alte Nähmaschinen, schwarzer Lack

  • Dies ist eigentlich eine Frage, die in ein Maschinen-Forum gehört ... und dort in die Restaurations-Abteilung ;)


    Weiß jemand, was für Lacke es waren, mit denen die Nähmaschinen früher so gut wie alle gestrichen waren?


    Schwarz, relativ dick, glänzend, sehr haltbar (auch - oder speziell - auf Eisen) und weit verbreitet.


    Ähnliches kenne ich von nirgendwo sonst und ich wüsste keinen heute gehandelten Lack, der sich damit messen könnte.


    Entweder, das Material war so giftig -, oder aber so gut, dass es heute nicht mehr verwendet wird ;)


    Ich versuche es einfach, villeicht hilft ja der Zufall, dass dies jemand liest, der was darüber weiß.

  • Hallo Manohara,
    im Singer-Film aus dem Jahre 1934 "BIRTH OF A SEWING MACHINE" wird von "japanning" der Maschinenköpfe geschrieben. Vielleicht hilft dir das weiter.


    Kunststoff kann man einfärben, warum sollte man also heute noch Nähmaschinen mit haltbaren Lacken versehen ;)


    Gruß
    Detlef

    Gruß
    Detlef


    Die Pfaff meiner Mutter hat damals zwei Monatsgehälter gekostet und näht nach über 60 Jahren immer noch. Dann müsste eine Nähmaschine, die nur einen Tageslohn kostet, umgerechnet ein Jahr halten - tatsächlich, die meisten Maschinen dieser Preisklasse schaffen das sogar.

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  • sowas hatte ich gehofft.


    Beide Antworten sind mir eine Freude.
    Vom Film habe ich bisher nur den Anfang gesehen und bin neugierig auf den "Rest" (der ist ja richtig lang).


    Ob ich dieses Material mal selber werde einsetzen können (und wollen) weiß ich nicht, aber ein paar Fragen weniger sind es geworden (und - wie üblich - ein paar mehr ;)

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  • Hallo,
    ich habe eine alte Pfaff 130 erstanden, aus der Nachkriegszeit. Damals waren die Lacke wohl sehr schlecht und besseres aus Mangel nicht zu bekommen. Angeblich waren es Lacke die auch für Eisenbahnen benutzt wurden, hab ich mal gehört...aber obs stimmt ? Und da war anscheinend auch Ruß enthalten.
    Ausgebessert habe ich mit Hammerite, der darf ja auch auf Rost gestrichen werden und ist ziemlich dick. Den bekommt man in jedem Baumarkt. Hält super :)
    Viele Grüße von kreativ Barbara


  • Ausgebessert habe ich mit Hammerite, der darf ja auch auf Rost gestrichen werden


    (Schauder) In jeder Generation werden neue Leute konfirmiert, die dann wieder an solche Behauptungen glauben (in den 60er Jahren war's Bostik, in den 90ern kam Hammerite auf...).


    Auf die Dauer hilft:
    - untendrunter: Zinkstaubfarbe mit 95-99 Prozent Zinkstaub-Anteil, auf blankes Metall gestrichen (Tipp: auch mit einem Heimkompressor kann man "stotternd" eine Sandstrahlpistole betreiben, und für größere Flächen eine gezopfte Drahtbürste 14mm in einem Winkelschleifer verwenden). Spraydosen sind nutzlos - die Zinkpartikel müssen sehr klein gemacht werden und der Anteil an Trägerlack, der eh sehr dünn sein muss, zu stark, damit sie durch den Sprühkopf gehen.
    - drauf: ein möglichst guter Lack.


    Als Rostentferner nimmt man Phosphorsäure, verdünnt als Bostik usw. käuflich (Handschuhe verwenden) und die absolute Notmaßnahme für Rost in Poren, der auch mit Sandstrahl oder massivem Abschleifen nicht entfernt werden kann/darf, ist, mit Phosphorsäure schwarz gewordener Rost in Poren bis höchstens ! 1/10 Millimeter als "inaktiviert" zu belassen. Im Innenbereich hält das ein paar Jahre, an Fahrzeugen (Felgen) kommt's ca. im übernächsten Jahr langsam wieder raus. Dass dicker Rost mit was-auch-immer überstrichen, "inaktiviert" wird und nicht weiterrostet, ist ein Gerücht.


