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Mehr als nur Bio: Kompostierbare Kleidung und Crade2Cradle

  • Ich habe gestern in der Mediathek einen sehr netten Beitrag über den Cradle2Cradle-Ansatz gesehen. Hier kann man ihn in den nächsten Tage noch einmal anschauen.


    Ich kannte den Gedanken dahinter, nämlich Produkte so zu produzieren, dass alle Materialien ohne jeglichen Abfall wiederversand oder kompostiert werden können, aber mir war nicht bewusst, dass es so viele Hersteller gibt, die sogar schon Produkte an Markt haben. Ich bin direkt auf einige tolle Sachen gestoßen, die ich gern kaufen würde, aber in Deutschland komme ich an keines der für mich interessanten Produkte, obwohl es teilweise sogar deutsche Firmen sind, die das anbieten. Läuft das so gar nicht? Schließlich sind die Preise nicht höher als für herkömmliche Produkte.


    Wenn ich jetzt selbst ein Shirt nähe und reine Naturfasern verwende, kann ich trotzdem nicht sicher sein, dass da nicht irgendeine Imprägnierung drin ist, und ich weiss nicht, was bei der Herstellung so alles an Abfall angefallen ist, selbst wenn mein Shirt kompostierbar wäre. Aber selbst das ist es nur, wenn ich auch Baumwoll-Garn verwende, kompostierbares Stickgarn und einen ebensolchen Knopf. Da hängt ganz schön viel daran.
    Habt Ihr Euch schonmal Gedanken darüber gemacht, was mit Euren Kleidungsstücken passiert, wenn sie das zeitliche segnen?


    Ich finde die Überlegungen ziemlich spannend, vor allen Dingen wenn man sieht, dass es offensichtlich möglich ist, zu zivilen Preise C2C-Produkte herzustellen. Die Hersteller geben sich alle ziemlich viel Mühe, damit nicht in der Öko-Ecke zu landen, so dass Hoffnung besteht, dass es nicht wie mit der Naturfaser-Mode verläuft, in der GOTS-Kleidung dann auch gerne mal Sackformen annimmt, obwohl man aus den Stoffen auch richtig scharfe Klamotten nähen könnte (und wir ja auch tatsächlich können). Es bleibt zu beobachten, wie sich das ganze entwickelt.

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  • ja, ich habe mir darüber schon Gedanken gemacht.
    Allerdings habe ich aus der Erinnerung heraus Lumpen im Kopf, aus denen dann Papier werden könnte oder Industriedämmstoffe.


    Die Fertigungsprozesse dazu sind mir nicht vertraut.


    Zum Thema Kompostieren kann ich allerdings mehr sagen ;). Es braucht etwas Zeit und auch ein guter Kompost muss gemischt werden. Einfach ist kompostieren ja nicht. Also einfach wegwerfen, damit daraus wieder das wird, was wir alle mal sein werden, nämlich Staub... Das halte ich für geschönt dargestellt.

    Viele Grüße
    Anne


    5. Mose 26 V.17

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  • Das Kompostierungsproblem zeigt sich auch an den Mülltüten aus Bioplastik: Die verrotten erst bei 60 Grad, was der heimische Kompost nicht erreicht, sondern nur die städtischen Kompostieranlagen. Die nehmen wiederum die Tüten nicht an, da sie beim Entleeren der Biotonnen ja schlecht kontrollieren können, welche reingeworfenen Tüten denn kompostierbar sind und welche nicht.


    Genaugenommen wäre es natürlich klasse, wenn alles, was mir nutzen, wirklich im Kreislauf bliebe. Aber ich finde die Tatsache, dass es zumindest Waren gibt, die nicht 500 Jahre brauchen, bis sie verrottet sind, oder die für diesen Endlos-Kreislauf konzipiert sind, schon richtig klasse, auch wenn's bisher ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Ich würde das Zeug kaufen, schon um den Gedanken dahinter zu unterstützen.

  • Ich gucke solche Sendungen auch immer gerne und finde es total klasse wenn es Leute gibt die kompostierbare Materialien entwickeln und Kleidung aus solchen Material vermarkten.
    Leider hab ich auch noch keine solche Kleidung in den Geschäften gefunden und die beiden einzigen die mir zu dem Thema einfallen ist die Designerin die Stoffe verwendet die aus Milch hergestellt wird und Trigema die kompostierbare Kleidungsstücke im Sortiment haben oder hatten.


    Mir persönlich würde es schon gefallen Stoffe und Kurzwaren kaufen zu können die kompostierbar oder zumindesten "umweltneutral" endsorgbar sind aber magels Angeboten bin ich schon froh einen Stofflieferanten gefunden zu haben der GOTS-Stoffe und Garne anbietet.
    So hab ich wenigstens ein wenig ein besseres Gefühl nicht an der Ausbeutung der Textilindustrie beteiligt zu sein. :rolleyes:


    Was die Überlegung betrifft was mit den Textilien passiert die das zeitliche segnen sehe ich das so das ich versuche möglichst alles so zu entsorgen das es noch eine letzte Aufgabe erfüllt. Und sei es im Reißwolf mit anschließender Verarbeitung zu Dämmplatten.
    Immer noch besser als wenn sie in den Hochöfen der Müllverbrennungsanlagen landen.


