Hallo zusammen,
jetzt ist die Tasche fast fertig. Es fehlt nur noch die kleine, und der Druckknopf dafür kommt morgen.
Zeit für ein Fazit.
Was letztendlich noch zum Einsatz kam sind: 2 normale, ungefütterte Lederhandschuhe, als Fingerschutz. Hat mir sehr geholfen, Druckstellen oder Stiche (an den Händen) zu vermeiden.
Und mein Mann hat mir eine Stirnlampe bestellt, als ich einmal gemurmelt habe, dass man eine haben müsste
Denk Link suche ich noch raus und reiche ihn nach bei Interesse. Außerdem habe ich teilweise einen Volleisen Meißel verwendet, um die Nadeln durch das Leder zu quetschen, als es noch im Pony steckte. Und eine Rohrzange um das Leder an den Gürtelschnallen zu quetschen für die Nieten. Da habe ich dann zum Schutz vor Druckstellen Lederstücke Drunter geklemmt XD
Da ich meinen Ursprungspost aufgrund der Länge nicht editieren konnte, probiere ich es hier einmal als Gesamtpost:
Werkzeug:
Nähpony zum Halten des Werkstücks [Anzeige] - hat klasse funktioniert! Tolles Teil. Ich bin dann davon abgerückt, als die Werkstücke immer größer wurden. Da ging die Bearbeitung auf einer Schneidmatte besser von der Hand.
Ledernaht Groover, um die Nahtlinie vorzuziehen [Anzeige] Habe ich letztendlich nicht benutzt, weil ich zu ungeduldig war und ich zu viele Werkstücke hatte. Ich hätte alles eigentlich stanzen müssen, dann die Schablonen entfernen und grooven (weil ich nur so sehe, wo die Linie hin muss. Und das hätte das Werkzeug schon ad absurdum geführt.
Diverse Schleifpapiere in unterschiedlichen Körnungen zur Kantenbearbeitung [Anzeige] genutzt habe ich jeweils nacheinander die Körnungen 60, 80, 150 und 220, sowie einen Schleifaufsatz in mir unbekannter Körnung vom Dremel.
Prikrad zum vorzeichnen der Stanzpunkte im richtigen Abstand. [Anzeige] Hatte ich ganz am Anfang benutzt, als ich dachte, ich will mit der Maschine nähen. Da hier dann doch alles gestanzt wurde, war das Prikrad überflüssig. Hätte aber funktioniert.
Kleine Klemmen zum fixieren von Leder nach Verklebung der Magnetschließen [Anzeige] Halten wirklich gut zusammen! Eine habe ich später als Kabelführung an die Kopfstütze meines Drehstuhls geklemmt, um das Ladekabel der Stirnlampe in einer vernünftigen Position zu halten. Bin begeistert. Gekauft hatte ich es eigentlich, um Druck auf die Klebestellen der Magneten auszuüben. Für diesen Zweck brauchte ich sie dann gar nicht. Dafür habe ich damit Lederteile zum Nähen angeklemmt oder ähnliches. Sehr zu empfehlen.
Lederkleber [Anzeige] Hält prima und kommt mit einem kleinen weißen Plastikspatel zum Verstreichen.
Ledermesser, Kantenschneider, Polierholz. [Anzeige] Das Messer ist scharf, man kann es aber nicht gut benutzen, weil ein Ansetzen und Ziehen nicht möglich ist. Dafür fehlt ein Schliff an einer untere Ecke. Man kann damit nur Stanzen, das aber sehr gut. Die Kantenschneider sind Mist. Haben allesamt die Kanten eher gerissen als geschnitten und zu unsauberen Ergebnissen geführt. Das Polierholz ist okay bis gut. Ich habe keinen Vergleich. Ich denke, es hat gemacht was es soll, auch wenn ich nicht solche Ergebnisse erzielt habe, ich ich im Internet gesehen habe. Mag auch sein, dass ich dafür nicht oft/lange genug poliert habe.
