Hallo
alle ein bisschen richtig, alle ein bisschen falsch erklärt 
Longarm heißt im Prinzip eigentlich erstmal nur, dass die Maschine einen langen Arm, also einen großen Durchlass hat. Meist haben die Longarm Maschinen noch Zahlen hinter ihrer Bezeichnung, die gibt in inch den Durchlass an.
Eine Longarm-Maschine ist keine Nähmaschine im klassischen Sinn und auch auf keinen Fall eine Industriemaschine. Auch näht, bwz. quiltet sie nicht schneller als eine normale Nähmaschine. Im Gegenteil. Eher langsam und kontrolliert damit arbeiten, sonst sind Longarms sehr zickig 
IMG_9149.jpg
Eine Longarm besteht aus 2 Teilen: der Maschine selbst, die auf einem rollbaren Unterteil aufgebaut ist, dass in x und y-Achse bewegt werden kann. Dann der Rahmen, auf den der Quilt gespannt wird. Auf dem Bild seht ihr die nackige Maschine, als sie gerade aufgebaut war.
Auf die Stangen wird der Quilt "geladen" - nennt man so, loading - auf die hinteren Stangen und eine der vorderen kommt die Rückseite. Auf die weiteren vorderen kommen das Vlies und die Oberseite. Wobei man kleinere Tops auch uneingespannt lassen kann - das mache ich meist bei den Babyquilts, weil die meist nur max 1m lang sind. Da lohnt das Einspannen nicht. Längere Tops muss man laden, weil sie sonst auf dem Boden schleifen und man arbeitet ja stehend vor der Maschine und die Füße stehen teilweise ein bisschen drunter.
Hier mal ein Bild "geladen" - das war während dem Arbeiten des Schmetterling-Quilts in rosa:
Longarm2.jpg
Gearbeitet wird dann komplett anders als beim Quilten mit einer Nähmaschine oder ein Midarm (da arbeitet man wie bei einer normalen Nähmaschine) - denn da führt man den Quilt durch die Maschine. Bei einer Longarm ist der Quilt ja nun komplett eingespannt und lässt sich nicht mehr bewegen. Also muss man die Maschine bewegen....
So einfach ist das.
Im Prinzip
Wie gesagt, die Longarms sind alle ziemliche Zicken bzw. Diven und müssen exakt eingestellt werden bevor man auch nur den ersten Stich machen kann. Das ist für mich schon eine extreme Umstellung - zumal ich sonst mit Babylocks arbeite, die ja komplett selbstregulierend sind
Aber man gewöhnt sich dran und ich habe Glück und habe eine ganz liebe Diva, die keine Montagsmaschine ist. Sogar meine Schulungsleiterin war verliebt in meine Süße 
Tja, also das Quilten: man führt quasi die Maschine über den Quilt und "malt" so sein Quiltmuster auf den Quilt. Und das braucht Übung........ sehr viel Übung. Und man muss auch dran bleiben. Denn der Arm, der die Maschine führt, bekommt irgendwann eine "muscle memory" und dann geht auch das komplizierteste Muster fast von allein. Wenn man dann aber mal 2 Wochen nix macht, ist diese memory weg und man fängt wie ein Kleinkind wieder von vorne an.........
Heute habe ich das zweite Drittel des Quiltes geschafft - ich bin halt immer noch krank. Einen Babyquilt mache ich normalerweise in einem Ansatz. Aber der wird schön. Ich bin begeistert. Und ich habe mich getraut und wieder was Neues ausprobiert und die memory fängt an zu wirken
Ich hoffe, ich kann ihn morgen fertig machen und dann zeige ich euch das Ergebnis gerne.