    Viel spannender finde ich die Überlegungen wie wir alle dazu beitragen können das in Indien, Bangladesch und China bessere Arbeits-und Umweltbedingungen erreicht werden können.

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  • Dieses Thema liegt mir auch sehr am Herzen. Ich nähe erst seit einigen Monaten doch auf den Einkauf von "Bio" Kleidung achte ich nun schon seit einigen Jahren. Und mit "Bio" ist natürlich mehr als nur der Stoff gemeint. Einfach alle Faktoren die im gesamten Produktionsprozess stattfinden sind wichtig und in erster Linie geht es dabei um Menschen! In diesem Portal gibt es wirklich super Infos zu den ganzen Siegeln und Richtlinien https://fairtradebiokleidung.com


    Was ich allerdings noch nicht gefunden habe sind gute Anbieter für "Bio" Stoffe und Garne. Der Beitrag ist ja schon was älter aber habt ihr inzwischen Anbieter von nachhaltig umweltfreundlichen Produkten gefunden? und habt ihr einen Tipp oder ein Link zu einem Beitrag indem erklärt wird wie ihr so mit Stoffresten umgeht? Vielleicht auch Ideen was man noch so mit Stoffresten anfangen kann. Das gehört meiner Meinung nach auch ganz klar zu diesem Thema.


    LG

  • Ich kenne leider auch keine entsprechenden Anbieter, habe mir aber gerade einmal interessiert die Siegel angeschaut.

    Bis auf das Best-Siegel geht keiner auf den Transport ein. Als ich dann aber das Siegel genauer recherchiert habe, war ich auch enttäuscht. Es geht zwar um die Dokumentation der Transportwege, aber nur als Beweis, dass die Bio-Ware z. B. bei der Verpackung nicht mit herkömmlicher Ware in Kontakt kommen kann.


    Nach der Erfahrung der Umstellung auf Biofleisch bei uns in der Kantine - habe ich hier schon einmal gepostet, dass dann herauskam, dass die Bioschweine von Polen in die Niederlande gefahren wurden, dort gekeult, in einem anderen Land zerteilt, etc.

    Auch wenn Massen Diesel in vielleicht auch teilweise verkehrsgefährdenden LKWs (über das Leid der Tiere muss man gar nicht erst sprechen) mehrfach durch Europa gekarrt werden, dann ist das für mich schon lange kein Bio mehr.

    Aber sie bekommen das Siegel.


    Mein Patenkind hatte in der Schule einmal den Weg der Jeans im Rahmen des Themay Globalisierung durchgenommen. Auch da haben die Jeans teilweise bis zu 60 (?) 000 km Transportweg. Es tut mir leid, ich weiß die Zahl nicht mehr genau, aber ich war schockiert.

    Inzwischen setze ich mehr auf regional als Bio.


    Klar, bei Stoff geht das nicht, Baumwolle wächst nun mal nicht bei uns. Aber mich ärgert, dass man als Verbraucher hinsichtlich der Transportwege nicht aufgeklärt wird. Der soziale Bereich wie Fair Trade und Bio bei der Produktion und Herstellung ist ja schön. Nur wenn dafür die Jeans "tausendmal" ins Flugzeug gepackt wird und um die Welt fliegt, ist das für mich kein Bio mehr.


    Klar kann man sagen, immerhin besser als nicht mit dem Siegel. Aber eines der Hauptprobleme der Menschheit ist der Verkehr und da meine ich nun nicht nur auf den Straßen, sondern auch zu Wasser und besonders in der Luft. Das wird aber geflissentlich bei Bio, etc. übergangen.

    LG rufie

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  • Zitat

    Nur wenn dafür die Jeans "tausendmal" ins Flugzeug gepackt wird und um die Welt fliegt, ist das für mich kein Bio mehr.

    Nicht verderbliche Ware kommt eig. immer mit Containerschiffen.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.
    Voltaire
    Gruß
    Nanne

  • Ob nun einige Tonnen Kerosin oder Schweröl verbrannt werden, ist im Grunde egal. Beim Containerschiff ist der Anteil pro Stück im Vergleich zum Flieger verschwindend gering. Lange Transportwege finde ich aber auch sch… Wir schauen schon lange nach regionalen Produkten. Wobei die Bezeichnung "regional" im Supermarkt nicht immer hält was sie verspricht. Von Kette zu Kette sind die Regionen unterschiedlich groß.

    Liebe Grüße

    Walter


    Nachtragende Menschen haben viel zu schleppen.

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  • Auf einer Webseite war gerade Werbung für Aldi Süd nächste Woche und sie bieten biozertifizierte Stoffe mit dem GOTS-Siegel an und Ökotex-Standard 100.

    Da musste ich an den Thread hier denken und habe sogar vergessen, die aufdringliche Werbung in meinen Ad-Blocker zu schieben.

    LG rufie

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