Selber-Macherinnen werden immer mehr.
In meiner Motorrad-Clique (ca. 25 Leute - davon 12 Frauen) waren wir vor Jahren nur 3 Frauen, die das "Wollzeugs knottelten", mittlerweile sind wir 7 und treffen uns im Winter zu gemütlichen Handarbeits-Laber-Spaßnachmittagen. Eine gestaltet Schmuck, indem sie Schmuckdraht verhäkelt und Perlen einarbeitet. Dabei eintstehen ganz tolle Stücke. (Alter zwischen 40 und 60)
Im Nachbarort wurde Anfang November eine gemütliche Strickrunde ins Leben gerufen. Fünf regelmäßige Teilnehmerinnen gibt es (davon 2 Anfängerinnen Anfang 20) und ca. vier, die nur ab und an vorbeischauen. (Alter zwischen 20 und 55)
An der VHS sind hier alle angebotenen Handarbeitskurse (Nähen, Sockenstricken, Stricken allgemein, Häkeln etc.) recht fluchs ausgebucht. Das Interesse ist groß und das Angebot - zumindest hier am Land - recht beschränkt. Nähkurse in den Nachbarorten sind auch sehr schnell ausgebucht.
In den Haushalten meiner Verwandtschaft (ländlich) wird überall handarbeitlich gewerkelt. Genäht, geflickt, gestrickt, gehäkelt, geklöppelt und gesponnen, gehört quasi zu Haushaltsführung ganz obligatorisch mit dazu. Niemand hält das für Zeitverschwendung.
In meinem Bekanntenkreis werden Handarbeiten und Nähen bei ca. 3/4 gepflegt, beim restlichen 1/4 ist die Unisono-Aussage: die Geduld, die für Handarbeiten notwenig sind, haben wir nicht. Negative Aussagen sind eher selten, ab und an gibt es sachliche Kritik, das ist vollkommen okay.
In meinem Unfeld sind viele Leute, die gerne, gut und wirklich fantastisch malen. Das bewundere ich sehr und hat für mich den selben Wert wie Handarbeiten. Oder Leute, die im Chor singen und dafür drei Mal in der Woche üben, ein Instrument spielen und sehr viel Zeit dafür investieren. Auch die "Kellerasseln", Leute, die in ihrer Kellerwerkstatt Möbel bauen oder Spielzeug für ihre Kinder selbst fertigen oder Dekorationen gestalten - das sind für mich auch "Selber-Macher".
Etwas selbst machen - das bringt einfach Zufriedenheit und glücklich sein.