Lederrandöl, durchsichtig [Anzeige] Finger weg! Ist in den Müll gewandert. Konsistenz wie Kleber. Kein Öl, hat gekrümelt und geklebt und weiße Flecken gemacht.
8 mm Ledernietenset [Anzeige] Klasse Set! Trotz abartig dickem Leder sind die Nieten sauber und schön geworden. - Und so tolle Farben 
Prickeisen [Anzeige] Die Ein- bis 4-Zahnigen Eisen sind toll. Das 5-Zahnige verliert durch die Fächerung zu viel Energie und man muss viel zu oft auf das Werkstück schlagen. Soweit aber empfehlenswert.
Ledergarn und Nadel - Starterset [Anzeige] Durchwachsene Erfahrungen. Die Garne sind gut, vor allem gut gewachst, aber viel zu wenig auf einer Rolle. Die Ahlen habe ich nicht genutzt, sehen aber gut verarbeitet aus. Das Maßband ist billig, erfüllt aber seinen Zweck. Die Fadenschere schneidet nur vorne gut und ist insgesamt etwas instabil. Zwei der Nadeln haben das ganze Projekt durchgehalten und dürfen jetzt auf den Nadelfriedhof. Sie sind mehrfach umgebogen und die Ösen fast nicht mehr zu brauchen, so gequetscht sind sie von der Flachzange. Bin überrascht, dass das wirklich gut geklappt hat. Die Rundnadeln sind spitze - die hätte ich viel früher nutzen sollen.
Den halben Fingerhut kann ich nicht empfehlen, dafür aber die Lederhauben für die Finger, die ich trotzdem irgendwann zu einem Lederhandschuh geupgraded habe.
Lederstanzmatte zur Dämpfung [Anzeige]
Diese Stanzmatten kann ich gar nicht empfehlen. Sie sind so hart, dass das Prickeisen nicht eindringen kann, so dass ich das Leder nicht durchstoßen kann. Ich warte jetzt auf eine Sperrholzplatte. Die muss ich später zwar austauschen, aber für den Anfang ist das okay. Sollte ich weiter mit Leder arbeiten, weiß ich auch schon, in was ich investiere: ( Mein nächstes Stanzbrett, falls ich weiter mache )
Trotz Ledermesser habe ich das Meiste mit einem Bastelmesser geschnitten, gerade die filigraneren Teile.
Außerdem habe ich noch eine selbstheilende Bastelmatte mit einem Metalllineal, eine Flachzange, einen Gummihammer, eine Gürtellochzange und einen Dremel zur Kantenbearbeitung im Einsatz. Davon habe ich im Moment keinen Link. Muss ich mal suchen, wenn es euch interessiert.
Materialien:
D-Ringe, auch viereckig. [Anzeige] - scheinen sehr hochwertig zu sein. Bin zufrieden. Leider nicht so viele Farben, wie bei den Nieten, so dass Niete Gürtelschnalle und Ring nicht zusammen passt.
Ösenzangenset [Anzeige] Hier kann ich noch nicht objektiv rezensieren. Das Leder war so dick, dass Zange und Öse mehrfach aufgegeben haben. Eine Öse hat geklappt, da wo es drauf ankommt. Mit ach und krach. Werde nochmal berichten, bei weiteren Projekten mit dünnerem Leder.
Hosenträgerschnalle als Verschluss. [Anzeige] - Schockverliebt. Habe gleich zwei benutzt.
Magnetknöpfe [Anzeige] habe die Knöpfe passend zur Schnallenfarbe gewählt und sie halten gut.
Vlieseline LE 420 für Leder [Anzeige] - habe ich im Endeffekt nicht benutzt, weil ich kein Futter eingenäht habe.
Lederpflege, für später. [Anzeige] Duftet gut und lässt sich gut dosieren. Lt. Dose, unbegrenzt haltbar. Habe ich in der Zeit auch als Handcreme genutzt, um keine ungewollten Fettflecken auf dem Leder zu hinterlassen.
