbeitsgang) verwendet.

    Zuerst, wie Anne schreibt, den unteren Drahtrand umhäkeln. Anders wird es wahrscheinlich nicht schön und fest werden.
    Für die erste Runde bestehen die Fächer aus 9 Doppelstäbchen.
    2. bis 5. Runde bestehen sie aus 7 Doppelstäbchen.
    Dann 3 Runden mit 5 DoStb....

    Vor dem Zusammennähen von Quadraten zu einer Tischdecke brauchst Du, denke ich, keine Angst zu haben, wenn Du


    1. exakt und fadengerade zuschneidest und nähst ( am Besten auch noch merken oder markieren, dass alle Quadrate den Fadenlauf in der gleichen Richtung haben),


    2. den Stoff vorher gut stärkst und zum Sticken mit Stickvlies zum Wegreißen hinterlegst


    3. ein schön gerades Band zum Zusammennähen nimmst (bloß kein Schrägband!).


    Nur Mut!

    Zum Millenniumsquilt:
    Anlässlich des Jahrtausendwechsels entstand die Idee, Decken oder Wandbehänge aus 2000 verschiedenen Stoffstückchen zu nähen. Da kaum jemand so viele verschiedene Stoffe besitzt, überlegten sich die Interessierten ein Tauschverfahren:


    Getauscht werden sollten nur Quadrate mit 6,5 cm Kantenlänge. Jeder Teilnehmer schnitt aus mindestens 25 verschiedenen Stoffen je 80 Quadrate. Das sind dann 2000. Oder anders ausgedrückt: Jeder packte 80 kleine Päckchen mit je 25 verschiedenen Stoffquadraten darin.
    Außerdem sollte in jedes Päckchen noch ein gleichgroßes Quadrat aus Nessel mit dem Namen, Ort und Land des Teilnehmers. Diese sogenannten Siggis (von Signet) wurden nach eigenem Geschmack gemalt, beschrieben oder bedruckt.


    Nun behielt man eins der eigenen 80 Päckchen und suchte für die 79 anderen Tauschpartner, die man in Patchworkgruppen, auf speziellen Ausstellungen, im Internet oder durch Mundpropaganda fand. Auf diese Weise wurden aus 25 verschiedenen, größeren Stoffen nach und nach 2000 verschiedene, kleine Stoffquadrate. Und dazu kamen dann noch die 80 verschiedenen Siggis der Tauschteilnehmer. Macht zusammen 2080 Quadrate.


    Wie man nun seine "Stöffchen" zusammennähte, blieb jedem selbst überlassen. Manche haben aus jedem Päckchen eine Reihe genäht, andere haben vorher z.B. nach Helligkeit sortiert, wieder andere haben jeweils die Stoffe eines Päckchens um das entsprechende Siggi gruppiert usw.


    Ich habe alle Päckchen geöffnet, die Quadrate nach Farben und Helligkeiten sortiert und dann damit "gemalt". (fertige Größe etwa 2,20m x 2,80m)


    Als erstes den Regenbogen aus der Noah-Geschichte (als Zeichen dafür, dass Gott verspricht nie wieder eine Sintflut kommen zu lassen), erst gelb, orange, rot, wobei ich mit dem, was ich hatte, hinkommen musste. Ich konnte ja nicht einfach noch einen Streifen orange zusätzlich zerschneiden, um genug orangene Quadrate zu haben.
    Danach die andere Seite mit grün und blau. Lila nach außen, meist oben.
    Dabei möglichst in die Mitte des Regenbogens die reinen Farben, nach unten die dunklen und nach oben die hellen.

    Weil sehr, sehr viele blaue Stöffchen dabei waren, entstand die Idee mit dem Himmel, in den später die Sterne gequiltet wurden. Sie erinnern an die Verheißung, die Abraham von Gott bekam: Er sollte, obwohl uralt und kinderlos, so zahlreiche Nachkommen kriegen wie die Sterne am Himmel.


    Aber was macht man mit so vielen pinken und rosa Stoffen? Einen Sonnenaufgang! Die Morgenröte symbolisiert die Hoffnung, die Jesu stellvertretender Tod uns bringt.


    Für das Kreuz und den Berg auf dem es steht (Golgatha) konnte ich die schwarzen und dunklen Stoffe verwenden.
    Grau wurde der Weg zum Kreuz ("Niemand kommt zum Vater, außer durch mich"). Wenn man direkt vor dem Quilt steht, sieht man den Weg nicht leicht, aber mit Abstand wie auf dem Foto erkennt man ihn gut. Das ist wie im Leben: Nicht jeder findet den Weg.


