Beiträge von Sporcherin

    Eine weit verbreitete Mentalität in Deutschland ist billig, billig, billig ... ob bei Lebensmitteln, Kleidung oder Möbeln. Alles soll möglichst wenig kosten - so richtig Geld gibt der Statistik-Deutsche nur für Autos aus.


    Ich denke, es liegt an mehreren Gründen, warum hochwertige Stoffe nicht in jedem Geschäft zu haben sind.


    Diese Stoffe werden im Privatbereich nur von denjenigen verarbeitet, die sich mit der Materie beschäftigt haben, sich bewußt für solche Stoffe entscheiden, über sehr gute Nähkenntnisse verfügen und sich die entsprechende Zeit für den Enstehungsprozeß nehmen.


    Der Statistik-Deutsche legt im Vergleich zu den Franzosen oder Italienern weniger Wert auf hochwertige Kleidung und läuft überwiegend im Freizeitlook rum. Es entfällt also ein großere Absatzmarkt für "ordentliche" Kleidung, sowohl bei den Kleiderproduzenten als auch bei den Stofflieferanten.


    Nähen mit Jerseystoffen ist bei Neulingen angesagt, da elastischer Stoff so manchen Paßformfehler großzügig übertüncht. (Ich halte elastische Stoffe nicht für die erste Wahl bei Anfängern.) Jerseystoffe gibt es sehr billig zu haben, das senkt die Hemmschwelle für den Start ins Nähvergnügen, denn niemand möchte bei seinen ersten Versuchen viel Geld in den Sand setzen, was nachvollziehbar ist.


    Unelastische Stoffe setzen ein sauberes bzw. akkurateres Arbeiten voraus, eine eingehende Beschäftigung mit den zu verwendenden Technik, also Zeit. Da wir fast alle im Beruf immer mehr Aufgaben bekommen, durch viele elektronischen Medien mehr Ablenkung haben und auch oft mehrere Hobbys pflegen, bleibt für das Nähen eventuell weniger Zeit.


    Die Mode wechselt schnell, was heute Trend ist, kann morgen schon wieder "out" sein. Es ist also nicht so einfach für die Händler up-to-date zu bleiben. Wenn feine Seide, echter Wollstoff oder hochwertige Mischgewebe angeboten werden sollen, unterliegen diese mit ihren Mustern in gewisser Weise auch dem Trend. Kein Stoffladen möchte Waren über mehrere Jahre "ablagern" und sie dann doch nicht verkaufen.


    Nein, früher war in punkto Stoff auch nicht alles besser. Ich erinnere nur an die ekligen Kunststoffteile der 70er-Jahre, die als pflegeleicht beworben wurden und nach einer halben Stunde Tragens bereits rochen wie nach drei Stunden intensivem Sport.

    Mein Lieblingslädchen kommt fast an meine Wünsche an ein ideales Stoffgeschäft ran. Es ist auf dem Land und sieht von außen winzig aus, drinnen ist es riesig.


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    Versierte Beratung, freundlicher Service, Annahmestelle für Nähmaschinenreparatur, Vertretung zweier Nähmaschinenmarken, Kursangebot für Nähen, Stricken, Häkeln.


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    Was für mich nicht so optimal ist, sind die Öffnungszeiten.

    Weil meine alte Waschmaschine letztes Jahr kaputt ging, mußte ich ein neues Gerät (günstiger Privileg Toplader) kaufen. Jetzt habe ich ein Blitzprogramm, das in 30 Min wäscht. Für Alltagskleidung genial, da diese selten schmutzig ist. Besonders gut gefällt mir, daß das Maschinchen eine Startzeitvorwahl hat.


    Beim 60° und 90° Grad-Programm ist sie etwa eine halbe Stunde schneller als die alte Maschine. Sie heizt definitiv auf die gewählte Temperatur auf. Die Spartaste habe ich überhaupt noch nicht probiert, da in der Bedienungsanleitung steht, daß sich die Waschdauer dadurch deutlich verlängert.

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    Damit komme ich zu meiner philosophischen Sockenstrick-Frage: Wie geht ihr mit dem Altern und Verschleißen eurer Socken um? Stopft ihr eure selbstgestrickten Socken? Strickt ihr sie nochmal an, wenn die Fußsohlen dünn gewetzt sind?

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    Diese Socken (Schachenmayr, 4-fach, uni) hab' ich Anfang der 80er-Jahre gestrickt. Ja, Alterserscheinungen sind sichtbar, durchgelaufen oder -gescheuert ist nichts.


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    Für's Waschen kommen alle Socken in ein Wäschesäckchen bevor sie in die Waschmaschine dürfen. Gestrickte Socken halten bei mir sehr lange, lediglich die gekauften Sportsocken (mit Zehen- und Knöchelpolsterung) sind nach etwa 5 bis 6 Jahren reif für Putzzwecke.

    Es ist bei mir sehr unterschiedlich, ob ich spontan kaufe oder nach Plan.


    Mit der Sockenwolle, die im fränkischen Discounter verkauft wird, habe ich seit Jahren gute Erfahrungen gemacht. Also kaufe ich sie, wenn mir die Farben und das Material gefällt - ohne lange zu überlegen. Der Preis ist gut, die Qualität ebenfalls, da kann ich nichts falsch machen, auch wenn sie noch etwas "abgelagert" wird, bevor sie dann verstrickt wird.


    Ist ein größeres Projekt in Planung kaufe ich erst mal ein Knäuel, stricke eine größere Maschenprobe, wasche diese und schaue, ob mir das Teststück danach vom Material her angenehm ist. Fällt alles zu meiner Zufriedenheit aus, dann wird genau errechnet, was ich dafür benötige und entsprechend gekauft. Hierfür wähle ich dann eine Wolle aus, die ich ggfs. im Handarbeitsladen nachkaufen kann.

    Mir reicht die Bingokarte aus. Letztes Jahr habe ich nicht mal das weiß-grau-schwarz-mellierte Paar Socken für die Karte fertig gemacht. Das andere grüne Paar, das ich gestrickt hatte, hatte ich anfangs nicht fotografiert und daher auch nicht zum Socken-Bingo gezählt.


    Ich hab' ein "Strickbuch", einen DIN A 5 Ringordner, gut 30 Jahre alt, in dem alles notiert ist, was ich wie gestrickte habe, meine Bemerkungen dazu, Banderolen und Fadenproben und teilweise auch die Anleitungen. Ich bin bisher nicht auf Idee gekommen, daß ich meine Sammlung mal schön mit Bildern und Texten gestalten könnte, das liegt mir nicht.

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