Leder in verschiedenen Stärken:
Für die Außenwände:
Pflanzlich gegerbtes festes Geschirrleder. Farbe "Dark Blue" 1.9 bis 2,1 mm. Definitiv das dickste Leder. Und leider nur ein Ersatz. Mein Wunschleder wurde aus dem Programm genommen. - Für "Buch 1". (Buch eins trägt man zum Körper)
Sehr sehr umständlich zu nähen, dafür hat es das schönere Ergebnis, da es Formstabiler ist. Ich weiß nicht, ob ich mir nochmal so ein aufwändiges Projekt damit antun würde, aber es sieht schon wirklich gut aus. Möglicherweise steht die Tasche nur wegen dieses Leders so schön aufrecht.
Weiches, pflanzlich gegerbtes Vachetta-Leder Farbe "Chianti" 1,4 bis 1,6 mm - Für "Buch 2". Lässt sich wunderbar verarbeiten, sinkt dadurch etwas ein und ist für dieses Projekt nicht ganz so Formstabil. Sieht trotzdem gut aus.
Weiches, pflanzlich gegerbtes Vachetta-Leder. Farbe "Petrol" 1.4 bis 1.6 mm - Für "Buch 3". (Buch 3 ist das kleine Buch vorne drauf, es ist abnehmbar.) Lässt sich wunderbar verarbeiten.
Festes und glattes Rindsleder für die "Gussets". Also die Buchseiten rund um die Tasche. Farbe "Cream" 1,1 und 1,3 mm. Habe zwei verschiedene Dicken bestellt, da eines davon für die kleine Tasche eine komplette Seite bildet, und nicht nur drum herum läuft. Hier wollte ich etwas dickeres Leder haben. An sich beides sehr geschmeidig. - Die Zeit wird zeigen, ob das Gusset-Leder zu dünn ist oder nicht. Da es der Taschenboden ist, sollte es etwas aushalten. Die Künstlerin hat tatsächlich die Schanierleder beide umsäumt, weil diese Dünn sind. Das hätte hier ggf. auch erfolgen müssen. Ihr Leder war dicker, das konnte ich vorher allerdings nicht sehen.
Verzierungen, "Schaniere", Futter und Riemen.
Weiches Nappa-Rindsleder für die "Schaniere" der Tasche, also da, wo man ausklappt. Farbe "Elephant" 1 bis 1.2 mm. Ließ sich gut verarbeiten. Hat mir allerdings einen Tobsuchtsanfall geliefert, weil es sehr schwierig war, durch 3 Lagen zu nähen, und man hier auf der Fleischseite so viele Fransen hat, dass man die Löcher nicht mehr sieht.
Nubuk-Geschirrleder für Verzierungen. Wird mit dem dünneren Vachetta Leder vernäht. Farbe "Indigo" 1 bis 1,3 mm. Ließ sich gut verarbeiten.
Weiches, pflanzlich gegerbtes Geschirrleder. Für weitere Verzierungen. Wird mit dem Vachetta-Leder in der Farbe Chianti vernäht. Farbe "Black" 1 bis 1.2 mm. Ließ sich gut verarbeiten.
Schweinsleder für Futter - gespaltenes Veloursleder. Sehr anschmiegsam. Farbe "Mid Grey" 04 bis 0,6 mm. Nicht genutzt. Zugeschnitten hatte ich alles. Zuschnitt etwas zäh.
Gürtelriemen, festes Geschirrleder. Für sämtliche Gurt-Teile. Farbe "Dark Brown" in 2,5 mm. Der muss an das Vachetta-Leder auf der einen, und Geschirrleder auf der anderen Seite genäht werden. Der Gurt ist auf jeden Fall starrer als das Leder, was die Dame im Video genutzt hat.
Wird mit Benutzung geschmeidig, lt. Beschreibung. Darauf hoffe ich jetzt. Reißen wird es schonmal nicht. Ggf. muss ich mir aber noch ein Polster für den Halsbereich nähen, weil die Kanten mich dort stören. Habe sie irgendwie nicht besonders glatt/rund bekommen. Vielleicht arbeite ich hier noch nach.
LG
Reja