    Es blieben noch grün und braun als "Lückenfüller", manchmal trist, manchmal chaotisch, wie das Leben eben so ist. Die dorthin gequilteten Wellen sind teils recht stürmisch, aber nie höher als das Kreuz.
    Da der Quilt so viele positive Impulse in sich trägt, habe ich ihn "Gott will uns gute Zukunft schenken" genannt und unten auf den Rand gestickt.



    Der andere Quilt ist ein Kanzelbehang für die Osterzeit.


    Der Betrachter scheint im Schatten unter Bäumen zu stehen und durch ein leicht geöffnetes, schmiedeeisernes Tor in einen paradiesisch schönen Garten zu schauen.
    So empfinde ich unsere Situation hier auf der Erde: Noch verdunkeln Schwierigkeiten wie Krankheiten, Verluste, Tod und Krieg unser Leben, aber Jesus hat uns durch seinen Tod und seine Auferstehung das Tor zur Ewigkeit schon aufgemacht. Der Weg ist frei zu einem Leben in der unmittelbaren Nähe Gottes, wo es keinen Schmerz, keine Tränen, keinen Tod und keinen Streit mehr geben wird.
    Ich wurde dazu inspiriert durch das Buch "Enchanted Views" von Dilys A. Fronks, das mir sehr geholfen hat. Sie erklärt gut die Technik des Applizierens und auch die Gestaltung des Hintergrunds. Allerdings auf englisch.


    Ich hoffe, Andrea, das waren die gewünschten Erklärungen (kurzgefasst, sonst müsste ich ja ein Buch schreiben ;) )
    Sonst musst Du nochmal nachfragen!
    Gute Nacht!

    Faulengraben: Jutta, Du hast nach einem Foto vom Millenniumsquilt gefragt und durch das Foto von Deinem Quilt mich an einen zweiten Quilt meinerseits erinnert, der ähnlich wie Deiner gearbeitet ist. Deshalb jetzt hier 2 Fotos:
    01Millenniumsquilt-bester.jpg
    05DSC6837-BearbeitetOstern.jpg
    Der zweite Quilt hat als Hintergrund auch ein Watercolor-Bild, allerdings sind die senkrechten Spalten in der Höhe versetzt, also anders zusammengenäht als der Millenniumsquilt (Y2K).
    Darüber ist dann ein schwarzes Tuch mit dem vorgezeichneten Torgitter gelegt worden (genau an die richtige Stelle, damit die Tierköpfe auch zu sehen sind - gute Planung unbedingt nötig!) und dann wurde Loch für Loch aufgeschnitten, die Nahtzugabe untergedrömmelt und von Hand festgenäht. So kam nach und nach das eigentliche Bild zum Vorschein. Das hat echt Spaß gemacht, aber es war auch nicht einfach.
    Wer noch mehr inhaltliche Informationen zu den Quilts möchte, findet sie auf meiner (leider lange nicht upgedateten) Homepage. Die Adresse hängt an meiner Pinwand.
    Oder fragt mich halt.

    Damals habe ich meinen MillenniumsQuilt als Watercolor genäht (2080 Quadrate mit 6,5 cm Kantenlänge).
    Als erstes habe ich mir auf Nessel ein riesiges Gitter gezeichnet mit 6,5cm Kästchen, so groß wie das Bild ohne das Zusammennähen werden soll.
    Darauf habe ich die Stoffquadrate gepuzzelt (3 Tage à 8 Stunden im Gemeindesaal).
    Anschließend habe ich mit Hilfe meiner Tochter jede Reihe mit einem laaaaaaaangen Streifen Malerkrepp fixiert.
    Dann den großen Nessel mit den draufgeklebten Quadratestreifen aufgerollt und mit nach Hause genommen.
    Dort konnte ich immer zwei Streifen freirollen und Pärchen nähen, d.h. die beiden ersten Quadrate aneinander, die beiden zweiten Quadrate usw..., aber nicht abschneiden, sondern als lange Kette!
    Wenn die erste Kette fertig ist, also die beiden ersten Reihen als Pärchen vernäht sind, Hab ich das erste Pärchen an das zweite genäht, das zweite an das dritte usw... und zwar genau so, wie sie aneinanderhingen, und dabei die Nahtzugabe einmal nach rechts und einmal nach links, immer abwechselnd.
    So erhielt ich Doppelreihen, die ich dann hinterher zusammengenäht habe.
    Es geht also durchaus auch ohne Quilters Grid.
    Das es sehr hilfreich ist, wenn man viele Stöffchen hat, stimmt. Aber es kommt auch sehr auf die Stoffe an. In der Gruppe haben wir mal aus gut 100 Obst- und Gemüsestoffquadraten auf Quilters Grid ein Top genäht.Das sah auch gut aus! Man kann es auch quilten, aber nicht so gut, und zum Kuscheln ist es auch nichts.

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