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Hosenkonstruktion nach Hofenbitzer - Standardhose

  • Oh, gerade sind Deine Bilder hier eingetrudelt... darf ich mal?


    1. Sieht schon sehr gut aus, für mich!!! (Würd ich glatt so nehmen und in einem stabilen Stoff versuchen, eventuell an der Hüfte einen Ticken Weite an der Außennaht zugeben, das spannt ein wenig)


    2. Du stehst schief, wie ein kleiner Bogen :D Oder Dein linkes Bein ist etwas kürzer, als das Rechte. Vielleicht hast Du auch nur auf dem linken Bein Dein Gewicht...Das kann ich von hier aus nicht sagen (das sieht man, wenn diejenige sich bewegt und ein paar Schritte läuft)


    3. Ab Knie kann mans schlecht beurteilen, die Hose liegt auf dem Rist auf und staucht nach oben. Das kannst Du beheben, indem Du sie wahlweise 5cm unten abschneidest oder mal liebevoll umschlägst. Letzteres ist natürlich nicht so gut zur Beurteilung, dafür besser um für die richtige Hose die richtige Länge auszumessen (Hochwasser wollen wir ja auch nicht).


    Ich bin sicher, da jammern auch noch einige wegen irgendwelcher schrägen oder nicht ganz aufeinander passenden Linien. Hmmm...jaaa... ich finde aber, das Gesamtbild stimmt. Dann kann man doch auf Konstruktionslinien pfeifen - oder?


    LG neko

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  • Genau, die Hose ist schief an mir, ich vermute, das legt sich wenn ein Bund dran ist, war beim Rock zumindest so.
    Das Spannen ist aber eigentlich eher über der Hüfte.
    Die Linien, die nicht aufeinander passen, sind alte Markierungen von der 1. Hose.
    Aber mit dem Rist hast du natürlich völlig Recht, ich hatte auch schon hochgeschlagen, der Nessel ist aber so weich, dass es dann gleich wieder unten war. :o


    Vielen Dank neko!

  • :D Dann lohnt es sich das mal in einem Hosenstoff, der ja bisserl stabiler ist, zu probieren. Nachtrag: Stichwort Stecknadel für den weichen Nessel (oder Sicherheitsnadel Modell supersüßundkleinundzart)


    (not2Me: unbedingt mal eine Basiskonstruktion für die schmale Hose machen)


    Danke für die Idee einen Teil der Abnäher in die Außennaht zu verlegen.


    LG neko

  • Vor zwei Tagen sah der Nessel auch noch anders aus, am frischen Nessel, ließ sich die Passform eigentlich ganz gut beurteilen... ich hatte ja eigentlich keine Fotos vorgesehen. :o Und die Nesselhose hatte ich auch schon stundenlang getragen. Deswegen war sie trotz staystitching an der Oberkante schon ziemlich lose.


    Da ich, wie schon geschrieben, keine große Steckerei an der Probehose machen möchte, reicht der dünne Nessel für mich aus. Ich habe die Fotos wirklich machen lassen, damit ihr euch wenigstens so ungefähr vorstellen könnt, wie sie aussieht. Das sie wirklich nicht doll sind, weiß ich selbst.

  • Erstmal: super! Wenn es bei mir so sitzt, dann gehe ich an den "richtigen" Stoff.
    Ich finde, man kann den richtigen Sitz erst mit Bund kontrollieren.


    Ich mache das so:
    Begonnen hatte ich früher mit 3cm NZ oben und die unter einen breiten Gummi geschoben.
    Dann habe ich mal aus stabilem Stoff 2 Bundlösungen gearbeitet (gerade und Formbund), bei denen die untere Kante abgesteppt ist und die Weite großzügig bemessen ist. Den Bund stecke ich zum Anprobieren so an, dass die Kante an die Nahtlinie stößt.
    Den RV vorn nähe ich mit großen Stichen mit der Maschine ein. Das mache ich auch bei der "richtigen" Hose so, weil ich oft die vordere Mitte nachträglich etwas schräger stellen muss. Mein RV wird dann richtig zum Schluss eingesetzt, so wie man es bei Reparaturen auch machen würde.


    Als Probeteil ist die Hose in Ordnung und ich würde dann mit dem richtigen Stoff beginnen. Änderungen wirst du noch an der Hüftlinie vornehmen, da ist eine Stelle zu eng (dellt ein) und darunter zu weit. Das kann sich aber mit dem RV einnähen statt zustecken ändern und auch mit dem Bund.
    Du hast die Konstruktionslinien durchgenäht, da zieht sich auch der Stoff etwas zusammen. Da würde ich alle 3 Stiche den Faden durchschneiden.
    Dann ist es günstig, die Probehose um 5 cm zu kürzen. Wenn man genau gekürzt hat, kann man die Länge trotzdem beurteilen und es steht nichts auf.


