Mit der nötigen Konzentration habt Ihr Recht. Aber vielleicht habe ich bis dahin ja schon ein System.
Apropos Fluchen bei eigentlich ganz einfachen Sachen: Meine Schwester hat mich am Samstag gebeten, ihr für den Wohnwagen Schutzbezüge für die Sitzkissen vom Sofa zu nähen. Eigentlich ein mega simples Projekt (in ihren Worten): Bündchenstoff nur unten zunähen und oben irgendwie zusammen machen. Die fertigen "Bezüge" aus dem letzten Wohnwagen hatte sie mir gezeigt, nicht aber die Sitzkissen.
Ich habe ihr gesagt, wie viel Bündchen sie kaufen muss - sie hat einen Tedox ganz in der Nähe und wollte sie da selbst aussuchen. Was sie nicht wusste und ich leider vergessen hatte zu erwähnen: Dass Bündchen nicht immer gleich breit sind.
Die ersten beiden Bezüge haben tatsächlich verhältnismäßig schnell geklappt. Unten mit der Overlock zunähen, über das Polster stülpen, Länge ausprobieren, wieder runterziehen, abschneiden und dann mit Jerseydruckknöpfen verschließen. Blöd war dann schon, dass wir das beim zweiten nochmal testen mussten, weil die beiden Stücke nicht gleich groß waren (zumindest war sie da nicht sicher...).
Aber dann kam sie mit den Polstern für die Sitzflächen - die waren deutlich breiter. Und das Bündchen hat absolut nicht drüber gepasst. Als ich nachgemessen habe, war klar, dass der frühere Bündchen-Bezug im Umfang 90 cm war und dieses Bündchen nur 70 cm hatte. Also sind wir kurzentschlossen nochmal zu Tedox und nach langem Überlegen - weil es bei den breiteren Bündchen nicht gab, was farblich passend gewesen wäre, habe ich mich dann für die aufwändigste Variante entschieden: Wir haben ein weiteres graues Stück Bündchen in der Länge der anderen gekauft und ich habe das mittig auf der Rückseite eingesetzt. So musste sie nicht nochmal 3 Meter Bündchen kaufen und es blieb vor allem kaum was übrig. Ich hab mich nämlich im Geiste schon Mützen in Großauflage nähen sehen.
Bei mir zuhause wäre das auch alles kein Problem gewesen, aber bei meiner Schwester im Haushalt gibt es keine scharfe Schere und schon gar keine, die Stoffe schneiden könnte. Das und meine kleine Schneidematte haben das unnötig zeitaufwändig gemacht und irgendwann hatte ich dann gar keinen Nerv mehr. Dann hat es auch mit den Druckknöpfen nicht mehr geklappt. Insgesamt drei habe ich falsch rum eingepresst und zwei haben nicht gut verschlossen, da standen die Zähnchen am Ende aus dem Stoff raus (das hatte ich noch NIE) - beim rausmachen dieser zwei gab es dann Löcher im Jersey, die ich flicken musste...
Im Endeffekt haben wir mehr als vier Stunden an den doofen Dingern genäht - das Ergebnis ist so, wie es sich meine Schwester vorgestellt hat, aber meine Lust auf Nähen ist dadurch auch nicht größer geworden.