[WIP] Stück aus der aktuellen DSquared² PreFall 2016 Kollektion

  • Hallo!
    Nachdem ich hier schon die Entstehung der Kopie einer Celine-Tasche und einer kleinen Leder-Clutch gepostet habe, nehme ich heute mal ein Teil aus der aktuellen DSquared² Kollektion in Angriff. Dies ist wirklich "Work in progress" - ich poste jeweils dann Neuigkeiten, wenn es etwas Neues gibt. Falls mir das Teil nicht gelingen sollte, poste ich das ebenfalls.


    Worum geht es?
    Da ich nicht das Copyright an dem Bild besitze, folgt bitte folgendem Link, um das Bild anzuschauen:


    Bild: Hier klicken


    Es geht um den "Rock" oder Gürtel, oder wie man auch immer diese Falten-Dingenskirchen bezeichnen will.
    Laut Hersteller handelt es sich bei den verwendeten Materialien um Seide und Wolle.


    Analyse
    Was so einfach aussieht (quasi reine Fleißarbeit), entpuppt sich schnell als "Schwieriger-als-gedacht" Projekt.


    Falten in der Seide und Saum-Finish
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/01_satin_zpspst293t7.jpg]


    Die vielen kleinen Falten rechts oben (glänzende Seide) sind unten einfach per Laser geschnitten - keine Versäuberung nötig. Abgesehen davon wurde die Seide anscheinend plissiert - auch Seide kann man mit entsprechenden Chemikalien dauerhaft plissieren, auch wenn die gängige Lehrmeinung davon abweicht.
    Das Plissee ist ein einfaches Zick-Zack /\/\/\/\/\/\/\/\/\ , das später teilweise mehrfach übereinander gelegt wurde. Man kann zunächst den Fehler machen, manche Falten als Kellerfalte zu identifizieren. De facto folgt die Faltenlegung einem Muster: 2x übereinandergelegt, einmal übereinandergelegt, nicht umgeschlagen, nicht umgeschlagen... dann wieder auf Anfang. So sieht es etwas unregelmäßiger, aber doch noch ordentlich aus.


    Falten in der Wolle
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/02_wolle_zps36cdsnaw.jpg]


    Der Wollstoff links oben im Bild ist relativ "standardmäßig" in Falten gelegt. Der Saum wurde vermutlich mit einer Überwendlichnaht versäubert, umgeschlagen, und dann mit einer Zick-Zack-Naht umgenäht.
    Herausforderung hier sind eher die lose herunterhängenden Faltenstücke, die ebenfalls komplett ohne Versäuberung saubere Schnittkanten aufweisen. Meine Vermutung: Sowohl bei der Seide, als auch bei der Wolle war ein kleiner Poly-irgendwas Anteil drin, um die Kanten dauerhaft so glatt zu halten.



    Materialien
    Wie schon anfangs geschrieben geht es mir nur um den Rock/Gürtel, nicht um die Hose. Wichtig war mir aber, daß ich sehr ähnlich zu dem Material einer bestehenden Hose den Rock arbeiten würde.
    Also habe ich mal online gesucht und bei Escada eine schöne Woll-Leggings gefunden, die dem Original sehr nahe kommt:


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/08_hose_zpsxfeoo8y7.jpg]


    Das Material ist dabei Woll-Jersey in einem sehr dunklen anthrazit-Ton:


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/07_hosenmaterial_zps7nnstvyd.jpg]


    Basierend auf dieser Hose bin ich losgegangen und habe mir einen ähnlichen Wollstoff (dunkel-anthrazit) sowie Seidenduchesse (schwarz, 50% Seide / 50% Viskose) gekauft.

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    technische Daten | Produktseite Hersteller | Händlersuche

  • Vermessung des Originals
    Wie bekommt man nun die richtigen Proportionen hin, wenn man so etwas nachnäht?
    Per Photoshop Analyse-Funktion.


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/09_vermessung_zpswehe3ahm.jpg]


    Man muss lediglich einen Referenzwert haben, und schon kann man den Rest der Maße relativ einfach bestimmen.
    Ich gehe mal (sehr frech) davon aus, daß das verwendete Baumwoll-Band eine Breite von 25 mm hat. Das ist eine der Standardgrößen.
    Im Bild ist die Höhe 111 Pixel - ich gebe jetzt Photoshop einfach an, daß 111 Pixel im Bild genau 2,5 cm entsprechen. So kann man sich schnell alle anderen Größen im Bild per Vermessungs-Tool ausmessen.
    Ich habe dann mal bei mir ausgemessen, wie lang ich gerne meinen Rock hätte, und habe die Maße dann mit einem Faktor multipliziert und teilweise auf/abgerundet, so daß etwas rundere Maße entstehen. Da ich die Maße oben gleich lassen wollte (1,75 cm Wollstoff, dann 2,5 cm Band), habe ich eine kleine Rechnung durchgeführt, wie dann die restlichen Maße aussehen müssten.


