Die Maschine hat wohl viele Fans. Ich mochte sie nicht. Hatte zuerst das ältere W6-Modell, die bei mir brav ihren Dienst tat. Irgendwann - ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hatte - dachte ich, es wäre an der Zeit für mehr Komfort und mehr Möglichkeiten (2-fädig nähen).
Also bestellte ich mir im blinden Vertrauen das neuere Modell.
Vieles ist vielleicht subjektive Wahrnehmung aber ich schildere trotzdem mal meinen Eindruck. Jeder der es liest, kann ja dann gern für sich entscheiden, ob dieser oder jener Aspekt für ihn/sie ebenfalls problematisch oder eher unerheblich ist.
1. Das Einfädeln:
Das mit der Einfädelhilfe ist in sofern schon mal eine schöne Erleichterung. Aaaaber, ich bin doch so ein Schusselchen und zum Bewegen der Einfädelhilfe musste ich - soweit ich das noch richtig in Erinnerung habe - den Hebel für den Rollsaum verstellen. 🤔 Sowas vergess ich dann auch gern mal auf Ausgangsposition zurückzustellen.
Weiterhin hatte ich mir auf der älteren W6 das Durchziehen der Fäden angewöhnt. Das geht bei der 656er garnicht.
2. Die Geräuschkulisse:
Bei dünneren Stoffen und im langsamen Tempo klang sie fürs Erste angenehmer, als die ältere 454er, die überall drüberrattert. Bei dickeren Stofflagen und schnellerem Nähen, erinnerte mich der Sound der Neueren an ein Ächzen und Klagen. Nervig.
3. Der Nähfußlifter
War für mich eines der nervigsten Eigenschaften der 656er. Denn statt, wie ich es bis dato kannte, also dass der Nähfuß sich senkt, wenn der Lifter gesenkt wird, war es bei dieser Maschine genau seitenverkehrt. Um den Fuß zu heben, musste ich den Hebel senken. Für andere vielleicht nebensächlich, bei mir war da aber ein Knoten im Hirn, der mir den Zugang zu dieser Logik verweigerte. Und ich frage mich heute noch, wieso kommt man auf eine solche Idee? Provokation? 🤔
4. Nähen dickerer Lagen:
Ich kann es mir bis heute nicht erklären, aber beim Annähen von Bündchen, hatte ich Schwierigkeiten, das Ganze unter den Nähfuß zu bekommen. Und wenn das Ganze dann endlich drunter war, wurde es wieder weggedrückt. Den Nähfußdruck hatte ich schon um einiges gelockert. Hab sogar die Höhe des Nähfußhubs mit der anderen verglichen.
Ich konnte also mit der Maschine zwar prima Webware versäubern, aber bei Kleidung aus dehnbarem Material hab ich dann immer auf die alte Maschine zurückgegriffen. Bis ich davon irgendwann die Nase voll hatte und mir die Babylock Enspire kaufte.
Die W6 steht jetzt bei meiner Mutter. Sie hatte eine zeitlang mit dem Gedanken gespielt, wieder mehr zu nähen (auch Kleidung für sich) aber dann doch nicht die nötige Ruhe dafür gefunden. Nun mag sie nicht mehr. Eigentlich soll die Maschine verkauft werden, aber vorher wollte ich die eigentlich nochmal probenähen. Inzwischen hab ich ja einige andere Overlock-Maschinen ausprobiert und vielleicht erübrigt sich ja 4. mit anderer Handhabung und mehr Erfahrung. Andererseits hat die Maschine vielleicht auch nen Hau weg.
Kaufen würde ich mir dieses Modell jedenfalls nicht nochmal. Müsste ich nochmals in dieser Preisklasse kaufen, würde es wohl eher nochmals die 454er werden, oder ne Gritzner, vielleicht auch ne Brother oder Necchi. 🤔