    Bei der ersten jeansartigen Hose habe ich auch aus richtigem Stoff erst eine Hose wie die Probehose zugeschnitten und auch mit Abnähern genäht. Dann habe ich den Probe-Formbund so tief angesteckt, wie ich wollte und mit Kreide die Sattelabtrennung und die Tascheneingriffe markiert.
    Die dann abgeschnittene Sattelabtrennung ergab mit 2x NZ an der unteren Kante das Schnittteil für den Sattel.
    Dann kann man die (maschinengeheftete) Hose wieder trennen und Taschen und RV nähen - ich mach das am ganzen Teil. Ach ja, ich hefte mit großem Stich und wasserlöslichem Garn im Oberfaden. Da kann ich anschließend einfach drübernähen.


    Wenn ich nun selbst versucht habe, diese jeansartige Hose knackig eng zu nähen, war ich nie zufrieden. Ich habe Kaufjeans, die besser sitzen als die selbstgenähten. Mitte Mai, weiß ich, ob es besser geht.:D


    LG
    Inge

  • Eigentlich habe ich ja erst noch anderes fertig zugeschnittenes zu nähen (hab ich gestern auch ein wenig gemacht), aber so ganz lässt mich das nicht in Ruhe: Ich habe jetzt den Schnitt der engen Hose weiter vorbereitet. So richtig eng ist die jetzt auch nicht, also nicht mit Stretch-Jeans vergleichbar. Die Vorderhose ist so gut wie identisch mit der Standardhose, die Hinterhose ist ein wenig steiler und ein wenig schmaler. Ich habe einfach mal fröhlich am Nessel etwas von dem weggesteckt, was bei der engen Hose weg käme, nur um zu sehen, wie schmal die Hose am Oberschenkel wird. Und ich glaube, mit der Weite am Oberschenkel kann ich ganz zu leben.


    Ich hatte auch noch einen provisorischen Bund (breites festes Gummiband) angebracht und die Säume weiter hochgeschlagen: Der Bund hat es nicht richtig gebracht, weil ich ihn vermutlich zu eng gezogen hatte, dadurch stauchte sich der Stoff unterm Gummi und fiel nicht mehr gerade.
    Aber die nach oben gekrempelten Säume zeigten deutlich, dass der Saum gerade fällt ... oder zumindest gerade genug für mich.


    Somit wäre die Hüftkurve die Haupt-Baustelle. Wenn dem so ist, kann ich damit gut leben. Da hätte ich es deutlich schlimmer treffen können. :D


    Noch eine Frage: Gleicht ihr bei Vorder- und Hinterhose den Hüftbogen an?
    Ich habe das jetzt bei der Standardhose gemacht. Also wie im Hofenbitzer auf S.94 oben beschrieben. Vorder- und Hinterhose an der Hüfte übereinander legen und dann in der Mitte die neue Nahtlinie zeichnen.


  • Noch eine Frage: Gleicht ihr bei Vorder- und Hinterhose den Hüftbogen an?
    Ich habe das jetzt bei der Standardhose gemacht. Also wie im Hofenbitzer auf S.94 oben beschrieben. Vorder- und Hinterhose an der Hüfte übereinander legen und dann in der Mitte die neue Nahtlinie zeichnen.


    Ja, ich gleiche an, weil es sich besser nähen lässt.
    LG
    Inge


  • So, jetzt beziehe ich mich auf meinen Beitrag 169:


    Den Schnittkonstruktionskurs bei Peggy habe ich hinter mir und eine Menge gelernt.
    1. Meine Stoffwahl. Ich hatte großzügig eingekauft, 3 verschiedene Stoffe, immer ca 2,60m mit 2% Elastan. Jeder Stoff hatte eine andere Dehnbarkeit! Ich habe dann einen Stoff rausgesucht, wir haben 1m etwas innen im Stoff in der Breite markiert und gezogen. Wenn ich nicht ganz doll ausgereizt habe, kam ich auf 106cm. Also 6% Dehnung!
    Merke: Etikett sagt nichts über Dehnverhalten aus. Meine bevorzugte Kaufhose mit 2% Elastan ist weniger dehnbar.
    2. Probehose gleich mit Jeansstoff, weil mit Dehnung konstruiert.
    3. Konstruktion der "echten" Jeans. Ihr versteht, dass ich das Konstruktionsprinzip hier nicht beschreibe, ist ja schließlich Peggys Knowhow. Aber soviel: je weiblicher die Figur, desto schwieriger die Anpassung für den "echten" Jeansschnitt. Richtig faltenfrei und eng geht selten zusammen. Wir hatten eine Teilnehmerin, der passte die konstruierte Hose auf Anhieb. Die war aber sehr, sehr schlank. Gefallen hat mir, dass ich mir die Bundhöhe raussuchen konnte und genau dafür konstruiert wurde.
    4. Bei mir werden es weiterhin schmale Hosen in Jeansoptik sein. Alle Anpassung führte nämlich von der Jeans weg Richtung "normale" Hose.
    5. Am meisten gelernt habe ich dabei, wie die Hosen der anderen angepasst wurden.