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/10_masse_zpsbbbdzabb.jpg]



    Vorbereitung Plissieren / Falten legen
    Um die Falten im Wollstoff so schön gleichmäßig legen zu können, wie es im Bild ersichtlich ist, habe ich etwas Research betrieben.
    Sehr sehenswert: Der Plissierbetrieb in Paris, mit dem Chanel arbeitet.


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    Die arbeiten mit Pappen und Hitze. Ein bisschen später habe ich dann noch ein weiteres Video entdeckt, wie man sich selbst ein "Pleater" aus Pappe herstellt:


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    So ein Ding wollte ich auch haben... also habe ich mir eines gebaut. Per Computer einen Ausdruck mit 1 cm Linien gemacht und als Referenz genommen, um auf Pappe 1 cm Linien mit einem alten Messer vorzufalzen:


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/12_pleat1_zpsfmapxjpy.jpg]


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/13_pleat2_zpstdt1ky9q.jpg]


    Wie im Video beschrieben an der Tischkante jeweils gefaltet:
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/14_pleat3_zpslgfjv5g7.jpg]


    ... und dann gebügelt:
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/15_pleat4_zpsj3n1ms9i.jpg]


    Ich habe dann auf die Rückseite per Sprühkleber eine weitere Pappe aufgeklebt, damit die Falten jeweils die Position halten (im nachfolgenden Bild noch nicht angeklebt):


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/16_pleat5_zps4zcmcjr4.jpg]

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  • Seide
    Vor zwei Tagen hatte ich die Falten im Satin auch schon mal Polyestersatin probiert. Abgesehen von dem "Plastik"glanz, der mich einfach gestört hat, hatte der Polyestersatin auch viel zu wenig Stand, um die Falten zu halten. Ein Polyestertaft hingegen hat die Falten quasi "zu gut" gehalten - dort waren sie so messerscharf definiert und standen wenig auf.


    Also habe ich am darauffolgenden Tag die Stoffhändler in Köln abtelefoniert. "Führen Sie Seidentaft?" - "Geht auch Polyester?" war eine der häufigsten Antworten. Leider sind die hochwertigen Stoffe immer seltener zu finden. Ein Laden hatte glücklicherweise einen Taft mit einem Mix aus 50% Seide und 50% Viskose, der auch einen guten Stand hatte. Den habe ich dann gekauft.


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/17_seide_zps3x2krc4n.jpg]


    Für die vielen kleinen Falten habe ich zunächst eine lange Bahn des Seidentafts rechteckig zugeschnitten und per Overlock mit einem 180er Garn versäubert.


    Bleibt noch die Frage: Wie kriege ich einen glatten Saum hin, ohne einen Lasercutter zu besitzen? Umschlagen und festnähen? - ergäbe eine blöde Naht, die ich nicht haben will. Umschlagen und per Blindstich festnähen? Wäre möglich, aber ganz unsichtbar kriege (zumindest ich) auf dem Taft solch eine Naht nicht hin.


    Also: Geklebt. Mit entsprechendem Textilkleber bleibt die Klebung flexibel. Da Seide allerdings sehr empfindlich ist, habe ich eine Hitzeklebung verwendet, d.h. Kleber auftragen, 7 Minuten antrocknen lassen und erst dann umschlagen und festbügeln. So entsteht auf der sichtbaren Seite kein "Durchschlag" vom Kleber.


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/18_versaeubert_zpshrudgy2h.jpg]


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/19_kleber_zpsoyjjwjgz.jpg]

  • Beitrag von dark_soul ()

    Dieser Beitrag wurde von Anne Liebler gelöscht ().
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  • ist das spannend, ein tolles Thema... Falten ... Plissieren...
    Das Rockteil ist total cool....
    ich bleibe dran und lese mit..


    ich will mal in meinen ollen Büchern gucken, es ich zu dem Thema so finde...


    meine Oma hat früher auch viel genäht..( es gab ja nix im Osten:) ) So Poly-Stoffe "Dederon" wohl aber genug.
    da konnte man die Stoffe in die Plissieranstalt geben. in unserer Familie haben viele Frauen so Plisseeröcke getragen..ich fand die Dinger irgendwie doof,
    aber heute in den Katalogen.. edel und schick....