    Früher hat man untendrunter Bleimennige genommen (ist heute nicht mehr erhältlich, jedenfalls nicht für Heimwerker). Der Mechanismus ist derselbe. Meine Kenntnisse gehen darin nicht sehr tief, aber ähnlich der "Opferanode" in einem emaillierten Boiler stoppt der elektrische Potentialunterschied zwischen den zwei Metallen, Zink und Eisen, immerhin den Effekt, dass der Rost sich unter dem Decklack immer weiter arbeitet.

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  • Hallo,
    hab ich irgendwo behauptet dass Hammerit den Rost auflöst ? ;) Aber es rostet zumindest nicht weiter, wobei ich Glück gehabt habe und an meiner Maschine gar kein Rost war...Und Hammerit ist schön dick und füllt deshalb ein bisschen auf.
    Ich habe auch nicht behauptet damit eine ganze Maschine zu restaurieren, aber zum ausbessern ist es eine einfache Möglichkeit.
    Viele Grüße von kreativ Barbara (die sich immer wieder wundert wieviele die Anrede und die Grußformel nicht benutzen...gehört das hier nicht mehr dazu ? )


  • [Hammerit] Aber es rostet zumindest nicht weiter


    :rofl:


    Und nein, ich jage nicht alle raus, mache die Tür zu, igle mich vor einem Computermonitor ein und flöte dann soziales Geschwätz in meine Tastatur, aber das muss jeder selber wissen. Dafür ertappe ich mich schon mal dabei, dass ich aus reinier Neugierde auf die Frage von irgendwem stundenlang durch das ganze Internet recherchiere oder mich an meinen musealen Nähmaschinen für ein paar Detailfotos verhebe ;) .


    @Manuhara: in einem Maschinen-Forum, Restaurations-Abteilung (eigentlich: "Oldies") beschreibt gerade jemand die Restaurierung von so einer alten "Schwarzen" unter Schonung der decals (Abziehbildchen) an einer Moriz Jacobi Langschiffmaschine mit Abpolieren und neu machen des Schellack-Überzugs, also ein bisschen Stöbern lohnt sich, falls Du gerade so ein Projekt hast.


    (Links sind hier, glaube ich, nicht gerne gesehen, aber sooo viele Naehmaschinentechnik-Foren gibt's ja nicht).

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  • also, in die Animositäten mische ich mich Mal nicht ein, möchte aber deutlich machen, dass mir alle Tipps willkommen sind.


    Danke ...


    ... auch für den mit dem Nähmaschinen-Technik-Forum.
    Dort wird von Schellack gesprochen, mit dem Schadstellen repariert werden sollen.
    Ich kann mir vorstellen, dass das optisch funktioniert, aber Schellack ist bei Weitem nicht so wiederstandfähig wie der von mir gesuchte "schwarze Lack".
    Schellack gilt zwar als besonders "charmant", aber auch als besonders empfindlich.
    Er gehört zu den Besonderheiten im europäischen Handwerk und es braucht viel Übung, die Auftrags-Technik zu beherrschen.


    Soweit ich es inzwischen verstanden habe "war" der schwarze Maschinen-Lack sowas wie Asphaltlack.
    Asphaltlack gibt es auch heute noch zu kaufen, aber der ist - im Gegenteil - besonders "weich" und wird - unter diesem Namen - bei Radierungen als Abdeckung für Metallplatten genutzt, in die eine Zeichnung hinein geritzt - und dann geätzt - werden kann.


