Ich denke, da spielen 2 Strömungen mit:
1. ist derzeit ein Trend zur Natur, zum Natürlichen, zum Ursprünglichen zu beobachten. Weg vom Chemielabor.
Ursache dürfte Verunsicherung sein: zu oft werden in künstlichen Dingen krebserregende Stoffe nachgewiesen (von verbrannten Fritten mal abgesehen, aber in die Medien haben es Farben und Weichmacher im Plastik geschafft) und Krebs ist eine der wenigen Krankheiten, vor denen wir uns noch ernsthaft fürchten. Deswegen wird allem, was aus einem petrochemischen Labor kommt per se mißtraut. Daher auch diese extreme Vorsicht bezüglich Genmanipulation. Die Leute sind verunsichert. Sie glauben nicht mehr, daß alles ungefährlich ist. Denn Dinge, die seit vielen Jahren als Errungenschaft und absolut harmlos eingestuft wurden, werden jetzt wegen Gesundheitsgefahr vom Markt genommen und sind auf einmal Schuld an allem medizinischen Übel.
2. haben wir zu Nummer1 noch ein neues Umweltbewußtsein entwickelt. Und die Ökobilanz von Erdölstoffen und der excessive Verbrauch der schwarzen Soße (Brühe ist es ja nicht) sind auf lange Sicht nicht gut. Zum Einen wird das Zeug irgendwann alle sein und dann stehen wir da und haben keine Baumwollsamen und Seidenraupen mehr, bzw. die Restbestände können den Bedarf nicht ansatzweise decken oder die Kollateralschäden bei der Herstellung verseuchen uns den Planeten so sehr, daß wir nicht mal mehr saubere Lebensmittel herbekommen können und alle eingehen müssen.
Soweit die zugespitzte Kurzform.
Nachtrag:
Und wie der koffernäher schon schreibt: viele dieser Stoffe haben die Trageeigenschaften einer weichgeknitterten Plastiktüte.
Die 'Kollateralschäden' treffen nicht nur Erdöl, auch einige andere 'Kunststoffe', wie Acetat. Hier werden bei der Herstellung Schwermetalle verwendet, die in der Landschaft wüste Schäden anrichten (immer eine Frage des Umgangs aber der ist leider oft sehr industriell, geldgierig, rücksichtslos)
Ich bin wie immer ein Verfechter vom Mittelweg. Augenmaß und eine gesunde Portion Vorsicht. Bitte keine Extreme.
LG neko