    LG SpinnElli

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  • Beitrag von dark_soul ()

    Dieser Beitrag wurde von Anne Liebler gelöscht ().
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  • Wie schon oben gezeigt, fange ich mit dem wohl aufwändigsten Teil an: Der in Falten gelegten Seide.


    Der geklebte Saum (rechts im Bild) ist ganz ordentlich geworden:
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/20_saum_zpsq2zirvhp.jpg]


    Die Arbeit bzgl. Faltenlegung ist immer gleich: 2 cm anzeichnen (um flach das Geodreieck auflegen zu können, arbeite ich dafür an der Tischkante), dann umschlagen und bügeln.
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/21_falten_zpsarfw4v3n.jpg]


    Ist aber eine saumäßige Arbeit. Die ersten paar Falten waren relativ einfach, da man alle Falten übereinanderlegen konnte und dann einfach mit dem Bügeleisen drübergegangen ist. Nach mehr als 10 Falten klappt das nicht mehr so gut, d.h. man muss die Falte einzeln bügeln... und sieht dabei, wie sich durch den Dampf die nächstgelegene Falte gerade mal wieder "entspannt". Ist also eine ziemliche Frickelei.
    Trotzdem habe ich heute Abend ein paar weitere Falten geschafft und werde das in den kommenden Tagen so weitermachen.


    Wenn der Seiden-Part erstmal geschafft ist, dürfte der Rest einfacher ausfallen. Der Wollstoff sollte mit dem Pleating-Board schnell zu bügeln sein, und auch die restlichen Falten sind breiter, somit von der Anzahl und dem Aufwand bzgl. Bügeln deutlich kleiner.


    Hier schonmal die ersten Falten im Seidentaft... gefühlt liegen jetzt nur noch 150 Falten vor mir :rolleyes:
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/22_falten_zps9h6b2cce.jpg]

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  • Frau Elster:
    Das Pleating Board erzeugt andere Falten. Ich habe mal auf die Schnelle ein Reststück Nesselstoff genommen, dies in das Pleating Board "eingespannt"...
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/23_falten_zps82lkmjzk.jpg]


    ... und gebügelt. Die entstehenden Falten sehen so aus:
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/24_falten_zpsvdboli4i.jpg]


    Du siehst, daß die entstehenden Stoffbahnen immer dem Muster kurz-lang-kurz-lang folgen. Zwar sind die sichtbaren Bahnen auch nur jeweils 1 cm breit, in Wirklichkeit aber eigentlich 2 cm.
    Ich benötige aber für das Seidenteil Falten, die exakt im Zick-Zack laufen und bei denen jede Bahn nur 1 cm breit läuft, egal ob sichtbar oder unsichtbar.


    Wenn Du Dir das oben verlinkte Video von dem Pleater in Paris anschaust, können solche Falten auch mit einem Pleating "Board" erzeugt werden. Das Pleating Board wäre aber dann kein Board, sondern man würde zwei Pappen erstellen, die beide so aussehen:


    /\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\ Pappe
    - - - - - -S-T-O-F-F- - - - - - - - - -
    /\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\ Pappe


    und würde dann die beiden Pappen aufeinanderlegen und den Stoff dazwischen zusammendrücken, so daß er sich an den Zick-Zack der Pappen anlegt...
    //\\//\\//\\//\\//\\//\\//\\//\\//\\//\\/


    und dann würde man die Pappe entweder zusammenrollen oder zusammenschieben
    - - - - - - - - - - Holzblock - - - - - -
    |||||||||||||||||||||||||||||||||||| <-- ehemals Zick-Zack Pappe, zusammengeschoben
    - - - - - - - - - - Holzblock - - - - - -


    ... und zwischen zwei Holzblöcken fixieren. Das käme dann in einen Backofen mit einer Temperatur von (geschätzt) 80 - 150 Grad, für ? Minuten.
    Die Gradzahl, wie lange, ob man anfeuchtet oder nicht, welche Pappe man idealerweise verwendet, etc. ... das ist das Betriebsgeheimnis des Pleating Betriebs in Paris. Sicherlich könnte man das auch selbst ausprobieren, aber bevor irgendwas in meinem Backofen in Flammen aufgeht, oder ich eine 60 € / Meter Seide für Probezwecke "verheize", bügele ich lieber nach dem alten Prinzip ;)


    Abgesehen davon würde aber im Backofen vermutlich der Kleber wieder flüssig werden, und somit auf der rechten Stoffseite sichtbar.

