Ich denke, die Meisten hier im Forum sind von der Sorte "jetzt erst recht", "geht nicht, gibts nicht", "durchbeißen". Sonst wären sie nicht hier, sonder irgendwo anders.
Ich habe gelernt: etwas jetzt auf der Stelle übers Knie brechen zu wollen ist meist der falsche Weg. Lass den Dingen eine Pause, sie reifen meist von alleine. Und tun sie es nicht, dann ist das vielleicht wirklich nichts für mich. Wenn mich der Ehrgeiz packt, dann kann ich auch lange dran bleiben. Aber daß muß von innen kommen, das kann ich mir nicht vorschreiben.
Die meisten Dinge sind Handwerk und damit mit etwas Geduld und Übung erlernbar: nähen, kochen, heimwerken aller Art, stricken, sticken, Kinder hüten, Stadtpläne lesen. Manche Dinge wollen wir einfach nicht erlernen, weil ... so viel Zeit hat Mensch nicht. Und um in manchen Dingen mehr als nur durchschnittlich zu sein, brauchts schlicht Talent oder sehr viel Hartnäckigkeit. Bei Brillianz hilft nur noch Talent. (trifft z.B. bei Musikalität und Creativität zu)
Jetzt kann man sagen: Durchschnitt reicht mir und sich ans Werk machen oder so lange suchen, bis man das findet, bei dem man besser ist als lustloser Duchschnitt. Nur: Wann ist es klar? Wann weiß man, daß man einfach keine Begabung in die entsprechende Richtung hat und sich einer anderen Aufgabe zuwenden sollte? Woher weiß ich, daß ich es nur noch nicht oft genug probiert habe und deswegen häufiger mal daneben liege? Sind die kleinen Fortschritte jetzt schon das Ende vom Lernprozess oder ein gutes Zeichen für mehr?
Auch diese Fragen lassen mich manchmal verbissen dranbleiben. Nur um herauszufinden, ob das jetzt schon das Ende und meine Grenzen sind oder ob dahinter noch viel mehr liegt...
Ich versuche eigentlich meist der Vernunft-Mensch zu sein und rechtzeitig die Finger von aussichtslosen Projekten zu lassen. Aber irgendwie steht mir meine Natur im Weg. Die stand schon in der 1. Klasse im Zeugnis: "vielfältig interessiert". Zu deutsch: versucht alles und gerne auch mal gleichzeitig. Böse Zungen behaupten dann daraus: "verzettelt sich". Mag sein, daß ich zu viele Hobbies habe. Aber ich liebe sie alle. Jedes Einzelne. Und das eine ergänzt das Andere oder gibt dem dritten Zeit zum reifen.
Und jetzt höre ich auf, sonst schreibe ich noch ein Buch und muß mich mit Philosophie beschäftigen.
LG
neko