    Ich kam mit einem optimierten Grundschnitt heim und habe die Probehosen (1. Annäherung, 2. Annäherung) meiner Freundin gezeigt. Nachdem diese meinte, ich jammere auf hohem Niveau, habe ich anschließend eine der Probehosen wieder aufgetrennt, gebügelt, Kanten versäubert, Nahtlinien nach dem endgültigen Grundschnitt eingezeichnet und eine Hose mit Taschen und Sattel genäht. (Die etwas knappen NZ in der Hüfte wurden mit Absteppungen stabilisiert - nicht umsonst war es eine Probehose, die anschließend "optimiert" - d.h. erweitert - werden musste.) Die Hose habe ich jetzt mehrfach getragen und sie sitzt am Anfang prima und wird bei Gebrauch immer weiter.:weinen:Sch....Elastan. Nach der Wäsche wieder super.....Es liegt also am Stoff und nicht am Schnitt.



    Eigentlich wollte ich die Jeans nach Peggy nochmal für Stoff ohne Elastan konstruieren, aber dann hat mich das Buch von Suzy Furrer gereizt, das ich zum Geburtstag bekommen habe. War ein bisschen Rechnerei, weil mit Inch konstruiert wird, ist aber zumindest bei Hosen nicht schwerer als Hofenbitzer - halt anders.
    Die "normale" Hose sah im Schnitt so aus, dass ich keine Lust auf Probehose hatte, aber die daraus entwickelte Jeans habe ich probiert. Momentan bin ich vom Schnitt angetan, werde meine Begeisterung aber zügeln, bis meine Freundin aus dem Urlaub kommt und ihr Urteil abgibt.


    LG
    Inge

  • Nachtrag:
    bei Suzy Furrer werden die Taillen- und Hüftweitenviertel für die Hinterhose verringert, für die Vorderhose vergrößert. Bei den Maßen für Oberschenkel, Knie und Wade und Saum ist es umgekehrt.
    Der Hüftbogen bei Vorder- und Hinterhose ist nach Konstruktion gleich, muss also nicht nachtäglich angepasst werden.
    LG
    Inge

  • Ist es denn so unterschiedlich gewesen? Mich überrascht es.überhaupt nicht, was du zum Thema Dehnbarkeit geschrieben hast. Beim BH nähen ist es ähnlich. Man sollte selbst ziehen und die Dehnbarkeit ermitteln...der Schnitt ist das eine, der richtig geeignete Stoff das andere.
    Als ich meine Hose konstruiert habe, hatte ich eine Stretch Hose im Kopf. Alle fanden meine Probehose toll nur ich nicht.
    Jetzt weiß ich auch wieso.
    VG

    Be kind to yourself, be kind to others, kindness is free, so give it to others!

  • Ist es denn so unterschiedlich gewesen? ......
    VG


    Meinst du die Schnitte? Jeanshose nach Peggy, nach Hofenbitzer, nach Furrer sind nicht in Deckung zu bringen!
    Wobei nur der von Peggy mit Berücksichtigung der Dehnung konstruiert ist.
    Bisher habe ich immer den normalen Hosengrundschnitt genommen und bei Stoff mit Elastan solange abgesteckt, bis es passte. Das Dumme bei Konstruktion mit Berücksichtigung der Dehnung ist ja, dass der Schnitt schon passt, aber vielleicht ungünstig aussieht. Also muss man dann doch wieder rauslassen, um Röllchen zu kaschieren. Da kann ich besser etwas weiter schneiden und abnähen.
    Fazit: "So einfach" geht die Hose immer noch nicht, es sei denn, man kauft immer die doppelte Stoffmenge und nimmt für die Probehose bereits den Originalstoff.


    LG
    Inge

  • Ich habe auch noch weiter über die Jeans nachgedacht. Ansich ist eine Jeans ja eine Männerhose (siehe RV ;) ) und somit auch sehr gerade geschnitten... wenn jetzt aber eine sehr weibliche Figur hübsch, mit möglichst wenig Falten und gleichzeitig sehr figurbetont verpackt werden soll, ist das wie die eierlegende Wollmilchsau...
    Solange es die nicht gibt, kann man leider nicht alles davon haben. Die Erfindung des Elasthans hat schon Vieles mehr möglich gemacht, aber alles geht damit auch nicht.


    Vielen Dank, Minga, äh Inge :) , für deinen Bericht. Sehr interessant!

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