    Es gibt ja viele "Ebenen" die bei einer solchen Frage interesant sein können.
    Was die Chemie betrifft, arbeite ich mich immer grad' soviel ein, wie es für meine Zwecke nötig ist, aber "davon verstehen" tu' ich eigentlich wenig - und vergesse auch immer wieder, was ich bereits gelernt habe, weil ich nur wenig Grundlagenkenntnisse habe.
    "Emaillack" zu Beispiel (ist mir auf meiner Internet-Lack-Forschungsreise begegnet) soll "langölig" sein (und besonders gut zu verarbeiten). Aber wofür Langöligkeit gut ist, stand da nicht.


    Nein, ein aktuelles Projekt habe ich nicht, aber ich habe ein Atelier für "Gebrauchsgegenstände" (das ist tatsächlich die treffendste Beschreibung meiner Arbeit, weil ich gerne Kunst und Gebrauch zusammen führe) und da wäre mir dieser Lack als Erweiterung meiner Möglichkeiten sehr willkommen.


    Ich forsche schon auch selbst viel im Www, aber manchmal haben andere Leute Ideen, wo man noch suchen könnte, die weiter helfen.


    ... was die Anrede mit Grußformel oder Namen betrifft, mache ich das auch oft nicht. Für mein Gefühl befindet man sich innerhalb eines Themas "im Gespräch", und da beginne ich ja auch nicht jeden Beitrag mit: "Hallo".
    Nur wenn ich jemanden speziell anspreche - wie jetzt Dich, kreativ, dann schon :)


  • Soweit ich es inzwischen verstanden habe "war" der schwarze Maschinen-Lack sowas wie Asphaltlack.
    Asphaltlack gibt es auch heute noch zu kaufen, aber der ist - im Gegenteil - besonders "weich" und wird - unter diesem Namen - bei Radierungen als Abdeckung für Metallplatten genutzt, in die eine Zeichnung hinein geritzt - und dann geätzt - werden kann.
    ... was die Anrede mit Grußformel oder Namen betrifft, mache ich das auch oft nicht. Für mein Gefühl befindet man sich innerhalb eines Themas "im Gespräch", und da beginne ich ja auch nicht jeden Beitrag mit: "Hallo".
    Nur wenn ich jemanden speziell anspreche - wie jetzt Dich, kreativ, dann schon :)


    ;) http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=onf&datum=19240210&seite=20&zoom=33


    Mal systematisch durchblättern, es gibt noch kompliziertere Rezepte und auch viele Hinweise zu Lack Be- und Verarbeitung.

    Nähmaschinen sind wie Raubtiere; man kann sie nicht bezwingen, aber wenn man sie geduldig beobachtet kann man mit ihnen auskommen.

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  • Hallo,
    ich weiß wofür langöligkeit nutze ist, aber da hier die Experten glaube ich lieber unter sich bleiben bin ich raus !
    Gruß Kreativ

  • Ja, super ...
    das ist die Richtung die ich meine/suche :applaus:


    Allerdings: Da ist die Rede von "der käufliche Eisenlack" (was war das damals? Es gibt so viele "käufliche Lacke" ;) )
    Dann wird "syrischer-" und "amerikanischer Aspalt" für ein Rezept erwähnt ...
    Das geht über meine Möglichkeiten :)
    ... was kein Meckern sein soll ... ich finde den Tipp mit der Nähmaschinen-Zeitung super und weiß jetzt schon deutlich mehr.


    Was ich gerne hätte wäre eine Dose, die ich - bei Obi oder so - kaufen kann :o



    Nee, im Ernst ..


    Ich bin nicht Mal sicher, ob meine Beobachtung und Behauptung, dass der "gute alte schwarze Lack" tatsächlich entscheidend besser ist, als die "Neu"-Entwicklungen.
    Autolacke halten ja auch ne Menge aus.
    In dem Film von Singer (der oben genannt wurde) werden die Guss-Körper einfach eingetaucht und trocknen gelassen. ... die Methode gefällt mir ... (obwohl ich mich nicht erinnern kann, je eine von innen lackierte Nähmaschine gesehen zu haben, aber vielleicht habe ich nicht so genau aufgepasst?)
    Ich sammele Informationen und hoffe auf diesbezügliche Erleuchtung. (also nicht nur das Ohr ;) )

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