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  • Nachdem ich letztes Wochenende nicht zum Arbeiten an dem Stück gekommen bin, habe ich heute die ersten 1,40 m Seidenstoff komplett in Falten gelegt...



    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/27_falten_zpsy4odaqnj.jpg]


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/26_falten_zpsgxaxzfem.jpg]



    DSquared hat im Moment verschiedene Stücke in der Prefall-Collection draußen, die alle mit diesen Falten arbeiten... aber komplett unterschiedlich bzgl. des Musters gearbeitet sind, in dem die Falten gelegt werden. Für mich ergeben manche Fotos sogar gar kein Muster, sondern sehen teilweise willkürlich aus. Irgendwas haben die sich sicher dabei gedacht...


    Hier mal ein Blick auf ein Original:
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/25_falten_original_zpsqech8q1g.jpg]


    Erste Analyse: Das sind alles Zick-Zack-Falten, die teilweise gleich mehrfach übereinandergelegt wurden. Mit meiner Zick-Zack-Vorbereitung lag ich also schon einmal richtig.
    Analyse 2: Basierend auf einem anderen Bild (wo man aber die Falten nicht so schön erkennt wie oben), habe ich folgendes "Muster" abgeleitet: 4 Falten in eine Gruppe legen, dann 3 Falten, dann 2 Falten, dann 1, dann wieder anfangen...


    So in der Richtung habe ich das jetzt auch gemacht, wobei man irgendwann den Wald vor lauter Falten nicht mehr sehen kann. Vielleicht sind die Muster bei DSquared auch deswegen willkürlich geworden, weil das den Nähern/innen ähnlich ging ;)
    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/28_falten_zps3zrgniwr.jpg]


    Ich habe die Falten zunächst provisorisch oben an der Overlock-Versäuberungskante mit einem einfachen Geradstich festgeheftet. Da die Falten derzeit knapp 11 cm lang sind, ich aber nur 8 cm sichtbar verwenden werde, wird der obere Teil nochmal gekürzt. Der obere Teil der Seide verschwindet später hinter einem Ripsband (Ausfransen somit kein Problem mehr), insofern werde ich die Steppnaht nochmals etwas tiefer wiederholen und kurz vor dem Befestigen am Rock den oberen Ovi-Teil mit der Schere entfernen.


    Am Anfang hatte ich die Falten noch versucht festzustecken - mit Tesafilm klappt das Fixieren der Falten vor dem Nähen aber deutlich genauer.


    1,40 m Stoff werden so zu lediglich (ca.) 41 cm. Da das Faltenteil gut 2/3 des vorderen Rocks verdecken und bis zur Mitte hinten laufen soll, bleibt es daher leider nicht bei diesen 1,40 - ich muss nochmal die gleiche Arbeit mit einem kürzeren Stück machen und die beiden Stücke zusammenfügen - im Faltental, so daß man die Stelle, an der beide Stoffbahnen zusammengefügt wurden, nicht entdecken kann.


    Morgen mache ich aber erstmal den Wollteil, da ich von der Seide erstmal nichts mehr sehen kann ;)

  • So... heute habe ich mich den Falten im Wollteil gewidmet. Ich dachte ansich, daß die Seide der schwierigste Part sei, aber: weit gefehlt.
    Im Original wird bei den Wollfalten per Lasercut ein Teil so geschnitten, daß er locker herunterhängt, aufgrund des Lasercuts aber nicht ausfranst. Irgendwie haben die die Falten so permanent gesetzt, daß trotz des "Hängens" die Falten erhalten bleiben.


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/29_falten_zpsw58mcaow.jpg]


    Da ich keinen Lasercutter habe, wollte ich diesen Abschnitt in zwei Stücken arbeiten, die ich beide schön versäubern wollte. Einem oberen Teil, und dem lose herabhängenden unteren Teil.


    Fangen wir mal mit dem oberen Teil an. Dazu habe ich den Wollstoff abgeschnitten, versäubert, die versäuberte Kante umgebügelt ...


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/31_falten_zpswfbi9qip.jpg]


    ... und dann mittels Zick-Zack-Naht festgenäht (sie wie im Original).


