Hallo
Steffi - das könnte man dann aber auch auf Kleidung übertragen: wer näht denn heute noch aus den Kittelschürzen der Oma die Hängerchen fürs Kleinkind weils grad keinen anderen Stoff gibt?
Und Patchwork ist schon relativ schnell von reiner Resteverwertung bei den Siedlern, die nach Westen fuhren, hin zu einer Kunstform geworden. Oftmals waren es höhere Gesellschaftsschichten, in denen die Frauen sich zu den quilt-bees zusammenfanden und diese Quilts waren nicht aus alten Kleidern und Resten zusammengesucht sondern schon mit speziellen Stoffen und aufwändigen Mustern und Quilting. Und die waren damals auch schon teuer.
Und wenn man nostalgisch sein will, könnte man die Amish anführen - aber selbst deren Stoffe sind was wirklich Besonderes und kein Flickwerk
und unbezahlbar ... nicht nur die Preise für Quilts, die bei Versteigerungen erzielt werden sondern allein wegen der Qualität der Arbeit.
Es gibt und gab also immer mehrere Versionen von Patchwork und Quilts und keine ist richtiger als die andere - oder falsch. Deshalb gibts ja auch keine Quilt-Polizei
Es gibt so viele Komponenten, die ausmachen, wie der Quilt wird und warum er genauso wurde und nicht anders. Und genau das ist eben das, was uns heute noch so fasziniert. An alten und an neuen Quilts - klassischen Mustern oder modern. Handgenäht und Handgequiltet oder Longarm. Es ist wie in jedem Hobby - die Bandbreite ist so groß und schön ist, was gefällt.

