Hallo Tanja,
da gebe ich dir Recht. Zumal Dawanda ja auch immer damit geworben hat mit dem Spruch: "Du nähst im Keller? Verkaufe doch deine Sachen...." - da waren eben viele dabei, die als Hobbynäher gerade mal wußten, wie sie eine halbwegs grade Naht hinkriegen, aber vom Handwerk selbst weder Ahnung noch wirkliche Qualitätsansprüche hatten..... das hat mich da ja immer gewaltig gefuchst.
Diese Anbieter, die meist ja auch keinen Gewerbeschein haben, weil Dawanda dessen Vorhandensein nie verlangt hat, werden es schwer haben. Denn auf den anderen Plattformen muss man den haben
Was ja nur Recht ist. Der Markt an sich wird sich also bereinigen.
Und das ist für professionelle Anbieter, die mit ihrer Arbeit wirklich Geld verdienen (und nicht nur ihr Hobby finanzieren wollen um die Kosten für ihre Stoffkäufe zu rechtfertigen....) ein echter Segen. Denn es ist wirklich schwierig auf nur einem Foto genau zu erkennen, wer da professionell arbeitet und wer nur Profis kopiert, weil man meint, das sei ja alles so einfach. Die Innenverarbeitung sieht man halt auf den Fotos leider nie wirklich und die Kunden waren durchaus enttäuscht, wenn sie vermeintlich gute Ware gekauft haben und dann nur was Zusammengeschustertes geliefert wurde. Das habe ich im Alltag (auf Messen, Ausstellungen, etc.) sehr oft zu hören bekommen.
Wie es weiter geht ohne Dawanda wird sich zeigen. Etsy ist natürlich eine gute Alternative. Aber nur für Profis, die sich mit der Rechtssicherheit auskennen, denn Etsy ist eine amerikanische Plattform und da ist manches leider Grauzone und die Abmahnanwälte werden sich schon die Hände reiben
Und leider ist Etsy eben aus diesem Grund auch nicht wirklich für Materialverkäufer und digitale Inhalte (sprich: Stickmuster und Ebooks) geeignet, weil sie - noch - keinen deutschen/europäischen Vorgaben entsprechen.
Ich denke aber, dass Etsy dies nun als Chance sehen wird und sich garantiert an die Umsetzung dieser Rechtssicherheit machen wird. Dann ist es eine echte Alternative. Die aber natürlich in Deutschland dann erstmal noch bekannter werden muss - sowohl bei den Verkäufern aber wichtiger noch bei den Kunden.
Das wird Zeit brauchen, Geduld und eine Menge Wissen. Was natürlich zu einem ziemlich unglücklichen Zeitpunkt kommt, denn ab September startet für viele Verkäufer schon dicke das Weihnachtsgeschäft. Das wird dann dieses Jahr für viele wegbrechen. Wo wir wieder bei dem Punkt wären: der Markt im Bereich Handmade-Anbieter wird sich nun bereinigen. Wer nicht bei der Datenschutzverordnung das Handtuch geworfen hat, wird nun vielleicht endgültig aufgeben 
Mein Rat an die Kollegen: Aber es wird bestimmt irgendwie weitergehen! Keine Schnellschüsse, keine unüberlegten Handlungen, lasst das alles erstmal sacken und schaut euch in Ruhe um! Es gibt bestimmt eine Lösung! Und nicht den Kopf hängen lassen! Bisher ging es doch immer weiter! Lasst euch nicht entmutigen und schaut in Ruhe nach einer - für euch - praktikablen Lösung!
Ich habs auch schon bei Facebook geschrieben: ich war im März jetzt 10 Jahre bei Dawanda..... ein bisschen Wehmut kommt da durchaus auf. Aber: ich bin im Juni jetzt 20 Jahre selbständig! Ich habe also schon lange vor Dawanda & Co genäht und verkauft. Es ging ohne und es wird auch ohne weitergehen - nur eben halt anders!
Also - Kopf hoch! Es wird garantiert weitergehen und es wird sich garantiert eine Lösung finden
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