    Dann habe ich den Wollstoff mit Bügelstärke besprüht. Nach dem Bügeln war mein Bügeleisen mit der Bügelstärke verschmutzt, der Wollstoff bekam Flecken, und ich konnte nochmal anfangen. Also nochmal von vorne...


    Dann habe ich den Wollstoff in mein selbstgebasteltes Pleating-Board eingespannt:


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/32_falten_zps0ya17dna.jpg]


    ... was aber gar nicht so einfach war, da der Stoff beim Reindrücken in eine Pappfalte aus einer anderen wieder rausgerutscht ist. Das Ergebnis war trotzdem ganz ok.


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/33_falten_zpsgiannkn6.jpg]


    Damit die Falten auch ohne Naht halten, habe ich hinten eine Vlieseline gegengebügelt.
    Schon zu diesem Zeitpunkt habe ich gemerkt, daß die Falten in dem Wollstoff nur sehr wenig halten und der Stoff relativ schnell wieder in die glatte Ursprungslage zurückkehren will.


    Das später herunterhängende Teilstück habe ich beiseitig versäubert, umgebügelt ...


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/30_falten_zpsialz63jd.jpg]


    ... und den umgeschlagenen Bereich wieder mit Zick-Zack festgenäht. Schon beim "Einspannen" in das Pleating Board fiel mir auf, daß aufgrund der beiden umgeschlagenen Kanten dieser relativ schmale Stoffstreifen so gut wie keine Falten annimmt.


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/34_falten_zps58vgdnui.jpg]


    Das ist etwas frustrierend, da diese "lockere Herunterhängen" so auf gar keinen Fall klappt. Ich habe dann die einzelnen Falten mal mit der Nähmaschine fixiert...


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/35_falten_zpsbpz8l8zc.jpg]


    ... was aber zum einen nicht mehr wie das Original aussieht (ok, kann ich noch verschmerzen), aber durch die fixierten Falten auch nicht mehr die Ursprungslänge aufweist, und somit das Stück zu kurz wird:


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/36_falten_zps0p4xwjjn.jpg]


    (ansich wollte ich eher 20 - 25 cm Länge).


    Insofern muss ich mal schauen, was ich mit dem herunterhängenden Stück mache. Das Versäubern und Umklappen führt dazu, daß der Stoff zu steif wird, insofern werde ich wahrscheinlich die beiden Kanten einfach nur mit der Ovi versäubern und gar nicht mehr umklappen, dann erneut in Falten legen (diesmal ein längeres Stoffstück), und die Falten dann wieder festnähen.


    Blöd ist dann aber, daß nur bei diesem Stück die Ovi-Versäuberung sichtbar ist, und bei den anderen Falten nicht. Hm... ich weiß noch nicht, ob die die anderen Falten dann generell mit der Ovi-Versäuberung am Saum auslaufen lassen soll.


    Nach vielen Falten hatte ich dann zunächst einmal genug davon und habe gerade eben angefangen, erstmal den Rockteil zu machen, auf den dann sukzessive die Faltenabschnitte genäht werden. Der Rock-Schnitt ist ein ganz einfacher Minirock von Burda mit einem seitlichen RV.


    [Blockierte Grafik: http://i1195.photobucket.com/albums/aa391/marc-1975/37_rock_zpshkdnrttb.jpg]

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  • Wahnsinn!!!
    Die Geduld hätte ich gar nicht.


    Ich hab's auch hier als WIP-Projekt eingestellt, damit ich selbst keinen Rückzieher mache. Das Ding ist schon eine Geduldsprobe, und ob ich den Wollstoff noch dazu überreden kann, sich so zu verhalten, wie ich das will... mal sehen. Rockteil ist jetzt "fertig". Alles schnell zusammengenäht, RV ist um 1 mm versetzt. Suuuuper :rolleyes:
    Passiert mir sonst ansich nicht, daran merke ich, daß ich für heute Schluss machen sollte... morgen nehme ich dann die eine Seite des RV wieder auseinander, um sie perfekt anzunähen. Gerade solche ganz offensichtlichen Fehler mag ich nicht, wenn man in den Rest so viel Mühe stecken muss.

  • Na dann werden wir dich hier mal ganz kräftig motivieren und anfeuern! :laola:
    Zu welchen Anlässen wirst du den Rock dann später tragen? Kann man sich darin überhaupt hinsetzen? Kann man den waschen? :confused: (ja, ich bin da eher praktisch veranlagt :rolleyes: )

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